29.11.2018 Menschliches Zusammenleben | Persönlicher Glaube

Der Kompromiss

Der amerikanische Schriftsteller James Russell Lowell (1819-1891) hat einmal gesagt: „Der Kompromiss ist ein guter Regenschirm, aber ein schlechtes Dach." Ich verstehe seine Aussage so: Der Kompromiss mag über eine gewisse kurze Zeit Vorteile mit sich bringen. Aber in Wirklichkeit hält er nicht lange und ist damit auch nicht zielführend. Er ist eben kein festes Dach, unter dem man sich aufhalten kann, sondern nur vorübergehend bei Regen brauchbar. Er hält nicht, wenn es darauf ankommt.

 

So mag in geistlichen Dingen der Kompromiss verheißungsvoll aussehen. Er hält doch Regen ab. Wenn man aber genauer hinsieht, wird man feststellen, dass er auf Dauer unbrauchbar ist.

 

Das wissen wir letztlich alle. Und doch gehen wir so oft Kompromisse ein. Hinken, wie das Volk Israel in Zeiten des bösen Königs Ahab, auf beiden Seiten. Mal Gott ehren und Ihm Gottesdienst bringen, zu anderen Zeiten den Götzen opfern und uns selbst leben. Josua schon stellte dem Volk vor: „So erwählt euch heute, wem ihr dienen wollte, ob den Göttern, denen eure Väter gedient haben, die jenseits des Stromes wohnten, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt" (Jos 24,15). Das war das Hinken auf der einen Seite. Es war ja letztlich egal, welchen Göttern sie dienen wollten - es waren immer die falschen! Josua hält entgegen: „Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen" (Jos 24,15). Beides kann man nicht. Es passt nicht zusammen.

 

Der Apostel Paulus stellt uns vor: „Seid nicht in einem ungleichen Joch mit Ungläubigen. Denn welche Genossenschaft haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis? ... Oder welches Teil ein Gläubiger mit einem Ungläubigen?" (2. Kor 6,14-16). Wie leicht gehen wir hier Kompromisse ein! Ich will ja nicht zu weit gehen, aber ein bisschen Gemeinschaft hilft doch den Ungläubigen, damit sie zum Glauben kommen. Nein, gerade dieses Bisschen führt die Ungläubigen in die Irre und mich auf einen verkehrten Weg. Natürlich sollen wir bereit sein, Ungläubigen die gute Botschaft weiterzugeben. Und das heißt überhaupt nicht, dass wir ihnen nur einen Kalender am Jahresende weitergeben. Dann würden sie die Botschaft oft kaum annehmen. Aber wie leicht machen wir gemeinsame Sache mit ihnen, zum Beispiel in Vereinen, in Gaststätten usw., statt wie der Apostel Paulus konsequent mit dem Dienst für den Herrn und in Hingabe Ihm, den Seinen und den Menschen zu dienen.

 

Wir spüren leicht, wenn wir ehrlich sind und das Wort Gottes zur Hand nehmen, wann wir Kompromisse eingehen und wann nicht. Zunächst erscheint es oft einfacher, die Kompromisse zu wählen. Auf längere Sicht ist es viel anstrengender und kostet und für unser Glaubensleben viel mehr. Daher wollen wir uns motivieren, in Liebe und Wahrheit, aber auch in Konsequenz dem Herrn zu dienen. Er ist es wert!