Israel feiert - Die Feste des HERRN (2): der Sabbat (1)

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„Sechs Tage soll man Arbeit tun; aber am siebten Tag ist ein Sabbat der Ruhe, eine heilige Versammlung; keinerlei Arbeit sollt ihr tun; es ist ein Sabbat dem HERRN in allen euren Wohnsitzen“ (3. Mo 23,3).

Die Wiege des Sabbats

Gott machte in sechs Tagen Himmel und Erde (2. Mo 20,11). Am siebten Tag ruhte Er (1. Mo 2,2). Er ruhte nicht wegen Erschöpfung wie wir Menschen. Er ruhte, weil alles zu seinem Wohlgefallen war. Er hatte sein Ziel mit seiner Schöpfung erreicht. Sie war zu seiner vollen Befriedigung. Alles was Er geschaffen hatte, war „sehr gut“ (1. Mo 1,31).

Den siebten Tag segnete und heiligte Er.1 Dadurch wurde dieser Tag zu einem ganz besonderen Tag (1. Mo 2,3). Es ist ein Tag der Ruhe. Später nennt Gott diesen Tag Sabbat (vgl. 2. Mo 16,23).2

Der Sündenfall

Die Ruhe Gottes in der Schöpfung wurde schnell gestört. Das erste Menschenpaar Adam und Eva hatten der Schlange ihr „Gehör geschenkt“ und sich verführen lassen. Die Sünde kam in die Welt. Hatte der Mensch die Ruhe in der Schöpfung für immer verwirkt? Wer das erste Buch Mose liest, könnte zu diesem Schluss kommen. Denn nach 1. Mose 2,2.3 lesen wir erst einmal nichts mehr von ihr.

Der Sabbat – ein Ruhetag für Israel

Doch Jahrhunderte später, nachdem Gott die Kinder Israel aus dem Haus der Knechtschaft erlöst hatte, spricht Mose zu dem Volk: „Dies ist es, was der Herr geredet hat: Morgen ist Ruhe, ein heiliger Sabbat dem HERRN“ (2. Mo 16,23). Erstaunlich! Nach langer Zeit spricht Gott wieder von Ruhe. Er ordnet sie sogar an und bestimmt den siebten Tag als Ruhetag, nennt ihn Sabbat. Es ist das erste Mal, dass wir von diesem Ausdruck (Sabbat) lesen.3

Warum hatte Gott so lange gewartet? Die Antwort beeindruckt: Das Volk musste zuerst erlöst werden, um an der Ruhe des siebten Tages, der Ruhe Gottes - dem Sabbat - teilhaben zu können (5. Mo 5,12-5).4

Ohne Frage steht der Sabbat hier ganz im Kontext des Manna (2. Mo 16,23.26.30)! Das Manna weist auf Christus hin. Er ist das wahre Manna, das vollkommene Brot aus dem Himmel, auf den das Manna in der Wüste hinweist. „Denn das Brot aus dem Himmel ist der, der aus dem Himmel herabkommt und der Welt das Leben gibt“ (Joh 6,33; vgl. V. 40).

Die Erwähnung des Sabbats in 2. Mose 16 macht folgende Punkte deutlich, die Gott an dieser Stelle andeuten möchte:

  • Er hat den Gedanken an die Sabbatruhe nie aufgegeben;
  • Er will sein Volk an seiner Ruhe teilhaben lassen - das ist sein großer Plan;
  • Er kann sein Volk wegen des Sündenfalls jedoch erst nach der Erlösung an seiner Ruhe „teilhaben“ lassen;
  • der Mensch kann (letztlich) nur in Verbindung mit Christus (Manna) in die vollkommene Ruhe Gottes eingehen. Das macht den Erlöser groß!

