20.02.2018 Dienst | Menschliches Zusammenleben

Barnabas - Diener und Mutmacher

„Er zog aber aus nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen; und als er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochien. Es geschah ihnen aber, dass sie auch ein ganzes Jahr in der Versammlung zusammenkamen und eine zahlreiche Menge lehrten und dass die Jünger zuerst in Antiochien Christen genannt wurden." (Apg. 11,25.26)

 

Das von Gott in Antiochien begonnene Werk geht weiter - das Evangelium war verkündigt worden, sodass sich viele Menschen bekehrt hatten und „dem Herrn hinzugetan" wurden. Barnabas hatte als echter Hirte und Seelsorger die jungen Gläubigen in Antiochien ermahnt mit ganzem Herzen bei dem Herrn zu bleiben. Um aber das Wachstum unter den Christen in Antiochien weiter zu fördern, war eine kontinuierliche Belehrung durch das Wort Gottes notwendig.

 

Barnabas bringt Saulus nach Antiochien

In dem Bewusstsein, dass die jungen Gläubigen in Antiochien weitere Belehrung brauchten, muss Barnabas unweigerlich an Saulus denken, den er schon aus früheren Begegnungen gut kannte. Nach seiner beeindruckenden Bekehrung und den ersten Erlebnissen in Jerusalem schickten ihn die dortigen Brüder nach Tarsus zurück, wo er aufgewachsen war.

 

Saulus hatte einige Jahre geduldig in Tarsus verbracht, bis jetzt Barnabas zu ihm kam, um ihn nach Antiochien zu bringen. Es wird eine Zeit der geistlichen Zubereitung in der Schule Gottes gewesen sein, aber jetzt stand er bereit (vgl. Mose hinter der Wüste - 2. Mo 2,15ff). Schließlich wollte Gott gerade ihn zu den Nationen schicken, um dort ein großes Werk zu tun (Apg 9,15).

 

Sind wir bereit zu warten, bis der Herr Jesus einen klaren, unmissverständlichen Auftrag gibt? Nutzen wir die Zeit in der Schule Gottes, ohne aus der Schule Gottes wegzulaufen und eigenwillig einen Dienst zu beginnen.

 

Es ist vorbildlich zu sehen wie Barnabas als Älterer den jüngeren Saulus mitnimmt, um ihn in den Dienst in Antiochien einzuführen. Eine segensreiche Zweierschaft im Dienst entsteht und Barnabas nimmt wirkliche Mühe auf sich, um Saulus nach Antiochien zu bringen.

 

Demut und Selbstverleugnung

Ohne Zweifel wusste Barnabas um die offensichtliche Begabung von Saulus als Lehrer, um die Gläubigen in verständlicher Weise in der Wahrheit der Bibel zu unterweisen. Er wusste auch zutiefst, dass gerade in der jungen Versammlung in Antiochien ein begabter Lehrer gebraucht wurde, um die jungen Gläubigen weiter zu fördern.  Sich selbst hielt er nicht für einen geeigneten Diener, um diese Aufgabe auszuführen - er kannte und akzeptierte seinen eigenen Wirkungskreis sehr genau und war nicht neidisch auf den jüngeren Saulus (2. Kor 10,13ff). Wirklich keine Spur von Eifersucht im Dienst ist bei ihm zu erkennen. Wie schön!

 

Können wir auch so neidlos akzeptieren, wenn der Herr Jesus einen anderen Bruder oder eine andere Schwester in seinem Werk gebraucht? Oder meinen wir vielleicht manchmal für jede Aufgabe geeignet und berufen zu sein? An Seinem Leib gibt es keine „Allrounder", jedes Glied ist besonders begabt und wird gebraucht (1. Kor 12, 20.21).

 

Gemeinsamer Dienst

Der gemeinsame Dienst und die Einführung in eine neue Aufgabe, die hier Saulus durch Barnabas erlebt, setzt sich später in seinem eigenen Leben fort. Paulus ist es, der Timotheus nach einigen Jahren „sein echtes Kind im Glauben" (1. Tim 1,2) nennt - den er fördert, ermutigt, auf seinen Reisen mitnimmt und ihm auch Aufgaben überträgt.

 

Nehmen auch heute noch ältere Diener im Werk des Herrn, solche die jünger sind, an die Hand, um sie im Dienst zu fördern und ihnen zu helfen? Sind wir im Dienst für den Herrn bereit eine Aufgabe loszulassen und sie in andere Hände übergehen zu lassen? Auch, wenn wir schon älter geworden sind?

 

Sind die jüngeren Gläubigen bereit, sich von erfahreneren Brüdern und Schwestern anleiten zu lassen? Sind wir bereit Dienstbegleiter zu sein, um zu lernen und zu wachsen?

 

Christen

Ein ganzes Jahr lang haben Barnabas und Saulus die Geschwister aus Antiochien in den Zusammenkünften der örtlichen Versammlung belehrt. Mit dieser Aufgabe war eine enorme Ausdauer und Kontinuität verbunden - sie blieben ein Jahr am selben Ort. Sind wir auch bereit eine geraume Zeit und Energie in eine Aufgabe zu investieren?

 

Das Ergebnis war, dass die Jünger in Antiochien zuerst „Christen" genannt wurden. Es war wohl zunächst vielmehr ein Spitzname als ein Ehrentitel, aber es zeigt doch etwas davon, was die Folgen der gründlichen und herzerreichenden Belehrungen der beiden Brüder waren: Christus wurde in den Jüngern wahrgenommen! Er wurde durch diesen Dienst großgemacht. Barnabas und Saulus banden die Geschwister nicht an sich selbst, sondern an den Herrn Jesus (vgl. 1. Kor. 1,12.13; Kol 1,28). Die Menschen sahen die Christusähnlichkeit im tagtäglichen Leben der Gläubigen aus Antiochien: Bei der Arbeit, in den Familien, in Leid und Trauer, usw. Werden wir auch als Christen erkannt, weil wir wie Christus leben?

 

Wenn Gott im Dienst verherrlicht wird, ist das Ziel jedes Dienstes erreicht.

 

„damit in allem Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit ist und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen" (1. Pet 4,11).