22.09.2018 Jesus Christus / Gott | Psalmen | Persönlicher Glaube

Mir fehlt nichts (Ps 23,1)

Der Psalm 23 von David, ist der wohl am meisten bekannte Psalm. Ob Kinder, Teenager, Erwachsene oder alt gewordene Menschen - alle kennen sie diesen Psalm, haben ihn vielleicht schon einmal auswendig gelernt oder im Laufe ihres Lebens gehört. Es geht in diesem Psalm um den großen Hirten Jesus Christus (Heb 13,20). David erzählt seine Erlebnisse mit diesem Hirten aus der Sicht eines Schafes. Wenn man den Psalm aufmerksam liest, gewinnt man sehr schnell den Eindruck, dass es sich um ein sehr glückliches und zufriedenes Schaf handeln muss.

David war ja selbst ein Hirte, der einen reichen Erfahrungsschatz im Umgang mit seinen Schafen und herannahenden Feinden gemacht hatte. Er hatte mit dem Bären und dem Löwen (1. Sam 17,36f) gekämpft und gesiegt, aber auch erlebt wie ihn sein Hirte bei herannahenden Feinden verteidigte.

Von daher glauben wir auch nicht, dass David diesen Psalm geschrieben und gebetet hat, als er in seinen späten Teenagerjahren an einem sonnigen Tag auf dem Rücken lag und seine Herde beobachtete. Sein Psalm spricht von Erfahrungen mit dem Hirten - und auf diese Erfahrungen konnte er in den späten Jahren seines Lebens zurückblicken. Da war die Verfolgung bis aufs Blut durch Saul oder die schlimmen Erfahrungen mit seinem eigenen Sohn, Absalom - in all diesen Situationen hatte er seinen Hirten erlebt. Der Hirte hatte sich in aller Treue um ihn gekümmert!

Mein Hirte
Wenn dieser Psalm auch von den allermeisten gekannt und von vielen geliebt wird, ist doch die Frage, ob ihn jeder auch persönlich für sich anwenden und in Anspruch nehmen kann?! David sagt aus tiefster Überzeugung: „Der HERR ist MEIN Hirte." Er spricht also nicht von irgendeinem Hirten oder gar DEM Hirten, sondern von SEINEM Hirten. Er kannte diesen Hirten aus den Erfahrungen seines Lebens.

Kannst Du auch sagen, dass der Herr DEIN Hirte ist? In Johannes 10,11 sagt der Herr Jesus, dass Er der gute Hirte ist, der Sein Leben für die Schafe lässt. Jesus Christus ist am Kreuz von Golgatha für die Menschen gestorben, die an Ihn glauben, mit ihrer Lebensschuld zu Ihm gekommen sind und jetzt von IHREM Hirten sprechen können. Hast Du auch eine persönliche Beziehung zu dem Hirten und kennt Er Dich als Sein Schaf mit Deinem Namen? Lässt Du Dich von Ihm führen oder gibst Du selbst die Richtung vor? Letztlich kommt es nur auf einen Buchstaben an, der über Deine und meine Lebensrealität entscheidet: Ist er „ein" Hirte oder „mein" Hirte?

„Ich bin der gute Hirte; und ich kenne die Meinen und bin gekannt von den Meinen." (Joh 10,14)


Wer ist eigentlich der Hirte?
Der HERR ist der Hirte. Er ist Jahwe, der Bundesgott Israels, der ICH BIN, DER ICH BIN. In Psalm 23 wird uns der Herr Jesus vorbildlich besonders als der weidende Herr vorgestellt, der sich um Seine Schafe kümmert und sie umsorgt.

Als Jakob 147 Jahre alt geworden war, konnte er mit Dankbarkeit auf sein Leben zurückblicken und seinen Sohn Joseph segnen: „Und er segnete Joseph und sprach: Der Gott, vor dessen Angesicht meine Väter, Abraham und Isaak, gewandelt sind, der Gott, der mich geweidet hat, seitdem ich bin bis auf diesen Tag, [...]" (1.Mose 48,15)

Jakob war sich im Klaren darüber, das Gott sich sein Leben lang um ihn gekümmert hatte. Er hatte ihn sanft geweidet, wie ein Hirte seine Schafe. Im Rückblick erkannte er, dass Gott ihn bei all seinen Ränken und eigenen Wegen nicht losgelassen hatte. Können wir auch erkennen, dass Gott uns geweidet hat, wenn wir auf unser kurzes oder vielleicht langes Leben zurückblicken? Gott lässt uns nicht los.

