Am: Di, 20. Januar 2026
In 1. Mose 4 finden wir die Folgen des Sündenfalls: Gewalttat und weitere Verdorbenheit. Und in Kain haben wir die prophetische Geschichte des Volkes Israel vorgeschattet.
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Das große Thema von 1. Mose 3 war der Sündenfall.
Das große Thema von 1. Mose 4 ist, was ist die Folge des Sündenfalls?
Wir sehen, dass Adam seine Frau erkannte, dass sie schwanger wurde und sagt:
"Ich habe einen Mann erworben mit dem HERRN". So nennt sie ihn Kain.
Und sie hat nicht erkannt, dass das, was die Folge der Sünde ist,
was die Folge des Sündenfalls gerade ein Abwenden von Gott ist,
gerade ein Fortsetzen des bösen Weges, den sie selbst, Eva, zusammen mit Adam gegangen ist,
nämlich Verdorbenheit.
Wir finden, dass ein zweiter Mensch geboren wurde: "Und sie gebar ferner seinen Bruder, den Abel.
Und Abel wurde ein Schafhirte und Kain wurde ein Ackerbauer".
Ja, während das Eine eben bedeutet "einen Mann erworben mit dem HERRN",
finden wir bei Abel den Namen "Hauch" und "Nichtigkeit".
Wir werden feststellen, dass das Bewusstsein von Nichtigkeit,
dass das Bewusstsein davon, dass man nichts ist, zu Gott führt. (00:01:04)
Dass aber das Bewusstsein davon, etwas zu sein, etwas erworben zu haben,
Gewinn zu haben, von Gott wegführt.
Denn wir sehen in den weiteren Versen, ab Vers 3,
dass Kain einen Weg geht, der in Selbstbewusstsein, in eigener Religiosität endet.
Es ist einerseits gut, dass wir lesen, dass Kain dem HERRN eine Opfergabe darbrachte.
Er wollte Gott nahen.
Das ist das, was der Mensch tun möchte. Er möchte zu Gott kommen.
Er hat es in seinem Herzen, zu Gott zu kommen.
Und das ist ein gutes Anliegen. Aber er tut es auf eigene Art und Weise.
Wir lesen, dass er eine Opfergabe von der Frucht des Erdbodens brachte.
Von der Frucht, die Gott verflucht hatte.
Gott hatte den Erdboden verflucht um Adams Willen.
Das lesen wir in Kapitel 3 Vers 17.
Und davon brachte er nun eine Opfergabe.
Gott nahm sie nicht an, während er die Opfergabe Abels, der im Glauben etwas brachte,
nämlich ein Tier, das sterben musste.
Und damit die göttliche Offenbarung, dass er nämlich Adam und Eva (00:02:05)
Röcke von Fell gemacht hat, wofür ein Tier sterben musste, aufnahm.
Der Glaube erkennt die Offenbarung Gottes und nimmt sie an.
Der Unglaube, auch in eigener Religiosität dagegen,
er versucht auf eigene Art und Weise Gott zu nahen.
Und das hat Kain getan.
Und so finden wir, dass Gott seine Opfergabe nicht annehmen kann.
Wie könnte Gott etwas annehmen von einem Menschen, der ein Sünder ist,
der etwas bringt von der verfluchten Erde?
Das ist undenkbar.
Was ist die Folge?
Dass Kain nicht mit Gott spricht, sondern dass Kain neidisch wird auf seinen Bruder.
Wir sehen also auf der einen Seite Religiosität.
Wir sehen auf der anderen Seite, dass das erste Mal Eifersucht und Neid
und das miteinander vergleichen kommt.
Und so folgt auf die Verdorbenheit von Adam und Eva,
sich auf die Einflüsterungen des Teufels einzulassen,
nun die Gewalttat von Kain, der seinen Bruder erschlägt.
Gott redet mit ihm, aber wir lesen,
dass Kain in Vers 16 "wegging von dem Angesicht des HERRN". (00:03:04)
Er ließ nicht mit sich reden.
Obwohl Gott von Sünder und von Sündopfer spricht,
lässt sich Kain nicht darauf ein, darüber nachzudenken,
sondern er geht weg von dem Angesicht des Herrn.
Er kehrt Gott den Rücken zu und ist damit der Erste, der als Gottloser lebt.
Ja, Adam und Eva waren Sünder geworden und waren dadurch natürlich auch ohne Gott.
Aber sie haben Gott als Retter angenommen.
Sie haben Gott als Heiland angenommen.
Sie haben sich vor Gott gebeugt.
Das tut Kain nicht.
Er geht von dem Angesicht des Herrn weg und wohnt in dem Land Nod, Flucht,
flieht vor Gott, statt sich vor Gott zu beugen.
Und dann finden wir die Nachkommenschaft von Kain in den Versen 17 bis 24 vorgestellt.
Und da erkennen wir, dass sie nicht notwendigerweise moralisch böse Dinge tun.
Wir sehen, dass Kain eine Stadt baut zusammen mit Hanoch.
Wir sehen, dass Kultur Einzug erhält.
Wir sehen, dass Handwerk Einzug erhält.
Wir sehen, dass bestimmte Dinge erworben werden, (00:04:02)
dass Dinge getan werden, aber alle ohne Gott.
Es ist gottlos.
Nicht unbedingt in bösem moralischen Sinn, aber man handelt gottlos.
Und das kommt dann ganz besonders hervor, wenn Lamech sagt zu seinen Frauen Ada und Silla:
"Hört meine Stimme, Frauen Lamechs, horcht auf meine Rede.
Einen Mann erschlug ich für meine Wunde und einen Jüngling für meine Strieme".
Denn wir sehen, dass die Unmoral fortgeführt wird dadurch, dass er zwei Frauen hat.
Und wir finden, dass er die Gewalttat eben dem hinzufügt,
dass er einfach einen Menschen erschlägt, weil es ihm Freude macht.
Das ist die Welt.
Das ist der Fortlauf der Welt.
Aber in Kain sehen wir zugleich ein Vorbild auf die Geschichte des Volkes Israel.
Kain ist das Volk Israel gewissermaßen in Person,
die in Religiosität vor Gott kommen,
die wollen, dass Gott sie auf ihre eigenen Werke hin annimmt.
Und Gott kann das nicht tun, sondern Gott muss Gericht üben.
Aber dieser Vers 23, der moralisch gesprochen eine absolute Bosheit ist, (00:05:03)
ist doch prophetisch gesprochen ein Hinweis darauf,
dass das Volk Israel, wie wir das in Jesaja 53 finden, zur Einsicht kommt
und bekennen wird, dass sie einen Mann erschlagen haben,
nämlich Christus, ihren eigenen Messias und an das Kreuz gebracht haben.
Das ist die Geschichte des Volkes Israel.
Auf eigenen Werken lebend, eigene Dinge tuend, ohne Gott handelnd,
aber dann zum Schluss zum Bekenntnis kommend.
Wir finden dann zum Schluss, dass Adam seine Frau noch einmal erkannte,
dass Seth als Sohn geboren wird.
Der Name bedeutet "Ersatz".
Und dass in der Zeit von Seth man anfing, den Namen des Herrn anzurufen.
Ein Neuanfang, wo Gott angerufen wird in Anbetung,
wo erkannt wird, dass nur dann, wenn man mit Gott ins Reine kommt,
wenn man eine Beziehung zu Gott hat, es eine Zukunft geben kann.