15.11.2018 Jesus Christus / Gott | Persönlicher Glaube

Zur Ruhe finden

Im Matthäus-Evangelium wird uns der Herr Jesus als König vorgestellt. Als solcher kam Er zu seinem irdischen Volk Israel. Doch dieses lehnte Ihn überwiegend ab und verwarf Ihn. Ihnen musste Er das Gericht ankündigen (Mt 11,20-24). Dennoch waren einige da, die Ihn annahmen. Sie hörten auf den Ruf „kommt her zu mir". Daraufhin bekamen sie Ruhe geschenkt.

 

Zwei Personengruppen - zwei Ruhen

 

Die eine Personengruppe sind die Mühseligen und Beladenen. Sie sind, wie alle Menschen, vor Gott verloren. Was sie aber kennzeichnet, ist die Aufrichtigkeit ihrer Herzen (V28). Die andere Personengruppe sind die, die schon zu dem Herrn Jesus gekommen sind - die Gläubigen (V29.30). Da es zwei unterschiedliche Personengruppen sind, handelt es sich auch um zwei unterschiedliche Arten von Ruhe. Die Ruhe, die der Herr Jesus den Mühseligen und Beladenen geben will, ist die Ruhe des Gewissens. Die Ruhe, die der Gläubige finden kann, ist die Ruhe der Seele. Dabei wird die Erste gegeben und die Zweite gefunden.

 

Die erste Personengruppe - die Verlorenen

 

Die Einladung des Herrn Jesus

 

„Kommt her zu mir". Mit diesen Worten lud der Herr Jesus damals Juden wie auch Heiden zu sich ein. Und diese Einladung gilt auch heute noch. Durch die Bibel, durch evangelistische Kalender, durch Gläubige, die das Evangelium predigen ... lässt der Herr Jesus seinen Ruf noch erklingen. Dieser Ruf führt allein zu Ihm, dem Sohn Gottes. Er ist der Mittler zwischen Gott und Menschen (1. Tim 2,5). Deshalb ruft Er die Menschen „zu sich". Er tut es, weil Er die Menschen liebt und will, dass sie errettet werden (1. Tim 2,4).

 

Die Zielgruppe

 

„... alle ihr Mühseligen und Beladenen". Nun bekommen wir einen Eindruck davon, wen der Herr Jesus einlud. Zunächst konnten alle Menschen aus dem Volk Israel zu Ihm kommen. Aber viele nahmen Ihn nicht an. Sie lehnten Ihn ab und verwarfen Ihn. Jetzt weitete der Herr Jesus den Kreis derer, die Er einlud. Nun konnten alle Menschen kommen - ob Jude oder Nichtjude. Dabei richtete Er sein Augenmerk besonders auf die „Mühseligen und Beladenen". Die Mühseligen waren solche, die aufrichtig im Herzen waren und sich selbst ununterbrochen abmühten Gott zu gefallen und zur Ruhe zu finden. Doch alle ihre Mühe war vergeblich. Darüber hinaus bezeichnete der Herr Jesus sie auch als Beladene. Solche hatten eine Last zu tragen. Auf der einen Seite war es die Last des Gesetzes, das der gottesfürchtige Jude zu halten suchte. Zudem gab es Gesetzeslehrer, die ihnen schwere Lasten auferlegten (Lk 11,46; Apg 15,10). Aber sie konnten diese Lasten nicht tragen. Auf der anderen Seite gab es noch die Last ihrer Sünden. Auch diese Last mussten sie ununterbrochen tragen. Hiervon konnte kein Nachkomme Adams sie befreien.

 

Die Verheißung zur Ruhe

„und ich werde euch Ruhe geben". Von solchen Mühen und Lasten wollte der Herr Jesus die Menschen in seiner Gnade befreien. Wenn auch das Kreuz zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor Ihm stand, so würde das Werk von Golgatha doch das „Mittel" dazu werden. Dort würde Er die Last fremder Sünden auf sich nehmen (Mt 27,45ff; 1. Pet 2, 24). Dadurch konnte Er wahre Ruhe geben. Diese Ruhe ist ein von Sündenlast befreites Gewissen - der Friede mit Gott.

