08.04.2019 Persönlicher Glaube

Die tägliche Bibelandacht (8) (FMN)

Wann machen wir unsere Bibelandacht?

Jeder Mensch hat eine Persönlichkeit, die ihn von jedem anderen Menschen unterscheidet. Unsere Veranlagungen sind verschieden, wir haben ganz unterschiedliche Vorlieben und auch Lebensgewohnheiten. So sollte man vorsichtig sein, in irgendeiner Weise eine Vorschrift machen zu wollen. Dennoch hat man den Eindruck, dass Gott uns auch etwas über Zeiten und Zeitpunkte sagt.

 

Frühmorgens

Von dem Herrn Jesus lesen wir: „Frühmorgens, als es noch sehr dunkel war, stand er auf und ging hinaus; und er ging hin an einen öden Ort und betete dort“ (Mk 1,35). Der Herr Jesus hat uns durch sein Leben ein Beispiel hinterlassen – das dürfen wir auch auf den Zeitpunkt unserer Andacht beziehen, unserer stillen Zeit mit Ihm. Wenn Er die Zeit im Morgengrauen benutzt hat, um allein mit seinem Vater Gemeinschaft pflegen zu können, ist das auch für uns ein empfehlenswerter Zeitpunkt. Oftmals ist es die einzige Zeit am Tag, wo wir Ruhe haben. Wenn einmal der „normale“ Tagesablauf startet, gibt es diese Ruhe nicht mehr. Das gilt nicht nur für junge Mütter, deren kleine Kinder ihnen dann zumeist alles abverlangen. Das ist auch für junge Menschen wahr, bei denen dann die Schule, der Arbeitgeber, die Hochschule oder auch die Familie (und nicht zuletzt bei vielen das Smartphone) die Aufmerksamkeit beanspruchen.

Jemand hat einmal gesagt: Bevor ich mit Menschen kommuniziere, möchte ich mit meinem Herrn, mit Gott, meinem Vater, Gemeinschaft gehabt und mit Ihm gesprochen haben. – Ist das nicht auch eine Frage der Priorität?

Auch David kannte diese frühe Tageszeit und nutzte sie für die persönliche Gemeinschaft mit Gott: „Gott, du bist mein Gott! Früh suche ich dich. Es dürstet nach dir meine Seele, nach dir schmachtet mein Fleisch in einem dürren und lechzenden Land ohne Wasser“ (Ps 63,2). War dieser „frühe“ Austausch mit Gott vielleicht auch eines der Geheimnisse seiner Glaubensstärke?

Kennen wir noch den alten, aber richtigen Spruch: „Ohne Gebet und Gottes Wort – geh nie aus deinem Hause fort!“ Das ist sicher eine sehr gute Empfehlung. Denn alles das, was auf dich einströmen wird im Laufe des Tages, wirst du letztlich nur dann bewältigen können, wenn du zuvor mit deinem Herrn gesprochen hast. Wenn du dir deine Abhängigkeit von Ihm und seiner Führung bewusstgemacht hast. Wenn du Wegweisung für deinen Tag von Ihm erhalten hast.

Das gilt auch für Morgenmuffel. Wie gesagt – wir wollen keine Vorschriften machen. Aber kann man es wirklich schaffen, ohne eine Weisung von oben und das Gebet nach oben den Tag anzugehen und zu bestehen? Es mag nur ein Vers sein – es mag nur ein kurzes Gebet sein. Aber nimm dir diese Zeit! Am Abend wirst du merken, dass es dir geholfen hat, den Tag zu bestehen.

 

Abends

Unser Herr suchte die Nähe seines Vaters nicht nur am Morgen. Natürlich – Er lebte immer in praktischer Gemeinschaft mit Ihm. Aber Gott berichtet uns auch davon, dass der Herr abends diese besondere Stille mit seinem Vater suchte: „Als er die Volksmengen entlassen hatte, stieg er auf den Berg für sich allein, um zu beten. Als es aber Abend geworden war, war er dort allein“ (Mt 14,23).

So, wie es empfehlenswert ist, mit der stillen Zeit in den Tag zu starten, ist es genauso gut, mit einer Andacht den Tag zu beenden. Gerade für die „Morgenmuffel“ ist das eine Gelegenheit, sich mehr Zeit zu nehmen, um am Abend ein wenig über Gottes Gedanken nachzudenken. Und auch für diejenigen, die sehr früh in den Berufsalltag starten, gibt es den Abschluss des Tages, um sich diese besondere Gemeinschaft mit Gott nicht nehmen zu lassen.

 

Zwei Zeugnisse

Manchmal lassen wir uns auch durch Vorbilder und Zitate von Glaubensmännern und -frauen anspornen, so zu handeln, wie es Gott ehrt. Daher gebe ich zum Schluss zwei Hinweise von Glaubensvorbildern weiter.

John Bunyan, der Autor der bekannten Pilgerreise, hat einmal gesagt: „Wer morgens vor Gott wegläuft, wird Ihn den Rest des Tages kaum noch finden.“

Elisabeth Elliot, die Ehefrau des bekannten Südamerika-Missionars Jim Elliot, hat einmal geschrieben: „Die beste Zeit wird für die meisten der frühe Morgen sein. Nicht weil wir so gerne aus dem Bett springen, sondern weil es die einzige Zeit ist, wo wir ziemlich sicher nicht gestört werden, und weil es das Beste ist, zuerst mit Gott zu kommunizieren, bevor wir mit den Menschen reden.“

 

Folge mir nach – Heft 4/2019 

„Der Herr, Herr, … weckt jeden Morgen, er weckt mir das Ohr, damit ich höre wie solche, die belehrt werden“ (Jesaja 50,4).