Früher galten Ohrlöcher als ...


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(00:00:00) Vor einiger Zeit las ich einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der überschrieben war mit »Einst galten Ohrlöcher als primitiv«. Interessant, dieser Artikel war geschrieben letztlich über die alte Queen, die nicht mehr lebt. Sie war eigentlich nicht bekannt dafür, dass sie progressiv war, dass sie modische Wagnisse eingegangen wäre oder durch ihr Äußeres sozusagen ein Statement abgeben wollte. Aber interessant ist, dass der Trend sich durch sie eigentlich durchsetzen ließ, dass sie diesen Trend begann, nämlich sich Ohrlöcher stechen zu lassen. Vorher war das etwas, was als primitiv galt, was als Verstümmelung galt, was sozusagen den Körper zerstörte. Es war verbunden sozusagen mit einem ersten Schritt in Richtung Barbarei. Was die Queen dazu gebracht hat, mit diesen Vorstellungen ihrer damaligen Generation zu brechen und sich piercen zu lassen, ist nicht klar. Wir wissen heute, dass es Gang und Gäbe ist. (00:01:03) Angeblich soll sie zu ihrer Verlobung ein paar Ohrringe bekommen haben, die sie eben ohne Löcher nicht hätte tragen können. Es ist interessant, dass das Bild sich sehr geändert hat, und zwar auch unter Christen. Es war, ich würde sagen, bis vor zehn Jahren, 15 Jahren, jedenfalls in Deutschland, noch verpönt, solch einen Schmuck zu tragen, Ohrringe zu tragen, Fußringe zu tragen und so weiter. Heute ist auch das Gang und Gäbe unter Christen, unter solchen, die bekennen dem Herrn Jesus anzugehören. Und wir haben ja keine gesetzliche Sichtweise auf ein solches Thema, überhaupt auf biblische Themen. Wir wollen also nicht meinen, weil ich etwas nicht tue, deshalb bin ich ein guter Christ, weil ich etwas nicht tue, deshalb werde ich von Gott angenommen. Das heißt aber natürlich bei Weitem nicht, dass wir nicht uns fragen wollen, was Gottes Gedanken zu einem bestimmten Thema sind. Vergessen wir nicht, was der Apostel Paulus in Römer 12 uns vorstellt, wo er sagt, (00:02:02) dass wir unser Leben als ein lebendiges, heiliges, gottwohlgefälliges Schlachtopfer sehen sollen, was unser vernünftiger Dienst ist. Und da heißt es, dass wir eben nicht gleichförmig dieser Welt sein sollen. Das Wort, was im Griechischen hier benutzt wird, könnte man auch in dem Sinne einmal sozusagen paraphrasieren. Wir wollen uns nicht dem Schema dieser Welt anpassen. Wir wollen nicht so sein wie diese Welt. Innerlich können wir das sowieso nicht, weil wir nicht zu der Welt gehören, aber äußerlich können wir das. Und mit äußerlich meine ich jetzt nicht das, was wir sozusagen als konkrete Kleidung tragen oder jetzt Ohrringe oder nicht, sondern das ist ein Teil dessen. Äußerlich meint das, was ich denke, das, was meine Denkart ist, das, was meine Worte sagen, das, was meine Augen sehen wollen, was mein Herz begehrt, worauf ich meine Hand sozusagen lege, dann auch das, was ich tue und natürlich auch das, wie ich aussehe, das, was ich trage. (00:03:06) Das ist alles das Äußere, was hier gemeint ist. Es geht also nicht um das Innere, das Innere ist nicht wie die Welt, weil wir ein neues Leben besitzen, weil wir eine neue Natur, eine göttliche Natur geschenkt bekommen haben, sind wir innerlich absolut nicht wie diese Welt. Aber wir können in dem eben, was sichtbar wird in unserem Leben und dazu gehören