 

Die zweite Personengruppe - die Gläubigen

 

Jetzt sprach der Herr Jesus die Personengruppe an, welche die Ruhe erfahren hatte. Ihnen stellte Er nun den Weg vor, wie ihre Seelen zur Ruhe finden konnten. Dieser Weg war der Weg der Nachfolge - die Aufnahme seines Joches.

 

Die Aufnahme des Joches und das Lernen von Ihm

 

„Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir". Der Herr Jesus war auf dieser Erde gewesen. Er lebte hier in Sanftmut und Demut im Herzen. Er tat allezeit das, was dem Vater wohlgefällig war (Joh 8,29) und ordnete sich Ihm unter. Sein ganzes Leben war in Übereinstimmung mit den Worten: „Ja Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir" (Mt 11,26). Jederzeit suchte Er den Willen dessen zu tun, der Ihn gesandt hatte (Joh 6,38). Er tat es nicht zwanghaft, sondern vollkommen freiwillig. Und nun sagt Er: „Nehmt auf euch mein Joch". Εr möchte, dass die Gläubigen Ihm nachfolgen und den Willen des Vaters tun. Das ist unter dem Joch zu verstehen. Dass dies aber nur mit einem Herzen der Demut und Sanftmut möglich ist, zeigt der Herr Jesus uns selbst: „Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig". Er richtet die Blicke der Gläubigen auf Ihn selbst. Er ist der Lehrer und das Vorbild.

 

Die Sanftmut und Demut des Herrn Jesus

 

„denn ich bin sanftmütig". Seine Sanftmut können wir zum Beispiel darin sehen, als Er vor Pontius Pilatus geführt und verhört wurde. Immer wieder klagte die Volksmenge Ihn vor Pilatus an. Trotzdem ließ der Herr Jesus diese Beschuldigungen stumm über sich ergehen (Mk 15,4.5). Er nahm diesen Weg aus der Hand des Vaters an, ohne sich diesem zu widersetzen. Zudem bestand Er nicht auf seinem eigenen Recht, sich zu rechtfertigen, als Er ununterbrochen und zu unrecht beschuldigt wurde.

 

„und von Herzen demütig". Seine vollkommene Demut zeigte sich beispielsweise darin, dass Er den Jüngern die Füße wusch und sie abtrocknete (Joh 13,3-11). Er stand zu diesem Zeitpunkt kurz davor, das Werk von Golgatha zu erfüllen. Seine Leiden, die dann auf Ihn eintreffen würden, würden dort eine Tiefe erreichen, wie sie zuvor in diesem Maß noch nicht dagewesen waren (Lk 22,15). Und doch dachte Er hier nicht an sich, sondern wusch den Jüngern die Füße und war um sie bemüht.

 

Beide Gesinnungen (Sanftmut und Demut) sollen auch uns kennzeichnen. Wir werden nicht an das Vorbild des Herrn Jesus heranreichen, aber wir dürfen von Ihm lernen.

 

Die Ruhe der Seele

 

„und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen". Nun versprach der Herr Jesus denen, die Ihn im Glauben angenommen hatten und Ihm nachfolgten, die Ruhe der Seele. Diese Ruhe hatte Er selbst genossen. Jetzt möchte Er auch uns daran teilhaben lassen. Wenn wir mit einem demütigen Herzen und einer sanftmütigen Haltung den Platz der Unterordnung einnehmen, Ihm nachfolgen und den Willen des Vaters tun, werden wir die Ruhe der Seele finden.

 

Das Joch und die Last des Herrn Jesus

 

„denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht". Hiermit stellte der Herr Jesus den ehemals Mühseligen und Beladenen die Eigenschaft seines Joches und seiner Last vor: „sanft" und „leicht". Diese leichte Last ist ein Tragen der Verantwortung in all den Bereichen, die Er uns anvertraut hat. Das mag im örtlichen Zusammenkommen sein, im Dienst für Ihn, in der Familie ... Diese leichte Last geht aber nie über das Maß hinaus, welches wir aufnehmen können. Es wird für uns eine leichte Last bleiben, da wir mit Ihm gehen und Er uns die nötige geistliche Kraft zu allem gibt.

 

Und bald wird es eine ewige Ruhe für uns geben. Das wird dann sein, wenn der Herr Jesus uns entrücken wird. Bis dahin dürfen wir die Worte festhalten: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir".