Gottes Wort ist wie ein Spiegel: Es zeigt uns genau so, wie wir sind – nicht so, wie wir gerne glauben wollen, dass wir sind. Gottes Wort ist mehr als ein buchstäblicher Spiegel, denn es reflektiert nicht nur unser Äußeres, sondern dringt auch in unser Herz ein, um unser Inneres zu offenbaren.
Nachdem wir in einen Spiegel geschaut haben, vergessen wir normalerweise nicht, wie wir aussehen. Aber wir haben eine sehr bequeme Gedächtnislücke, nachdem Gottes Wort uns entlarvt hat, wie wir wirklich sind. Anstatt uns die Ernsthaftigkeit unserer Lage zu Herzen zu nehmen, beschönigen wir sie oft schnell und leichtfertig mit unehrlichen Rechtfertigungen und denken vielleicht, dass Gottes Wort eher zu jemand anderem als zu uns selbst spricht. Es ist gut, sich mit unserem Herzen der Botschaft des Wortes Gottes zu unterwerfen, mit dem aufrichtigen Wunsch, gehorsam zu sein – nicht nur als Hörer, sondern auch als Täter des Wortes.
Ein Ungläubiger entdeckt bald, dass er aus eigener Kraft kein Täter des Wortes sein kann. Zuerst muss er durch die Kraft des Geistes Gottes wiedergeboren werden, und in Gottes Wort findet er den Weg zur Erlösung durch das Opfer des Herrn Jesus am Kreuz von Golgatha. Nachdem er Ihn in einfachem Glauben angenommen hat, erkennt der Gläubige nun, dass Gottes Wort eine wunderbare Quelle der Freude und der Kraft ist – genau die Kraft, die man braucht, um ein Täter des Wortes zu sein.
Dann gehorcht man nicht mehr nur aus Pflichtgefühl, sondern empfindet eine tiefe, reine Freude in der persönlichen Erkenntnis des Herrn Jesus. Die gesetzliche Knechtschaft wird ersetzt durch freudigen Gehorsam gegenüber dem kostbaren Wort Gottes: „Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust; und dein Gesetz ist im Innern meines Herzens“ (Ps. 40,8). Habe ich Freude daran, seinen Willen zu tun?
Quelle: bibelpraxis.de/a9805.html