Über Leid und Trauer erheben


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(00:00:00) Wie gehen wir mit Trauer um? Das ist ja nicht so ganz einfach und schon gar nicht ist es einfach, wenn man in der aktuellen Situation gar nicht mit Trauer zu tun hat oder vielleicht überhaupt in seinem Leben nicht so sehr viel mit Trauer zu tun hatte, darüber so zu sprechen, dass es auf der einen Seite nüchtern ist und der Schrift entspricht, aber auf der anderen Seite auch, wie wir heute so sagen, empathisch ist, dass es eine Hilfestellung denen geben kann, die in Trauer sind. Wir finden ja als Prototyp von einem Leidenden, wenn wir einmal absehen von dem Mann der Schmerzen, über den wir ja nur mit großer Andacht und Anbetung sprechen können, den Herrn Jesus, finden wir im Alten Testament Hiob. Das, was dieser Mann mitgemacht hat, das ist ja unfassbar. Er hat praktisch seinen gesamten Besitz verloren, er hat seine gesamte Familie verloren, er hat sein gesamtes Wohlgefühl, seine Gesundheit verloren, er hat eigentlich alles verloren. Und dann finden wir das auch noch seine Frau, (00:01:03) die Gott ihm als Hilfe an die Seite gestellt hat. Zu ihm sprach in Hiob 2 Vers 9, hältst du noch fest an deiner Vollkommenheit, sage dich los von Gott und stirb. Also das muss schon ein furchtbares Leid gewesen sein, das wir wirklich nicht oder kaum ermessen können, das so sehr war, dass Hiob unter Suizidgefahr stand, anders kann ich das nicht verstehen, wie seine Frau da mit ihm spricht. Und er sprach zu ihr, du redest, wie eine der Törinnen redet. Wir sollten das Gute von Gott annehmen und das Böse sollten wir nicht auch annehmen. Bei all diesem sündigte Hiob nicht mit seinen Lippen. Das ist ein großartiges Denkmal der Gnade Gottes, dass der Teufel, der versucht hat, Hiob von seiner Vollkommenheit, praktischen Vollkommenheit, einem Leben mit Gott loszueisen, loszubringen, wegzubringen, dass Satan gerade nicht bei Hiob zum Ziel gekommen ist, sondern dass Gott triumphiert hat. Und dann kommen seine drei Freunde. Und dann ist die Geschichte des Teufels (00:02:07) mit Gott zu Ende, der taucht dann auch nicht mehr auf. Aber dann kommt die Geschichte von Hiob, weil Gott natürlich das, was der Teufel an Destruktiven mit Hiob vorhatte, Gott benutzt hat, um mit seinen Zielen zu Hiob, im Blick auf Hiob, zum Ziel zu kommen. Er hat gesehen, dass da eine Wurzel des Hochmutes bei ihm war und damit handelte er. Worum es mir aber jetzt geht, ist das Leid. Und wir sehen, dass einerseits Hiob wirklich im Glauben triumphierte über diese Angriffe des Feindes, sowohl was seinen Besitz betrifft, denk mal daran, du verlierst deinen gesamten Besitz, vielleicht hast du ein Haus, vielleicht hast du Vermögen, alles, alles weg, alles. Du verlierst deine ganze Familie, alle Kinder, alle gestorben, alle unter Krankheit und was weiß ich, alle, bis auf einen. Und dann auch noch deine Frau, die sich (00:03:02) gegen dich stellt, dein Ehepartner, vielleicht ist es ja bei dir der Ehemann. Du bist praktisch allein, da ist nur noch der Herr. Und da finden wir, dass Hiob wirklich im Glauben triumphierte. Aber dann finden wir ab Kapitel 3, dass dieses Leid, wenn es länger ist, und das sagt Salomo ja auch in dem Buch der Sprüche, wenn es länger wird, dann kann es doch in unserem Leben irgendwie ein Zermürben führen, dass man wirklich daran verzweifelt. Und das, was Leid in unserem Leben oft bewirkt, ist, dass sich dann nur noch alles um unser Leid und um uns selbst dreht. Und das, meine ich, sehen wir schon dann ab Hiob 3. Es verschwindet der Tag, an dem ich geboren wurde, und die Nacht, die sprach, ein Knabe ist empfangen. Jener Tag sei Finsternis. Nichtfrage Gott nach ihm droben und nicht glänze über ihm das Licht. Und wir sehen, wie er jetzt sich nur noch um sich selbst dreht. Und das kann man ja auch verstehen. Wenn man ständig Schmerzen hat, wenn man ständig (00:04:03) mit diesem körperlichen und auch den seelischen Schmerzen zu tun hat, dann ist man natürlich mit sich selbst beschäftigt. Und dann dreht sich am Ende alles nur noch um einen selbst. Und dann ist das wie eine Spirale, die nach unten zieht. Und das ist etwas, was wir lernen müssen, was wir lernen können. Dass Gott nicht möchte, dass das Leid, so schwer es ist, zu dem Mittelpunkt unseres Lebens wird. Und das kann ganz leicht der Fall sein. Wenn wir einen nahen Anverwandten verlieren, sagen wir unseren Ehepartner oder auch ein