Am: Sa, 25. Oktober 2025
Es war ein oder der Aufreger dieser Woche in den Medien: Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz wurde am Donnerstag, den 23. Oktober, morgens von der Polizeit "besucht", anscheinend mit einem Durchsuchungsbeschluss. Angabegemäß, wie er sich später in den Medien äußerte, ging es um einen Tweet bei X (früher Twitter), wo er sich zu einer Veröffentlichung der TAZ geäußert hatte. Wir fragen uns, was das für Folgen für uns als Christen hat, was hier aktuell vorgeht ...
Transkript der Audiodatei
Hinweis: Der folgende Text ist ein computer-generiertes Transkript der Audiodatei. Vereinzelt kann die Spracherkennung fehlerhaft sein.
(00:00:00)
Das war einer der Aufreger dieser Woche.
Norbert Bolz, Professor für Medienwissenschaften an der TU Berlin,
wurde vorgestern, am Donnerstag, den 23.10. morgens, kurz vor 9 Uhr, von vier Polizisten besucht,
die offenbar einen Durchsuchungsbeschluss, Durchsuchungsbefehl dabei hatten.
Anlass war wohl ein Tweet, den er auf X abgesetzt hatte,
wo es um ein Thema woke ging, wo er einen Artikel, der in der Taz erschienen war,
auf ironische Weise aufs Korn genommen hat.
Wir wissen ja nicht genau, weil natürlich weder die Staatsanwaltschaft, noch die Polizei,
noch sonst wer im Einzelnen jetzt zu diesem Fall Stellung beziehen konnte und Stellung beziehen wollte,
was genau dahinter steht.
Wir müssen also irgendwie mit den Bemerkungen vorlieb nehmen, die in der Öffentlichkeit gefallen sind.
Jedenfalls hat anscheinend die Zentrale Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet, der ZMI,
eben einen solchen Tweet, den er abgesetzt hat, als Anlass genommen, (00:01:01)
ihm Dinge vorzuwerfen, die dann irgendwann gerichtlich geklärt werden.
Anscheinend ist ihm, so heißt es jedenfalls, so sagt er das,
von den Polizisten der gute Rat gegeben, in Zukunft vorsichtiger zu sein.
Und in gleicher Ironie, wie auch bei diesem Tweet,
fügt er dann hinzu, dass er jetzt nur noch über Bäume sprechen würde.
Nun, wir können ja nicht beurteilen, was da genau vorgefallen ist.
Wie gesagt, wir haben nur bruchstückhaft in der Öffentlichkeit jetzt bestimmte Mitteilungen gelesen oder gehört.
Und wir haben niemals in einem solchen Fall ein umfassendes Bild.
Übrigens ein ganz wichtiges Thema, was auch die Versammlung Gottes betrifft,
man kann erst zu einem wirklichen Urteil kommen, wenn man ein umfassendes Bild hat.
Und das hat man ganz bestimmt nicht in dem Moment, wo man bestimmte Personen,
die sich zu einem Fall in der Öffentlichkeit äußern, dann gehört hat,
aber eben gar nicht mit allen Personen sprechen konnte, was in diesem Fall ja gar nicht möglich ist.
Insofern sagt uns Gottes Wort immer, dass wir sehr umsichtig, sehr zurückhaltend,
sehr vorsichtig umgehen müssen, etwas beurteilen zu wollen, was wir gar nicht beurteilen können.
Wo wir mit bestimmten Betroffenen gar nicht haben sprechen können. (00:02:02)
Wo vielleicht bestimmte Dinge auch in der Vergangenheit gewesen sind,
wo man heute diese Dinge gar nicht mehr komplett aufrollen kann.
Wo man, wenn eine örtliche Versammlung nach vielen Jahren, nach vielen Bemühungen,
nach vielen Seufzen, nach vielen Tränen, nach vielen Gebeten, auch Gebetsstunden,
zu einem bestimmten Urteil kommt. Und wir meinen dann mit der Faktenlage von außen,
die uns eben nur bruchstückhaft vorliegt, dann zu einem Urteil zu kommen.
Man muss da immer vorsichtig sein. Das sollten wir bedenken, auch in diesem Fall.
