21.12.2018 Ehe & Familie

Zöpfe = Völkisch?

Als Christen sind wir gewohnt, Außenseiter zu sein. Was man jetzt aber lesen musste, könnte wirklich Anlass zu Sorgen geben, wenn wir nicht wüssten, dass wir in Gottes Hand sind und Ihm in allem vertrauen können. Die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) unterstützt durch ihr Ministerium und auch persönlich eine Broschüre, in der Kita-Pädagoginnen Hilfe erhalten, Personen aus völkischem Umfeld zu identifizieren und bei Kindern dieser eingeengten Sicht entgegen zu wirken.

 

Was sind Kennzeichen für „völkische Familien"? Die Broschüre gibt ihre Sicht wieder: „Die Vorstellung einer ethnisch homogenen, über Jahrhunderte bestehenden »Schicksalsgemeinschaft « eint die rechte Szene. Sowohl im Rechtsextremismus als auch im Rechtspopulismus, in Reichs- und Verschwörungsideologien und rechter Esoterik existiert die Angst vorm Aussterben des bedrohten »Volkes«. Tatsächlich prägt in der rechten Szene der »völkische Blick« die Haltung zu Einwanderung, Geschlechterverhältnissen, Sexualität und Fortpflanzung, die Sicht auf Ökologie und Natur, Bildung von Kindern, die Gesellschaftsordnung und vieles mehr."

 

Und wie erkennt man Zughörige?

„In einer Kita fallen zwei Geschwister auf, die besonders zurückhaltend sind und wenig von zu Hause, z.B. vom Wochenende, erzählen. So verhalten sie sich im Morgenkreis zum Wochenbeginn schweigsam und passiv. Gleichzeitig gibt es keine sogenannten Disziplinprobleme, diese Kinder scheinen besonders ‚gut zu spuren‘. Außerdem sind traditionelle Geschlechterrollen in den Erziehungsstilen erkennbar: Das Mädchen trägt Kleider und Zöpfe, es wird zu Hause zu Haus- und Handarbeiten angeleitet, der Junge wird stark körperlich gefordert und gedrillt. Beide kommen häufig am Morgen in die Einrichtung, nachdem sie bereits einen 1,5-km-Lauf absolviert haben."

 

Interessant, dass Kinder, die in eine Kita gebracht werden, schon 1,5 km laufen können sollen ... Wenn man einen Rock einen Zopf trägt, ist man also völkisch ... Eigentlich ein schönes Merkmal, das junge Mädchen zeigen, wenn sie zu ihrem Geschlecht stehen wollen. So können sie offenbar zeigen, dass sie nicht zu dieser Welt gehören. Schon in der Bibel lesen wir: „Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; männlich und weiblich schuf er sie" (1. Mo 1,27). Die moderne Pädagogik unserer Gesellschaft lehrt zwar, dass es gar keine biologischen Geschlechter gibt. Aber Gott lehrt uns, dass es doch Unterschiede zwischen Männern und Frauen, zwischen Jungen und Mädchen gibt. Dass diese sich nicht nur körperlich zeigen, sondern auch im Verhalten und in der Kleidung, zeigt uns Gottes Wort.

 

Schminken

Die Broschüre bietet noch eine zweite Beschreibung von Völkischen ...: „In ihrer Kita gibt es eine Verkleidungsecke mit Kostüm- und Schminksachen, welche die Kinder rege nutzen. Ein Junge lässt sich von ihnen die Fingernägel lackieren. Am nächsten Tag sucht dessen Mutter vehement ein Gespräch mit ihnen. Sie fragt, was das solle und erklärt, das habe einen schlechten Einfluss auf ihr Kind, Kinder sollten heutzutage nicht noch zusätzlich verunsichert werden; Jungen seien Jungen, Mädchen seien Mädchen und sie möchte, dass ihr Junge »später mal ein richtiger Mann wird«. Sie als Erzieher*in erklären, dass in ihrer Kita geschlechtliche Vielfalt und Toleranz begrüßt werden, Kinder sich ausprobieren können und dafür auch unterschiedliche Materialien zum Lesen und Spielen ausliegen, u.a. zum Schminken und Kostümieren. Die Mutter lehnt das lautstark ab, es fallen Worte wie »Frühsexualisierung« - hier sollten wohl Kinder mit dem »Genderquatsch« indoktriniert werden, sie erziehe ihre Kinder selbst."

