Am: Di, 25. November 2025
Wie hat es der Journalist Wolfram Weimer derart in die Mediendiskussion geschafft? Er war doch selbst für die "Welt" und die "FAZ" jahrelang tätig. Jetzt aber wird sein Verhalten und seine Gesellschaft öffentlich diskutiert. Manches, was hier sichtbar wird (von allen Beteiligten), offenbart Verhaltensweisen, die wir auch als Christen schon an den Tag gelegt haben ...
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(00:00:00)
Vor einiger Zeit sind ziemliche Diskussionen aufgekommen
über den Kulturstaatsminister der Bundesregierung, Wolfram Weimer.
Interessant ist, wie das alles zustande gekommen ist.
Das ist ja ein Journalist, der für mehrere große Tageszeitungen
wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung,
für die Welt und andere tätig gewesen ist.
Also eigentlich eine gute Unterstützung haben müsste
in den Medien.
Aber das Interessante ist, dass er das Gegenteil hat.
In einigen Medien, unter anderem die FAZ,
die eigentlich ständig kritisiert hat, was er an Vorschlägen, an Ideen hatte.
Sodass man sich fast gefragt hat, was steckt eigentlich dahinter?
Was die aktuelle Situation betrifft,
geht es unter anderem um eine Konferenz,
wo angeblich Teilnehmer Einfluss
auf politische Entscheidungsträger einkaufen könnten.
Und wo jetzt die Frage ist, ist das eigentlich in Ordnung
mit einer Gesellschaft, an der Wolfram Weimer
jedenfalls bis vor Kurzem noch zu 50 Prozent beteiligt war,
die restlichen Anteile liegen,
soweit ich das gesehen habe, bei seiner Frau.
Wo er sich aus der Geschäftsführung zurückgezogen hat,
seitdem er der Kulturstaatsminister ist, wie auch immer. (00:01:05)
Der Fall selbst, auch der Inhalt,
ist jetzt mal gar nicht so relevant für uns.
Interessant ist eben, dass die Zeitungen,
die früher stolz waren, rechts zu sein,
konservativ, rechtskonservativ zu sein,
z.B. die Frankfurter Allgemeine Zeitung,
jetzt eben ständig kritische Kommentare
gegen Wolfram Weimer enthalten haben.
Und interessanterweise jetzt, wo es aber um diese Diskussion geht,
drehte sich der Wind und sie verteidigten Wolfram Weimer - bis vor Kurzem jedenfalls.
Sie haben gegen die Medien gehalten,
die dagegen geschrieben haben.
Und man fragt sich, wo kommt das her?
Warum war das jetzt auf einmal der Fall?
War das so, weil sie selbst jetzt nicht mehr sich als rechts ansehen?
Weil sie inzwischen auch,
wie man das in der Politik festgestellt hat,
dass Parteien, die früher als rechts galten,
in der Mitte angekommen oder eher links geworden sind?
Oder liegt es daran,
dass man jetzt ein gemeinsames Feindbild entwickelt hat,
das nämlich rechts von ihnen ist? (00:02:02)
Dass man sozusagen ein Feindbild in Medien,
die werden oftmals gar nicht als Medien dann bezeichnet,
um ihnen gar nicht einen Status zu geben
von irgendwie einer Qualitätsherausgeberschaft,
Nius oder Apollos News, die da jetzt sehr stark diskutiert werden,
um dagegen sein zu können?
Also muss man einen, den man eigentlich kritisiert hat,
die ganze Zeit, den muss man jetzt verteidigen?
Nun, da geht es um die Politik.
Das ist noch mal für uns letztlich nicht relevant.
Aber dieses Phänomen, was wir da feststellen,
ist nach meinem Empfinden ein Phänomen,
was man auch im geistlichen Bereich festgestellt hat.
Im geistlichen Bereich hat man eben genau solche Veränderungen,
solche Kurven auch gesehen.
Da stand jemand, Diener, Bruder, YouTuber,
dem man kritisch gegenüberstand,
der in seinen Inhalten irgendwie vielen Suspekt war.