Ich nehme das deshalb zum Anlass, weil ich glaube, dass wir als Christen in dieser Sache
nicht ein Urteil sprechen sollen, sondern Konsequenzen für uns ziehen sollen.
Der erste Punkt ist natürlich, wenn es um ein solches Vorgehen geht,
dass wir bedenken müssen, was in Römer 13 Vers 1 bis 7 steht.
Jede Seele sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan, denn es gibt keine Obrigkeit außer von Gott.
Diejenigen aber, die bestehen, sind von Gott eingesetzt.
Wer sich daher der Obrigkeit widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes.
Die aber widerstehen, werden ein Urteil über sich bringen.
Denn die Regenten sind nicht ein Schrecken für das gute Werk, sondern für das böse. (00:03:02)
Und vielleicht sagt man jetzt, ja, aber das ist ja hier genau umgekehrt.
Vorsicht! Wissen wir wirklich, was genau vorgefallen ist?
Wissen wir wirklich, was das genaue Urteil ist, was da genau zu beurteilen ist?
Es wird ja vermutlich irgendeine Art von Gerichtsverfahren geben.
Ich sage nicht, dass das immer gerecht ist.
Aber haben wir wirklich das Recht zu sagen, das ist alles verkehrt, das ist nur Einschüchterung?
Das kann ja der Fall sein.
Ich sage nicht, dass das nicht der Fall ist.
Aber lasst uns vorsichtig sein, vorschnell zu einem Urteil zu kommen.
Manchmal hat sich im Nachhinein, manchmal, nicht immer,
hat sich im Nachhinein herausgestellt, dass die Dinge doch etwas anders lagen,
als sie jetzt von den ersten Kommunikatoren in der Öffentlichkeit dargestellt wurden.
Damit sage ich nicht, dass alles richtig gewesen ist.
Und natürlich haben wir seit vielleicht ungefähr fünf Jahren, Jahr 2020,
eine besondere Sensibilität im Blick auf solche Eingriffe, die wir empfinden,
als einen Eingriff in die Meinungsfreiheit, in die Pressefreiheit und so weiter.
Aber nochmal Vorsicht!
Wir haben im Moment nur bruchstückhaft Informationen vorliegen,
die können sich in unser Meinungsbild natürlich gut einfügen. (00:04:03)
Aber auch da sind wir oft sehr einseitig.
Haben wir eine einseitige Sichtweise?
Sind wir selber Teil einer gewissen Blase?
Also, willst du dich nicht vor der Obrigkeit fürchten?
Sie übt das Gute aus und du wirst Lob von ihr haben.
So übe das Gute aus und du wirst Lob von ihr haben, denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten.
Ich sage nochmal, wir brauchen von der Welt nichts Gutes zu erwarten.
Absolut nicht!
Wir wissen, dass diese Welt unter der Herrschaft des Teufels steht,
der nach Johannes 14 der Fürst dieser Welt ist,
nach 2. Grund 4 der Gott dieser Welt.
Wir brauchen da nichts Gutes zu erwarten.
Aber lasst uns vorsichtig sein, ein abschließendes Urteil zu fällen,
ohne dass wir alle Einzelheiten kennen.
Das heißt natürlich zweitens nicht, dass wir nicht persönlich zu Urteilen kommen können,
dass wir nicht persönlich auch beurteilungsfähig sein können
und beurteilungsfähig bleiben können.
Aber wenn wir meinen, wir könnten jetzt ein umfassendes Urteil abgeben,
dann tun wir genau das, was wir anderen auch absprechen.
Also lasst uns da einfach vorsichtig sein.
Nochmal, persönlich sollte man urteilsfähig sein, urteilsfähig bleiben. (00:05:01)
Sollte man vor allen Dingen das nach Gottes Wort tun.
Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass wir in solchen Fragen,
die ja auch irgendwie politischer Art sind, mehr politisch argumentieren,
als dass uns Gottes Wort wirklich prägt und Gottes Wort in uns wohnt,
wie das bei dem Herrn Jesus der Fall war.
Wie oft hat sich der Herr Jesus über solche politischen Dinge geäußert?
Das hat er. Er hat einmal Herodes einen Fuchs genannt.
Geht hin zu diesem Fuchs.