Der Sabbat wird im Gesetz verankert

Nachdem Gott in 2. Mose 16 dem Volk den siebten Tag als Ruhetag anordnen ließ und ihn Sabbat nennt, trat eine Wendung in der Geschichte des Volkes ein: Die Gesetzgebung. Zu dieser hatte das Volk sich selbst verpflichtet (2. Mo 19,2.7.8). Nun wurde der Sabbat zu einem eisernen Bestandteil des Gesetzes und zur Erprobung des Gehorsams des Menschen: „Gedenke des Sabbattages, ihn zu heiligen“ (2. Mo 20,8). Die Sabbatruhe, die zunächst in Gnade gegeben worden war (2. Mo 16), wurde nun zu einer Verpflichtung, der das Volk Gottes nachkommen musste. Wer das Sabbatgebot brach, wurde getötet (2. Mo 31,14.15).

Der Sabbat – ein Zeichen des Bundes

Außerdem wurde der Sabbat zu einem Zeichen des Bundes zwischen Gott und dem Volk (vgl. 2. Mose 31,13.17; Hes 20,12.20). Eigentlich kann man sich kaum etwas Schöneres vorstellen: Der Mensch darf ruhen, weil Gott ruhte – und diese Ruhe wird zum Zeichen der Bundesbeziehung zwischen Gott und seinem Volk. Doch was ist unter dem Gesetz daraus geworden?

Das Volk bricht den Sabbat

Aus 4. Mose 15 wissen wir, dass der Mensch das Sabbatgebot nicht halten konnte, auch wenn das Volk behauptete, alle Worte, die der HERR geredet hat, zu tun (V. 32-36). Das Volk besaß keine Kraft, Gott zu gefallen und gehorsam zu sein. So wurde durch das Übertreten des Gesetzes der Sabbat entweiht (Hes 20,13; vgl. 22,8). Selbst das Sabbatjahr wurde regelrecht missachtet (2. Chr 36,21; vgl. 3. Mo 25,1-7). Zudem wurde der Bund gebrochen. War die Aussicht auf Ruhe damit ein für alle Mal verloren?

Die Grundlage zum Sabbat

Gott hielt an seinem Plan fest. Ihm liegt daran, den Menschen in die vollkommene Ruhe einzuführen. Der Ungehorsam und die Untreue des Volkes machten es unmöglich, das Volk zur endgültigen Ruhe zu führen (Heb 4,8.9). Doch: „Was bei Menschen unmöglich ist, ist bei Gott möglich“ (Lk 18,27). Deshalb sagt der Herr Jesus: „Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke“ (Joh 5,17). Der Vater wirkte, um die Voraussetzung zu schaffen, dass:

  • Gott,
  • der Mensch und
  • die Schöpfung

wieder ruhen können. Der Mensch hat alles „verspielt“. Doch Christus ist größer. Er ist das wahre Manna, das in die Welt gekommen ist. Auf der Grundlage seines Werkes wird einmal alles zur Ruhe gebracht werden.

Die zukünftige Sabbatruhe

Diese zukünftige Ruhe nennt der Schreiber des Hebräerbriefs die „Sabbatruhe“. Der siebte Tag war gewissermaßen ein „Vorbote“ auf diese zukünftige Ruhe. Sie ist heute noch nicht erfüllt. Die gute Nachricht ist jedoch:

  • Was Israel betrifft: Es wird einen Überrest geben, mit dem Gott einen neuen Bund eingehen wird, der nicht mehr auf Verantwortung basiert, sondern auf Gnade und dem vergossenen Blut des Herrn Jesus. Auf dessen Grundlage wird das Volk im Tausendjährigen Reich in die Sabbatruhe eingeführt werden (Jer 30,10.17.18; 31,31; Lk 22,20).
  • Was die Schöpfung betrifft: Auch sie wird im Tausendjährigen Reich zur Ruhe kommen und mit Gott versöhnt werden (Kol 1,20). Es ist die Wiederherstellung aller Dinge (Apg 3,21).
  • Das Größte: Gott wird im Tausendjährigen Reich in seiner Schöpfung wieder ruhen. Dann wird sein Wirken ein Ende gefunden haben und das Ziel erreicht sein, die Sabbatruhe herbeizuführen.

