25.04.2018 Dienst

Bekehren - dienen - erwarten

Der frühere Zustand der Thessalonicher

Die Gläubigen aus Thessalonich waren vor ihrer Bekehrung Götzendiener. Sie hatten keinerlei Beziehung zu dem wahren Gott, für den sie geistlich tot waren (Eph 2,4). In diesem Zustand befanden sie sich so lange, bis sie das Evangelium der Gnade Gottes erreichte. Der Inhalt der guten Botschaft ist Jesus Christus und sein Werk am Kreuz von Golgatha. Gott gebietet den Menschen, „dass sie alle allenthalben Buße tun sollen" (Apg 17,30). Diesen Schritt des Gehorsams waren die Thessalonicher gegangen, sie hatten Buße getan und sich zu Gott bekehrt.

 

Der Mensch steht also unter der Verantwortung, sich zu bekehren und Buße zu tun. Daher ist es wichtig zu wissen, was Bekehrung ist und was für eine Absicht Gott mit der Bekehrung verbindet. Zur Bekehrung gehört auch die Buße: „So tut nun Buße und bekehrt euch, damit eure Sünden ausgetilgt werden" (Apg 3,19). Buße und Bekehrung gehören zusammen, so dass wir uns beide Begriffe anschauen wollen.

 

Buße

Das Wort „Buße" heißt wörtlich übersetzt „Sinnesänderung". Das macht deutlich, dass es sich um eine innere Angelegenheit handelt. Wer Buße tut, beurteilt sein Leben nicht mehr nach eignen Maßstäben, sondern anhand der Bibel, dem Maßstab Gottes. Dabei führt der Geist Gottes einen Menschen zur Umkehr. Sein Wirken hat zur Folge, dass der Mensch völlig anders über sich selbst denkt. Er wird ins Licht Gottes gestellt und erkennt, dass er ein Sünder ist und wegen seiner vielen Sünden den Zorn Gottes verdient hat. Das Ergebnis ist eine gottgemäße Betrübnis (2. Kor 7,10).

 

Der Mensch kann nicht von sich aus zu Gott kommen, wenn nicht Gott selbst an ihm wirkt. Zugleich gilt, dass der Mensch selbst verantwortlich ist, in Bekenntnis seiner Schuld zu Gott zu kommen. Er muss wollen, er muss bereit sein, Gottes Aufforderung Folge zu leisten. Buße zu tun ist also eine Handlung des Gehorsams gegenüber Gott (Apg 17,30).

 

Eine praktische Illustration zu diesem Thema bekommen wir in Lukas 15. Dort sehen wir einen Sohn, der von seinem Vater sein Erbteil forderte und es dann auch bekam. Es dauerte nicht lange, da hatte er sein Erbe vergeudet, so dass er sich bei einer anschließenden Hungersnot vom Schweinefutter ernährte. Später lesen wir, dass dieser Sohn zur Einsicht kam und zu seinem Vater bekennen wollte: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr würdig dein Sohn zu heißen; mache mich wie einen deiner Tagelöhner" (Lk 15,18).

 

Genau das war die Sinnesänderung des Sohnes und damit die Buße. Er dachte jetzt anders über sein Handeln und seinen Zustand: „Ich habe gesündigt" - „ich bin nicht mehr würdig". So gelangt ein Mensch durch die Buße dahin, sich als jemand zu erkennen, der sich in einem sündigen, verlorenen Zustand befindet und einen Retter braucht, der ihn daraus errettet.

 

Bekehrung

Das Wort „bekehren" meint „sich umdrehen, umwenden und in eine andere Richtung gehen".

Dabei handelt es sich sowohl um eine „innere als auch eine äußere" Umkehr. Es bedeutet, dass der Mensch von seinem eigenwilligen, gottentfremdeten Weg innerlich in seinem Herzen und als Folge davon auch äußerlich in seinem Leben zu Gott umkehrt. Er dreht sich sozusagen um und wendet sich zu Gott, dem Retter hin. Dies macht deutlich, dass es zwischen Buße und Bekehrung einen Unterschied gibt. Das Erste ist die Sinnesänderung, das Zweite eine bewusste Umkehr von einem falschen Weg hin zu Gott.

 

Der Gedanke der Umkehr ist in den Worten „wie ihr euch von den Götzenbildern zu Gott bekehrt habt" enthalten. Die Worte „von" und „zu" bedeuten, dass sich jemand von etwas abkehrt und zu jemandem hinwendet.

 

Keine Bekehrung ohne Bekenntnis

Doch die Bekehrung schließt neben der aktiven Umkehr noch eine weitere zweite wichtige Handlung mit ein: das Bekenntnis. Nur derjenige, der zu Gott kommt und seine Sündenschuld bekennt, bekommt die Vergebung seiner Sünden (1. Joh 1,9). So sehen wir, dass die Bekehrung eine Umkehr zu Gott und ein Bekenntnis vor Gott beinhaltet.

 

Diese beiden Handlungen lassen sich ebenso aus der Geschichte des verlorenen Sohnes entnehmen. „Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater" (Lk 15,20). Hier haben wir die aktive Umkehr des Sohnes. Als er bei seinem Vater angekommen war, lesen wir: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr würdig dein Sohn zu heißen" (Lk 15,21). Dies ist das Bekenntnis, das er vor seinem Vater ablegte. 

