29.11.2019 Ehe & Familie

Abtreibungen

Es ist erstaunlich, dass das Thema Abtreibung noch immer auf der Tagesordnung der Politik steht. Angesichts der Änderung des Paragraphen 219a hätte man eine gewisse Befriedung erwartet. Dieser Paragraph besagt nun, dass der Staat eine Liste der Ärzte bereitstellen muss, die Abtreibungen vornehmen. Nach wie vor aber dürfen diese Ärzte keine Werbung dafür machen, dass sie Abtreibungen vornehmen. Doch da manche Ärzte nicht einsehen, dass sie selbst nicht dafür „werben“ dürfen, ist die erhoffte Beruhigung nicht eingetreten.

 

Zudem steht noch immer die Frau in ihrer Selbstbestimmung und Freiheit, mit sich und „ihrem Bauch“ zu tun, was sie will, im Mittelpunkt der Diskussion. Das ist umso seltsamer, als parallel versucht wird, Kinderrechte zu stärken und sogar im Grundgesetz zu verankern. Aber nicht die Rechte von Ungeborenen. Manchmal versucht man, diese Rechte zu verneinen, indem man argumentiert, das seien ja noch keine Menschen. Manchmal soll man einfach die Frauen mit ihrem Bauch, selbst wenn sich darin ein Baby befindet, machen lassen, was sie selbst wollen.

 

Wir werden als Christen nicht in diese Diskussion eingreifen. Wir können sie nicht gewinnen. Denn die Welt ist und bleibt eine Welt unter der Herrschaft Satans. Diese Welt wird nicht besser. Denn sie steht unter dem Gericht Gottes (Joh 16,8-10) – sie ist vor dem / ohne das Kommen des Herrn nicht reformierbar.

 

In Gottes Augen ist es immer noch das Töten eines Kindes. Wie gut, dass wir wissen, dass alle diese Kinder im Himmel sind: „Denn ich sage euch, dass ihre Engel in den Himmeln allezeit das Angesicht meines Vaters schauen, der in den Himmeln ist. Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, das Verlorene zu erretten“ (Mt 18,10.11). Das gibt bei aller Trauer über das Leid dieser Kinder – denn eine „Abtreibung“ ist mit Schmerzen für sie verbunden – Trost.

 

Dass bekanntermaßen auch viele Mütter, die eine solche Abtreibung vornehmen lassen, viele Jahre daran leiden (vielleicht alle, ohne dass sie es zugeben?), ist bekannt. Aber Gott sei Dank – es gibt Vergebung bei Gott. „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (1. Joh 1,9).

 

Wir wollen auch Frauen und Ehepaaren, die in dieser Not stehen, helfen und praktische Hilfe anbieten – vorher, nachher, wann immer sie dazu bereit sind. Das ist unsere Aufgabe als Christen. Lasst uns das nicht vergessen.

 

Aber wir dürfen andererseits unser Urteil nicht nach den gesellschaftlichen Strömungen abändern. Mord ist und bleibt Mord in den Augen Gottes, Töten bleibt Töten, Sünde bleibt Sünde. Aber noch einmal: Es gibt Vergebung für jeden, der zu Ihm kommt.

 

Und wer vorher Hilfe sucht, sollte bei uns Hilfe finden. Haben wir eine Antenne für solche Frauen und Personen, die in Not sind?