Matthäus 27,27-38


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(00:00:00) Wir kommen jetzt ab Kapitel 27 Vers 27 dazu, dass das Passafest, also die Bedeutung des Passafestes, sich erfüllt, und mit anderen Worten, wir kommen zu dem Kreuz von Golgatha. Der Vortag des Passafestes war durch die beiden ungerechten Verhandlungen vor den Hohen Priestern und vor Pilatus schon furchtbar. Aber diese Qualen kommen im Blick auf die Leiden und auch auf die Verwerfung des Herrn nicht mit, wenn es um die letzten Stunden im Leben unseres Retters geht. Selbst die ersten Stunden am Kreuz waren ja letztlich nicht der Höhepunkt, so gewaltig die Matern auch gewesen sind, auf die der Herr Jesus oder die auf den Herrn Jesus dort warteten. Der Höhepunkt waren die drei Stunden der Finsternis, und wir müssen uns immer wieder in Erinnerung rufen, wie wenig Gottes Wort dazu aussagt. Wir haben in den alttestamentlichen Prophetien eigentlich nur Andeutungen, wir haben das Vorbild des Sündungstages, wir haben Psalm 22, wo uns dieser Ruf des Herrn Jesus vorgestellt wird. Wir haben dann noch in Jesaja 53, dass es dem Herrn gefiel, ihn zu zerschlagen, und (00:01:08) damit sind wir auch fast schon am Ende der Stellen, die uns zeigen, was wirklich in diesen drei Stunden der Finsternis geschehen ist. Wir sind immer wieder beeindruckt davon und müssen einfach aufpassen, dass wir nichts mit diesen drei Stunden vergleichen, was Menschen erlebt haben, denn das, was der Jesus dort erlebte, das hat kein Mensch erlebt, und das wird auf dieser Erde auch kein Mensch erleben. Ja, wenn Menschen einmal in die Hölle geworfen werden, dann werden sie erleben, was es heißt, von Gott verlassen zu sein, ewig von Gott verlassen zu sein. Sie sind da, wo Gott nicht ist, das ist dieser Ort des Feuersees, wo das Feuer nicht erlischt und der Wurm nicht stirbt. Aber da wissen wir nichts darüber, außer den kurzen Bemerkungen von Gottes Wort, dass das furchtbare Leiden sein werden. Und hier, was den Herrn Jesus betrifft, sind wir beschränkt auf das, was Gottes Wort in diesen ganz wenigen Stellen uns vorstellt. Der Höhepunkt waren also die drei Stunden der Finsternis, in denen unser Herr Sühnung (00:02:04) getan hat für unsere Sünden. Gerade diese Zeit wird von Matthäus und Markus, die von den drei Stunden berichten, nur in wenigen Worten geschildert. Denn der Mensch hat in dieser Zeit und in das, was da geschah, nur einen sehr äußerst geringen Einblick. Es ist hochheiliger Boden, lass uns das nicht vergessen, der damit verbunden ist. Auf diese drei Stunden steuert also alles hin. Mit anbetenden Herzen betrachten wir sozusagen die letzten Augenblicke im Leben unseres Erlösers. Vielleicht kann man diesen Abschnitt des Kreuzes und danach jetzt in sieben Gliederungspunkte aufteilen. Erstens, vor dem Kreuz, Verse 27-31, zweitens, der Messias, der König, wird gekreuzigt, Verse 32-38, drittens, der König am Kreuz wird geschmäht, das finden wir in den Versen 39-44, viertens, Jesus Christus, der Schuldopfer am Kreuz, von Gott verlassen, das sind diese beiden Verse 45-46, dann finden wir fünftens, der Tod des Königs am Kreuz und seine herrlichen (00:03:05) Erfolgen, Verse 47-56, wir finden sechstens, das Begräbnis des Herrn Jesus, Verse 57-61 und wir finden abschließend im siebten Punkt, die Wache am Grab Jesu, seine Feinde. Kommen wir jetzt zu der Zeit vor dem Kreuz. Wir lesen hier, dann nahmen die Soldaten des Stadthalters Jesus mit in das Praetorium und versammelten um ihn die ganze Schar und sie zogen ihn aus und legten ihm einen scharlachroten Mantel um. Das