Am: Sa, 27. Juni 2026
Heuchelei und Pharisäertum sind nicht nur "alte" Krankheiten, sondern auch moderne. Wer müsste nicht zugeben, dass in seinem eigenen Leben so etwas immer wieder vorkommt. Wenn ich davon spreche und andere meine statt mich selbst, ist es schon Heuchelei. Es gab nur den Einen, der vollkommen frei davon war ...
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Vor einiger Zeit war ein ganz besonderes Beispiel an Heuchelei und Pharisäertum zu sehen.
Da waren Artikel, denen man gar nicht entgehen konnte.
In der Neuen Zürcher Zeitung wurde zum Beispiel getitelt, der Ausschnitt eines Brautkleids
entblößt die Doppelmoral des iranischen Regimes.
Da ging es um Ali Shamkhani, dessen Tochter durch einen prunkvollen Festsaal geführt
wurde, und zwar von ihm selbst, und er ist ehemaliger Sekretär des Obersten Rates für
Nationale Sicherheit.
Am Tag des Zeitungsartikels war er Berater des damaligen Revolutionsführers Ali Khamenei, und seine Tochter, seine Braut,
trägt ein weißes Kleid mit tiefem Dekolleté, einen langen transparenten Schleier, der über
das offen getragene Haar drapiert worden ist.
Warum ist das besonders?
Weil er, Shamkhani, in seiner offiziellen Funktion das System trägt und verteidigt
und sogar mit Strafen anführt, das Frauen im öffentlichen Raum zur Verhüllung zwingt
und Verstöße mit brachialer Gewalt, mit Brutalität und Sanktionen belegt. (00:01:05)
Immer wieder sind Frauen wegen ihrer unislamischen Kleidung von der Sittenpolizei festgenommen
worden und dann eben auch drangsaliert worden und so weiter im Gefängnis behandelt worden.
Und das ist so ein besonderes Beispiel an Heuchelei, was normalerweise gar nicht in
die Medien gelangt, gerade in einer solchen Nation oder in einem solchen Bereich, wo Despoten
herrschen.
Aber diese Heuchelei, dieses Pharisäertum ist eben etwas, was irgendwie in allen unseren
Herzen vorhanden ist.
Dabei muss man auch aufpassen, es ist ja schon wieder Heuchelei, es ist schon wieder Pharisäertum,
wenn ich jetzt so einen Podcast mache und damit andere meine, wenn ich damit sagen möchte,
die anderen sind gemeint.
Ich schreibe etwas oder ich sage etwas und eigentlich meine ich nicht mich, ja natürlich
sage ich, ich bin auch eingeschlossen, aber in Wirklichkeit möchte ich jemanden oder
andere möchte ich an den Pranger stellen und das ist Heuchelei, das ist Pharisäertum (00:02:05)
und da müssen wir aufpassen, wer könnte sich davon freisprechen, gerade wenn man so
viele Podcasts, so viele Artikel schreibt, da hat man immer jemanden vor Augen und möchte
man den vielleicht an den Pranger stellen, möchte man dem etwas weitergeben, schließen
wir uns wirklich immer ein, alles andere ist, wenn wir das nicht tun, ist Pharisäertum.
Da bin ich selber ein Beispiel für das, was ich eben hier auch beschreiben möchte.
In Psalm 78 finden wir, dass schon im Alten Testament diese Heuchelei, dieses Pharisäertum
existierte.
Da finden wir einen langen Psalm, der von Asaph geschrieben wurde, wo er viel über
die Geschichte des Volkes Israel sagte.
Er hat in Vers 35 gesagt, sie erinnerten sich daran, dass Gott ihr Fels sei und Gott
der Höchste ihr Erlöser und dann im nächsten Vers, und sie heuchelten ihm, eigentlich sie
betrogen ihn mit ihrem Mund und mit ihrer Zunge belogen sie ihn.
Das ist Heuchelei, das ist, dass man sogar meint, Gott gegenüber könnte man etwas darstellen, (00:03:05)
was man nicht ist.
Das ist so seltsam, auch wir als Christen, obwohl wir genau wissen, dass Gott sieht,
dass Gott hört, dass er allwissend ist, dass er allmächtig ist, dass er allgegenwärtig
ist, dass wir doch meinen, wir könnten ihm etwas vorheucheln, das zeigt das Volk Israel.
