17.08.2019 Matthäus | Versammlung / Gemeinde

Die Magna Charta der Versammlung (1)

Bild: Magna Charta

Der Vers 20 ist die Krönung des Abschnittes in Matthäus 18,15-20 und gibt diesem zugleich gewissermaßen einen Rahmen. Das „denn“ zeigt an, dass dieser Vers die Grundlage für die beiden vorhergehenden Grundsätze und Handlungen ist. Man hat diese Aussage die „Magna Charta der Versammlung“ genannt: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.“ Verschiedene Ausleger haben auf die sieben herrlichen Punkte in diesem kurzen Vers hingewiesen:

  1. Die göttliche Grundlage: „Denn“. Gott hat durch den Herrn Jesus die Grundlage gelegt für das Gebet der Versammlung, für das Binden und Lösen der Versammlung, für das Zusammenkommen der örtlichen Versammlung. Es sind keine menschlichen Gedanken, keine menschlichen Überlegungen. Gott schenkt dieses Fundament.
  2. Der göttliche Ort: „Wo“. Im Alten Testament gab es den Ort, den der Herr erwählt hatte, um dort zu wohnen (Jerusalem, der Tempel; Mose spricht in seinem fünften Buch 21-mal von diesem Ort). Im Neuen Testament gibt es nicht den einen geographischen Ort, den Gott erwählt hat, auch wenn man natürlich an einem physischen Ort zusammenkommen muss, was auch heute noch im Zeitalter der Digitalisierung gilt. Aber es gibt einen geistlichen Ort, wo Gottes Wahrheit anerkannt wird. Dort verwirklicht man, was Er über seine Versammlung im Wort Gottes niedergelegt hat. Das ist dieser göttliche Ort. Es ist ein Ort des Segens, den wir in der Schrift niedergelegt finden.
  3. Die göttliche Zahl: „Zwei oder drei“. Es kommt nicht auf die Menge an, sondern auf die Einstellung, nicht auf die Anzahl, sondern auf die richtige Grundlage. Nicht da, wo sich die meisten treffen, sondern da, wo man den Herrn Jesus treffen möchte bzw. trifft, da ist Er in der Mitte. Es können 5.000 sein, aber es können auch nur zwei sein. Nicht, dass der Herr wünscht, dass an einem Ort nur zwei in seinem Namen zusammenkommen. Aber wenn es nur zwei oder drei sind, dann ist Er persönlich zugegen. Einer allein – das ist kein Zusammenkommen. Aber schon die kleinste Mehrzahl ist für den Herrn Jesus Anlass genug, persönlich zu kommen, ja anwesend zu sein. Diese Versammelten sind Zeugen seine Gegenwart, die sie bezeugen. So sind sie für Ihn ein Zeugnis auf der Erde. Er hat sie gesammelt aus den Ländern, von Osten und von Westen, von Norden und vom Meer“. Sie sind die Erlösten des Herrn (vgl. Ps 107,2.3).1 Die hier genannten „zwei oder drei“ und die in Vers 16 genannten „zwei oder drei“ Zeugen haben im Übrigen nichts miteinander zu tun. Natürlich sind beide Teil der örtlichen Versammlung. Aber die „zwei oder drei“ Zeugen in Vers 16 sind Brüder, die in privater Mission einen sündigen Bruder gewinnen wollen. Die „zwei oder drei“ aus Vers 19 und 20 sind Repräsentanten der örtlichen Versammlung, sie stellen diese dar. Sie sind sogar in dem konkreten Fall die örtliche Versammlung.

Fußnoten:

1 Die hier genannten „zwei oder drei“ und die in Vers 16 genannten „zwei oder drei“ Zeugen haben im Übrigen nichts miteinander zu tun. Natürlich sind beide Teil der örtlichen Versammlung. Aber die „zwei oder drei“ Zeugen in Vers 16 sind Brüder, die in privater Mission einen sündigen Bruder gewinnen wollen. Die „zwei oder drei“ aus Vers 19 und 20 sind Repräsentanten der örtlichen Versammlung, sie stellen diese dar. Sie sind sogar in dem konkreten Fall die örtliche Versammlung.