08.06.2018 Persönlicher Glaube | Menschliches Zusammenleben

Gute Werke (3) (FMN)

Arten von guten Werken

Es ist schön zu sehen, wie viele unterschiedliche Arten konkreter guter Werke in diesen Beispielen genannt werden:

1.     Sich durch Gottesfurcht schmücken (1. Tim 2)

2.     Den Obrigkeiten gehorsam sein (Tit 3)

3.     Anderen Materielles geben (2. Kor 9)

4.     Kleider herstellen für andere (Apg 9)

5.     Aufseherdienst (1. Tim 3)

6.     Liebe üben (Heb 10)

7.     Anbetung und Hingabe (Mt 26,10)

 

Täter guter Werke

Bisher haben wir bei der Betrachtung der Belehrungen über die guten Werke kaum die konkret gemeinten Personengruppen behandelt. Wenn man diese verschiedenen Personen aber einmal nebeneinander stellt, so fällt auf, wie vielfältig der „Täterkreis" derer ist, die gute Werke getan haben oder tun sollen.

1.     Der Herr Jesus (Joh 10)

2.     Alle Erlösten (in dem meisten Stellen)

3.     Der Mensch Gottes (2. Tim 3,17)

4.     Die Jünger (Mt 5)

5.     Die Reichen (1. Tim 6)

6.     Die Aufseher (1. Tim 3)

7.     Die Diener (Tit 2)

8.     Die Frauen (1. Tim 2; Apg 9; Mt 26)

9.     Die Witwen (1. Tim 5)

 

Jedes gute (agathós) Werk

Es fällt auf, dass wir im Neuen Testament sieben Stellen finden, wo nicht einfach „gute Werke" genannt werden, sondern wo „jedes gute Werk" betont wird. Das sind die folgenden Vorkommen:

 

1.     Zu jedem guten Werk bereit sein (Tit 3,1)

„Erinnere sie daran, Obrigkeiten und Gewalten untertan zu sein, Gehorsam zu leisten, zu jedem guten Werk bereit zu sein" (Tit 3,1).

Zunächst geht es darum, zu jedem guten Werk bereit zu sein. Dazu ist Gehorsam nötig.

 

2.     Zu jedem guten Werk bereitet sein (2. Tim 2,21)

„Wenn nun jemand sich von diesen [Gefäßen zur Unehre] reinigt, so wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt, nützlich dem Hausherrn, zu jedem guten Werk bereitet" (2. Tim 2,21).

An zweiter Stelle spricht der Apostel davon, dass der Gläubige nicht nur bereit sein soll, sondern auch bereitet sein soll zu jedem guten Werk. Dazu ist es nötig, sich vom Bösen zu trennen.

 

3.     Zu jedem guten Werk völlig geschickt sein (2. Tim 3,17)

„Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt" (2. Tim 3,16.17).

Wer zu jedem guten Werk bereit ist und sich durch seinen Lebenswandel dazu auch bereitet hat, ist dann sogar völlig geschickt, wenn er seinen Lebenswandel auf der Grundlage des Wortes Gottes führt.

 

4.     In jedem guten Werk Frucht bringen (Kol 1,10)

„Um würdig des Herrn zu wandeln zu allem Wohlgefallen, in jedem guten Werk Frucht bringend und wachsend durch die Erkenntnis Gottes" (Kol 1,10).

Wer zu jedem guten Werk völlig geschickt ist, kann dann auch in jedem guten Werk Frucht für Gott hervorbringen.

 

5.     Zu jedem guten Werk überströmend sein (2. Kor 9,8)

„Gott aber vermag jede Gnade gegen euch überströmen zu lassen, damit ihr in allem, allezeit alle Genüge habend, überströmend seid zu jedem guten Werk, wie geschrieben steht: ‚Er hat ausgestreut, er hat den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit'" (2. Kor 9,8.9).

Wer zu jedem guten Werk völlig geschickt ist und jedes gute Werk für Gott hervorbringt, der wird sogar überfließen in diesen Werken und überströmend sein zu jedem guten Werk.

 

6.     Gottes Befestigung in jedem guten Werk und Wort (2. Thes 2,17)

„Er selbst aber, unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns ewigen Trost und gute Hoffnung gegeben hat durch die Gnade, tröste eure Herzen und befestige euch in jedem guten Werk und Wort" (2. Thes 2,16.17).

Gott sucht allerdings nicht nur ein einmaliges Überströmen in jedem guten Werk, sondern auch Ausharren darin. Dazu schenkt Er uns seine Kraft und befestigt uns in jedem guten Werk, auch in jedem guten Wort.

 

7.     Spezialfall der Witwe: jedem guten Werk nachgehen (1. Tim 5,10)

„Eine Witwe werde verzeichnet, wenn sie ... jedem guten Werk nachgegangen ist" (1. Tim 5,9.10).

Das siebte Vorkommen von „jedes gute Werk" ist zwar ein Spezialfall, weil es sich auf eine bestimmte Gruppe von Personen bezieht: die Witwen. Sicher können wir diesen Punkt dennoch verallgemeinern: Gott gibt alles, was für uns nötig ist, um jedes gute Werk zu tun. Nun erwartet Er aber auch von uns, dass wir jedem guten Werk mit Eifer und in Geduld nachgehen.

 

8.     Negativer Fall: zu jedem guten Werk unbewährt (Tit 1,16)

„Den Befleckten aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern befleckt ist sowohl ihre Gesinnung als auch ihr Gewissen. Sie geben vor, Gott zu kennen, aber in den Werken verleugnen sie ihn und sind abscheulich und ungehorsam und zu jedem guten Werk unbewährt" (Tit 1,15.16).

Als Ungläubiger und damit von Sünde Befleckter ist man nicht in der Lage, auch nur ein einziges Werk zu tun, das Gott gefällt. Das gilt prinzipiell leider auch für solche gläubige, die ein beflecktes, sündiges Leben führen. Wie traurig, wenn man zu keinem guten Werk fähig ist, weil man zu jedem Gott wohlgefälligen Werk unbewährt ist.

 

Gott hat diejenigen, die den Herrn Jesus als Retter angenommen haben, in eine neue, himmlische Stellung versetzt. Er hat Ihnen neues Leben gegeben. Gott, der Heilige Geist, ist auf diese Erde gekommen und wohnt in den Erlösten. Zudem sind sie verbunden mit Christus, dem verherrlichten Herrn im Himmel. Damit hat Gott alles getan, damit wir so leben, dass Er Freude daran haben kann. „Gute Werke", die in ihrem Wesen gut sind und die zudem zum Nutzen von anderen sind, zeigen sichtbar, dass wir Ihn ehren wollen. Daran sollten wir mehr denken, wenn wir morgens mit Gebet und mit dem Lesen des Wortes Gottes in den Tag starten.

 

Folge mir nach – Heft 6/2018