natürlich auch Kleidung, dazu gehören natürlich auch meine Haare, dazu gehört natürlich auch, ob ich bereit bin, eine Kopfbedeckung zu tragen. Das sind diese äußeren Dinge, die zeigen, bin ich wie die Welt oder bin ich jemand, der sich von der Welt unterscheidet. Nicht um des Unterscheidens willen, sondern einfach, weil ich mein Leben als ein Schlachtopfer für Gott führen möchte, weil ich wissen möchte und verwirklichen möchte, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist, weil ich diese Ermahnung nicht gleich für mich dieser Welt zu sein verwirklichen will. Und da ist der erste Punkt, an den ich erinnern möchte, 1. Korinther 6 Vers 19, (00:04:02) wisst ihr nicht, dass euer Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt, den ihr von Gott habt und dass ihr nicht euer Selbst seid? Das heißt, dass der Körper wertvoll ist in den Augen Gottes. Das lesen wir hier. Der ist so wertvoll, dass der Geist Gottes in unserem Körper wohnt. Das heißt, es ist nicht egal, was ich an meinem Körper trage. Es ist nicht egal, wie ich mit meinem Körper umgehe. Vergessen wir nicht, der Heilige Geist wohnt in uns. Und der Heilige Geist zeigt uns in dem Wort Gottes einiges, was mit unserem Körper zu tun hat, was konkret sogar mit dem Schmuck zu tun hat. Wir lesen in 1. Timotheus 2, dass der Apostel Paulus in Vers 8 den Männern sagt, ich will nun. Und dann heißt es in Vers 9 ebenso auch, will ich nun, dass die Frauen, was denn? Erstens in bescheidenem Äußeren, mit Schamhaftigkeit zweitens und Sitzsamkeit drittens sich schmücken, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen viertens oder kostbarer Kleidung, (00:05:01) sondern fünftens, was Frauen geziemt, die sich zur Gottesfurcht bekennen durch gute Werke. Schauen wir uns das kurz an, was wir hier über den Schmuck lernen. Also erstens unser Körper ist wertvoll in den Augen Gottes. Wir sollten uns genau überlegen, was wir mit dem Körper machen und was nicht. Zweitens Schmuck ist der Ausdruck eben nicht von Bescheidenheit. Das wird ja gerade in einen Gegensatz gestellt. Bescheidenes Äußere, Schamhaftigkeit, Sitzhaftigkeit, nicht mit Haarflechten, Gold oder Perlen oder kostbarer Kleidung, also nicht mit Schmuck. Das heißt, wenn ich gerne bescheiden sein möchte, kann ich das dadurch zeigen, dass ich eben nicht mich äußerlich schmücke, sondern dass ich innerlich durch Gottesfurcht mich prägen lasse. Drittens ist eben innerer Schmuck nötig. Innerer Schmuck, das ist das, was Gottesfurcht ist. Das ist das, was Hingabe für Gott ist. Das ist das, was Unterordnung unter dem Mann ist. (00:06:02) Das ist das, was Bescheidenheit bedeutet. Das kannst du dich fragen als Frau. Soll das dein Schmuck sein oder möchtest du durch das Äußere sichtbar werden? Viertens ist es also das Gegenteil von Schamhaftigkeit und Sitzsamkeit. Das sind ja Worte, die man heute kaum noch ausspricht. Das zeigt, dass diese Kennzeichen nahezu out sind. Natürlich gibt es vielleicht irgendwelche Synonyme, aber es ist doch Kennzeichen, finde ich. Als ich vorhin nachgeschaut habe, was der Duden eigentlich zur Schamhaftigkeit sagt, erstens nicht viel und zweitens, dass dieses Wort kaum noch benutzt wird. Und ich glaube, dass das wirklich symptomatisch ist. Heute würde man das praktisch verbinden mit Prüde, aber das ist natürlich überhaupt nicht gemeint hier, sondern das ist für