Der Hirte ist aber auch der Mann aus Psalm 22, wo wir den Herrn Jesus im Vorbild als den leidenden Herrn vorstellt finden - der gute Hirte, der sein Leben für die Schafe lässt. Er ist der, der alles für Dich und mich investiert hat - Er hat Sein Leben gegeben! (Gal 2,20)

Aber er ist auch der Mann aus Psalm 24, wo wir den kommenden Herrn oder den Erzhirten beschrieben finden, der jetzt schon in der Herrlichkeit thront. Er wird einmal alle Ehre bekommen!

Aus Hesekiel 34,11 lernen wir zudem, dass der Hirte immer da ist: „Siehe, ich bin da!" - Er ist allgegenwärtig. Es gibt keine Situation, wo er nicht alle Seine Schafe im Blick haben würde und helfend eingreifen könnte, wenn die Schafe in Not sind. Er ist da. Er ist aber nicht nur immer da, sondern Er weiß auch alles - der Hirte ist allwissend (Joh 21,17). Er weiß vollständig über Seine Schafe Bescheid. Der Hirte weiß, was Dich bewegt, was Dir zu schaffen macht, wenn Du gefallen bist und wo Du nicht weiterweißt. Er hat aber auch eine Lösung für Dein Problem.

Zudem ist der Hirte nicht nur immer da und allwissend, sondern Er kann auch alles. Der Hirte ist allmächtig! „Ich weiß, dass du alles vermagst und kein Vorhaben dir verwehrt werden kann." (Hiob 42,2) Was für ein Trost, dass der Hirte auch alle Macht besitzt Deine Situation zu verändern!

Den größten Trost darf es uns geben, dass der Hirte eine Beziehung zu Seinen Schafen haben möchte. Er liebt Dich und mich und deshalb hilft Er uns auch gerne! Der Herr Jesus hat Seine Liebe zu Dir und mir auf den Punkt gebracht, als Er am Kreuz Sein Leben gab.

Mir wird nicht mangeln
Wenn Du so einen Hirten hast, hast Du keinen Mangel - das ist Davids Fazit aus seinen Erfahrungen mit dem Hirten und er geht von vorneherein davon aus, dass ihm auch zukünftig nichts mangeln wird.

Wir leben in einer Gesellschaft, die voller Mangelerscheinungen ist und uns fortlaufend suggeriert, dass wir noch nicht genug haben, etwas brauchen und unsere Bedürfnisse nur durch ständigen Konsum zu stillen sind. Dabei werden gleichzeitig neue Bedürfnisse geweckt!

Wenn David sagt, dass ihm nichts mangeln wird, dann sagt er mit anderen Worten: „Mir fehlt nichts und mir wird auch nichts fehlen." „Mir wird nichts mangeln" bedeutet im Umkehrschluss auch - „Alles, was ich jetzt nicht habe, brauche ich auch nicht - und das, was ich brauche, wird der Hirte mir geben, wenn es gut für mich ist."

Junge Löwen darben und hungern, aber die den HERRN suchen, ermangeln keines Guten. (Psalm 34,11)


„Mir wird nichts mangeln" bedeutet aber nicht, dass der Hirte alle unsere menschlichen Bedürfnisse und Wünsche erfüllt, sondern, dass wir in Ihm genug haben dürfen, weil wir unseren großen Hirten kennen, der ein guter Gott ist.

„Mir wird nichts mangeln" hängt nicht von unserer Gesundheit, unserem finanziellen Vermögen, gesellschaftlichen Status und Karriereerfolg ab, sondern nur von dem Hirten. Obwohl es natürlich sein kann, dass Gott die natürlich guten Umstände nutzt, um unserem Mangel zu begegnen. Aber immer bleibt es der HERR, der den Mangelerscheinungen begegnet.

Können wir als Familien, aber auch jeder einzelne sagen, dass „uns nichts mangeln" wird? Oder wollen wir immer mehr? Das Eigenheim, weil unsere Freunde es sich auch leisten können? Das neue Auto, weil der gebrauchte Wagen nicht gut genug ist? Die neueste Mode, weil die gebrauchten Klamotten nicht mehr „in" sind? ... Haben wir eigentlich schon gelernt zufrieden und dankbar zu sein?

Paulus zeigt uns in 2. Korinther 12,9, was ihn der Herr Jesus trotz aller menschlichen Begrenzungen, Schwachheiten, Wünschen und Bedürfnissen gelehrt hatte:

„Meine Gnade genügt dir!"