Und es gibt mehrere Beispiele dafür, (00:03:04)
wo man irgendwie Kritik hatte an jemandem, an einer Gruppe,
an vielleicht einer gemeindlichen Ausrichtung und so weiter.
Und da stand man dagegen,
wie man das jetzt auch gegen Wolfram Weimer erlebt hat,
bis von der, ich nenne das einmal sozusagen falschen Seite,
Kritik geübt wurde.
Und in dem Augenblick drehte sich der Wind,
da wurde man dann nicht dem oder denjenigen kritisch gegenüber,
sondern dann verteidigte man diese Person oder diese Gruppe auf einmal
und stellte sich gegen diejenigen, die Kritik geübt haben.
Jetzt geht es mir gar nicht um die Frage,
war das berechtigt oder nicht berechtigt, die Kritik.
Aber es ist interessant, dass jemand, der kritisch gesehen wurde,
solche, die kritisch gesehen wurden, Gruppen, die kritisch gesehen wurden,
auf einmal verteidigt werden.
In der Welt sind das eben dann die Medien,
die sozusagen Konkurrenten geworden sind,
wie in Nius, wie Apollo News, die offensichtlich viele Personen binden. (00:04:02)
Wie das unter Gläubigen ist, ist schwierig zu sagen.
Personen und Meinungen, die uns dann nicht gefallen
und derentwegen man eine Meinung dann vielleicht verändert,
eine Meinung nicht mehr vertritt, die man hat.
Kritische Blicke, die man eigentlich hat,
dann unter den Tisch fallen lässt, um eben Personen und Meinungen,
die aus persönlicher Sicht von der falschen Richtung,
in der falschen Zusammensetzung tätig werden,
um sie dann auch ins Abseits zu stellen.
Und das führt uns zu der Frage:
Wie kommen wir eigentlich zu einem rechten Urteil?
Wie sind wir in der rechten Weise urteilsfähig?
Und es ist ja völlig klar, dass das richtige Urteil
nur auf der Grundlage der Schrift sein kann.
Aber es ist ja nicht verwunderlich,
dass Gott schon im Gesetz gewarnt hat vor falschen Urteilen,
vor falscher Urteilsfähigkeit.
3. Mose 19 Vers 36, ich lese ab Vers 35:
"Ihr sollt nicht Unrecht tun im Gericht, im Längenmaß,
im Gewicht und im Hohlmaß.
Gerechte Waage, gerechte Gewichtsteine, (00:05:02)
gerechtes Epha und gerechtes Hin sollt ihr haben.
Ich bin der HERR, euer Gott,
der ich euch aus dem Land Ägypten herausgeführt habe".
Und schon in Vers 15 heißt es:
"Ihr sollt nicht Unrecht tun im Gericht.
Du sollst nicht die Person des Geringen ansehen
und nicht die Person des Großen ehren.
In Gerechtigkeit sollst du deine Nächsten richten".
Gott hat von Anfang an nicht nur gesehen, er ist ja allwissend,
sondern darauf hingewiesen, dass wir in Gefahr stehen,
unser Urteil abhängig zu machen, vielleicht aus Mitleid mit Armen,
vielleicht aus Abhängigkeit oder Schielen auf Reiche, auf Große.
Und das kann man ganz verallgemeinern,
dass man sein Urteil nicht neutral, nicht objektiv,
nicht nach der Schrift fällt,
sondern vielleicht nach Sympathie und Antipathie,
vielleicht nach Freundeskreis oder nicht Freundeskreis,
nach solchen, die Einfluss haben oder solchen, die keinen Einfluss haben.
In 5. Mose 25 lesen wir in Vers 13:
"Du sollst nicht zweierlei Gewichtsteine in deinem Beutel haben, (00:06:03)
einen großen und einen kleinen.
Du sollst nicht zweierlei Epha in einem Haus haben,
ein großes und ein kleines.
Vollen und gerechten Gewichtstein sollst du haben
und volles und gerechtes Epha sollst du haben,
damit deine Tage verlängert werden in dem Land,
das der HERR, dein Gott, dir gibt.
Denn ein Gräuel für den HERRN, deinen Gott,
ist jeder, der dies tut, jeder, der Unrecht tut".
Es wird ausdrücklich darauf verwiesen,
dass man in Gerechtigkeit richten und damit auch urteilen soll
und nicht nach falschen, nach unterschiedlichen,
nach gegensätzlichen Maßstäben.
5. Mose 1 Vers 17:
"Ihr sollt im Gericht nicht die Person ansehen.
Der Kleine wie den Großen sollt ihr hören.
Ihr sollt euch vor niemand fürchten, denn das Gericht ist Gottes".
Also auch da wieder,
in was für einer Weise man tätig sein sollte in Gerechtigkeit.
Ähnlich finden wir das in 2. Mose 23.
Da sagt Gott in dem Gesetz, also schon recht früh in den Gesetzen,
die ganz am Anfang gegeben worden sind, Vers 6 bis 9: (00:07:03)
"Wenn jemand seinem Nächsten Geld oder Geräte in Verwahrung gibt
und es wird aus dem Haus dieses Mannes gestohlen,
wenn der Dieb gefunden wird, soll er das Doppelte erstatten.
Wenn der Dieb..." - ach, das ist Kapitel 22, sorry, Kapitel 23:
"Du sollst das Recht deines Armen nicht beugen in einem Rechtsstreit.
Von der Sache der Lüge sollst du dich fernhalten
und den Unschuldigen und den Gerechten sollst du nicht töten,
denn ich werde den Gottlosen nicht rechtfertigen.
Und kein Geschenk sollst du annehmen,
denn das Geschenk blendet die Sehenden
und verkehrt die Worte der Gerechten.
Und den Fremden sollst du nicht bedrücken;
ihr selbst wisst ja, wie es dem Fremden zumute ist,
denn Fremde seid ihr im Land Ägypten gewesen".
Also wie wichtig ist es, in Gerechtigkeit zu urteilen.
Sprüche 17 Vers 15:
"Wer den Gottlosen rechtfertigt und wer den Gerechten verurteilt,
sie alle beide sind dem Herrn ein Gräuel".
Und so kann man das fortführen.
Ich nehme noch mal einen Vers hier aus dem Buch der Sprüche,
Kapitel 24, da heißt es in Vers 23:
"Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut.
Wer zu dem Gottlosen spricht, du bist gerecht, (00:08:01)
den verfluchen die Völker, den verwünschen die Völkerschaften,
denen aber die gerecht entscheiden,
geht es gut und über sie kommt Segnung des Guten".
Das heißt, die Frage ist,
sind wir in unserer Beurteilung wirklich objektiv,
nun wer ist schon objektiv, aber auf der Grundlage der Schrift,
oder liegt das an Feindbildern?
Liegt das an solchen, die wir nicht mögen,
dass wir dann für jemanden uns positionieren,
obwohl wir eigentlich ein Urteil anderer Art haben sollten über ihn?
Ja, wir sehen an Gott zum Beispiel, dass er unterscheidet,
dass er selbst bei Männern, die böse waren, Ahab,
wenn sie ein Stück weit auf einmal Buße getan haben,
sich gebeugt haben, das sofort anerkannt hat.
Und bei solchen, die gut waren, wie David, wie Hiskia, wie Josia,
das, was verkehrt war, nicht verschweigt.
Das heißt, Gott ist wirklich ausgewogen.
Er ist nie einseitig, wenn etwas Gutes da ist,
erkennt er das Gute an.
Wenn bei einem Guten etwas Verkehrtes da ist,
dann verurteilt er das und ist eben unbestechlich, (00:09:01)
ein unbestechlicher Beurteiler.
Und das drückt er auch aus.
Und davon müssen wir lernen, denn oftmals handeln wir anders.
Und wie gesagt, das haben wir erlebt,
dass man gegen jemanden Positionen vertritt
und dann auf einmal umschwenkt,
weil die Falschen eben auch gegen jemanden Position eingenommen haben.
Wir haben ja die Mobbing-Situation im Alten und Neuen Testament mehrfach.
