Am: Di, 3. März 2026
In 1. Mose 16 lernen wir etwas über das Gesetz, das sündige Fleisch und den Eigenwillen des Gläubigen. Selten findet man eine inspirierte Auslegung eines alttestamentlichen Abschnitts im Neuen Testament. Hier ist es der Fall!
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In 1. Mose 15 haben wir das Kapitel des Glaubens.
In 1. Mose 16 haben wir das Kapitel des Unglaubens.
Wir finden die Ungeduld und die Hast bei Abraham und auch bei seiner Frau Sarai.
Wie kann man das Kapitel 16 beschreiben?
Erstens gibt es uns die Geschichte wieder, die Abraham und Sarai erlebt haben.
Sie ist kurz erzählt.
Abraham hatte von Gott die Verheißung bekommen,
dass in seinem Nachkommen oder in seinen Nachkommen
Gott ihn und seine Nachkommen und auch die Nationen segnen würde.
Nun hatte er aber noch keine Nachkommen.
Er war alt und so kam die Idee auf bei Sarai,
dass sie Nachkommenschaft bekommen durch eine Magd, die sie aus Ägypten hatten.
Vermutlich durch den Fehllauf, den sie nach Ägypten, nach 1. Mose 12 gemacht haben,
ist diese Magd Hagar in ihr Haus gekommen.
Tatsächlich wird Hagar schwanger.
Sie bekommt ein Kind und dadurch wird, wie wir das dann lesen in Vers 4,
ihre Herrin Sarai gering in ihren Augen:
"Abraham ging zu Hagar ein und sie wurde schwanger.
Und als sie sah, dass sie schwanger war, da wurde ihre Herrin gering in ihren Augen".
Sarai war darüber erzürnt und deshalb sagt sie, wie wir das in Vers 5 lesen zu Abraham: (00:01:02)
"Das Unrecht, das mir widerfährt, fällt auf dich!"
Sie hatte versagt, aber sie wirft dieses Unrecht jetzt Abraham vor.
Eine typische Vorgehensweise, die wir Menschen haben, auch wir Gläubige,
dass wir andere für unser eigenes Fehlverhalten verantwortlich machen:
"Ich habe meine Magd in deinen Schoß gegeben
und da sie sieht, dass sie schwanger geworden ist, bin ich gering in ihren Augen.
Der HERR richte zwischen mir und dir.
Und Abraham sprach zu Sarai: Siehe deine Magd ist in deiner Hand,
tu ihr, was gut ist in deinen Augen.
Und Sarai behandelte sie hart und sie floh von ihr weg".
Wir finden also, dass Abraham nicht die Funktion des Hauptes, des Ehemannes einnimmt,
sondern das Ganze seiner Frau übergibt.
War er ängstlich im Blick auf seine Frau.
Sie behandelt dann die Hagar sehr schlecht und die läuft davon.
Der Engel des HERRN, heißt es dann in Vers 7, findet sie an der Wasserquelle in der Wüste
und fragt sie: Woher kommst du und wohin gehst du?
Eine wesentliche Frage, die die Menschen sich alle stellen sollten.
Woher kommen wir und wohin gehen wir?
Was ist das Ziel unseres Lebens?
Nun, Gott kümmert sich um sie.
Er sagt zu Hagar, dass sie sich beugen soll. (00:02:01)
Das heißt hier ausdrücklich, dass er zu ihr sagt in Vers 9:
"Kehre zu deiner Herren zurück und demütige dich unter ihre Hände".
Er sagt ihr auch, dass sie schwanger ist und einen Sohn gebären wird,
dass sie ihm den Namen Ismael geben soll.
Gott hört und dass Gott ihr Elend gesehen hat
und dass Ismael ein Wildesel sein würde von Mensch.
Seine Hand würde gegen alle sein und die Hand aller gegen ihn.
Und angesichts aller seiner Brüder würde er wohnen.
Hagar ist beeindruckt davon und geht dann tatsächlich zurück.
Das ist die Geschichte dieses Kapitels.
Diese Geschichte ist auch vorbildlich.
Diese Geschichte spricht vorbildlich, wie wir aus Galater 4 lernen,
sowohl von dem Volk Israel, nämlich Ismael als Nachkomme von Hagar,
als auch von dem himmlischen Volk Gottes.
Davon ist Sarai und ihre Nachkommenschaft, später Isaak, ein Vorbild.