Urteil ist gerade gesprochen worden und jetzt geht es mit Brutalität und mit abschätziger Behandlung weiter. Wir sehen, wie die Soldaten den Herrn Jesus mitnehmen und die ganze Schar, wir wissen nicht genau, wie viele das gewesen sind, ob das nun wirklich eine volle Schar gewesen ist, man kann sich das kaum vorstellen, weil der Platz eigentlich dazu nicht ausreichte, jedenfalls haben sie den Herrn Jesus genommen, um ihn erst einmal zu verspotten. Sie haben seine eigenen Kleider ausgezogen und ihm einen Scharlachroten Spottmantel umgelegt. (00:04:06) Dann finden wir in Vers 29, sie flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie ihm auf das Haupt und gaben ihm einen Rohrstab in die Rechte. Und sie fielen vor ihm auf die Knie und verspotteten ihn. Da sehen wir, in was für einer Weise man den Herrn Jesus, der der König der Juden war, der als der König verurteilt worden ist, wo Pilatus noch, obwohl er selbst an und für sich überhaupt keinen Respekt vor Niemandem hatte, außer vor dem Kaiser, wie er doch eine gewisse Scheu hatte, mit dem Herrn Jesus umzugehen, ein Bewusstsein hatte, wer der Herr Jesus wirklich war. Diese rohen Soldaten, denen war das alles vollkommen egal. Sie hatten erst eine Freude an diesem Schauspiel. Und wenn der Jesus nicht mitspielte, das machte er nicht, so hat er doch das zugelassen. Was muss ihnen das in seinem Herzen wehgetan haben? Wir würden sagen, in unserem Fall, wir wären gekränkt worden. Das ist aber eine fleischliche Erregung, die wir bei dem Herrn Jesus nicht finden. Wir finden einfach, dass ihm bewusst war, wie man ihn verspottet hat. (00:05:04) Was werden diese Menschen einmal sagen, wenn sie vor dem Herrn Jesus stehen werden? In Offenbarung 20 finden wir das, wo der große weiße Thron vorgestellt wird. Da werden sie einzeln dem Herrn Jesus begegnen. Da werden sie diese Szene noch einmal vor Augen haben. Wahrscheinlich haben sie ganz schnell wieder vergessen, diese Soldaten, diese rohen Menschen. Aber dann wird dieses Bild vor ihnen erscheinen, wie sie den Herrn Jesus wie einen König, aber bemitleidenswert dort ausgestattet haben. Nicht eine Krone aus Diamanten, aus Diademen, sondern eine Krone aus Dornen auf den Kopf gelegt. Darauf geschlagen, um ihn blutig zu schlagen, um ihm weh zu tun. Das wird ja hier nicht ausgemalt und deshalb sind wir auch so vorsichtig, das irgendwie weiter auszumalen, was hier geschehen ist. Also es waren äußere Schmerzen und zugleich finden wir, dass sie vor ihm auf die Knie gefallen sind, um ihn zu verspotten. Das war noch viel, viel schlimmer, so schlimm die äußeren Schmerzen sind. Aber so erniedrigt zu werden, dabei ist der Jesus derjenige gewesen, (00:06:03) der sich selbst erniedrigt hat, der in dieser unfassbar großen Demut hier auf dieser Erde gelebt hat. Sei gegrüßt, König der Juden, haben sie ihm zugerufen und ihn verspottet. Und sie spiehen ihn an. Was ist das für eine abschätzige, was ist das für eine ekelerregende Behandlung, dann auch noch angespuckt zu werden und sich nicht wehren zu können, das nicht wegstreichen zu können. Der Jesus hat das nicht getan. Wir vergleichen uns nicht mit ihm, aber wenn wir uns auch nur vorstellen, nur solch eine Behandlung, wie furchtbar ist das und wie schrecklich scheut man sich davor. Der Jesus hat das erlebt, er hat das in dieser Brutalität, in dieser abschaumhaften Weise erlebt. Sie nahmen den Rohrstab und schlugen ihm auf das Haupt. Das war äußerlich, das war innerlich, hat es dem Herrn Jesus wehgetan. Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an. Und sie führten ihn weg, um ihn zu kreuzigen. (00:07:01) Vergessen wir nicht, in Vers 26 hieß es schon, dass der Jesus gegeißelt wurde. Und ich sage nochmal, es ist absolut nicht angemessen, jetzt in Einzelheiten über Geißelung nachzudenken und zu sprechen. Aber das, was wir wissen von Geißelung, das muss außerordentlich schmerzhaft gewesen sein. Außerordentlich blutig muss das gewesen sein. Wenn man jetzt bedenkt, dass sie ihm die Kleider angezogen, wieder ausgezogen, wieder angezogen, das ist auch körperlich, nicht nur jetzt in diesem Hohn und Spott mit großen, mit größten Schmerzen verbunden. Jetzt musste der Jesus an das Kreuz geführt werden, das ist das Schlimmste. Als sie aber hingingen, fanden sie einen Menschen von Kyrene mit Namen Simon. Was dieser Mann hier tat, ob er irgendwie jüdische Wurzeln hatte, ob er übergetreten ist zum Judentum, dass er jetzt gerade bei dem Fest hier war, diesen zwangen sie, sein Kreuz zu tragen. Wir wissen aus dem Römerbrief in Kapitel 16, dass vermutlich das, was hier geschehen ist, (00:08:01) wirklich einen Eindruck hinterlassen hat bei diesem Mann. In Römer 16 heißt es im Vers 13, grüßt Rufus, den Auserwählten im Herrn. Und in Markus 15 lesen wir in Vers 21, in dieser vergleichbaren Szene bei dem Simon von Kyrene, Markus 15 Vers 21, sie zwingen einen Vorübergehenden, einen gewissen Simon von Kyrene, der vom Feld kam, den Vater von Alexander und Rufus, sein Kreuz zu tragen. Wir können wohl davon ausgehen, dass dieser Rufus in Römer 16 der Sohn von diesem Simon war. Hat er gesehen, wie der Herr Jesus hier gelitten hat? Hat er gesehen, in was für einer Hingabe, in was für einer Ruhe, in was für einer Vollkommenheit der Herr Jesus das Kreuz getragen hat und dann mitgegangen ist, dass er so beeindruckt war, dass er sich bekehrt hat? Wir lesen hier nichts von einer Unterhaltung. Sie zwangen ihn, das Kreuz zu tragen. Wir lesen an keiner Stelle, dass der Jesus unter dem Kreuz zusammengebrochen wäre. (00:09:04) Wahrscheinlich hatten sie diese Angst, dass das passieren könnte, dass das passieren würde, weil das bei jedem anderen geschehen würde. Wir lesen das nicht von dem Herrn Jesus. Das heißt andererseits nicht, dass an dem Herrn Jesus das alles spurlos vorübergegangen wäre. Als ob er, weil er der Sohn Gottes ist, weil er vollkommen ist, das nicht in diesen Ausmaßen, in dieser Dramatik empfunden hätte. Das hat er umso mehr. Aber wir finden hier, dass man einfach diesen Simon genommen hat. Und als sie an einen Ort gekommen waren, genannt Golgatha, das heißt Schädelstätte, und das spricht doch wohl von Verunreinigung. Ob da die ganzen Schädel der Toten hingelegt wurden, hingeworfen wurden von Gekreuzigten, ob das von dem Aussehen her wie ein Schädel aussah. Es ist jedenfalls ein Begriff, der von Unreinheit, von Verunreinigung spricht. Und der Jesus, der absolut Reine, der absolut Vollkommene, hat das mitgemacht, hat das mit sich machen lassen. Da gaben sie ihm Wein mit Galle vermischt zu trinken. Und als er es geschmeckt hatte, wollte er nicht trinken. (00:10:03) Wir sehen hier, dass der Jesus wirklich vollkommen Mensch ist. Natürlich wusste er, was das ist, aber durch das Schmecken wurde deutlich, das war sozusagen ein Betäubungstrank und den hat der Jesus nicht genommen. Er wollte nicht, dass diese Schmerzen in irgendeiner Weise abgemildert würden. Selbst die Leiden und die Schmerzen von Seiten der Menschen nicht. Als sie ihn aber gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider unter sich, indem sie das loswarfen. Das ist etwas ganz Furchtbares. Alle vier Evangelien, übrigens auch