Wenn wir an Maria von Bethanien denken,
die zu Unrecht zur Seite gestellt wurde,
wo die Jünger, angestiftet von Judas Iskariot, sagen,
was macht die da, dass sie dieses wertvolle Fläschchen
über den Herrn ausgießt?
Sie haben sich gegen sie gestellt.
Wir denken an Naboth, gegen den Isebel ein Komplott angestiftet hat,
wo Personen, die das Gute getan haben,
auf die Seite gestellt wurden.
Wir haben auf der anderen Seite Personen,
die mit Recht auch jetzt nicht gemobbt worden sind,
aber wo man mit Recht ein klares Urteil gesprochen hat. (00:10:01)
Ich denke an Stellen wie Galater 2,
wo wir erst mal diesen Grundsatz finden,
in Vers 6: "Von denen aber, die in Ansehen standen,
was irgend sie auch waren, das macht keinen Unterschied für mich",
sagt Paulus, "Gott sieht keines Menschen Personen an,
denn mir haben die Angesehenen nichts hinzugefügt".
Paulus hat nicht auf die Hohen oder auf die Niedrigen,
auf die Angesehenen oder auf die Verachteten gesehen,
sondern er hat das Wort gepredigt und hat zu der Wahrheit gestanden.
Und das ist die Frage, ob wir dazu noch bereit sind.
In dieser Welt ist man das eben nicht.
Da stellt man sich gegen jemanden, weil man eben ihn nicht mag.
Und wenn dann auf einmal die falschen Medien sich dagegen stellen,
dann stellt man sich für ihn.
Da sieht man, wie wankelmütig man ist.
Paulus dagegen zeigt genau das, was er hier gesagt hat in Vers 14:
"Aber als ich" - Galater 2 - "aber als ich sah,
dass sie" - nämlich Petrus und andere - "die mitgerissen wurden,
wie Barnabas, nicht den geraden Weg
nach der Wahrheit des Evangeliums wandelten,
sprach ich zu Kephas vor allen".
Und dann hat er sich gegen Kephas in ganz klarer Weise positioniert,
weil der wiederum wegen Jakobus eben genau gewendet hat. (00:11:02)
Erst hat er mit den Nationen gegessen, dann nicht.
Erst war er positiv und dann war er negativ.
Nicht, weil sich die Sachlage geändert hat,
sondern weil sich die Stimmung gedreht hat.
Und das ist eben die Frage, wie ist das bei uns?
In Jakobus 2 finden wir, dass Jakobus ausdrücklich davor warnt,
in Vers 1:
"Meine Brüder, habt den Glauben unseres Herrn Jesus Christus,
des Herrn der Herrlichkeit, nicht mit Ansehen der Person",
positiv oder negativ.
Und das finden wir eben bei Paulus immer wieder,
wenn wir an Apostelgeschichte 15 denken,
wo er nicht bereit war, mit Johannes Markus einen Dienst zu tun,
obwohl sein Freund Barnabas das unbedingt wollte.
Paulus ließ sich nicht beeinflussen durch Sympathie und Antipathie,
sondern er wollte nach der Wahrheit handeln und auch urteilen.
Und das ist eben die Frage, ob wir dazu bereit sind
oder ob wir, wie wir das jetzt in der Politik,
in der Kultur, im Sport und was weiß ich wo lesen,
dass man sich eben nach der Meinung der Meisten richtet, (00:12:02)
nach der Mehrheitsmeinung,
oder dass man eben, wenn irgendetwas, was einem nicht passt,
ein Medium oder Stimmen oder Gruppen oder einzelne Personen,
dass man dann eben entsprechend sich gegen sie stellt,
selbst wenn man sich eigentlich gegen eine falsche Meinung
an anderer Stelle, an anderer Seite stellen müsste.
Ein paar Gedanken zu dieser Frage,
sind wir wirklich urteilsfähig, urteilswillig nach der Schrift
oder sind das andere Maßstäbe, andere Grundlagen,
andere Motivationen, die uns zu einem Urteil führen?