Israel feiert - Die Feste des HERRN (3): der Sabbat (2)

Lesezeit: 3 Min.

Der Christ und der Sabbat

Das Thema „Sabbat“ durchzieht die ganze Bibel. Es kommt über 170-mal vor, im Alten und Neuen Testament. Es wirkt „zentral“ und scheint kein „Randgedanke“ in Gottes Heilsplan zu sein. Das führt zu der Frage, ob wir Christen den Sabbat halten müssen? Die Antwort ist eindeutig: Nein! Dazu gibt es gleich mehrere Gründe:

  1. Als Christen stehen wir nicht unter Gesetz (Röm 6,14).
  2. Auch wenn der Sabbat vor dem Gesetz eingeführt wurde, bedeutet das nicht, dass wir ihn halten müssten.
  3. Denn: Der Sabbat ist ein „Schatten“ zukünftiger Dinge (Kol 2,16.17). Er hat eine zukünftige Bedeutung: Die Ruhe Gottes im Tausendjährigen Reich. Dagegen ist für uns der „Körper“ von Bedeutung. Das ist Christus (Kol 2,17)!

Der Tag des Herrn und der Sabbat

Für den Juden war der Sabbat ein besonderer Tag (Samstag). Als Christen kennen wir den Tag des Herrn (Sonntag; vgl. Off 1,10). Es ist der erste Tag der neuen Woche (Mt 28,1). Es ist sein Auferstehungstag (Mk 16,9). Von den ersten Christen lernen wir, dass sie diesen Tag über alle anderen stellten und ihn als besonderen Tag kannten, um Brot zu brechen (Apg 20,7). Auch Gelder zur Unterstützung der Gläubigen wurden an diesem Tag gegeben (1. Kor 16,2).

Unter Kaiser Konstantin wurde der Sonntag als offizieller christlicher Ruhetag eingeführt (321 n. Chr.). Der Sonntag ist für den Christen jedoch kein Tag des Ausruhens wie der Sabbat. In diesem Sinn kennt die Bibel auch keinen christlichen Sabbat. Der Sonntag sollte für jedes Kind Gottes ein Tag der Tätigkeit für unseren Herrn sein. Dazu dienen insbesondere die Zusammenkünfte zu seinem Namen.

Exkurs – Die Ruhe des Christen

  • Die Ruhe des Gewissens

Im vorherigen Artikel haben wir bereits bemerkt, dass das Kommen des Herrn Jesus zur Entrückung das Eingangstor in die ewige Ruhe im Haus des Vaters für uns ist. Diese Ruhe ist noch zukünftig. Allerdings verheißt der Herr Jesus uns heute schon Ruhe, die wir jetzt schon genießen dürfen: Die Ruhe des Gewissens. Davon lesen wir in Matthäus 11. Dort sagt Er: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben“ (Mt 11,28).

  • Die Ruhe der Seele

Das ist noch nicht alles. Neben der Ruhe des Gewissens verheißt der Herr Jesus die Ruhe der Seele! Davon lesen wir ebenfalls im Matthäusevangelium: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Mt 11,29; vgl. auch Phil 4,4-7).

Die Ruhe des Gewissen schenkte Er uns, als wir uns bekehrten. Die Ruhe der Seele finden wir, wenn wir Ihm in Treue nachfolgen. Sie ist an eine Bedingung geknüpft. Dazu nehmen wir sein Joch auf und lernen von Ihm.

  • Die Hoffnung der Ruhe in Ewigkeit

Halten wir fest: Der vollständige Eingang in die Ruhe Gottes in Ewigkeit „bleibt noch übrig“ (Heb 4,6.9; 1. Thess 4,17b). Allerdings freuen wir uns heute schon über die Ruhe des Gewissens „durch Jesus“ und genießen die Ruhe der Seele „in Jesus“. Aber wir warten voller Hoffnung auf die Ruhe „bei Jesus“ (Haus des Vaters). Der Apostel bezeichnet sie als die glückselige Hoffnung, auf die wir warten (Tit 2,13).

Beitrag teilen

Artikelreihe: Feste des Herrn

Verwandte Artikel

Was bedeutet Pfingsten heute noch für Christen? Michael Hardt In diesem Video schauen wir uns an, ob Pfingsten einfach nur ein religiöser Feiertag ist – oder ob es eine tiefere, aktuelle Bedeutung hat. Müssen Christen heute noch in Sprachen reden, wie damals in Apostelgeschichte 2? Ist Pfingsten überhaupt ... Video ansehen
Israel feiert - Die Feste des HERRN (1) Manuel Walter 3. Mose 23 zählt zu den inhaltsreichsten Abschnitten der Bibel. Es ist das einzige Kapitel im Alten Testament, das alle sieben Feste beschreibt. Wir stehen gewissermaßen im „Heiligtum“ und sehen in den Festen ein Überblick über Gottes ... Artikel lesen
Israel feiert - Die Feste des HERRN (2): der Sabbat (1) Manuel Walter Der Sabbat beschäftigt zahlreiche Menschen. Manche halten ihn, andere wiederum nicht. Worum geht es bei diesem Tag eigentlich? Welchen Ursprungs ist er und warum ordnete Gott Israel an, ihn als Fest dem HERRN zu feiern? Welche Bedeutung hatte er ... Artikel lesen
Israel feiert - Die Feste des HERRN (5): das Passah (2) Manuel Walter Im Festkalender hatte Gott genaue Anweisungen gegeben, wann Passah zu feiern ist. Der Tag stimmte mit dem Zeitpunkt der Einsetzung in Ägypten genau überein. Doch wem galt dieses Fest? Artikel lesen
Den Glauben beerdigen – die Botschaft Judas' Manuel Seibel Judas schreibt exakt über unsere Zeit heute. Es gibt nach wie vor viele Christen. Aber was haben sie mit wahrem Christentum noch zu tun? Sie beerdigen den Glauben, die Glaubenswahrheit und eine Beziehung mit Jesus Christus. Das, was sie womöglich ... Video ansehen
Dieser geniale Kalender sagt die Zukunft vorher Michael Hardt Der Kalender mit 7 jüdischen Festen sagt die Zukunft vorher. Vier dieser sieben (jährlichen) jüdischen Feste aus 3. Mose 23 haben sich bereits erfüllt. Aber wie steht es mit den letzten drei Festen? Wann und wie werden sie in Erfüllung gehen? ... Video ansehen