11.11.2018 Matthäus | Menschliches Zusammenleben

Kein Anstoß sein

In diesem Vers spricht der Herr davon, dass man anderen zu einem Fallstrick werden kann. In einem ersten Schritt geht es um solche Kleinen oder Geringen, also Kinder oder auch Menschen, die kein großes Ansehen besaßen, die aber an den Herrn Jesus glaubten. Es waren Gläubige, die aber schutzlos waren und daher besonders den Einflüssen von anderen ausgeliefert waren. Wenn jemand einem solchen Kleinen ein Anstoß war, so war das Gericht Gottes für diesen Täter sicher. „Anstoß" meint nicht, dass man jemanden im heutigen Sinn des Wortes ärgert. Es geht darum, dass man jemandem zu einem solchen Hindernis wird, dass er das Ziel nicht mehr erreicht. Der Geringe stößt an eine Person oder Sache und kommt damit zu Fall, so dass er verloren geht. Daher auch diese scharfe Ermahnung des Herrn.

Wenn ein Jünger eine Person verführt, die nicht in der Lage ist, eine Meinung oder einen eingeschlagenen Kurs richtig zu beurteilen, dann wäre es für ihn besser, in die Tiefe des Meeres versenkt zu werden, als weiter zu leben. Denn eine solche Verführung ist in den Augen des Herrn so furchtbar, weil Er ein solch besonderes Herz für Kinder und Kleine hat.

Vielleicht wird dieses Bild hier wegen der Gegebenheiten des nahe liegenden Toten Meeres verwendet. Durch den hohen Salzgehalt ist es nötig, dass ein schwerer Mühlstein um den Hals einer Person gehängt wird, damit sie wirklich untergeht. Andererseits könnte dieses Bild auch einfach die drastische Strafe andeuten, die über jemanden verhängt wird, der wehrlose Kinder in die Irre führt.

Vergessen wir nicht, dass der Herr an keiner Stelle der Bibel lehrt, dass ein Bekehrter verloren gehen kann. Aber das Bekenntnis von Jüngern kann immer echt oder unecht sein. Die hier benannte Strafe, die letztlich ewige Verdammnis bedeutet, wird natürlich nur jemandem erteilt, der kein neues Leben aus Gott besitzt. Aber der Herr macht hier keinen Unterschied zwischen wahren und falschen Bekennern, weil Er die ganze Tragweite des Handelns des Menschen verdeutlichen möchte. Er will alle Bekenner in das Licht seiner Worte stellen.

Im Folgenden zeigt der Herr drei Ursachen, wodurch Kinder und Geringe zu Fall gebracht werden können:

  1. Die Welt bietet viele Ansatzpunkte, durch die ein Kind vom Glaubensweg abgebracht werden kann (Vers 7).
  2. Fehlendes Selbstgericht führt dazu, dass ich zum Anstoß für ein Kind werde (Verse 8.9).
  3. Dadurch, dass ich ein kleines Kind verachte - und Kinder spüren das geradezu instinktiv - kann ich es zu Fall bringen (Vers 10).