 

Ich bin sicher, dass es viele gibt, die sich mit dieser Mutter identifizieren können. Während die Broschüre schon den „Genderquatsch" in der Schreibweise fördert und von „Expert*innen" usw. spricht, wollen wir bei dem Menschenbild der Bibel bleiben.

 

Schädliche Einflüsse

Die Frühsexualisierung, die Prägung durch moderne Pädagogik, der Machtmissbrauch der Politik und Pädagogik an unseren Kinder sind außerordentlich gefährlich. Wir können kaum ahnen, wie schnell kleine Kinder durch solche Maßnahmen und Belehrungen infiltriert werden. Natürlich behauptet die Familienministerin, dass die Worte, die in den Medien gegen diese Broschüre gerichtet worden sind, alle aus dem Zusammenhang gerissen worden seien. Was sollen sie auch anderes sagen, um dieses desaströse Werk zu rechtfertigen. Die Fakten aber sind nicht zu übersehen.

 

Es gibt für uns nur eine Konsequenz: Wir können kleine Kinder unmöglich in solche Kitas geben. Wer das tut, handelt grob fahrlässig und ist selbst schuld, dass sein Kind auf eine schiefe Bahn kommen wird. Denn so viel kann man bei einer kleinen Seele gar nicht „gegenwirken", um diesen atheistischen, Gott feindlichen Einfluss wieder abzuwenden.

 

Naiv?

Oder möchte jemand die Folgen dieser Meinung in der Pädagogik auf sein Kind einwirken lassen? „Zudem ist für viele Kinder das Aufwachsen in Regenbogenfamilien gelebte Realität und sollte damit auch gelebte Normalität in der Kita sein. Rechtspopulistische, neurechte oder religiös-fundamentalistische Gruppierungen hetzen gegen die Vermittlung von Vielfalt mit diffamierenden Wörtern wie »Genderismus«, »Genderwahn« oder eben »Frühsexualisierung«. Gemeint ist eine angebliche »Umerziehung unserer Kinder«, die dann nicht mehr »richtige« Mädchen oder Jungen sein dürften. Verbunden sind damit antifeministische, aber auch homo-, inter- und trans*feindliche Positionen. Und die sind hochgradig anschlussfähig an die gesellschaftliche Mitte: Gender-Themen sind eine wichtige Klammer im rechtspopulistischen Spektrum und eignen sich für emotionale Debatten - gerade mit Bezug auf Kinder. Diese Themen sind aktuell sehr relevant. Für die Praxis bedeutet das, eine geschlechterreflektierende Perspektive zu stärken, sich eine gemeinsame Haltung zu erarbeiten und auf entsprechende Vorwürfe, die nicht selten durch Elterninitiativen vorgebracht werden, fachlich professionell zu reagieren."

 

Unsere Aufgabe!

Wir als Eltern haben ohnehin die Aufgabe, unsere Kinder selbst zu erziehen. Warum schenkt Gott uns Kinder? Doch wohl nicht, um sie frühmöglich abzugeben. Dass es immer Ausnahmen und Notfälle gibt (wo ein Ehepartner Hurerei begangen hat und sich von dem übrigbleibenden Teil getrennt hat, so dass dieser arbeiten muss), lasse ich jetzt außen vor. Diese Sonderfälle stellen aber unter gläubigen Christen immer noch Ausnahmen da. Hoffentlich bleibt das auch so!

 

Lasst uns das Wort an uns Väter ernst nehmen: „Zieht [eure Kinder] auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn" (Eph 6,4). Wir haben die Verantwortung und Freude, unsere Kinder für den Herrn zu erziehen. Sicher nicht mit solch einer gottlosen Pädagogik!