Und wir Christen? Als himmlisches Volk erwarten wir die Entrückung. Durch das Kommen des Herrn Jesus werden wir in den Himmel eingehen, um im Haus des Vaters ewige Ruhe zu finden. Diese Ruhe ist nicht die Sabbatruhe. Allerdings ist wahr, dass wir zur Aufrichtung des Friedensreiches mit dem Herrn Jesus auf der Erde erscheinen werden (2. Thes 1,10). In Verbindung damit haben auch wir einen gewissen Anteil an der Sabbatruhe im Tausendjährigen Reich (Heb 12,28).

Der Blick zurück auf 3. Mose 23

Nachdem wir uns mit dem Thema „Sabbat“ vertraut gemacht haben, wenden wir uns der Beschreibung in 3. Mose 23 wieder zu. Zunächst lesen wir davon, dass das Volk sechs Tage arbeiten sollte, um am siebten Tag zu ruhen (3. Mose 23,3). Dazu soll eine „heilige Festversammlung“ ausgerufen werden, um Sabbat dem Herrn zu feiern. Hierbei hatte Gott Arbeit strengstens untersagt: „keinerlei Arbeit sollt ihr tun“. Außerdem lesen wir davon, dass es ein Sabbat in allen ihren „Wohnsitzen“ war. Das weist auf die Tatsache hin, dass Gott in allen Umständen (Wohnsitzen) Ruhe zu schenken vermag.

Beim Lesen der Anordnungen fällt noch eine Besonderheit auf. Es geht um den ersten und letzten Tag des Laubhüttenfestes (3. Mose 23,39). Hier wird zwar von Ruhe gesprochen, allerdings nicht ausdrücklich vom Sabbat, im Gegensatz zum Sühnungstag und dem wöchentlichen Sabbat, an denen Gott eindeutig vom Sabbat der Ruhe spricht (3. Mo 23,3.32). Daraus entnehmen wir, dass der Sabbat unmittelbar Anwendung auf den siebten Tag jeder Woche (Wochensabbat) und den zehnten Tag im siebten Monat (Sühnungstag) findet. An diesen Tagen feierte das Volk „Sabbat“.

Ausklang

Die Sabbatruhe für das Volk Israel steht bevor. Im Tausendjährigen Reich wird sie für Gott, für Israel und die Schöpfung in Erfüllung gehen. Die Grundlage dazu bildet das Werk des Herrn Jesus. Sie ist das Ziel aller Wege Gottes mit dem Menschen, obwohl dieser in Sünde gefallen ist. Wunderbarer Herr!

Fußnoten

  • 1 Das Wort heiligen bedeutet „absondern“, „weihen“ oder „für einen bestimmten Zweck reservieren“. In 1. Mose 2,3 kommt er das erste Mal in der Bibel vor und das einzige Mal im gesamten ersten Buch Mose.
  • 2 Der Sabbat steht im Zusammenhang mit der (ersten) Schöpfung. Das ist wichtig zu verstehen, um keine falschen Schlüsse zu ziehen.
  • 3 Allerdings müssen wir berücksichtigen, dass das Wort Sabbat von dem Wort „ruhen“ (hebr. schabat) in 1. Mose 2 abgeleitet wird. So finden wir den Gedanken des Sabbats schon in 1. Mose 2.
  • 4 Häufig wird betont, dass nach der Erlösung davon zu lesen sei, dass Israel ein Lied sang (2. Mo 15,1ff) und Gott unter dem Volk „wohnte“ (2. Mo 13; 25,8). Weniger bekannt ist, dass es nach der Erlösung am Sabbat teilhaben konnte (2. Mo 16). Das Lob Gottes, das Wohnen Gottes und die Ruhe Gottes sind also die gesegneten Folgen der Erlösung für das Volk, neben der Tatsache ihrer eigenen Befreiung aus dem Haus der Knechtschaft.
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