Am: So, 12. Juli 2026
Wie kann man sich nur so selbst überschätzen - möchte man sagen, wenn man an Petrus denkt. Aber er ist nur ein Spiegelbild von uns ... Wie ganz anders der Herr, wenn wir an die vorempfindenden Leiden denken, die Er in Hingabe und Gehorsam in Gethsemane erlitten hat.
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In den nächsten Versen, in Matthäus 26, Abvers 31, sehen wir jetzt auf der einen Seite die Selbstüberschätzung von Petrus
und dann Abvers 36 die vollkommene Abhängigkeit des Herrn Jesus in Gethsemane, wo er zeigt, in was für einer Hingabe er die Leiden bereit war auf sich zu nehmen.
Dann spricht Jesus zu ihnen, ihr werdet alle in dieser Nacht an mir Anschluss nehmen, denn es steht geschrieben,
ich werde den Hirten schlagen und die Schafe der Herde werden zerstreut werden.
Also ein Zitat aus Sachaya 13 Vers 7.
Wir sehen also, dass der Jesus den Jüngern sagt, dass sie sehen würden, wie er leiden würde und Anschluss nehmen würde,
nämlich alle das Weite suchen würden, dass sie alle davonlaufen würden, dass sie nicht zu ihm stehen würden.
Er stand zu ihnen, er hat sie sich immer vor sie und hinter sie gestellt.
Sie würden aber das nicht mit ihm machen, im Gegenteil.
Sie würden Anschluss nehmen und wären im Glauben zu Fall gekommen, wenn der Herr Jesus nicht sie dann wieder gesammelt hätte.
Und der Jesus zeigt, dass das eine Erfüllung dessen ist, was die Sachaya vorhergesagt hat.
Ich werde den Hirten schlagen und die Schafe der Herde werden zerstreut werden. (00:01:04)
Das zeigt, dass dieser Vers in Sachaya 13, jedenfalls Abvers 7b, sich nicht auf die sühnenden Leiden des Herrn Jesus bezieht,
sich nicht darauf bezieht, dass er an dem Kreuz in den drei Stunden der Finsternis gelitten hat,
sondern sich darauf bezieht, was dem Herrn Jesus von Seiten der Juden widerfahren ist und dass das von Gott kam.
Ich werde den Hirten schlagen.
Das heißt, wir dürfen das Handeln Gottes über den Herrn Jesus, die Leiden, die er von Gott erfahren hat,
dürfen wir nicht beschränken auf die drei Stunden der Finsternis.
Wenn es um Sühnung geht, ist das ausschließlich die drei Stunden der Finsternis.
Wenn es darum geht, dass der Jesus ein Fluch geworden ist, dass er unter dem Gericht Gottes unserer Sünden wegen stand,
bezieht sich das ausschließlich auf die drei Stunden der Finsternis.
Aber hier sehen wir, ich werde den Hirten schlagen, ich Gott.
Das heißt, dass der Jesus, auch als er dort äußerlich scheinbar fallen gelassen wurde von Gott,
wo Gott sich nicht mehr zu ihm gestellt hat, sondern ihm das Wohlwollen der Juden in jeder Hinsicht entzogen hat, (00:02:03)
dass das von Seiten Gottes war.
Dass wir also das Handeln Gottes im Blick auf den Herrn Jesus nicht beschränken dürfen auf diese drei Stunden der Finsternis,
sondern dass zuvor in natürlich gänzlich anderer Weise es ein Gericht Gottes war.
Ich werde den Hirten schlagen.
Aber im Blick eben auf das Volk Israel finden wir das.
Vers 32.
Nach meiner Auferweckung aber werde ich euch vorausgehen nach Galiläa.
Was für eine Liebe, was für eine Fürsorge des Herrn, dass er ihnen sagt, ja, ihr werdet Anstoß an mir nehmen.
Ihr werdet mir nicht nachfolgen, ihr werdet davonlaufen.
Aber es gibt eine Zeit danach, eine Zeit nach meiner Auferstehung.
Ich werde das Werk vollbringen und dann in Auferstehung zu euch kommen
und dann werde ich euch wieder sammeln und versammeln.
Hätte Petrus doch geschwiegen.
Vers 33. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm, wenn alle an dir Anstoß nehmen werden,
ich werde niemals Anstoß nehmen.
Was für eine Selbstüberschätzung.
Und wir brauchen gar nicht auf ihn herabzublicken.
Wie oft denken wir auch gut von uns, wie oft meinen wir doch, das Richtige zu tun,
das Richtige getan zu haben im Blick auf uns und auf unsere Familien. (00:03:03)
Treu zu sein, sich vor unsere Familien zu stellen, obwohl wir im Gegenteil uns hätten beugen sollen
und nicht eben zu meinen, wir und wir und ich.
Alle, ja, alle anderen werden untreu sein, aber ich werde klar Schiff machen,
ich werde klar sein, ich werde dir folgen.
Jesus sprach zu ihm, wahrlich, ich sage dir, dass du in dieser Nacht eher der Kran kräht,
der Hahn kräht, mich dreimal verleugnen wirst.
Dreimal würde er ihn verleugnen.
Ich werde keinen Anstoß nehmen, nicht nur einmal wirst du Anstoß nehmen,
nicht nur zweimal, sondern dreimal.
Keiner der anderen Jünger hat in dieser dreifachen, das heißt vollständigen, vollkommenen Weise
den Herrn verunehrt, in dieser so harten, starken Weise,
wie der, der sich als der Erste der Jünger empfand.
Der meinte, alle anderen ja, aber ich nicht.
