Lebenswirklichkeit - oder nur Symbole?


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(00:00:00) Vor einiger Zeit las ich einen hochinteressanten Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der überschrieben war mit Brauchen wir Symbole für die gute Sache? Es ist bemerkenswert, wie stark Symbole unser Leben bestimmen, wie stark sie Einfluss haben über uns und Einfluss haben auf unser Leben. In dem Artikel von Wiebke Becker wird zum Beispiel für junge Schüler gesagt, die in die Grundschule, in die hessische Grundschule gehen, dass sie schon in den ersten Stunden lernen, wenn man einmal ein Problem hat als Kind auf dem Schulweg oder in der Schule, dann schau nach einem Geschäft, wo ein gelber Aufkleber mit einem Löwen am Eingang hängt. Das, so wird den Kindern dann vermittelt, ist ein Symbol und bedeutet, hier bist du sicher, hier bekommst du Hilfe. Die Polizei unterstützt das auch, diese gelben Aufkleber und sagt, das gibt ein größeres Sicherheitsgefühl, das sind Hilfeinseln. Mit anderen Worten, diese Insel, diese Sicherheit, diese Hilfeinsel sind umgeben von Wasser, das heißt, die Hilfe ist die Ausnahme, nicht der Regelfall. (00:01:04) Man darf nicht mehr Menschen ansprechen und um Hilfe rufen, man muss immer jetzt in einen solchen Laden reinlaufen. Da sind die guten, helfenden Menschen und die kann man an den Symbolen erkennen. Als ob die Gesellschaft nicht gelernt hätte, dass dieses Symbol, zum Beispiel Kirche, für viele ein absolutes Desaster geworden ist. Das war eben ein Symbol der Hilfe, ein Symbol von der Hilfe von oben. Und was ist bei vielen Menschen, die missbraucht worden sind, passiert? Der Mensch glaubt immer noch, mit Symbolen könnte er etwas darstellen, was auch der Realität entspricht, dabei sind Symbole etwas Äußerliches. Und was der Mensch innerlich ist, das zeigt uns Gottes Wort, ist grundböse. Da kann ich noch so ein Symbol haben und die Kinder werden feststellen, und wir werden feststellen, dass manche, die hinter diesen Symbolen sich verborgen haben, ganz andere Absichten hatten. Aber das Kind lernt so sehr früh, Symbole braucht man und sie stehen für etwas, (00:02:01) was früher eigentlich selbstverständlich war. Hilfestellungen hat jeder von außen gegeben. Dass es böse Menschen auch damals schon gab, ist ja völlig klar. Aber normalerweise hat man selbstverständlich Hilfe gegeben, aber heute braucht man Symbole, um für etwas zu stehen. Für etwas, was eben nicht mehr selbstverständlich ist. Und diese Symbole sind Symbole für eine gute Sache. Das ist eben dieser gelbe Aufkleber mit dem Löwen, oder dann gibt es eben diesen Aufkleber mit Melonen, und das ist eben diese Solidarität mit den Menschen im Gersa-Streifen. Dann wissen wir alle, seit einigen Jahren gibt es diese Fahnenblau-Gelb, diese Symbole Gelb-Blau, das sind eben die Menschen, die der Ukraine helfen. Die Regenbogenfarbe, die an allen möglichen Aufklebern, mit allen möglichen Aufklebern auf allen möglichen Sachen eingesetzt wird. Solidarität mit queren Menschen, die sogenannte gute Sache, die Gottes Wort aber böse nennt. Und dann gibt es natürlich überall Aufkleber, die gegen AfD, gegen Nazis, gegen Gewalt gegen Frauen und so weiter alle stehen. (00:03:04) Und was ist, die Autorin arbeitet das sehr schön heraus, was ist die Kraft dieser Symbole? Das Symbol selbst. Das Symbol selbst soll Kraft bedeuten. Das soll zeigen, wir wollen Haltung zeigen. Es geht also nicht mehr um das Haltung zeigen, sondern es geht um das Symbol mit der Haltung zeigen. Und das ist irgendwie bemerkenswert, dass man eben mit dieser Symbolbeschreibung, sowohl bei Politikern, Gewerkschaften, Vereinen, Museen, Künstlern, Bloggern, Kirchen, Unternehmen, Journalisten, genau das bewirkt hat, wie die Autorin sagt. Haltung zeigen heißt, bestimmte Dinge wiederholen, gebetsmühlenartig wiederholen. Und damit zeigt man Haltung, wenn man eben für Ukraine ist, wenn man gegen den Kampf gegen Gaza ist und so weiter. Sehr ironisch lässt die Autorin einfließen, dass man heute sogar Haltung zeigen kann, ohne dass man schon weiß, wofür, wie man auf den Seminaren der evangelischen Kirche lernen können. (00:04:03) Das Problem ist nur, Symbole sind keine Haltung. Sie sind Symbole und ich kann mir ein Symbol anheften, ob es mit der Realität zu tun hat oder nicht. Und wie stark diese Symbolhaftigkeit ohne Inhalt ist, wurde kürzlich oder vor einiger Zeit sichtbar, als die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner erklärte, dass die Regenbogenflagge am Christopher-Street-Day eben nicht mehr auf dem Reichstag gehisst werden würde. Weil das eben nach Gesetzen nicht richtig sei. Und dann gab es einen richtigen Aufschrei. Und da sieht man, Menschen leben heute von Symbolen. Sie meinen, mit Symbolen können sie ihr Leben bestreiten. Dafür braucht es etwas ganz anderes. Es braucht nichts Symbolhaftes, es braucht nicht etwas Großes, es braucht nicht etwas Eindrucksvolles, sondern es bedarf einfach eines Menschen, der das tut, was man früher selbstverständlich gesagt hat, was selbstverständlich getan wurde. Und wir wollen uns als Christen nicht dieser Frage verschließen, (00:05:03) sind nicht auch wir Menschen mit Symbolen? Symbole sind nicht das, was Gottes Wort uns an inneren oder äußeren Dingen mitgibt. Aber Symbole sind das, was wir machen. Ein Fisch aufs Auto, das ist so ein Symbol. Ich bin Christ. Wie ich dann wirklich fahre, das ist dann oft widersprüchlich. Oder Sprüche auf mein T-Shirt, das ist so Symbolkraft, dass ich mit meinem T-Shirt irgendwie eine bestimmte Haltung deutlich machen möchte. Ich bin Christ. Dabei geht eben verloren, dass nicht die Symbole das Entscheidende sind, sondern mein Leben. Die Haltung und das Leben nach Gottes Wort. Schauen wir uns an, was der Apostel Paulus in 2. Korinther 3 sagt. Da sagt er in Vers 2, ihr seid unser Brief eingeschrieben und unser Herzen gekannt und gelesen von allen Menschen. Wir als Gläubige, nicht mal persönlich, sondern gemeinschaftlich, wir sind ein Brief Christi. Und zwar nicht dadurch, dass wir auf unser T-Shirt schreiben, ich bin Christ, ich bin bekehrt, ich gehöre zu Jesus, (00:06:01) sondern durch unser Leben soll das sichtbar werden. Das Leben zeigt das. In Galater 6 lernen wir, dass der Apostel Paulus sagt in Vers 10, also nun, wie wir Gelegenheit haben, lasst uns das Gute wirken gegenüber allen, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens. Wir sollen das Gute wirken gegenüber allen Menschen. Das ist Haltung zeigen. Das ist eben nicht Symbolkraft, nicht auf Symbole vertrauen, nicht auf die Kraft von Symbolen vertrauen, sondern das heißt wirklich ein Leben zu führen, das durch das Gute, durch das Wirken des Guten geprägt ist. Nicht Symbolkraft, sondern Lebensrealität ist, wenn wir nach Philippa 3 Vers 20 verwirklichen, unser Bürgertum ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Heiland erwarten. Also nicht, ich bin Christ, Hurra, sondern mein Leben zeigt, dass ich meine Ziele habe, die im Himmel sind, nicht auf der Erde, dass ich zu dem Himmel gehöre. Das ist ein wirkliches Leben, was Haltung zeigt. Und das spiegelt sich natürlich im Äußeren auch wieder. (00:07:01) 1. Korinther 10 Vers 16, Der Kirche der Segnung, den wir segnen, ist ja nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus. Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus? Denn ein Brot, ein Leib sind wir, die vielen, denn wir alle nehmen Teil an dem einen Brot. Da haben wir tatsächlich ein Symbol, das Gott uns gegeben hat, dieses eine Brot, was aber nur dann Realität ist, wenn es ausgelebt wird, wenn wir diese Einheit, die später, was unsere Aufgabe betrifft, die Einheit des Geistes bezeichnet wird, die wir in dem Band des Friedens verwirklichen sollen, bewahren sollen, wenn diese Einheit dann auch verwirklicht wird. Wir haben ein solches Symbol, aber das hat nur dann Wert, wenn es auch ausgelebt wird. Genauso in Kapitel 11, dann in Abvers 3, wo der Apostel Paulus davon spricht, dass Mann und Frau unterschiedlich sind, dass die Frau sich dem Mann unterordnen soll. Das heißt, wir zeigen durch Gehorsam, dass wir Haltung haben, dass wir wirklich Christen sind. Dass das sich dann äußerlich sichtbar werden lässt, ist ja klar durch die Kopfbedeckung der Frau (00:08:01) im geistlichen Kontext. Wenn sie mit Brüdern zusammen ist, mit Männern zusammen ist, dann zeigt sie eben, wenn es um geistliche Inhalte geht, Zusammenkünfte, Konferenzen, Vorträge, Evangelisationen, Beerdigungen, solche Hochzeitsandachten, immer da, wo geistliche Inhalte sind, da zeigt die Frau durch auch ihre äußere Haltung, und dann ist das eben nicht Symbol, sondern ist das ein bewusstes Unterordnen unter Gottes Wort, dass sie eben sich der Schöpfungsordnung Gottes unterwirft. Dass sie sich unterscheidet vom Mann, denn männlich und weiblich hat Gott die Männer und die Frauen geschaffen. Durch das lange Haar zeigt sie eben etwas davon, dass sie ihren Platz einnimmt und gehorsam sein möchte. Wunderbar, wenn wir Schwestern sehen, die dieses ungeschnittene Haar haben und damit eben gerade das nicht symbolisieren, sondern offenbaren, was natürlich in ihren Herzen sichtbar ist. Das wäre ja verquer und das würde auch gar keine Lebenskraft haben. Es ist kein Symbol nochmal, sondern es ist ein Sichtbarmachen der inneren Haltung, (00:09:02) wenn man eben genau danach auch handelt. Und dann zweiter Grund der 5 Vers 20, es geht nicht darum, dass wir auf unseren T-Shirts irgendwas aufschreiben. Ich sage nicht, dass wir das nicht tun dürfen, aber es geht nicht um die Kraft von Symbolen, sondern es geht um das Kraft von dem Leben. So sind wir nun Gesandte für Christus, als ob Gott durch uns ermahnte, wir bitten an Christ die Stadt, lasst euch versöhnen mit Gott. Wir sind Gesandte, das sieht man in meinem Leben an, ob ich ein Gesandter von Christus bin, Gesandter für Christus bin, von Gott Menschen ermahnend. Wenn mein Leben genauso aussieht, wie das der Ungläubigen, äußerlich, innerlich, dann brauche ich mich nicht zu wundern, dass die Menschen mich nicht mehr als Gesandten ansehen. Da ist es eben nicht Symbol, sondern es ist Lebenswirklichkeit. Wollen wir uns fragen, hangeln wir uns auch von Spruch zu Fisch oder sind wir solche, die durch eine Lebenswirklichkeit geprägt sind, indem man lesen kann, indem man ablesen kann, wo eine geistlich-moralische Kraft wirksam ist, dass wir zu Christus, zu Gott gehören und wo eben diese Haltung gerade Kraft besitzt, (00:10:02) weil sie authentisch ist, weil sie gelebt wird, weil sie in Übereinstimmung mit Gottes Wort ist.
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