Ein dreifacher Blick auf das Haus Gottes (1) – Vergangenheit

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Haggai 2

Doch nach kurzer Zeit wurde einigen von ihnen bewusst, wie unscheinbar und gering das Haus war, das sie bauten. Im Vergleich zu der beeindruckenden Größe und Herrlichkeit des salomonischen Tempels war das Haus, das sie jetzt errichteten, „wie nichts“ in ihren Augen. Sie standen in Gefahr, den Mut zu verlieren und die Arbeit am Haus Gottes erneut aufzugeben.

Dieser Gefahr trat Gott entgegen, indem Er dem Überrest durch den Propheten Haggai eine weitere Botschaft sandte – eine ermutigende Botschaft für das Volk Gottes damals und heute.

Ein dreifacher Blickwinkel

Wenn wir diese dritte Botschaft Haggais genauer ansehen, stellen wir fest, dass Gott die Blicke des Überrests in drei Richtungen lenkt: zuerst in die Vergangenheit (Hag 2,3), dann in die Gegenwart (Hag 2,5) und schließlich in die Zukunft (Hag 2,6.7). Zunächst sollten die Bauenden zurückschauen und das Haus, das sie bauten, mit dem vergleichen, das Salomo errichtet hatte. Dann sollten sie in die Gegenwart blicken, wo Gott ihnen die Hilfsmittel vorstellte, die ihnen zur Verfügung standen. Schließlich lenkt Er ihren Blick in die Zukunft und zeigt ihnen, was aus dem Haus in der Zukunft einmal werden wird: Gott wird es mit größerer Herrlichkeit füllen als Salomos Tempel.

Auch für uns ist es gut, wenn wir diesen dreifachen Blickwinkel haben. Wir müssen zurückblicken und die Arbeit, die wir heute für den Herrn tun, mit dem vergleichen, was Gläubige vor uns getan haben. Wir müssen aber auch die Gegenwart vor Augen haben und erkennen, welche Hilfsquellen Gott uns heute gibt, um für Ihn tätig zu sein. Und schließlich brauchen wir den glaubensvollen Blick nach vorne auf das Haus Gottes, die Versammlung (Gemeinde) in der Zukunft.

Rückblick auf die Vergangenheit des Hauses Gottes

Unter den aus Babylon zurückgekehrten Juden gab es einige, die schon älter waren und den Tempel Salomos noch gesehen hatten. Im Vergleich zur Pracht und Herrlichkeit des salomonischen Tempels (vgl. 2. Chr 3-5), musste ihnen das kleine und unscheinbare Haus, das sie gerade bauten, „wie nichts“ vorkommen. Im Buch Esra lesen wir, dass es bei der Fundamentlegung solche gab, die weinten, und andere, die sich freuten (Esra 3,12.13). Die Alten dachten mit Wehmut zurück an den herrlichen Tempel Salomos und weinten. Die Jüngeren dagegen, die den Tempel Salomos nicht gesehen hatten, freuten sich darüber, dass das Fundament des Hauses Gottes gelegt worden war. Beide Reaktionen – wenn auch völlig unterschiedlich – waren angebracht.

Auch im Hinblick auf das geistliche Haus Gottes, die Versammlung (Gemeinde), kennen wir diese beiden gegensätzlichen Empfindungen. Wenn wir das, was die Versammlung zur Zeit der Apostel kennzeichnete, mit dem vergleichen, wie sie sich heute darstellt, könnte man weinen. Ja, wie schwach und unscheinbar ist das, was wir heute als Versammlung praktizieren im Vergleich zu dem Eifer und der Hingabe so vieler Gläubiger früherer Zeiten! Trauer ist in der Tat angebracht. Aber auch Freude ist angemessen. Wir freuen uns über alles, was auch heute noch am Haus Gottes getan wird. Für Gott hat der geringste Dienst an seinem Haus großen Wert.

Durch diesen Rückblick wollte Gott beim Überrest Folgendes bewirken, was auch unsere Haltung im Blick auf die Versammlung sein sollte:

  • Trauer über den damaligen Zustand des Hauses Gottes.
  • Demut im Hinblick auf ihr geringes Zeugnis: Sie hatten keinen Grund, stolz zu sein oder sich zu überheben.
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