Es besteht ein großer Unterschied zwischen einer Versammlung von Menschen, die sich um einen begabten Mann versammelt haben, und einer Versammlung, die sich einfach um den Herrn selbst versammelt, auf der Grundlage des einen Leibes. Es ist eine Sache, durch den Dienst versammelt zu werden, und eine ganz andere, zu Ihm versammelt zu werden.
Wenn Menschen nur um des Dienstes willen versammelt sind, neigen sie dazu, mit dem Dienst zu wegzugehen, wenn dieser verschwindet. Wenn jedoch ernsthafte, aufrichtige und hingebungsvolle Seelen einfach um des Herrn selbst willen versammelt sind, dann sind sie zwar sehr dankbar für wahren Dienst, wenn sie ihn erhalten können, aber sie sind nicht davon abhängig. Sie schätzen die Gabe dadurch nicht weniger, aber sie schätzen den Geber mehr. Sie sind dankbar für die Ströme des Segens, aber sie verlassen sich nur auf die Quelle.
Es wird sich immer wieder zeigen, dass diejenigen, die ohne den Dienst am besten zurechtkommen, ihn am meisten schätzen, wenn sie ihn bekommen.
Mit einem Wort, diese Gläubigen geben ihm seinen wahren Platz. Aber diejenigen, die der Gabe übermäßige Bedeutung beimessen, die sich ständig über ihren Mangel beklagen und ohne sie keine Versammlung genießen können, sind ein Hindernis und eine Quelle der Schwäche für ein örtliches Zusammenkommen.
Leider gibt es noch andere Hindernisse und Schwachstellen, die von allen ernsthaft berücksichtigt werden müssen. Jeder von uns sollte sich, wenn er seinen Platz im örtlichen Zusammenkommen einnimmt, ehrlich die Frage stellen: „Bin ich eine Hilfe oder ein Hindernis – ein Mitwirkender oder ein Verschwender?“
Wenn wir mit einer kalten, harten, gleichgültigen Seele kommen – wenn wir nur formal anwesend sind, ohne Selbstgericht, ohne innere „Übung“, ohne gebrochenen Eigenwillen; mit einer kritischen, murrenden, anklagenden Haltung, die alles und jeden außer uns selbst be- und verurteilt –, dann sind wir mit Sicherheit ein ernsthaftes Hindernis für den Segen, den Nutzen und die Freude der Versammlung. Wir sind der abgebrochene Nagel, der abgebrochene Zahn oder der ausgerenkte Fuß.
Wie traurig, wie demütigend, wie schrecklich ist das alles! Mögen wir davor auf der Hut sein, dagegen beten und es für uns selbst entschieden ablehnen.
Entnommen aus: Jedes Glied – Hilfe oder Hindernis: Was trifft zu?
Quelle: bibelpraxis.de/a9630.html