Gott zurückhaltend zu sein. Dass man eben keine Aufmerksamkeit auf sich lenken möchte, dass man eher scheu ist, dass man eher zurückhaltend ist. Sitzsamkeit ist, dass man anständig ist, dass man moralisch vorbildlich ist, dass man nicht aufsässig ist, dass man keusch ist. (00:07:07) Das ist auch so ein Ausdruck, den man heute kaum benutzt, dass man reinlebt, dass man züchtig ist. Das ist Sitzsamkeit, das sind Schamhaftigkeit und Sitzsamkeit. Möchtest du dadurch gekennzeichnet sein? Wir haben das schon gesehen. Fünftens Gottesfurcht. Das heißt, wenn du ein Leben vor Gott führst, dann möchtest du alles das vermeiden, was nicht nach seinen Gedanken ist. Würdest du nach 1. Timotheus 2 sagen, Schmuck, Ohrringe, Ohrstecher, Weinschmuck und ich weiß nicht was alles. Das ist nach Gottes Gedanken, ebenso auch, dass die Frauen sich in bescheidenem Äußeren mit Schamhaftigkeit und Sitzsamkeit schmücken. Nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarer Kleidung, sondern was Frauen sich geziemt, die sich durch Gottesfurcht bekennen, durch gute Werke. Ist es gottesfürchtig, Schmuck zu tragen nach diesen Versen? Könntest du das mit gutem Gewissen tun? Ja, das heißt sechstens, es ist das Gegenteil von einem gottgemäßen, einem reinen, einem Gott zugewandten Wandel. (00:08:06) Und genau das finden wir dann in 1. Petrus 3. In 1. Petrus 3 sagt der Apostel Paulus, ebenso ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter, damit, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, sie durch den Wandel der Frauen ohne Wort gewonnen werden, indem sie euren in Furcht reinen Wandel angeschaut haben, deren Schmuck nicht der äußere sei durch Flechten der Haare und Umhängen von Goldschmuck oder Anziehen von Kleidern, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, der für Gott sehr kostbar ist. Wenn man diese Stelle liest, würden wir sagen, gottgemäßer Wandel ist Schmuck nach außen oder ist der innere Schmuck, ist diese Hinwendung, ist der stille Geist, ist das, was eben nicht durch äußere Dinge geprägt ist. Das heißt siebtens, es ist ein verborgener Wandel, es ist ein Wandel, der sich nicht in die Öffentlichkeit bringt, (00:09:02) der nicht angeschaut werden möchte, der nicht angesehen werden möchte. Dein Mann, wenn du verheiratet bist, der darf Augen für dich haben, darf deine Schönheit sehen. Aber was sieht er bei dir? Äußere Schönheit? Äußeres sich schön machen, weil man keine äußere Schönheit hat? Oder warum schmücken wir uns? Es soll eben gerade nicht der äußere Schmuck sein, das ist ja doch so klar hier vorgestellt. Achtens, das heißt natürlich, dass nicht nur das Schmuck ist, was Schmuck als solches ist, also was nichts anderes als Schmuck als Thema hat. Ich trage eine Uhr, ist das Schmuck? Ja, das kann zum Schmuck werden, wenn ich eben durch diese Uhr zeigen möchte, was ich doch für Geld habe, was ich für Möglichkeiten habe. Ich kann also auch durch mein Auto, ich kann durch alles Mögliche, kann ich mich schmücken. Das heißt, wir wollen jetzt eben nicht gesetzlich darauf sehen, aha, wenn ich etwas trage wie einen Ring, einen Schmuckring, wenn ich etwas trage wie einen Ohrring, wie eine Kette und so weiter, das ist Schmuck und alles andere ist kein Schmuck. (00:10:05) Wir wollen auch da ausgewogen sein. Neuntens müssen wir bedenken, dass Frauen im Alten Testament in mancherlei Hinsicht