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Der heutige Podcast soll um die Botschaft des Stoffes gehen.
Ich überschreibe das mal mit dem Titel zwischen Zeitgeist und christlichem Zeugnis.
Ich habe vor einiger Zeit einen für mich jedenfalls sehr interessanten und aufschlussreichen
Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gelesen.
Er trug den Titel, wenn die Mode die Welt erklärt.
Nach meinem Verständnis legt dieser Beitrag offen, worin der aktuelle Zeitgeist besteht
und wie er transportiert wird und in welchem Maß, das ist jetzt eine Schlussfolgerung,
wir als Christen aufpassen müssen, dass wir nicht Mechanismen, auch das Wort geben, dass
wir uns denen aussetzen, die letztlich Zeitgeist sind.
Es ist ja nicht so ganz einfach bei einem solchen Thema wirklich ausgewogen zu bleiben
und auf der einen Seite den Zeitgeist zu erkennen, auf der anderen Seite auch Möglichkeiten,
die wir als Christen haben, im Blick auf den Zeitgeist richtig zu agieren, diese Möglichkeiten
eben nicht einfach zu verneinen.
Worum ging es?
Im Jahr 2025, so hieß es in dem Artikel, ist deutlich geworden, dass Mode zur Sprache
geworden ist.
Beispielhaft wurde auf Luisa Neubauer verwiesen, die im Januar des letzten Jahres beim Berliner
Presseball ein Kleid trug.
Das hatte, man kann das wohl nicht anders so sagen, als eine anzügliche Aufschrift
Hot, Hotter, Dead.
Dieser dritte Begriff war natürlich dann überraschend und das war ihre politische Botschaft, ganz
sicher bewusst gewählt, um Aufmerksamkeit zu erreichen.
Wie auch später sie einen Slogan wählte für ein Kleidungsstück, um gegen Donald,
Alan, Alice und Friedrich, eben gegen politische Entwicklungen in den USA und den Erfolg einer
deutschen Partei zu opponieren.
Auch die ehemalige Chefin der grünen Jugend inszenierte sich via Instagram in einem Pullover
mit der Aufschrift ACAB, all Cops are Bastards.
Diese Instrumentalisierung des Stoffes ist zu einer neuen Form der Kommunikation über
das Kleidungsstück geworden.
Der Artikel beschreibt, dass das auch viele junge Erwachsene tun, indem sie ihre T-Shirts,
Sweatshirts mit Plakativen, manchmal politischen, manchmal Umweltthemen und was weiß ich Aufschriften,
wie Slow Sunday Coffee Club oder Slow Sunday Driving Society oder Sunday Running Club,
eben ihre Botschaften unter das Volk zu bringen.
Eigentlich mutet es ja fast paradox an, dass in einer Zeit, in der die Medien, die sozialen
Medien omnipräsent sind, ausgerechnet dieser Stoff, das Medium Stoff wieder Botschaftsträger
geworden ist.
Das ist letztlich eine Tradition.
Wenn man sich da ein bisschen mit beschäftigt, wird man feststellen, dass schon 1984, das
jedenfalls bekannt war, eine Aktivistin ging da gegenüber der britischen Premierministerin
Margaret Thatcher mit einem T-Shirt-Slogan vor, um ihrer, wie sie angab, glaube ich,
vermeintlichen Sprachlosigkeit Ausdruck zu verleihen.
Heute ist das ja gang und gäbe.
Natalie Portman mit Times Up als Botschaft der MeToo-Bewegung oder andere Kleider, die
eine Forderung tragen, texten, tax the rich bei bestimmten Gala-Veranstaltungen, die zeigen,
eben in welche Richtung das alles geht.
Und jetzt gibt es das natürlich auch im christlichen Umfeld.
Textilien werden mit Slogans wie "Jesus" oder "Du musst dich bekehren" eingesetzt.
Und jetzt stellt sich für uns die Frage, ist das Zeitgeist, ist das Kopie der Methoden
der Welt, in dem wir Stoffe für unsere Zwecke sozusagen zweckentfremden, oder ist das angemessen,
ist das zielführend, ist das sogar schlau, geistlich schlau, geistlich sinnvoll, einsichtig,
mit solchen Methoden Menschen abzuholen, da wo sie heute zu Hause sind.
Es ist interessant, dass wir in der Hinsicht, glaube ich, gegenläufige Trends erleben.