Psalm 22, berichten von dieser Tatsache, dass man ihm die Kleider gestohlen hat, sie verteilt hat. Und wenn man alttestermännliche Weissagungen dazu nimmt, wohl, um das dann auch zu verschabeln und dann noch Geld daraus zu machen. Der Jesus besaß nichts, gar nichts. Er hatte kein eigenes Haus, hatte nicht mal einen Platz, wo er sein Haupt hinlegen konnte, wo er schlafen konnte. Er war immer auf andere gewissermaßen angewiesen. Aber das, was er besaß, das, was er anhatte, die Kleider, das Allerletzte, das haben sie ihm jetzt auch noch weggenommen, gestohlen und ihm dessen beraubt. (00:11:04) Und sie saßen und bewachten ihn dort. Haben sie nicht gemerkt, dass das einer war, den man nicht bewachen musste, dass das einer war, der bereit war, bis an das Ende zu gehen und mitzugehen und zu leiden? Der Jesus hat kein Wort der Klage, kein Wort des Schimpfens gesagt, was sie normalerweise gehört haben. Er war einfach still und stumm, wie Isaiah 53 das ausdrückt. Und sie brachten oben über seinem Haupt seine Beschuldigungsschrift an. Eine unzutreffende, eine ungerechte, eine falsche Beschuldigung. Das ist das, was die Juden gesagt haben. Aber es gab keine Schuld, nicht den Hauch einer Schuld bei dem Herrn Jesus. Dieser ist Jesus, der König der Juden. Ja, das war er, das war er tatsächlich. Sie haben gesagt, er macht sich zum König, aber das war er. In Matthäus 2 finden wir, dass diese Magier kamen, wo ist der König? Das war der Herr Jesus, er war von Beginn an der König. Er wurde nicht König, er wäre nicht König geworden, er war der König. Er war der König der Juden und ist von diesen überliefert worden, um gekreuzigt zu werden, (00:12:03) ist von diesen schmählichst verraten worden. Und jetzt wurde er an das Kreuz gehängt. Verflucht ist der, der am Kreuz hängt, der am Holz hängt, heißt es in dem fünften Buch Mose. Und genau das wird hier mit dem Herrn Jesus getan. Dann werden zwei Räuber mit ihm gekreuzigt, eine auf der rechten und eine auf der linken Seite. Jesus war da nicht allein, er war in guter Gesellschaft. Guter Gesellschaft, das war ein Räuber, damit hat man den Herrn Jesus verbunden. Das ist der Platz, den man dem Herrn Jesus gegeben hat. Als ein Räuber, sozusagen als der Mittelpunkt der Räuber, als der Schlimmste der Räuber. Furchtbar, was man mit dem Herrn Jesus getan hat. Wir können nur anbetend vor ihm stille stehen. Das waren noch nicht die sündenden Leiden, die kommen erst. Hier finden wir einfach, wie der Mensch mit ihm umgegangen ist, in seiner rohen Brutalität, in seiner rohen Gewalt, in seiner sündhaften Gewalt, die Soldatinnen, die Römer. Aber verantwortlich waren die Juden. Sie haben den Herrn Jesus den Römern übergeben. Ohne die Juden wäre das nicht gewesen. Das hat mit Antisemitismus nichts zu tun, das hat mit der Wahrheit zu tun. (00:13:04) Weshalb der Antisemitismus in den Jahrhunderten dann auch entstanden ist. Weil sie gesagt haben, wir haben das bei dem letzten Podcast gesehen, sein Blut komme über uns und über unsere Kinder. Und das erleben sie. Das rechtfertigt keinen Antisemitismus. Aber es ist eben die Folge ihres eigenen Handels, ihrer eigenen Worte. Und hier sehen wir, was sie getan haben. Furchtbar, ihren eigenen König, ihren eigenen Messias, den Sohn Gottes, den Schöpfer, der als Mensch gekommen ist, den haben sie an das Kreuz gebracht. Ihm sei die Ehre, heute schon und in alle Ewigkeit.
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Artikelreihe: Durch die Bibel gehen (Matthäus): ein Überblick über Gottes Gedanken

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