09.07.2019 Apostelgeschichte | Versammlung / Gemeinde

Gedankensplitter (3) zum Anfang der Versammlung auf der Erde (Apg 2)

Eine gemeinschaftliche Segnung

 

In Apostelgeschichte 2,2 lesen wir: „Und plötzlich kam aus dem Himmel ein Brausen, wie von einem daherfahrenden, gewaltigen Wind, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen."

 

Das, was hier geschichtlich passierte, erklärt der Apostel Paulus lehrmäßig in 1. Korinther 12,13: „Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden."

 

Worum geht es dem Apostel? Was passierte in dem Augenblick, von dem Lukas in der Apostelgeschichte hier berichtet? Der Geist Gottes, eine Person der Gottheit, kam auf diese Erde und blieb auf ihr.

 

Der Geist Gottes kam auf Jesus

Schon einmal kam Er auf die Erde, und zwar als der Herr Jesus sich taufen ließ. In Verbindung mit dieser Begebenheit lesen wir: „Als Jesus aber getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, die Himmel wurden ihm aufgetan, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herniederfahren und auf ihn kommen. Und siehe, eine Stimme ergeht aus den Himmeln, die spricht: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe“ (Mt 3,16.17).

 

Die Evangelisten berichten, dass der Geist Gottes wie eine Taube aus dem Himmel kam. Gott wollte, dass dies unübersehbar und damit in seinem Fall auch wahrnehmbar war. Dieser Geist, der immer in dem Menschen Jesus wohnte, von Anbeginn an, kam jetzt als Salbung auf Ihn, wie im Alten Testament von einer Salbung aus Öl bei dem Hohenpriester, bei Propheten oder Königen die Rede ist (2. Mo 29,7; 1. Sam 10,1; 1. Kön 19,16).

 

Eine vorbildliche Bedeutung

Das, was hier mit dem Herrn Jesus geschah, hat eine vorbildliche Bedeutung für uns, die wir zur Versammlung Gottes gehören, aus Gnade. Auch für uns, die wir Jesus als Retter angenommen haben, gilt, dass der Geist Gottes auf uns gekommen ist und in uns wohnt. Auch wir haben eine wunderbare Beziehung zu Gott als Vater. Und in Christus ruht das Wohlgefallen Gottes, unseres Vaters, auf uns. Wir sind in Ihm wirklich reich gemacht worden.

 

Und das alles fand sozusagen seinen Anfang an diesem Pfingsttag. Das Brausen in dem Haus, dieser Wind, erinnert uns an das Wirken und Kommen des Heiligen Geistes. In Johannes 3 lesen wir in Verbindung mit der neuen Geburt, dass sie das Ergebnis des Wirkens des Geistes Gottes ist. In Vers 8 heißt es: „Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist." Dieses Brausen wird in Apostelgeschichte 2 auf das Haus bezogen, in dem die Gläubigen saßen.

 

Dadurch wird deutlich, dass es in diesem Fall nicht (allein) um die persönliche Besitznahme des einzelnen Gläubigen geht, sondern darum, dass der Geist Gottes die Versammlung insgesamt bildete und in Besitz nahm. Das ist das, was wir in 1. Korinther 3,16 lesen: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ Von diesem Pfingsttag an gab es die Versammlung Gottes. Der Geist bildete sie und wohnt von diesem Tag an in ihr. Was für ein göttlicher Segen!

 

Segen durch den Geist Gottes in der Versammlung

Wir sind uns viel zu wenig bewusst, was das für ein Segen ist, dass Gott, der Heilige Geist, in der Versammlung wohnt, dass Er als Eigentümer und Bewohner segnet und die Führung in der Versammlung übernimmt. Das gilt nicht nur für die Zusammenkünfte, aber auch und besonders für diese. Aber nach 1. Timotheus 3,15 sind wir immer in Haus Gottes, der Versammlung (Gemeinde). Und so wirkt der Geist Gottes, dass die einzelnen Glieder zum Wohl des ganzen Leibes der Versammlung tätig sind (1. Kor 12). Er wirkt, dass alles zu einer Einheit wohl zusammengefügt ist (Eph 2,16; 4,21).

 

Er ist in der Versammlung tätig, dass die Gaben zu Gottes Freude ausgeübt werden. Er handelt, damit der Heiligkeit Gottes entsprochen wird. Er bringt inmitten der und durch die Versammlung vielfältige Wirkungen hervor, die sich nie widersprechen und doch zu keiner Monotonie führen.

 

Wann haben wir das letzte Mal dafür gedankt, dass Gott seinen Geist in die Versammlung gesandt hat und in dieser göttlichen Person in der Versammlung wohnt?

 

Das Wirken des Geistes behindern

Genauso sollten wir uns fragen, ob wir – was unsere Verantwortung betrifft – diese Wirkungen auch zulassen oder ob wir Ihm im Weg stehen, dass Er diese Einheit und diese Vielfalt nicht bewirken kann. Sind wir Kanäle, die Er für sein Werk benutzen kann? Gottes Wirken ist immer ein Segen und zum Segen. Wenn wir das zulassen, kann dieser wunderbare Organismus der Versammlung wachsen und lebendige Wirkungen hervorbringen.

 

Wenn wir durch Sünde, Ich-Sucht, Eigenwillen und Neid- und Streitsucht jedoch dieses Wirken behindern, muss der Geist Gottes Zucht an uns üben. Das wäre zu unserem persönlichen Schaden und führt dazu, dass die Versammlung in ihrem praktischen Zeugnis in dieser Welt behindert wird.