17.06.2019 Apostelgeschichte | Versammlung / Gemeinde

Gedankensplitter (1) zum Anfang der Versammlung auf der Erde (Apg 2)

Ewiger Ratschluss - Beginn auf der Erde

In 1. Korinther 12,13 lesen wir, wie Gott die Versammlung auf der Erde gegründet hat: „Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden."

 

Die Versammlung als solche ist Teil des ewigen Ratschlusses Gottes. Das lernen wir aus Epheser 3. Aber sie hat einen Anfang, was ihr Dasein auf der Erde betrifft. Gott selbst hat sie in der Kraft des Heiligen Geistes gebildet. Dazu hat Er gläubige Menschen, die Jesus als ihren Retter angenommen haben, zu dieser einen Versammlung (Gemeinde, Kirche) zusammengefügt. Der Apostel Paulus nennt diesen Vorgang, wie auch der Herr Jesus und Johannes der Täufer, „Taufe" (vgl. Apg 1,5; Lk 3,16).

 

Taufe bedeutet Stellungswechsel

Die Taufe hat immer mit einem Stellungswechsel zu tun. Das ist bei der Wassertaufe genauso wie bei der hier genannten Geistestaufe. Bei dieser Taufe in einem Geist werden Menschen, die vorher Juden oder Heiden waren, nun Teil der Versammlung Gottes. Das hat mit der Wassertaufe nichts zu tun, sondern allein mit dem Wirken des Geistes Gottes, der erlöste Menschen versiegelt und in ihnen wohnt. Sie besitzen durch den Geist eine ganz neue Position in Christus. Dazu hat Gott sie jeweils mit dem Geist Gottes getränkt. Denn Er wohnt nicht nur in der Versammlung Gottes kollektiv oder korporativ (1. Kor 3,16), sondern auch in jedem Einzelnen (1. Kor 6,19).

 

Der Geist Gottes fügte bei seinem Kommen auf die Erde die im Obersaal in Jerusalem versammelten Gläubigen zu diesem wunderbaren, neuen Organismus der Versammlung zusammen. Und so kommt auch heute noch jeder Mensch, der an den Herrn und sein Erlösungswerk glaubt, in den Segen dieser Taufe, indem der Geist Gottes ihn versiegelt und damit auch der Versammlung zufügt.

 

Gliederung von Apostelgeschichte 2

In Apostelgeschichte 2 lesen wir den geschichtlichen Bericht des Kommens des Heiligen Geistes auf die Erde.

  1. In den Versen 1-4 finden wir die Umstände, die mit dem Kommen des Geistes verbunden waren.
  2. In den Versen 5-13 lesen wir die Folgen des Kommens des Heiligen Geistes in den versammelten Aposteln und Gläubigen, ungefähr 120 (vgl. Apg 1,15).
  3. In den Versen 14-36 lesen wir von der ersten christlichen Predigt, die auf dieser Erde gehalten wurde. Petrus war dazu das Instrument, das Gott benutzte.
  4. In den Versen 37-41 sehen wir die Auswirkungen dieser Predigt auf die Zuhörer sowie das Handeln der Apostel.
  5. Schließlich zeigen uns die Verse 42-47 die großartige erste Zeit der Versammlung auf der Erde.

 

Dauerhaft – Wunder des Anfangs

Mit einigen dieser Merkmale wollen wir uns in den nächsten Folgen beschäftigen. Wichtig ist, dass wir von Anfang an erkennen, dass eine Unterscheidung nötig ist:

  1. Manche dieser herrlichen Merkmale sollten dauerhaft in dem praktischen Leben der Versammlung zu sehen sein. Wir finden sie in den Lehrbriefen wieder.
  2. Andere Merkmale finde wir nicht weiter in den Briefen vorgestellt. Sie sind deutliche Kennzeichen der ersten Zeit und waren von Gott nie vorgesehen für die gesamte Zeit der Kirche Gottes auf der Erde.

 

In der Zeit vertan …

Wenn man diese wichtige Unterscheidung nicht erkennt und macht, kommt man zu ganz falschen Schlüssen. Manche Christen träumen davon, diese Urzustände auch heute noch erleben zu können. Sie meinen, auch in der aktuellen Zeit müssten solche Wunder erlebt werden müsse es in diesem Sinn „wunderbar" sein. Wenn das nicht der Fall ist, behaupten sie, dass etwas nicht stimmt im praktischen Versammlungsleben.

In Wirklichkeit haben sie sich mit der Zeitepoche vertan (vgl. Heb 6,5) und führen mit falschen Vorstellungen und verkehrten Erwartungshaltungen Gläubige in die Irre. Gott schenkte am Anfang Wunder als Bestätigung seines Handelns. Diese Wunder aber waren sehr schnell zu Ende. Nicht, dass es heute keine Wunder mehr gäbe. Gott tut viele Wunder. Letztlich ist jede Bekehrung ein Wunder. Aber es ist nicht der Charakter des Handelns Gottes, in Zeiten des Niedergangs alles wunderbar zu gestalten. Er benutzt heute im Allgemeinen keine Menschen durch besondere Gaben für solche äußerlich sichtbaren und wirksamen Wunder.

 

Verbindung zu den Lehrbriefen

Vor diesem Hintergrund ist es gut, Apostelgeschichte 2 in Verbindung mit den Belehrungen der Briefe des Neuen Testaments zu betrachten. Das wollen wir in den weiteren Folgen tun. Wir werden uns über Gottes Wirken in der Anfangszeit freuen und Gott dafür loben.

Zugleich werden wir nüchtern sehen, dass solche Zustände heute nicht zu erwarten sind. Gott bestätigt den Niedergang inmitten der Christen und seiner Versammlung auf der Erde nicht durch Wunder.

Andererseits finden wir ausreichen Motivation, unsere eigene Versammlungspraxis zu überprüfen und zu überdenken, wo man sich persönlich neu an Gottes Wort orientieren sollte, ohne allerdings falsche Erwartungen zu wecken.