Der Herr Jesus hatte ein Urteil, aber sehr zurückhaltend und sehr selten,
dass er sich über Politiker, über Regenten geäußert hat.
Und das sollte für uns Mahnung genug sein.
Aber drittens sollten wir als Konsequenz für uns als Christen klar sehen,
die Luft wird dünner.
Die Luft sich frei zu äußern.
Es gibt ja viele Themen.
Der Begriff Woke, Wokeismus und so weiter ist einer.
Genderismus, das Gendern ist das zweite.
Die Frage, was gibt es eigentlich für Geschlechter?
Das vierte, wie haben wir uns der Moral, der Sitte, der Ethik,
die in der Gesellschaft heute vorhanden ist, gegenüber zu äußern?
Was dürfen wir eigentlich noch sagen in der Öffentlichkeit? (00:06:02)
Was ist aber auf der anderen Seite unser Auftrag im Blick auf diese Dinge?
Was sollten wir hier eigentlich zu sagen?
Das ist ja die Frage.
Da können wir nur sagen, die Luft wird dünner,
aber lasst uns auch überdenken, wo wir uns an die Gesellschaft wenden
und wo wir uns nur an Christen wenden
und wie wir diese Unterscheidung vornehmen können.
Das führt viertens dazu, dass wir uns fragen müssen,
wozu sind wir eigentlich bereit?
Was ist eigentlich unser Auftrag?
Der Jesus sagt einmal, wir lesen das in Markus 8 Vers 35,
wer irgend sein Leben erretten will, wird es verlieren.
Wer aber irgend sein Leben verlieren wird,
um meinet und des Evangeliums willen, wird es erretten.
Das heißt, wenn wir dem Auftrag uns verpflichtet fühlen,
den der Herr uns gegeben hat, die gute Botschaft weiterzugeben,
dann werden wir mit unserem Leben dafür einstehen und einstehen müssen.
Wir haben es ja sehr gut gehabt in Deutschland bisher in den letzten 80 Jahren.
Das ist in vielen anderen Ländern ganz anders der Fall.
Und da ist ja die Frage, wie gehen wir mit dieser Freiheit um? (00:07:02)
Was tun wir mit dieser Freiheit oder Nichtfreiheit?
Was tun wir mit den Aufträgen des Herrn, die gute Botschaft weiterzugeben?
Lassen wir uns dadurch abhalten, dass das verboten wird?
Dass das jetzt in der Art und Weise, wie wir uns da äußern,
nach den Gedanken des Herrn, und das müssen wir immer prüfen,
ist das das richtige Medium, ist das das richtige Mittel?
Sind wir bereit, mit unserem Leben dafür einzustehen?
Wie ist das bei dem Apostel Paulus gewesen?
Wir lesen in Apostelgeschichte 20, in Vers 24, da sagt der Apostel,
aber ich nehme keine Rücksicht auf mein Leben als teuer für mich selbst,
damit ich meinen Lauf vollende und den Dienst,
den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, zu bezeugen,
das Evangelium der Gnade Gottes.
Er war bereit dafür, auch zu leiden und sogar zu sterben.
Und am Ende ist er als Märtyrer gestorben.
Die Frage ist ja, sind wir bereit, um des Evangeliums Willen
auch in unserem Land Nachteile auf uns zu nehmen?
Die Nachteile bisher halten sich noch sehr in Grenzen.
Es geht noch gar nicht um unser Leben, wie das bei dem Apostel Paulus der Fall gewesen ist.
Und dabei müssen wir bedenken, es geht nicht nur um die Frage des Evangeliums. (00:08:04)
Wir lesen, dass der Apostel in Apostelgeschichte 22 von seiner Bekehrung erzählt,
als er dort gefangen genommen worden war.
Und dann erzählt er die Bekehrungsgeschichte und er sagt dann weiter,
dass der Herr Jesus zu ihm gesagt hat,
geh hin, denn ich werde dich weit weg zu den Nationen senden.
Sie hörten ihm aber bis zu diesem Wort zu und erhoben ihre Stimme und sagten,
weg von der Erde mit einem solchen, denn es gezähmt sich nicht, dass er am Leben bleibt.
