Der Christ und der Sabbat
Das Thema „Sabbat“ durchzieht die ganze Bibel. Es kommt über 170-mal vor, im Alten und Neuen Testament. Es wirkt „zentral“ und scheint kein „Randgedanke“ in Gottes Heilsplan zu sein. Das führt zu der Frage, ob wir Christen den Sabbat halten müssen? Die Antwort ist eindeutig: Nein! Dazu gibt es gleich mehrere Gründe:
- Als Christen stehen wir nicht unter Gesetz (Röm 6,14).
- Auch wenn der Sabbat vor dem Gesetz eingeführt wurde, bedeutet das nicht, dass wir ihn halten müssten.
- Denn: Der Sabbat ist ein „Schatten“ zukünftiger Dinge (Kol 2,16.17). Er hat eine zukünftige Bedeutung: Die Ruhe Gottes im Tausendjährigen Reich. Dagegen ist für uns der „Körper“ von Bedeutung. Das ist Christus (Kol 2,17)!
Der Tag des Herrn und der Sabbat
Für den Juden war der Sabbat ein besonderer Tag (Samstag). Als Christen kennen wir den Tag des Herrn (Sonntag; vgl. Off 1,10). Es ist der erste Tag der neuen Woche (Mt 28,1). Es ist sein Auferstehungstag (Mk 16,9). Von den ersten Christen lernen wir, dass sie diesen Tag über alle anderen stellten und ihn als besonderen Tag kannten, um Brot zu brechen (Apg 20,7). Auch Gelder zur Unterstützung der Gläubigen wurden an diesem Tag gegeben (1. Kor 16,2).
Unter Kaiser Konstantin wurde der Sonntag als offizieller christlicher Ruhetag eingeführt (321 n. Chr.). Der Sonntag ist für den Christen jedoch kein Tag des Ausruhens wie der Sabbat. In diesem Sinn kennt die Bibel auch keinen christlichen Sabbat. Der Sonntag sollte für jedes Kind Gottes ein Tag der Tätigkeit für unseren Herrn sein. Dazu dienen insbesondere die Zusammenkünfte zu seinem Namen.
Exkurs – Die Ruhe des Christen
- Die Ruhe des Gewissens
Im vorherigen Artikel haben wir bereits bemerkt, dass das Kommen des Herrn Jesus zur Entrückung das Eingangstor in die ewige Ruhe im Haus des Vaters für uns ist. Diese Ruhe ist noch zukünftig. Allerdings verheißt der Herr Jesus uns heute schon Ruhe, die wir jetzt schon genießen dürfen: Die Ruhe des Gewissens. Davon lesen wir in Matthäus 11. Dort sagt Er: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben“ (Mt 11,28).
- Die Ruhe der Seele
Das ist noch nicht alles. Neben der Ruhe des Gewissens verheißt der Herr Jesus die Ruhe der Seele! Davon lesen wir ebenfalls im Matthäusevangelium: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Mt 11,29; vgl. auch Phil 4,4-7).
Die Ruhe des Gewissen schenkte Er uns, als wir uns bekehrten. Die Ruhe der Seele finden wir, wenn wir Ihm in Treue nachfolgen. Sie ist an eine Bedingung geknüpft. Dazu nehmen wir sein Joch auf und lernen von Ihm.
- Die Hoffnung der Ruhe in Ewigkeit
Halten wir fest: Der vollständige Eingang in die Ruhe Gottes in Ewigkeit „bleibt noch übrig“ (Heb 4,6.9; 1. Thess 4,17b). Allerdings freuen wir uns heute schon über die Ruhe des Gewissens „durch Jesus“ und genießen die Ruhe der Seele „in Jesus“. Aber wir warten voller Hoffnung auf die Ruhe „bei Jesus“ (Haus des Vaters). Der Apostel bezeichnet sie als die glückselige Hoffnung, auf die wir warten (Tit 2,13).
Quelle: bibelpraxis.de/a9804.html