Jugendarbeit in Ruanda

Bericht über eine Freizeit für junge Frauen und Mädchen in Ruanda im Dezember 2018

 

Nachdem wir viel dafür gebetet hatten, eine Gelegenheit zu bekommen, im Dezember in Kigali zu sein, schenkte es uns der Herr, im Dezember 2018 bei zwei Mädchenfreizeiten mitzuarbeiten. Wir möchten dankbar mit euch teilen, wie der Herr uns mit vielen Ermunterungen und Zeugnissen während unserer Zeit in Ruanda segnete. Am Abend des 17. Dezember 2018 kamen wir in Kigali an. Es war unsere Absicht, für zwei Wochen (vom 17. bis 30. Dezember 2018) in Ruanda zu sein. Während dieser Zeit wollten: wir eine Freizeit für junge Frauen und Mädchen in Kigali, der Hauptstadt von Ruanda, sowie in Nyamata, das im Osten des Landes liegt, organisieren; einige Besuche in den Häusern von Geschwistern sowie bei den Familien von Sponsorenkindern durchführen und an der Bibelkonferenz zum Thema der Haushaltungen in Kigali teilnehmen.

 

Aufbau und Ziel der Mädchenfreizeiten

Vom 17. bis 20. Dezember führten wir in Kigali und vom 26. bis 28. Dezember in Nyamata je eine Freizeit für junge Frauen (von 19 Jahren an und älter) und für Mädchen (im Alter von 10 bis 18 Jahren) durch. Das Thema war das Buch Esther. Wir hatten zwei Broschüren zu dem Thema vorbereitet. Eine Broschüre enthielt Fragen für jüngere Mädchen und die andere Broschüre umfangreichere und tiefer gehende Fragen zu praktischen Dingen, die wir von Esther lernen können.

 

In dem Heft für die älteren Mädchen waren auch einige Geschichten enthalten, die in den ersten beiden Ausgaben des Magazins Mathêtria veröffentlicht wurden und die inhaltlich zu den Themen passten, die wir behandelten. Die Fragen waren in Englisch, Französisch und Kinyarwanda gedruckt und beschäftigten sich mit dem täglichen Leben einer typischen jungen Frau in Ruanda auf einer weiterführenden Schule, einem Internat, am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft.

 

Wir beschäftigten uns jeweils mit zwei Kapiteln am Stück. Eine Schwester legte den Abschnitt in Englisch aus, während eine andere Schwester nach Kinyarwanda übersetzte. Anschließend konnten die Teilnehmerinnen sich in Gruppenarbeiten weiter mit dem behandelten Thema beschäftigen, um anschließend die Ergebnisse der Gruppenarbeiten in Kinyarwanda zu präsentieren. Am Ende jeder Betrachtungseinheit äußerten viele Mädchen Fragen und Kommentare, die ihre Erfahrungen und das Gelernte widerspiegelten. Während der Betrachtungen in den beiden Freizeiten sahen wir die Führung Gottes im Leben Esthers und ihrer Angehörigen, ihren Glauben, ihr Vertrauen und ihren Gehorsam. Das Ziel war, aus dem Leben und Verhalten Esthers zu lernen, welchen Charakter und welche Einstellung eine junge christliche Frau gegenüber Ungläubigen zeigen sollte.

 

In Kigali nahmen ca. 150 junge Frauen und Mädchen an dem Camp teil, von denen die meisten aus Kigali und den Versammlungen im Westen des Landes kamen. Aber es waren auch Besucherinnen aus anderen Teilen des Landes anwesend. In Ntarama nehmen ungefähr 160 Mädchen an der Freizeit teil. Der Großteil der Mädchen und jungen Frauen gehen noch zur Schule oder Universität oder stehen erst seit kurzem im Berufsleben.

 

Während des dreitätigen Camps in Kigali kamen sehr viele Fragen auf, wie angesichts der entmutigenden Zustände an den Schulen, die die Mädchen besuchen, Zeugnis gegeben werden kann. Zudem stellten viele der eingeladenen Mädchen, die aus anderen Benennungen oder der Welt kamen, Fragen bezüglich der Errettung und der Gewissheit des ewigen Lebens. Viele Fragen dieser Mädchen richteten sich auch auf das Thema, ob gute Werke zur Rechtfertigung und Errettung beitragen würden. Ein weiterer Gegenstand, der viel Interesse hervorrief, war die Frage nach der Wichtigkeit des Fastens im Leben eines Christen heutzutage.