Und tatsächlich finden wir, dass Israel ein Volk der Knechtschaft gewesen ist,
ein Volk, das sich beugen musste unter die Hand von Feinden
und dass sie sich demütigen sollten.
Und Gott ihnen ausdrücklich sagt, dass sie durch diesen Gehorsam, (00:03:01)
durch diese Demütigung dann wieder unter Segen kommen würden.
Ja, Gott würde, so wie er mit Ismael war, auch mit dem Volk Israel sein.
Aber natürlich ist das himmlische Volk Gottes ein Volk,
das in Gnade, in Freiheit lebt.
Das ist sozusagen die Geschichte und auch die prophetische, vorbildliche Bedeutung.
Wir finden darüber hinaus hier in den Nachkommen Ismaels
die angesichts aller Brüder leben würden,
wie man sagen kann, auch östlich von allen Brüdern,
dass sie also keine festen Wohnsitz haben,
finden wir im Prinzip auch bestätigt heute durch die vielen Beduinen,
die Nachkommen Ismaels, so wird Gottes Wort,
auch in dieser Vorhersage bestätigt.
Das Wichtigste aber für uns ist,
dass wir in diesem Kapitel eine vorbildliche, eine typologische Bedeutung finden,
die der Apostel Paulus uns in Galater 4 Vers 21 bis zum Ende des Kapitels vorstellt.
Selten haben wir in einer solch klaren Weise
eine inspirierte Auslegung eines Kapitels wie hier.
Da heißt es in Galater 4 Vers 21: "Sagt mir,
die ihr unter Gesetz sein wollt, hört ihr das Gesetz nicht,
denn es steht geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, (00:04:01)
einen von der Magd und einen von der Freien.
Aber der von der Magd war nach dem Fleisch geboren,
der aber von der Freien durch Verheißung, was einen bildlichen Sinn hat.
Denn diese sind zwei Bündnisse,
eins vom Berg Sinai, das zur Knechtschaft gebiert, welches Hagar ist.
Denn Hagar ist der Berg Sinai in Arabien,
entspricht aber dem jetzigen Jerusalem,
denn sie ist mit ihren Kindern in Knechtschaft.
Das Jerusalem droben aber ist frei, welches unsere Mutter ist".
Und das wird dann noch weiter erklärt.
Wir finden also, dass Hagar und Ismael für das Gesetz stehen
und dass Sarai und Isaak für die Gnade stehen.
Deshalb auch die Nachkommen von Hagar, das Volk Israel,
die Nachkommen von Sarai, Isaak,
das ist das himmlische Volk Gottes durch die Gnade geprägt.
Und so ist die Frage, was ist das Kennzeichen des Gesetzes?
Wir haben gesehen Hochmut.
In der Tat, wo kommt der Hochmut her? Aus Ägypten.
Ägypten ist ein Bild der Welt.
Und so finden wir, dass in unserem Fleisch,
dass wir bis an unser Lebensende haben,
dieses Prinzip des Gesetzes,
dieses Prinzip der Welt auch Fortsetzung findet,
bis zu dem Augenblick, dass der Jesus uns in den Himmel holt.
Wir finden also dieses Prinzip des Gesetzes in unserem Fleisch. (00:05:02)
Und das Fleisch, wie Galater 5 Vers 17 sagt,
begehrt gegen den Geist, der Geist aber gegen das Fleisch,
denn diese sind einander entgegengesetzt.
So wie Hagar gegen Sarai war, so wie Ismael gegen Isaak sein würde,
so ist das auch mit dem Fleisch und dem Gesetz in uns
im Gegensatz zu dem neuen Leben und der Gnade.
Und beides ist gegeneinander.
Und das Fleisch ist das, was sich hochdünkt.
Das ist, wer auf das Gesetz baut, sich etwas einbildet,
auf diese Art und Weise Gott gefallen zu können,
der wird eben das Leben Ismaels, das Leben Hagars führen.
Wir lernen hier, dass es ein Leben der Knechtschaft ist.
Gesetzlich zu leben ist ein Leben der Knechtschaft.
Und das möchte Gott nicht. Gott hat uns freigemacht.
Gott hat uns, Johannes 8 Vers 34 bis 36, lesen wir das,
hat uns befreit, hat uns in die Freiheit geführt.
Und diese Freiheit sollen wir jetzt leben.
Wir sollen nicht ein Hagar-Leben, nicht ein Ismael-Leben führen,
sondern ein Leben in Freiheit,
in christlicher Freiheit zur Verherrlichung Gottes.