 

Bekehrung ist Stellungswechsel

Bekehrung bringt einen Stellungswechsel mit sich. Die Stellung von unbekehrten Menschen besteht darin, dass sie für den wahren und lebendigen Gott „tot" (Eph 2,1) sind und sich in dem Bereich der „Finsternis" (Kol 1,13) befinden. Doch nach ihrer Bekehrung sind sie „mit dem Christus lebendig gemacht und „in das Reich des Sohnes seiner Liebe versetzt". Der Gläubige hat sich „von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott" bekehrt (Apg 26,18). Von seiner Stellung her befindet sich der Erlöste in Christus und in einer Sphäre, in der die Liebe des Vaters wohnt.

 

 

Bekehrung - was für ein Ziel sie hat

Mit der Bekehrung ist nicht nur ein Stellungswechsel verbunden. Bei den Thessalonichern sehen wir, dass mit der Bekehrung auch ein Lebenswechsel verbunden war. Von ihnen heißt es: „ ... bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten" (1. Thes 1,9.10).

 

Sie hatten sich bekehrt, um dann anschließend „zu dienen", und „zu erwarten". Bei den jung bekehrten Thessalonichern war durch die Bekehrung sowohl eine dienende als auch eine erwartende Haltung in ausgewogener Weise entstanden.

 

Dienen

Die Thessalonicher dienten jetzt dem lebendigen und wahren Gott und spornen uns an, mit größerer Entschiedenheit und Hingabe zu dienen.

 

Das Wort „dienen", das in 1. Thessalonicher 1, 10 verwendet wird, bedeutet „als Sklave" dienen. Wir haben einen Herrn im Himmel, dessen Sklaven oder Diener wir sind, und Ihm dienen wir. Es ist der ewige Gott, der über uns verfügt und dem wir unser ganzes Leben zur Verfügung stellen, indem wir Ihm dienen (Röm 12,1.2).

 

Wir können viel von den jung bekehrten Thessalonichern lernen. Sie waren sich des Sklaven-Verhältnisses zu Gott bewusst und brachten es in ihrem Verhalten durch das Dienen zum Ausdruck. Gott zeigt uns in seinem Wort viele Diener - Männer und Frauen - die in ihrem Dienst Vorbilder für uns sind: Zum Beispiel die Prophetin Anna, die „Nacht und Tag mit Fasten und Flehen diente" (Lk 2,37); oder Epaphroditus, der „um des Werkes willen" dem Tod nahe gekommen war, während er die Gabe der Philipper dem Apostel Paulus übersandte (Phil 2,25-30); oder Philippus, der einen „öden" Weg ging, um einem Einzelnen das Evangelium zu verkündigen (Apg 8,26-40)... Einzigartig steht der vollkommene Diener vor uns - Jesus Christus. Er nahm in Niedrigkeit, in der Gestalt eines Knechtes, den Platz des Dienens ein (Phil 2,7). Als solcher diente Er Gott in vollkommener Abhängigkeit und in völliger Harmonie und Gemeinschaft mit Gott, seinem Vater. „Und er ging hin an einen öden Ort und betete dort" (Mk 1,35). Dies alles geschah in seiner freiwilligen Hingabe an seinen Gott und Vater.

 

Erwarten

Dienen und Erwarten stehen nebeneinander. Die Thessalonicher taten beides. Sie dienten Gott und erwarteten seinen Sohn aus den Himmeln. Das ist für uns eine wichtige Belehrung. Es kann vorkommen, dass wir dienen und das Kommen des Sohnes Gottes in den Hintergrund rückt. Das wäre sehr schade. Wir sollen beide Haltungen im Alltag zugleich, in ausgewogenem Maß, festhalten und verwirklichen.

 

Die innere Haltung des Erwartens

Leider ist bei uns die innere Erwartungshaltung schwankend. So ist es möglich, dass es Tage gibt, an denen wir das Kommen des Herrn aus den Augen verlieren. Bei den Thessalonichern scheint dies in der ersten Zeit anders gewesen zu sein. Wir lesen im ersten Brief nicht, dass sie eine Aufforderung des Erwartens nötig gehabt hätten. Es war ihre natürliche, innere, beständige Haltung. Darin sind sie ein Vorbild für uns.

 

In Philipper 3,20 lesen wir, dass auch Paulus und andere Gläubige den Herrn Jesus erwarteten: „Denn unser Bürgertum ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Heiland erwarten." Der Ausdruck, den Paulus hier für „erwarten" benutzt, bedeutet, dass wir eine Person ungeduldig und standhaft erwarten. Das heißt, dass wir es kaum erwarten können, dass der Herr Jesus uns von der durch die Sünde sittlich und moralisch beschmutzten Erde endlich entrückt. In diesem Zustand lassen wir uns auch nicht von der Erwartungshaltung abbringen. Es ist das lebendige Erwarten seiner Person. Wenn wir diese innere Haltung besitzen, verlangen wir „Ihn zu sehen, wie Er ist" (1. Joh 3,2).

 

Auch als junger Mensch ist es wichtig, auf den Herrn Jesus zu warten. Menschlich gesprochen steht das Leben noch vor dir. Aber nur in dieser Erwartungshaltung wirst du die Dinge des Lebens richtig bewerten die dich täglich beanspruchen. Der Herr Jesus hat zugesagt, dass Er bald kommt. Auf Ihn wollen wir warten - und Er soll unser Leben mehr bestimmen.