 

Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung, die wir von den Brüdern Jacques Muragijimana und Emmanuel Bahati erhielten, die zeitweise in beiden Camps, in Kigali und Ntarama, das Evangelium verkündigten und einige der Fragen bezüglich der Errettung und guter Werke beantworteten. Am Ende beider Freizeiten bekamen wir viele Rückmeldungen und Dankesbezeugungen bezüglich der gelernten praktischen Lektionen. Eine Reihe der Mädchen, die zum ersten Mal teilgenommen hatten bekannten, dass sie sich tiefer mit der Bibel bezüglich der Errettung beschäftigen müssten. Zudem war es für einige Teilnehmerinnen das erste Mal, dass sie etwas über das Buch Esther hörten. In der letzten Gruppenpräsentation sagte ein Mädchen: „Es war für mich sehr erleichternd, zu lernen, dass es nur einen einfachen Weg zum Himmel gibt – Jesus. Es ist hilfreich, zu erkennen, dass gute Werke und Gehorsam den Geboten gegenüber niemals die Tür zum Himmel öffnen werden, sondern dass das nur der Glaube an das Werk des Herrn vom Kreuz tut.“ Eine Schwester, die für die Organisation der Freizeiten verantwortlich war, teilte uns später mit, dass einige der Mädchen mit großer Freude nach Hause zurückkehrten mit dem Wunsch, weitere Freizeiten besuchen zu wollen. Heute stehen einige der Mädchen, die nicht auf Internate gehen, mit uns über WhatsApp und Textnachrichten in Kontakt. Wir danken dem Herrn für den Segen während der Freizeiten und dass viele praktische Lektionen gelernt werden konnten. Wir hoffen, dass einige dazu geführt wurden, den Herrn Jesus als ihren Retter und einzigen Weg zum Himmel anzunehmen. Wir sind darüber hinaus sehr dankbar, dass diese Camps eine große Ermunterung für die örtlichen Schwestern waren.

 

Weitere Aktivitäten zwischen den beiden Freizeiten

Neben den beiden Freizeiten hatten wir das Vorrecht, an einer Konferenz über die Haushaltungen teilzunehmen, die vom 22. bis 25. Dezember in Kigali stattfand. Die Konferenz war sehr gut besucht von Geschwistern, die aus allen vier Teilen des Landes kamen. Auch waren einige Geschwister aus dem Kongo anwesend. Wir hatten auch die Gelegenheit, zwei gläubige Familien zu Hause zu besuchen. Eine Familie ist die einer Schwester, die drei Kinder im Teenageralter und einen kranken Ehemann hat. Sie ist für das gesamte Einkommen der Familie verantwortlich und kümmert sich um jeden im Haus. Wir verbrachten einige Zeit mit ihr und ihren Kindern und ermunterten sie durch das Wort. Auch beteten wir zusammen. Eine weitere Familie, die wir besuchten, ist die einer Schwester, die Witwe ist. Sie hatte uns zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen, zusammen mit einigen jungen Leuten aus der Versammlung in Kigali.

 

Nach dem Essen hatten wir Gelegenheit, uns in dieser Runde über unsere Erfahrungen in den verschiedenen Ländern, aus denen wir kamen, auszutauschen. Im Anschluss an die Konferenz hatten wir die Zeit, um mehrere Familien von Sponsorenkindern zu besuchen. Wir besuchten ungefähr 40 Familien bei zwei verschiedenen Gelegenheiten. Wir trafen jedes Kind und verbrachten etwas Zeit mit den Eltern und Verwandten. Viele dieser Kinder leben mit nur einem Elternteil oder aber mit beiden Eltern, ohne aber durch ihre Familien unterstützt zu werden. Während der Besuche war es unser Anliegen, etwas Zeit mit dem jeweiligen Kind in der Familie zu verbringen, um es kennenzulernen und mit ihm zu spielen. Wir überreichten kleine Weihnachtsgeschenke und versuchten dann, in Kontakt mit den Eltern und Verwandten zu kommen, um ihnen das Evangelium zu bringen. Viele der Eltern oder Erziehungsberechtigten sind Christen. Aber während der kurzen Unterhaltungen gewannen wir den Eindruck, dass es ihnen gut tat, einen herzlichen Austausch mit anderen Gläubigen zu haben, um auch das Thema Errettung noch besser zu verstehen. Viele der Eltern verstehen die Rettung aus Gnade nicht wirklich. Wir danken dem Herrn für die Möglichkeiten dieser Gespräche, die Er uns gab. Besonders einige der Mütter drückten ihren Wunsch aus, mehr über das Evangelium zu erfahren. Unsere Zeit in Kigali endete mit Dank und Lob an Gott. Er war mit uns und wir erfuhren Seine Bewahrung, Versorgung und Seinen Schutz während unserer ganzen Reise.