In den letzten Jahren wurde es ja unter den ernsthaften Christen oft belächelt, manchmal
sogar gar kritisiert, wenn Schwestern durch das Tragen von Röcken, Kleidern oder langes
ungeschnittenes Haar ein biblisches Zeugnis ablegen oder auch ablegen wollten.
Manche sagen, ich will doch nicht durch Äußeres angesprochen werden.
Und dieser Trend scheint sich im Blick auf jetzt direkte Botschaften umzukehren.
Interessant, denn diese Texte auf Kleidern sind in der Welt, aber auch unter Christen total
in.
Sie werden sogar begeistert empfohlen, dass man auf diese Art und Weise die christliche
Botschaft unter das Volk bringen kann, dass man so evangelisieren kann.
Jetzt ist die Frage, der wir uns ja stellen müssen, was macht das eine so attraktiv und
warum lehnen manche das andere irgendwie zugleich ab?
Eine interessante Frage, auf die es vielleicht auch gar keine direkte Antwort gibt.
Die Schrift lädt uns ja, wenn es jetzt um dieses Thema geht, Kleid und Rock, die Unterscheidbarkeit
der Geschlechter.
Und Kleidung oder Haarpracht sind dafür ja ein letztlich wunderbares, wortloses Mittel,
das in vielfacher Hinsicht zu interessanten und vor allem ernsthaften Gesprächen geführt
hat und sicher auch heute noch führt.
Trotzdem lehnen ja einige das ab heute, um nicht darauf reduziert zu werden.
Rock, langes Haar, und das ist ja auch verständlich, denn ein christliches Zusammenkommen oder
als Christen sind wir ja nicht eine, oder Frauen, Schwestern, gläubige Frauen, nicht
eine "Rock-Lange-Haar-Sekte" oder Gruppierung.
Aber interessanterweise ist eben, dass man paradoxerweise dann auf der anderen Seite zu
Stoffen greift, in der Hoffnung dadurch irgendwie die Botschaft, die man hat, besser vermitteln
zu können.
Nun, wie so oft, man muss unterscheiden.
Kleidung mit Aufschrift ist sicherlich ein mögliches, wenn vielleicht auch nicht das
beste Mittel zum Evangelisieren.
Ein T-Shirt mit evangelistischer Botschaft zum Beispiel als Arbeitskleidung, wenn eine
Gruppe von jungen Christen oder auch älteren Christen einen evangelistischen Einsatz hat,
die den Außenstehenden klar vermitteln, wer jetzt verantwortlich ist, wer zu dieser
verantwortlichen Gruppe der Evangelisten gehört, und damit ist für alle klar, worum es geht,
auch inhaltlich, sodass da kein Missverständnis aufkommen kann.
Andererseits denken wir an die Thessalonicher, ihr Glaube hat sich gewiss nicht durch Plakate
oder Kleidung verbreitet, sondern durch ihre Worte und ihr Verhalten.
Und ist das Tragen von äußeren Symbolen, von Aufschriften, abgesehen von dem, was die
Gottesworte jetzt sowieso klar sagt, nehmen wir mal das lange ungeschnittene Haar, ist
das nicht irgendwie einem Trend geschuldet, der, ich nenne das mal jüdischer Natur ist,
die Rückkehr zu sichtbaren Dingen, wie das im Judentum mit Priesterkleidung, Tempel und
äußeren Dingen war, sozusagen das alte Testament, das jetzt wieder Mode bekommt, wir haben das
alte Testament, aber eben leben in einer neutestamentlichen Zeit.
Aber wieder eine andere Seite ist, was machen wir in einer Zeit, in der sich viele kaum
noch ansprechen lassen, zu keiner Evangelisation kommen, keine Flyer annehmen, die sich nicht
in ein Gespräch, auf ein Gespräch einlassen, kann man da solch ein Mittel wählen, entspricht
das in einem konkreten Umfeld womöglich eben nicht dem Zeitgeist, sondern dem, wie Paulus
das in Römer 12 Vers 2 formuliert: "dem guten und wohlgefälligen und vollkommenen Willen
Gottes"?
Kann man in dem Sinne vielleicht auch das Mittel benutzen, eben Aufdrücke zu verwenden?
Nun, die meisten Trends heute sind Zeitgeist und sind weltlich, sie kommen und sie gehen.
Da müssen wir uns als Christen fragen, sind wir auch solche, die kommen und gehen?