Sie heuchelten ihm mit ihrem Mund, sie taten so, als ob, aber in Wirklichkeit war das ganz
anders, als ob Gott nicht mein Herz sehen kann.
Es ist so töricht, aber so sind wir, genauso übrigens gegenüber Menschen.
Menschen durchschauen uns doch, sie erkennen doch, ob ich heuchle oder nicht, ob ich hier
etwas weitergebe, um andere an den Pranger zu stellen oder ob ich mich selbst damit einschließe,
das spüren doch die Menschen und deshalb ist das so töricht.
Heuchelei natürlich nicht immer und nicht immer sofort, aber sehr oft wird, wie bei
den Pharisäern, das so schnell deutlich, dass sie Heuchler sind, dass sie mit dem Finger
auf andere zeigen, aber sich selber als das Bessere empfinden und da braucht man eigentlich (00:04:03)
gar nicht einen solchen Podcast oder sonst etwas zu tun.
Wir finden das dann in Matthäus 23, das ist ja dieses vielleicht siebenfache W, das der
Jesus ausspricht und da heißt es in Versen 3 bis 5, alles nun, was irgend sie, die Pharisäer,
die Schriftgelehrten, euch sagen, tut und haltet, aber tut nicht nach ihren Werken,
denn sie sagen es und tun es nicht.
Sie binden alt, aber schwere und schwer zu tragende Lasten zusammen und legen sie auf
die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen.
Alle ihre Werke aber tun sie, um sich von den Menschen sehen zu lassen, denn sie machen
ihre Gebetsriemen breit und die Quasten groß und sie lieben den ersten Platz bei den Gastmällern
und die ersten Sitze in den Synagogen und so weiter.
Da sehen wir bei diesen Pharisäern der Unterschied, Vers 3, zwischen Worten und Werken.
Man kann gut reden, man kann gut anderen etwas sagen, man kann gut Frömmigkeit irgendwie (00:05:03)
aussprechen, aber in den Taten, daran werden wir gemessen, das ist Heuchelei.
Wir sehen, dass sie andere schwere Lasten auferlegen, dass sie anderen deutlich machen,
wie sie sich verhalten sollen, in Wirklichkeit aber verhalten sie sich selbst ganz anders.
Das müssen wir uns sagen lassen, die wir über Heuchelei sprechen, die sich selbst
groß machen, die selbst anerkannt werden wollen, die selbst als gute Redner, als gute
Prediger bekannt sein wollen, aber in Wirklichkeit in ihrem Leben ganz anders sind, ganz anders
vor Gott dastehen.
In Vers 28 fügt der Herr Jesus dann noch hinzu, so erscheint auch ihr, zwar von außen
den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Gesetzlosigkeit, da heuchelt
man Treue, da heuchelt man Entschiedenheit, in Wirklichkeit aber lebt man sich selbst,
vielleicht noch mit an sich gut aussehenden Taten, aber in Wirklichkeit will man selber
im Mittelpunkt stehen, wie das bei den Pharisäern hier der Fall war. (00:06:03)
In Markus 12 fügt der Herr Jesus dann noch hinzu, in den Versen 13 bis 15, und sie senden
einige, oder da lesen wir, sie senden einige der Pharisäer und der Herodianer zu ihm,
damit sie ihn in der Rede fingen, und sie kommen und sagen zu ihm, Lehrer, wir wissen,
dass du wahrhaftig bist und dich um niemand kümmerst, denn du siehst nicht auf die Person
der Menschen, sondern lehrst den Weg Gottes nach der Wahrheit, ist es erlaubt, dem Kaiser
Steuer zu geben oder nicht?
Sollten wir sie geben oder sollten wir sie nicht geben?
Da er aber ihre Heuchelei kannte, sprach er zu ihnen, was versucht ihr mich?
Wir sehen hier, dass der Herr Jesus deutlich macht durch diese Begebenheit, was für Heuchler
das waren.
Pharisäer und Herodianer, die hatten eigentlich nichts miteinander zu tun, die waren eigentlich
feindlich gesonnen, aber wenn sie ein bestimmtes Ziel verfolgt, dann haben sie sich miteinander
vermischt.