 

Wir sind sehr dankbar für jeden, der sich Zeit dafür nimmt, das Werk in Ruanda im Gebet der allmächtigen Hand Gottes anzuvertrauen. Er ist treu, der uns beruft, und Er wird das Werk weiterführen, bis Er kommt. Unser Gebet und Wunsch ist, dass der Herr uns kostbarer wird und wir den festen Wunsch haben, dass Er bald wiederkommt, während wir schon jetzt alles Ihm übergeben.

Im Namen des gesamten Teams

Bagwiza Jackie

 

Eine Nachricht von jungen Leuten aus Kigali

Gestern Abend fassten wir als junge Geschwister aus der Versammlung in Kigali den Entschluss, auf die Straßen zu gehen und Traktate an Fremde zu verteilen. Wir waren zunächst sehr nervös, da wir es noch nie zuvor getan hatten. Wir nahmen es für uns als Herausforderung an, um zu sehen, wie viele Traktate wir innerhalb von zwei Stunden verteilen könnten. Wir trafen uns um 18 Uhr während der Hauptverkehrszeit an der Bushaltestelle Nyabugogo, die im geschäftigsten Zentrum von Kigali liegt, und blieben bis 20 Uhr. In kleinen Kartons hatten wir ungefähr 1500 Traktate bei uns.

 

Während dieser zwei Stunden war es möglich, mehr als 1000 Traktate zu verteilen! Nach unserer Ankunft in Nyabugogo gab eine Schwester einem Mann zwei der Traktate. Dieser Mann war unheimlich. Er schaute die Schwester mit bösen Augen an und schrie: „Nein!“ Wir erschraken alle sehr und dachten, dass dies herausfordernder war, als wir anfangs gedacht hatten. Wir überlegten, ob wir die Kartons mit den Traktaten nicht gleich wieder zum Bibelzentrum zurückbringen sollten. Einige Minuten nach diesem Vorfall dachten wir alle das Gleiche und wussten, was wir zu tun hatten. Wir mussten beten. Wir beteten und baten den Herrn, uns den erforderlichen Mut zu schenken und uns zu Menschen zu führen, die bereit wären, die Traktate anzunehmen.

 

Anschließend entschieden wir uns, uns an verschiedenen Orten aufzustellen. Einer von uns verteilte die Traktate an Fahrer von Motorrad-Taxis außerhalb des Busbahnhofs, ein anderer ging durch die Geschäfte in der Umgebung und zwei weitere Geschwister gingen durch die Busterminals. Wir wurden währenddessen alle mit den gleichen Fragen konfrontiert: Verkauft Ihr die Schriften? Geht es darin um Jesus? Oh! Gib mir auch eins! Kann ich noch eins für meine Frau bekommen? Seid ihr von den Zeugen Jehovas? Gehört ihr zu einer dieser „neuen Kirchen“? Können wir auch kostenlose Bibeln bekommen? Wie kann ich eine Bibel bekommen? Was ist der Name eurer Gemeinde? Was ist die Adresse und wie kann ich euch finden? Etc.

 

Am Ende unserer Zeit in diesem Geschäftsviertel waren wir sehr ermutigt und haben uns entschlossen, im kommenden Monat einmal pro Woche in verschiedenen Teilen von Kigali, besonders an großen Bushaltestellen, Schulen, Universitäten und Märkten Traktate zu verteilen. Als Jugendliche aus Kigali möchten wir unsere Erfahrungen mit dieser „Traktat-Verteil-Challenge“ jede Woche in diesem Monat mit euch teilen. Wir möchten um eure Gebete bitten. Bitte betet dafür, dass der Herr diese Traktate benutzt, um vielen Empfängern Seine Rettung aus Gnade klarzumachen, und dass der Herr uns zu den richtigen Menschen führt und uns den Mut gibt, diese Aktionen bis Ende des Monats durchzuführen.