Oder nutzen wir kurzfristig die Möglichkeiten, die es gibt, sagen wir auch über die sozialen
Medien wie Facebook, wie Instagram, wie YouTube, wir müssen uns fragen, ob wir einfach nur
einem Trend folgen oder ob wir, sagen wir auch Botschaften per Kurzvideos, Podcasts
verbreiten und damit eine Möglichkeit nutzen, die es eben einfach vor 20, 50, 100 Jahren
nicht gegeben hat, weil eben keiner mehr liest, weil eben keiner mehr ein Gespräch einfach
akzeptiert.
Das geänderte Konsumverhalten ist zwar an sich keine besonders gute Entwicklung, aber
wir wollen ja, wie Paulus das in 1. Korinther 9 sagt, den Juden ein Jude sein, ohne uns
unter Gesetz zu stellen, den Nationen wie jemand aus den Nationen und so weiter.
Dabei dürfen wir natürlich nicht übersehen, dass das, was wir in der Gesellschaft auch
bei dem Stoff erleben, häufig und oft vor allem eine Selbstinszenierung und eine Statementkultur
ist.
Vielleicht oder sogar manchmal sehr oft bei uns auch, wenn wir selbst uns, junge Leute,
sich über Instagram, Reel, TikTok, Snapchat, Pinterest und andere soziale Medien und Möglichkeiten
äußern und was wir vielleicht auch mit unseren Kleidern tun.
Wichtig ist, dass wir wieder lernen oder wieder zurückkehren, dem Wort Gottes zu vertrauen,
der Kraft des Wortes Gottes zu vertrauen, dem Geist Gottes die Kraft zuzubilligen, dieses
Bewusstsein zu haben, dass er dem Wort Gottes, dem gepredigten Wort Gottes diese Kraft gibt,
auch in der heutigen Zeit.
Predige das Wort Gottes, predige das Wort.
2.
Timotheus 4 Vers 2
Wir neigen vermutlich alle dazu, es in von der Welt anerkannten Verpackungen zu verstecken,
Gottes in seiner ursprünglichen Kraft zu vertrauen, die das Wort eben durch Gott, durch den Heiligen
Geist besitzt.
Wozu ruft uns Gottes Wort auf?
In Philipper 2 Verse 14 und 15 mahnt uns ja der Apostel: "... untadelig und lauter zu sein
als unbescholtene Kinder Gottes inmitten eines verdrehten Geschlechts".
Wir sollen als Lichter in der Welt erscheinen, nein nicht erscheinen, scheinen.
Das muss nicht im Widerspruch stehen zu bedruckten Pullovern.
Vor allem ist wichtig, dass unser ganzes Leben als Darstellung gesehen wird, damit gezeigt
wird, was wahres christliches Leben ist.
Ein Leben in Übereinstimmung mit der Schrift ist die eigentliche Botschaft, die wir in
unserem Leben transportieren sollen, die auf Christus und die Notwendigkeit der Bekehrung
hinweist.
Wenn wir das dann auch unter Wahrung der Unterscheidung zwischen Mann und Frau in unserem gesamten
Handeln, im Aussehen, im Denken, im Handeln, verkörpern, dann ergeben sich bestimmt nützliche
Kontaktmöglichkeiten.
Nochmal die Erinnerung, "predige das Wort", wir sollen mit unserem Mund Zeugnis ablegen
und für die Wahrheit aufstehen, gerade wenn der Herr gelästert wird.
Das ist ja oft nachdrücklicher und auch nachhaltiger als eine Parole oder ein Satz.
Übrigens wechseln sich ja bei uns oft christliche Botschaften mit solchen ab, auf unseren Sweatshirts,
auf unseren Pullovern, auf unserer Kleidung, die man sich vor dem Kauf des Kleidungsstücks
besser nochmal etwas genauer angeschaut hätte, denn sie stehen ja geradezu im Gegensatz
zu dem, was wir dann an anderen Tagen als christliche Botschaft transportieren wollen.
Ein schwieriges Thema, ein herausforderndes Thema, aber ein Thema, mit dem man sich persönlich
einmal auseinandersetzen sollte.
Deshalb auch dieser Podcast, der eben gerade dieses Thema einmal ins Bewusstsein rücken
soll.
Quelle: bibelpraxis.de/a9824.html
Letzte Änderung: 25.01.2026 07:23
Sa, 24. Januar 2026
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