20.01.2019 Matthäus | Menschliches Zusammenleben

Selbstverleugnung

Mit diesem Vers beginnt im Matthäusevangelium ein äußerst prägnanter und wichtiger Abschnitt. Noch immer geht es letztlich um die Frage, wodurch Jünger geprägt sein sollen. Während in den ersten Versen die Demut besonders betont wird, geht es hier um Selbstverleugnung. Diese ist besonders dann nötig, wenn Schwierigkeiten unter Brüdern oder Schwestern entstehen. Wo immer Menschen auf Menschen stoßen, entstehen Reibungen. Das wissen wir aus Ehe und Familie nur zu gut. Und in der örtlichen Versammlung und darüber hinaus ist es nicht anders.

Wie aber reagiere ich, wenn jemand gegen mich sündigt? Das ist der Punkt, der zunächst in diesem Abschnitt behandelt wird. Hier steht nicht ausdrücklich, dass es um das Königreich der Himmel geht. Das mag daran liegen, dass der Herr im weiteren Verlauf dieses Abschnitts dann auf die Versammlung (Gemeinde), die Er bereits zuvor (Mt 16) eingeführt hat, zu sprechen kommt und im Blick auf die örtliche Versammlung großartige Einzelheiten enthüllt. Aber das Verhältnis von Jünger zu Jünger und von Bruder zu Bruder ist Teil unseres Lebens im Reich der Himmel.

In den vorherigen Versen haben wir gelernt, wie leicht wir Kinder übersehen und verachten. Hier nun sehen wir, dass wir als Brüder einen Hang zu Unstimmigkeiten mit unseren Geschwistern haben, aber auch dazu, uns selbst zu wichtig zu nehmen, so dass wir uns zugefügtes Leid gerne in die Öffentlichkeit bringen. Das alles ist verkehrt. Und wie immer zeigt uns der Herr einen Weg, den wir im Guten gehen können.