22.02.2018 Persönlicher Glaube | Menschliches Zusammenleben

Besser Schaden verhüten

Der bekannte Dichter, Theologe und Pädagoge Johann Peter Hebel (1760-1826) schrieb einmal: „Es ist leichter, den Schaden zu verhüten als wieder gut zu machen."

 

Das ist ein Hinweis, den wir auch im Leben als Gläubige überdenken sollten. Wenn es um unsere Gesundheit geht: Oft lassen wir alles laufen, bis ein schwerer Gesundheitsschaden entstanden ist. Und dann merken wir: Es ist viel aufwendiger, das Problem wiedergutzumachen als es vorher zu verhindern. Siehe Rauchen. Ähnlich ist es auch bei dem Burn-out. Nicht selten gibt es Anzeichen im Vorhinein, die man aber nicht ernst genug nimmt. Wenn dann aber der Fall eintritt, ist man in der Regel für den Rest seines Lebens „gezeichnet". Nicht, dass es nicht ein Aufleben usw. gibt. Aber hätte man vorher die Anzeichen wahrgenommen und reagiert (und zurückgeschraubt), hätte manche spätere Herausforderung vermieden werden können. Trotz allem gilt: Wir sind in Gottes Hand, und in ihr sind wir wohl geborgen!

 

Dennoch wollen wir nicht bewusst ungesund leben. Auch wenn der Satz des Apostels Paulus eine konkrete Sünde im Blick hat, gilt er auch dafür, dass wir uns beispielsweise nicht bewusst in Gefahr begeben oder bewusst ungesund leben dürfen: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euer selbst seid?" (1. Kor 6,19).

 

Die Ermahnung, Schaden zu verhüten, gilt aber noch viel mehr im geistlichen Bereich. Nehmen wir zunächst uns selbst. Wie schwer ist der Weg der Wiederherstellung, wie wir bei Petrus nach der Verleugnung des Herrn sehen und besonders bei dem Bruder, der nach 1. Korinther 5 in schlimme Hurerei hineinkam. Hätte er sich vorher bewahren lassen, wäre ihm diese längere Zeit der Umkehr und Wiederherstellung erspart geblieben. Vorher in der Kraft des Herrn „nein" zu sagen fällt nicht leicht. Aber es bewahrt vor dem Weg der Erziehung, den der Herr uns gegenüber gehen muss - aus Liebe, aber mit Schmerzen bei uns verbunden. Immer wieder bekommen wir hier „Anschauungsmaterial". Wie schwer fällt es uns, dann mit ganzem Herzen und konsequent umzukehren. Gott sei Dank - diesen Weg gibt es immer und er wird immer bestehen bleiben. Aber er dauert unserer Herzen wegen oft lange.

 

Gleiches gilt im Blick auf die gemeinsame Verantwortung, die wir gerade als solche haben, die einen Ältestendienst tun. Wie oft haben wir uns sagen müssen: Hätten wir dies oder jenes vorher angesprochen, vielleicht hätten wir jemand vor seinem falschen Weg bewahren können. Nun ist er gefallen oder sogar in einen sündigen Zustand gekommen. Und leider führt das dann dazu, dass wir - wenn jemand nach 1. Korinther 5,13 aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausgeschlossen werden muss, zunächst einmal gar nichts mehr tun können. Oder es führt dazu, dass die Begleitung nach einem Fall viel, viel aufwändiger ist und länger dauert.

 

Wollen wir uns vorher vornehmen: Besser Schaden verhüten? Es ist zu unserem eigenen Segen und zu dem von anderen.