Kind, dann kann das ganz leicht dazu führen, dass dieses Thema zum beherrschenden Thema der Gespräche, der Gedanken, der Empfindungen in unserem Leben wird. Und dass dadurch unser Blick zu dem Herrn verdunkelt wird. Das finden wir bei Hiob. Der Blick über den Herrn ist verdunkelt, sodass er sogar zu ganz falschen Schlussfolgerungen über Gottes Liebe, über Gottes Fürsorge, über Gottes Gnade, über Gott selbst kommt. Und das ist etwas, (00:05:03) was wir aus dem Leben Hiobs lernen können und lernen dürfen. Dass Gott nicht möchte, dass Themen unseres Lebens zum Mittelpunkt, zum Gegenstand von allem empfinden, denken, reden und handeln werden. Sondern er möchte, dass wir lernen, wie Hiob das ausdrücklich hier sagt. Wir sollten das Gute von Gott annehmen und das Böse sollten wir nicht auch annehmen. Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, gepriesen sei der Herr. Das ist das Wort, was wir bei Hiob finden. Das ist überaus eindrücklich, wie er mit diesen Lebensumständen zunächst umgegangen ist. Aber dann sehen wir eben, dass das Leid doch den Tribut bei ihm forderte. Und das kann eben bei uns auch sein. Wenn das Leid zum Mittelpunkt wird, wenn du mit jemandem sprichst und der dich fragt, wie geht es dir? Und du sprichst nur noch über das Leid. Dann ist das Leid zum Mittelpunkt geworden. Dann erhebst du dich nicht über das Leid. Das ist bei Abrah, meine ich, sehr eindrucksvoll. (00:06:06) Natürlich war er alt und war seine Frau auch alt. Das ist nicht vergleichbar mit jemandem, der mitten in dem Leben seinen Ehepartner verliert. Das ist unbedingt wahr. Und doch ist es schön zu sehen und ich meine, das ist wirklich vorbildhaft, wie er mit dem Tod seiner Frau umgegangen ist. Wir lesen dort in 1. Mose 23 Vers 3, und Abraham erhob sich weg von seiner Toten und redete zu den Kindern, het und so weiter. Abraham kam, um Sarah zu beklagen und sie zu beweinen. Das lesen wir in Vers 2. Aber dann erhob er sich weg. Gott gibt eine Zeit zur Trauer und die dürfen wir uns nehmen. Diese Trauer dürfen wir auch haben. Und das ist nicht nur nicht verwerflich, sondern das ist gut, das ist von Gott gewollt. Wir brauchen diese Trauer, um mit diesem Lebensabschnitt mit, sagen wir, dem Ehepartner oder auch mit dem Kind, das Gott nimmt, um diese Zeitepoche abzuschließen. Aber dann ist es wertvoll, auch einen Schlussstrich zu ziehen. (00:07:03) Dann ist ja dieses Kind oder der Ehepartner oder wer es auch sein mag, ist ja nicht aus unserem Leben rausgestrichen. Aber er wird nicht zum Mittelpunkt. In dieser Trauerphase ist das so. Da trauern wir um diese Person, die steht dann im Mittelpunkt. Und das ist noch einmal, das ist natürlich, das ist auch von Gott so gewollt. Aber dann wünscht er, dass wir uns darüber erheben und dass wir unseren Blick wieder zu dem Herrn richten, dass wir wieder mit dem Herrn gehen. Ist er nicht der Größere? Er hat uns diese Zeit geschenkt, die wollen wir dankbar aus seiner Hand annehmen. Aber dann wollen wir auch darüber hinweg kommen. Dann wollen wir auch wieder weiter mit dem Herrn gehen, denn er ist derjenige, der unsere Herzen erfüllt. Eine Person, so nah sie uns steht, die wir auch lieben, die wir auch lieb haben und das dürfen wir auch, die kann aber nicht unser Herzen erfüllen. Jedenfalls nicht vollständig. Das kann nur der Herr. Und wenn wir mit dem Herrn gehen, dann können wir uns wie Abraham erheben. Und dann wollen wir von hier ablernen, dass solange das Leid zum Mittelpunkt wird, wir letztlich nur unter dieser Last liegen. In dem Moment, wo er dann betete für seine Freunde, der erhob er sich (00:08:07) gewissermaßen über dieses Leid. Und dann kam Gott wieder an sein Blickfeld. Und dann hatte er wieder ein Leben mit Gott. Und dann veränderte sich sein Leben sofort und dramatisch zum Positiven. Wir wollen Leid niemals kleinreden. Wir wollen auch dem Leid seine Zeit geben. Aber dann wollen wir auf den Herrn sehen. Dann wollen wir wieder neu mit dem Herrn auch in Gemeinschaft gehen. Und dann wollen wir ihn vor Augen haben, wollen mit ihm leben, wollen für ihn leben. Und er erfüllt unser Herzen. Er erfüllt unser Leben. Und dann wird das andere nicht klein, aber dann wird er groß. Und dann wird unser Herz erfüllt sein von Friede und von Freude, weil er uns wieder einen neuen Lebensabschnitt gibt, wo wir ihn ehren können auf eine neue Weise. Und genau das möchte er auch.
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