Das heißt, Nachteile gibt es nicht nur im Blick auf die Gute Botschaft,
sondern auch, dass wir deutlich machen, was Gottes Gedanken im Blick auf die Gemeinde,
im Blick auf die Versammlung Gottes ist.
Hier ging es darum, dass sie eben nicht nur aus Juden besteht,
sondern dass sie aus Juden und Heiden besteht, die Versammlung Gottes.
Und sind wir bereit, auch Nachteile auf uns zu nehmen,
dass es einsam um uns wird, dass man uns sozusagen aufgibt,
dass man weg geht, dass man Zusammenkünfte verlässt,
weil man eben nicht mehr die Wahrheit über die eine Versammlung,
über die Einheit der Versammlung, über das Einssein der Versammlung Gottes, (00:09:04)
über die biblische Lehre, die Gott uns gegeben hat,
dass wir die Einheit des Geistes bewahren sollen im Band des Friedens,
weil man das nicht mehr hören will.
Das geht uns vielleicht im Moment nicht so wie Paulus, dass es dann ans Leben geht.
Aber dann wird es vielleicht einsam, dann wird es immer weniger
und man muss mit Schmach und Spott rechnen und auch mit den Vorwürfen.
Das kann ja nicht richtig sein, weil immer weniger nur noch bereit sind, dem zu folgen.
Sind wir bereit, auch um dieses Ratschluss des Gotteswillens,
um dessen Willen, was eben er über die Versammlung gesagt hat,
Nachteile auf uns zu nehmen?
Wir sehen bei dem Apostel Paulus in 1. Korinther 9 in Vers 16,
dass er klar sagt, denn wenn ich das Evangelium verkündige,
so habe ich keinen Ruhm, denn eine Notwendigkeit liegt mir auf.
Denn wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigte.
Ich nehme das jetzt mal im weitesten Sinn.
Sind wir bereit, den Auftrag des Herrn, den er allen Gläubigen gegeben hat,
und vielleicht dir ganz besonders als Evangelist oder als Lehrer oder als Hirte,
sind wir bereit, diesem Auftrag nachzukommen,
auch wenn das mit Nachteilen für mich, für dich, für uns verbunden ist?
Abschließend 8. möchte ich sagen, Apostelgeschichte 14 Vers 22, (00:10:05)
lasst uns nicht vergessen.
Der Apostel und auch Barnabas, sie befestigten die Seelen der Jünger
und ermahnten sie, im Glauben zu verharren
und dass wir durch viele Trübsale, durch viele Drangsale
in das Reich Gottes eingehen müssen.
Diese Nachteile werden wir auf uns nehmen müssen.
Damit müssen wir rechnen. Sind wir dazu bereit?
Uns geht es nicht um Politik.
Wir haben gar nicht mit dieser Politik zu tun.
Was sollen wir der Politik sagen?
Sie ist Teil dieser Welt und damit haben wir nichts zu tun.
Wir können diese Welt nicht verbessern
und wir wollen diese Welt auch nicht verbessern,
denn sie steht unter dem Gerichtsurteil Gottes.
Deshalb hat es keinen Zweck, sich da einzumischen,
in der Öffentlichkeit zu politischen Dingen Stellung zu beziehen,
weil wir sowieso nichts erreichen können.
Die Welt steht unter dem Gerichtsurteil Gottes,
sie steht unter der Herrschaft des Teufels, also lassen wir sie.
Aber sind wir bereit für das Wort Gottes, für die Wahrheit,
für das Evangelium, sind wir bereit dafür,
Nachteile auf uns zu nehmen?
In der DDR damals haben die Geschwister das getan.
Sie konnten vielfach nicht studieren (00:11:01)
oder haben keine guten Arbeitsstellen dadurch bekommen.
Und wir heute?
Wir zucken schon zurück, wenn es irgendwelche Nachteile gibt.
Lasst uns dieses Thema, diese Durchsuchung bei Norbert Bolz zum Anlass nehmen,
unser eigenes Verhalten, unsere eigenen Überzeugungen,
unseren eigenen Dienst einmal in das Licht Gottes zu stellen und zu prüfen,
sind wir bereit, den Worten Gottes, dem Auftrag Gottes,
dem Auftrag des Herrn auch immer noch Folge zu leisten?