ein Vorbild sind, aber nicht, was diesen Schmuck betrifft. Wenn wir sehen, was der Knecht von Abraham Rebekah mitbrachte, dann könnte man sagen, wunderbar, Sarah wird ja hier in 1. Petrus 3 als Vorbild genommen, also ist das wunderbar, Schmuck zu haben. Und da müssen wir bedenken, was ist denn das Äußere im Alten Testament für ein Bild für den Christen? Das Materielle steht eben da für unsere geistlichen Dinge. Wenn das Volk Israel materielle Opfer brachte, dann zeigt uns das, was wir für geistliche Schlachtopfer bringen. Wenn wir das Äußere im Alten Testament sehen, soll das geistlicherweise verwendet werden. Wollen wir das in diesem Fall, in diesem einen Fall von Schmuck, wollen wir das umdrehen und wollen sagen, das Materielle ist ein Vorbild für das Materielle? Zehntens, Frauen zeigen auch, was wir Männer schön finden. Das heißt, wenn ich eine Frau sehe, die sich äußerlich schmückt, dann weiß ich, was ihr Mann denkt, was ihr Mann schön findet, was der Mann für Grundsätze hat. (00:11:10) Und das müssen wir Männer uns sagen lassen. Denn, und das ist dann der Punkt 11, der Mann ist das Haupt der Frau, oder nicht? In Epheser 5 lesen wir in Vers 23, dass Paulo sagt, der Mann ist das Haupt der Frau. Das heißt, wenn unsere Frauen äußerlichen Schmuck tragen und dadurch sichtbar werden, dadurch bekannt werden, dadurch das Auge auf sie fällt, dann sagen wir Männer dazu ja oder wir nehmen unsere Stellung als Haupt nicht ein, weil wir Angst haben, wir würden unsere Frauen verlieren, wir hätten Krach in der Ehe vielleicht. Ist das so? Seid ihr Frau noch bereit, euch den Männern unterzuordnen, wenn ihr wisst, dass eure Männer eigentlich nicht glücklich damit sind, wie ihr euch äußerlich gebt? Wenn ihr zum Beispiel kein Kopftuch tragt, dass ihr damit euren Männern einen Schaden im Blick auf ihren Dienst, auf ihre moralische Autorität bringt, durch euren Schmuck, dass eure Männer eben dadurch eine Autorität verlieren, wenn man sagt, naja, man muss sich ja nur ihre Frauen ansehen. (00:12:06) Ja, und dann wollen wir natürlich nicht vergessen, 12., wie sieht es eigentlich mit uns Männern aus? Sind wir nicht auch heutzutage in einer Zeit, wo wir selber durch Schmuck mehr und mehr geprägt sind, wo wir Schmuck tragen, wo es eben nicht mehr nur die Frauen sind, wie das damals eben offensichtlich der Fall war und wo Paulus und Petrus den Frauen deutlich machen wollen, es kommt auf den inneren Schmuck an, geht weg von dem äußeren Schmuck. Und heute muss man das uns Männern sagen, weil wir eben nicht anders sind, weil wir auch meinen, dass auf diese Art und Weise wir irgendeine Schönheit erringen können. Ja, damals war das die Queen, damals galten Ohrlöcher als primitiv, heute gelten sie als wunderbar, als schön, als eingepreist, als modern, als das, was man sucht. Wie ist das bei uns? Ich komme nochmal zurück auf Römer 12. Sind wir wirklich solche, die dem Zeitlauf dieser Welt angepasst leben, die dem Schema dieser Welt angepasst leben? (00:13:03) Sind wir solche, die gleichförmig dieser Welt sind oder sind wir solche, die uns absondern von dieser Welt? Auch in diesen Schemen, in dieser Erscheinungsweise der Welt, es liegt an uns. Wir haben die Wahl, wir haben die Entscheidung, die wir treffen können zur Ehre des Herrn oder zu unserer eigenen Ehre.
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