Hätte Israel durch Edom reisen können, hätten sie vielleicht knapp 200 Kilometer weniger zurücklegen müssen, als wenn sie dieses feindliche Land umgangen hätten. Sie baten darum, durchreisen zu dürfen, versprachen, nur auf der „öffentlichen“ Straße zu gehen und für alles zu bezahlen, was sie benutzen würden. Aber Edom lehnte entschieden ab und kam mit einer Waffendemonstration. Deshalb „bog Israel von ihm ab“.
Edom ist eigentlich derselbe Name wie Adam, nur die Vokale sind geändert. Wie ein Schreiber andeutet, bleibt das Fleisch immer dasselbe, egal wie es sich auch tarnen mag. Für den Gläubigen besteht immer die gefährliche Versuchung, mittels des Fleisches eine Abkürzung nehmen zu wollen. Aber Gottes Ziele können nicht durch das Fleisch erreicht werden.
Wir müssen lernen, dass das Fleisch gegen den Geist begehrt und sich Gott nicht unterwirft. Was sollen wir jedoch tun, wenn das Fleisch seine Feindseligkeit zeigt, wie es Edom tat? Israel griff nicht zu den Waffen und kämpfte nicht, wie es später in diesem Land gegen andere Feinde aufgefordert wurde. Vielmehr wandte es sich von Edom ab.
Genauso sind Gläubige nicht dazu aufgerufen, Krieg gegen das Fleisch zu führen. Sie sind nicht in der Lage, diesen Feind in ihrem Inneren durch Kampf zu überwinden. Im Kampf gegen Satan sollen wir widerstehen und standhaft bleiben, nachdem wir die ganze Waffenrüstung Gottes angelegt haben (Eph. 6,11-13). Aber im Kampf gegen das Fleisch sollen wir uns von seinen verführerischen Angriffen abwenden und uns auf den Geist Gottes verlassen, um den richtigen, christlichen Kampf zu führen.
Wir haben das Vorrecht, unsere Augen auf Christus zu richten und nicht auf den Feind. Als Paulus in 1. Timotheus 6,9-10 Timotheus vor den Fallstricken des Fleisches warnt, fügt er in Vers 11 hinzu: „Du aber, o Mensch Gottes, fliehe diese Dinge; strebe aber nach Gerechtigkeit, Gottseligkeit, Glauben, Liebe, Ausharren, Sanftmut des Geistes.“ Anstatt den Kampf gegen das Fleisch zu führen, bei dem wir immer verlieren werden, wollen wir unsere Gedanken und Herzen auf den positiven Charakter Gottes, auf den Herrn Jesus und alles, was Er für uns ist, richten.
Quelle: bibelpraxis.de/a9571.html