22.06.2020 Ehe & Familie | Menschliches Zusammenleben

Gesellschaftlicher Einfluss

Vor einiger Zeit hat das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass der Staat ein drittes Geschlecht einführen muss. In bestimmten öffentlichen Dokumenten müssen Menschen, die sich weder dem maskulinen noch dem femininen Geschlecht zurechnen wollen, eine dritte Möglichkeit bekommen, sich zu bezeichnen.

 

Keine Frage - das wird sich schneller in den Schulbüchern der Kinder wiederfinden, als uns gläubigen Eltern lieb ist. In Stellenanzeigen ist das längst verankert worden. Denn sonst können Personen auf Diskriminierung klagen. So müssen auch sogenannte christliche Unternehmen, die es der facto gar nicht geben kann, sich diesem Wandel stellen. Manche haben noch einen gewissen Ausweg gefunden, allein mit der Tätigkeit zu „werben". Aber am Ende können Bewerber herausfordernd fragen in einem Gespräch, und da kommt man um entsprechende Redewendungen nicht herum.

 

So auch in der Schule. Da werden unsere Kinder gar nicht anders können als von diesem dritten Geschlecht zu sprechen. Das ist aktuell noch ein Problem, wo die Personalpronomen bei ich, du, er, sie, es aufhören. Aber zweifellos wird Feministinnen und Genderfreunden etwas einfallen, was sie uns allen dann aufdrängen.

 

Und dann? Dann wird das ganz schnell in unseren Wortschatz übergehen. Es erinnert mich an die Zeit Daniels. Im Blick auf Daniel und seinen Freunden lesen wir: „Und der König befahl Aschpenas, dem Obersten seiner Hofbeamten, dass er von den Kindern Israel, sowohl vom königlichen Geschlecht als auch von den Vornehmen, Jünglinge brächte, an denen keinerlei Fehl wäre und die schön von Aussehen und unterwiesen in aller Weisheit und kenntnisreich und mit Einsicht begabt und tüchtig wären, im Palast des Königs zu stehen, und dass man sie die Schriften und die Sprache der Chaldäer lehre. Und der König bestimmte ihnen für jeden Tag eine Tagesration von der Tafelkost des Königs und von dem Wein, den er trank, und dass man sie drei Jahre lang erzöge; und an deren Ende sollten sie vor dem König stehen. Und unter ihnen waren von den Kindern Juda: Daniel, Hananja, Misael und Asarja. Und der Oberste der Hofbeamten gab ihnen Namen; und er nannte Daniel Beltsazar, und Hananja Sadrach, und Misael Mesach, und Asarja Abednego" (Dan 1,3-7).

 

Sie konnten sich nicht dagegen wehren, mit neuen, götzendienerischen Namen angesprochen zu werden. Sie konnten sich nicht gegen den Unterricht wehren. Aber eines taten sie nicht: Sie verunreinigten sich nicht mit den Speisen und Getränken, die Göttern geopfert wurden. Hier war für sie eine Grenze erreicht.

 

Unsere Kinder können sich nicht gegen den Unterricht wehren (im Allgemeinen). Sie müssen in Klassenarbeiten auch Dinge aufschreiben, von denen sie wissen, dass sie verkehrt sind. Und es ist richtig und Gott gewollt, dass wir uns inmitten der Ungläubigen als Christen bewähren. Wir können nicht in ein Kloster ziehen und uns komplett abschotten.

 

Aber nehmen sie - nehmen wir - diese Dinge mit in unser Leben? „Seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist" (Röm 12,2).

 

Dieser Erneuerung können wir uns nur aussetzen, wenn wir innigen, täglichen Umgang mit Gott haben, durch das Lesen seines Wortes und das Beten zu Ihm. Wenn das uns und unsere Gedanken und Empfindungen prägt, dann können wir innerlich bewahrt bleiben vor den Folgen des Einflusses Satans und seiner Agenten. Dann werden wir weiter biblisch und christlich reden. Wenn wir diesen Umgang mit unserem Herrn und den Seinen aber nicht aktiv pflegen, werden nicht nur die Wort, sondern auch diese Gedankengänge und Gesinnungen, diese Sünde, bei uns abfärben.

 

Seien wir auf der Hut!