Da sehen wir, dass falsche Verbindungen aus Heuchelei geschlossen werden können, um ein
bestimmtes böses, verkehrtes Ziel zu erreichen.
Das mag fromm aussehen, das mag auch fromm klingen, die Realität ist eine andere. (00:07:05)
Dann sehen wir in Vers 14, dass sie so tun, als ob sie meinten, der Herr Jesus wäre wirklich
vorbildlich.
Ja, das, was sie beschreiben, ist Wahrheit bei dem Herrn Jesus gewesen, so war er, aber
sie meinten das nicht ehrlich.
Und da sehen wir, der Zweck heiligt niemals die Mittel, wie wir das hier sehen.
Zu heucheln, jemandem vorzugeben, wie fromm und wie gut er ist, um ihm dann einen draufzugeben,
das ist eben pure Heuchelei.
Und dann finden wir, dass sie letztlich Gott versuchten.
Heuchelei ist Gott zu versuchen, den Herrn Jesus zu versuchen, das haben sie getan und
das kommt bei der Heuchelei hervor, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.
Auch in Lukas 12 finden wir wieder die Heuchelei.
Vers 1, als sich unterdessen viele tausende der Volksmengen versammelt hatten, sodass
sie einander traten, fing er an zu seinen Jüngern zu sagen, hütet euch vor dem Sauerteig
der Pharisäer, der Heuchelei ist.
Der Jesus zeigt also, dass Heuchelei kein Kavaliersdelikt ist, nicht irgendetwas kleines (00:08:06)
ist.
Im Sauerteig findet der Apostel Paulus klare Worte zu 1. Korinther 5 und Galater 5.
Das sind böse Zustände, die nach 1. Korinther 5 und damit auch nach Galater 5 einen Ausschluss
notwendig machen.
In diesen Bereich überführt der Herr Jesus auch die Heuchelei.
Lasst uns also wirklich klar sehen, wie böse das in den Augen Gottes ist.
Heuchelei.
Vor Gott ist das eben nicht verborgen, vor Menschen mag das immer wieder verborgen sein.
Und lasst uns nicht übersehen, dass wir als Gläubige dem auch anheimfallen können.
Wir denken an Galater 2 Vers 13, wo der Apostel schreibt, und mit ihm, mit Petrus, heuchelten
auch die übrigen Juden, sodass selbst Barnabas durch ihre Heuchelei mit fortgerissen wurde.
Ja, ein solch treuer, ein so hingebungsvoller Mann, auch er wurde durch die Heuchelei von (00:09:01)
Petrus und anderen Juden mitgezogen.
Keiner von uns ist gefeiht vor diesen Dingen.
Ist das nicht etwas, was wir auch in unserem Leben immer wieder feststellen müssen, dass
man Dinge anderen auferlegt, aber in Wirklichkeit sie selber nicht tut?
War das nicht bei Corona auch so?
Da haben Regenten, haben Masken und was weiß ich alles auferlegt und was findet man dann
auf einmal?
Da findet man dann Bilder von Festen, wo sie selber sich überhaupt nicht dran gehalten
haben.
Und so können auch wir, können wir Dinge anderen sagen und selber handeln wir ganz
anders.
Egal ob als solche, die predigen oder überörtlich oder als solche, die das nur am Ort tun, als
solche, die als Eltern den Kindern bestimmte Dinge verbieten, aber selber sich in ähnlichen
Bereichen Freiheit nehmen.
Heuchelei, etwas Schlimmes in den Augen Gottes.
Lasst uns das nicht übersehen und lasst uns wirklich in unserem Leben nachschauen, wo
wir in einzelnen Punkten oder sogar in größeren Punkten wirklich Heuchelei beweisen, indem (00:10:03)
wir so reden und so handeln, indem wir vorgeben etwas zu sein, aber in Wirklichkeit ganz anders
leben.
Der Einzige, der da absolut von frei war, der Einzige, das ist der Jesus, bei jedem
von uns ist so ein Stück weit ein solcher Heuchelei auch vorhanden.
Der Jesus konnte sagen, dass er durchaus das war, was er zu ihnen redete.
In welchem Maß kann ich das von mir sagen?