Mir passiert das nicht (Freikletterer Bernd Arnold) - liegt das in unserer Hand?


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(00:00:00) Vor einiger Zeit las ich einen Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung über Bernd Arnold, einen Kletterer, der schon ungefähr 900 Erstbesteigungen gemacht hat. Er ist inzwischen 78 Jahre alt und wäre 1988 fast gestorben. Da war es gar nicht einer der großen Kletterereignisse, sondern eigentlich die Vorbereitung für eine Bergtour. Trotzdem sagt er, mir passiert nichts. In dem Gespräch muss er sich wohl so verhalten haben, dass es immer wieder Pausen gab, wo er erst nachgedacht hat, um dann im Anschluss sozusagen druckreif zu sprechen. Seine Lebensphilosophie sei, erst denken, dann handeln. Und das ist ja nicht verkehrt. Das wollen wir Christen uns auch unbedingt merken, dass es darauf ankommt, erst zu denken und dann zu handeln oder dann zu sprechen. Er ist ein Freikletterer, das heißt, das Seil in diesem Sport ist nur ein Sturzschutz und darf eben nicht benutzt werden, dafür einfach sich hochzuziehen. (00:01:02) Freiklettern bedeutet also nicht, wie man vielleicht landläufig meinen würde, dass jemand komplett ohne Schutz, ohne Seil in die Berge geht, aber es darf eben nur zur Sicherung benutzt werden. In seinem Leben hat er viele Bergtouren gemacht. Wie gesagt, 900 Erstbegehungen. Das heißt auch, dass es natürlich immer wieder Unfälle gab, Stürze gab und dass ihm viel wehgetan hat in seinem Leben. Aber wie hat er das geschafft? Auch bei diesen, ich sag mal, unglaublich vielen Touren, die er gemacht hat, bei diesen außerordentlich schwierigen Touren, Erstbesteigungen gehören dazu, wie schafft man das, zu einer inneren Ruhe zu kommen? Und da sagt er, das ist harte Arbeit, das muss man kultivieren, das muss man lernen, das muss man erarbeiten und das muss man dann auch praktizieren. Er hat viele Freunde verloren, Bergfreunde verloren, die eben zu unruhig waren, zu schnell waren. Ein wichtiger Punkt bei ihm war auch, dass das gesamte Umfeld stimmen musste. Er sagt einmal, dass wenn er irgendwie an einen Berg geht und dann spürt, da ist noch irgendwas, was mich beschäftigt, dann ist er immer wieder zurückgegangen, um das dann (00:02:06) auch zu regeln. 1988 war eben dieser Unfall, wo er davon spricht, dass er eigentlich nur Ausrüstung von einem Hochlager abtransportierte auf den Berg und dann auf einem steilen Gletscherhang ausrutschte, 20 Meter tief in eine Gletscherspalte fiel. Zuvor prallte er auf eine vereiste Schneebrücke, die sich über die Spalte erstreckte und brach sich fast das Rückgrat. Dennoch sei genau diese Brücke der Grund, dass er eben heute noch lebe, weil sie ihn eben aufgehalten hat, sonst wäre er tiefer gefallen und das hätte er wohl nicht überlebt. Für ihn hat das eine Konsequenz gehabt, innerlich, gedanklich. Heute ist er überzeugt, die Seele ist unsterblich, das ist bemerkenswert. Gott kommt in diesem ganzen Artikel nicht vor, wir wissen das natürlich nie genau. Bei Journalisten ist der Glaube nie ein Thema, was besonders gerne gesehen wird. Ob der Glaube tatsächlich doch bei ihm eine Rolle spielt, kann man eben aus einem Artikel selbst nicht erkennen, insofern muss man immer vorsichtig sein. (00:03:02) Jedenfalls ist die Sicherheit, dass er selbst am Leben bleiben wird, gemeint ist ja wahrscheinlich und nicht durch einen Unfall am Berg umkommen wird, geblieben. Auch Bernd Arnold weiß natürlich, dass irgendwann sein Leben zu Ende geht, aber wenn die Seele unsterblich ist, dann stellt sich natürlich die Frage, was danach? Ihm wird dann auch noch die Frage gestellt, woher kommt diese Ruhe am Felsen, Herr Arnold? Und dann sagt er, ich stelle mir vor jedem Schritt die eine Frage, wie gehe ich weiter? Er versucht also ruhig zu werden, hat auch Angst und Panik erlebt und hat erlebt, wie man diese Panik, diese Angst verändern kann, dass eben Panik nicht zur weiteren Angst führt, sondern zur Ehrfurcht, zu einem Bewusstsein, dass man eben vor diesem Berg eine gewisse Ehrfurcht haben muss. Gehen wir mal ein paar dieser Punkte, die angesprochen