Versammelt, um den Herrn selbst zu treffen

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Ich erinnere mich noch gut an die überaus große Güte Gottes, der mich vor vielen Jahren dazu geführt hat, die gesegnete Wirklichkeit dessen zu erkennen, worüber ich jetzt schreibe.

Ich hatte in gewisser Weise vorher empfunden, wie sündhaft Sektiererei ist. Ich wusste viel darüber, was falsch war, hatte aber wirklich keine Ahnung davon, was richtig war. In diesem Zustand konnte ich einige Christen beobachten, die sich im Namen des Herrn Jesus versammelt hatten, um am ersten Tag der Woche das Brot zu brechen;. Zuvor hatte ich mich gegen sie in meiner Unwissenheit bitterlich gewehrt.

Ich betrat den Raum, in dem sie sich gerade versammelten und in feierlicher Stille auf Gott warteten, um Ihn anzubeten.

Natürlich suchte ich nach der Kanzel und dem Mann auf der Kanzel. Aber es gab weder das eine noch das andere. Dann suchte ich nach einem Vorsitzenden. Aber auch ein solcher war nicht zu sehen. Nie werde ich die den tiefen Ernst vergessen, den meine Seele überkam, als ich spürte, dass diese Menschen sich in Wirklichkeit versammelt hatten, um dem Herrn selbst zu begegnen.

Nie zuvor hatte ich die Gegenwart Gottes so gespürt. Der Heilige Geist hatte sie nicht zu besonderen Lehren oder zu einem bestimmten Menschen versammelt, sondern zu Jesus, dem Heiligen und Wahrhaftigen, in der Erkenntnis, dass der Geist allgenügend ist, um die Dinge Christi zu nehmen und sie ihnen zu zeigen.

Es ist unmöglich, die unaussprechliche Wirklichkeit dieser Ruhe der Seele in der Gegenwart Gottes in Worte zu fassen. Der Leser möge nicht annehmen, dass diejenigen, die der Herr auf diese Weise gesegnet hat, sich für besser als andere halten. Wo alles als Gnade erkannt wird, ist der Gedanke daran, besser zu sein als andere, absurd.

Seitdem kann ich nur empfinden: Welche Gnade für mich und welcher Grund zur Selbstverachtung! Das sind Tiefen der Barmherzigkeit, die nur Gott kennt. Aber nie ist mir auch nur der Zweifel daran gekommen, dass dies nicht das besondere Werk Gottes in der heutigen Zeit ist. Nie habe ich einen Satz gehört oder eine Zeile gelesen, die mein Vertrauen erschüttert hätte.

Ja: Falsche Brüder haben sich eingeschlichen und sind wieder gegangen. Sie haben bittere Dinge gesagt und geschrieben, worüber mein Herz traurig war. Dieses besondere Werk Gottes wurde zudem von der bekennenden Christenheit gehasst und angegriffen. Das aber hat mich nur noch mehr davon überzeugt, dass es Gottes Werk ist.

Wie Jesus zu den Juden in alter Zeit sagte: „Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Brut unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!“ (Lk 13,34), so können diese Worte nun sicher auf viele angewendet werden, die sogar durch sein kostbares Blut gerettet worden sind.

 

Entnommen aus: Offenbarung Jesus Christi (Kapitel 3)

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