werden, durch. Er spricht von einer unsterblichen Seele, das ist bemerkenswert, das sagen heute nicht (00:04:02) viele. Viele Menschen sagen auch nach dem Tod ist alles aus, das sagt Bernd Arnold nicht und er hat recht. Gott sagt das selbst. Im Prediger 3 Vers 1 hat er dieses Wort inspiriert: "Auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz, das Herz des Menschen gelegt, ohne dass der Mensch das Werk, das Gott gewirkt hat, von Anfang bis zu Ende erfassen vermag". Der Vers wird eingeleitet, alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit. Nehmen wir mal die Berge, die hohen Berge sind natürlich nicht Folge seines Schöpfungswerkes, sondern sind Folge der Flut, die unter Noah gekommen ist in dieser Zeit, wo der Mensch sich als vollkommen böse erwiesen hat. Und trotzdem, Gott hat alles schön gemacht und das kann dem Menschen dieses Bewusstsein geben, dass er eine unsterbliche Seele hat, dass die Ewigkeit in unser Herzen gelegt ist, das sagt Gott. Zweiter Punkt, was mache ich eigentlich daraus, aus dieser unsterblichen Seele, das kommt in dem Artikel nicht hervor, das weiß ich natürlich nicht, ob das Thema gewesen ist in diesem Gespräch. Aber wenn ich weiß, dass ich eine unsterbliche Seele habe, dann muss ich doch fragen, was (00:05:05) kommt dann danach? Und habe ich ein Bewusstsein, dass es ein danach gibt? Das hat er ja, aber gibt es dann unterschiedliche Aufenthaltsorte? Gott sagt ganz deutlich, dass der Mensch sich entscheiden muss, dass er entweder an den Herrn Jesus glauben kann oder dass er verloren geht. Jesus macht in Johannes 3 ganz deutlich, Vers 16: "So hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe". Es gibt ein Leben nach dem Tod und ich entscheide mich hier, Gott hat dafür gesorgt, dass sein Sohn auf diese Erde gekommen ist, um für uns zu sterben, wer an ihn glaubt, wird gerettet. In Vers 36, dasselbe Kapitel, "Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben, wer aber dem Sohn nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm", er steht schon jetzt unter dem Zorn Gottes und dieser Zorn wird auf ihm bleiben, er wird nie wieder weggehen. Das ist eben die Frage, was mache ich aus diesem Bewusstsein einer unsterblichen Seele? Führt mich das zu Gott oder führt mich das dazu? (00:06:02) Und das hat den Anschein bei diesem Artikel, dass das ein Mann ist, der sehr viel tut, der sehr viel organisiert, der sehr viel auch kontrollieren möchte, aber das können wir nicht kontrollieren. Das können wir nicht kontrollieren. Er spricht zweitens oder drittens dann von der Ruhe. Die Ruhe ist ein natürlich ganz, ganz wichtiges Element, das wir in unserem Leben nötig haben. Die Frage ist, worauf basiert die Ruhe? Kann ich mir Ruhe antrainieren? Ja, ich kann mir für Lebensumstände, die ich kontrollieren kann, kann ich natürlich Ruhe auch einführen. Was mache ich mit der Ruhe, wenn mein Flugzeug, in dem ich sitze, abstürzt? Ich kann ja nicht ins Flugzeug gehen. Was mache ich mit der Ruhe, wenn auf einmal Kieselsteine vom Himmel fallen, wie das in Josua 10 zu finden ist? Insofern ist die entscheidende Frage auch damit, worauf basiert meine Ruhe? In Johannes 20 finden wir, dass der Herr Jesus an seinem Auferstehungstag, als er aus den Toten auferstanden ist, in die Mitte der Jünger kommt. Und dann heißt es: "Und er stand in der Mitte und spricht zu ihnen: ´Friede euch´", ihr könnt (00:07:04) auch sagen, Ruhe euch, er hat ihnen Ruhe zugesprochen. "Als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite, da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen". Da sehen wir, dass die Ruhe des Gewissens, die Ruhe, die wir brauchen in unserem Leben im Blick auf Gott, wo ja die Ewigkeit in unsere Herzen gelegt ist und wir ein Bewusstsein damit haben, dass es einen Gott gibt, ob wir das glauben oder nicht, dieses Bewusstsein hat Gott auch in das Herz von jedem Menschen gelegt. Und nur dadurch kann ich mit ihm in Frieden leben, zur Ruhe kommen, wenn ich mein Leben basiere auf dem Werk, auf dem Leiden, auf dem Kreuz von Golgatha, an dem der Herr Jesus gestorben ist. Das heißt, ich brauche ein festes Fundament, ich brauche eine sichere Grundlage. Dann heißt es weiter: "Jesus spricht nun wieder zu ihnen: ´Friede euch, wie der Vater mich ausgesandt hat, sende auch ich euch´." Das macht dann deutlich, dass wir auch für unser tägliches Leben diese Ruhe, diesen Frieden brauchen und den können wir nur haben in der praktischen Gemeinschaft, in der täglichen Gemeinschaft eines Lebens mit Gott. (00:08:02) Und das kann ich natürlich nur haben, wenn ich an Gott glaube, wenn ich an den Herrn Jesus glaube, wenn ich weiß, dass er für meine Sünden gestorben ist, wie soll ich sonst diese Gemeinschaft haben? Ich kann mir eine äußere Ruhe auch natürlich in dem Sinne innerlich, dass ich Dinge sozusagen verarbeite, dass ich darauf achte, dass keine Störfeuer bleiben, dass ich nicht durch irgendetwas abgelenkt werde. Aber das ist ja nicht tiefe, wahre Ruhe und Frieden. Wie kann ich so etwas haben ohne Gott? Ja, und dann kommt dieser vierte Punkt, mir passiert nichts. Das ist eine Frage, die über unserem Vermögen, die über unserer Kompetenz steht und das müssen wir lernen. Ich kann sagen, mir passiert nichts, aber das heißt gar nicht, dass mir nichts passiert. Da kommt eine Krankheit in mein Leben, da kommt eine Kleinigkeit. Menschen, die groß sind und die Großes getan haben und die groß denken, werden manchmal durch eine "klitzekleinigkeit", werden sie aus dem Leben geholt. Ja, wenn ich keinen Gott habe, wenn ich nicht an Gott glaube, dann werde ich so sprechen. (00:09:05) Es ist interessant, dass Jakobus diesen Gedanken aufnimmt. In Jakobus 4 sagt er in Vers 13: "Wohl an nun ihr, die ihr sagt, heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt gehen und dort ein Jahr zu bringen und Handel treiben und Gewinn machen". Oder ich füge hinzu, die wir sagen, ja, mir passiert nichts, mir kann nichts passieren. Ich habe die Dinge im Griff. "... die ihr nicht wisst, was der morgige Tag bringen wird. Denn was ist euer Leben? Ein Dampf ist es ja, der für eine kurze Zeit sichtbar ist und dann verschwindet. Statt, dass ihr sagt, wenn der Herr will und wir leben, so werden wir auch dieses oder jenes tun. Nun aber rühmt ihr euch in euren Großtuereien". "Wenn der Herr will, wenn der Herr will, wird mir nichts passieren. Zu sagen, mir passiert nichts, das ist leicht gesagt. Und wenn mir 78 Jahre zwar Unfälle passiert sind, aber nicht das Leben ausgelöscht wurde, dann mag ich das mit einem gewissen Selbstbewusstsein sagen. Aber ist das Realität? Mir passiert nichts. Wo ist Gott in der ganzen Sache? (00:10:01) Gott steht über allem. Und ich sage nochmal, manchmal sind es die Kleinigkeiten zu Hause, wo man gar nicht darüber nachdenkt, dass ich auf einmal aus dem Leben gerufen werde oder eben Dinge, die ich nicht in der Hand habe. Da bricht ein Haus zusammen, da kommt eine Lawine, die unvorhersehbar ist. Und dann? Fünftens, 1988 sagt dieser Artikel, hat Bernd Arnold einen schweren Sturz gehabt. Er hat eine zweite Chance bekommen, so wie Manasse. Manasse regierte 55 Jahre, der längste Regent in der Zeit von Israel und Juda. Manasse hat diese zweite Chance genutzt. Nutzen wir eine solche zweite Chance? Wie gesagt, aus dem Artikel kann ich ja nicht entnehmen, ob es vielleicht doch eine gewisse Gottgläubigkeit, ein Glauben an den Herrn Jesus Christus, an das Erlösungswerk gibt. Wenn aber nicht, dann geht man verloren. Dann hat man eine zweite Chance bekommen, aber man hat sie nicht genutzt. Das wäre fatal, das wäre tragisch. Wir wollen für uns Lehren daraus ziehen, wir wollen nicht auf irgendjemanden uns beziehen. Gut, das ist der Artikel, der Anlass dafür gab. (00:11:02) Aber was machst du mit deinem Leben? Lass uns nicht so selbstbewusst reden über Dinge, die wir selbst nicht bestimmen können. Selbst nicht als erfahrene Bergsteiger oder Tiefseetaucher oder Hochleistungssportler oder auch im beruflichen Management. Lasst uns ein Bewusstsein haben, wir sind von Gott abhängig. Und wer dieses Bewusstsein hat, der bekommt wirklich Ehrfurcht, nicht von dem Berg allein, sondern insbesondere von Gott.
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