Da sehen wir, was in unseren Herzen ist.
Aber der Herr Jesus sagt ihm das, um ihn zu warnen.
Peter spricht zu ihm, selbst wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen. (00:04:02)
Peter ist wirklich der Meinung, dass er bereit gewesen wäre, mit dem Herrn zu sterben.
Das zeigt uns, wie vorsichtig wir sein sollten, etwas von uns zu meinen
und etwas im Blick auf uns und unsere Treue anzukündigen.
Zu sagen oder zu denken, wir könnten, wir können gar nicht.
Denn er wird auch uns das offenbar machen, wenn wir zu hoch von uns denken.
Und wer müsste nicht bekennen, dass er schon besser von sich gedacht hat,
als er eigentlich lebt und ist.
Ebenso sprachen auch alle Jünger.
Die anderen Jünger wollten da nicht zurücktreten.
Wenn dieser eine so treu ist, ja wir auch, wir auch, wir auch,
ist man dann neidisch darauf, dass einer, der vielleicht so im Vordergrund steht,
zu stehen scheint in seiner Hingabe, in seiner Treue.
Und dann sagt er, ich doch auch, ich doch auch, wir alle, wir sind doch auch so treu.
Und sie alle sind davon gelaufen.
Und wir wären das ebenso. Keiner von uns wäre besser gewesen.
Und wie oft laufen wir heute noch davon und müssen uns schämen,
obwohl wir mehr haben als Petrus.
Wir haben ein vollendetes Werk des Herrn Jesus.
Wir haben seine Auferstehung. Wir haben das ganze Wort Gottes.
Und trotzdem ist das so beschämend, wie wir uns oft verhalten.
Und dann im Kontrast dazu die vollkommene Abhängigkeit des Herrn Jesus in Gethsemane. (00:05:03)
Dann kommt Jesus mit ihnen an einen Ort genannt Gethsemane, Rheinpresse.
Und er spricht zu den Jüngern.
Setzt euch hier, bis ich dorthin gegangen bin und gebetet habe.
Der Jesus wollte jetzt in besonderer Weise im Gebet vor dem Vater sein.
Und da konnte er nicht die Jünger bei sich haben.
Die, die Anstoß an ihm nehmen würden, die muss er zurücklassen.
Aber was hat den Herrn Jesus hier bewogen?
Er ging der Gewohnheit nach an den Ölberg, dort in Gethsemane,
um jetzt mit dem Vater allein zu sein.
Aber nicht ganz allein.
Er nahm Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus, also Jakobus und Johannes, mit
und fing an, betrübt und beängstigt zu werden.
Wir kommen jetzt zu einer einmaligen Situation.
Das gab es nicht vorher und nicht nachher in dem Leben des Herrn Jesus.
Er hat drei mitgenommen, die gewissermaßen, wenn auch nicht ganz direkt,
aber doch Augenzeugen von den Leiden des Herrn Jesus sein sollten.
Diese drei Jünger, die die Auferstehung des Jairus-Töchterchens gesehen haben,
sie sollten die Auferstehung sehen, was Auferstehung bedeutet,
denn der Jesus würde aus den Toten auferstehen.
Sie haben miterlebt, wie der Jesus auf dem Berg der Verklärung, der Verwandlung war. (00:06:04)
Sie sollten etwas sehen von der Herrlichkeit des Herrn Jesus im zukünftigen Reich.
Und hier sollten sie jetzt etwas sehen von dem, was die sühnenden Leiden für den Herrn Jesus waren.
Am Kreuz konnte keiner folgen, deshalb nimmt der Jesus sie hier mit nach Gethsemane,
wo er vorempfindende Leiden im Blick auf das Kreuz diese drei Stunden hatte.
Und er fing an, betrübt und beängstigt zu werden.
Das zeigt uns, wie furchtbar, wie schrecklich dieses Werk vor dem Herrn Jesus stand,
wie er jetzt ein Bewusstsein hatte. Das hatte der Jesus natürlich immer.
Aber er war eben nicht nur vollkommener Mensch, der eben wirklich in jeder Hinsicht vollkommen war,
sondern er war vollkommen Mensch, der ein Empfinden hatte und im Unterschied zu uns im Vorhinein wusste,
was das eigentlich bedeuten würde, auf ihn zukommen würde.
Und deshalb betrübt, beängstigt, das finden wir ja bei keiner anderen Gelegenheit des Herrn Jesus.
Dann spricht er zu ihnen, meine Seele ist sehr betrübt bis zum Tod, bleibt hier und wacht mit mir.
Sie sollten ihn nicht unterstützen, sie sollten ihn nicht ermutigen,
sondern sie sollten Anteil nehmen an ihm, wachen, wie er wachen würde. (00:07:01)
Sie sollten ein Bewusstsein haben, was jetzt für Leiden auf ihn zukommen würden
und dass er das eben im Gebet jetzt vorher tragen würde.
Eine Stunde, nicht eine Stunde vermochten sie mit ihm zu wachen.
Wir haben jeden ersten Tag der Woche dieses Mahl des Herrn,
wenn wir eine Stunde mit unseren Herzen wirklich dabei konzentriert,
was der Herr Jesus da auf sich genommen hat.
Und er ging ein wenig weiter und fiel auf sein Angesicht.
Da sehen wir, was ihn das beschäftigt hat, dass er auch äußerlich so auf sein Angesicht,
auf die Knie, auf den Boden gegangen ist, um zu dem Vater zu beten.
Und er betete und sprach, mein Vater, das zeigt Ihnen, was für eine Übereinstimmung,
was für eine Gemeinschaft er mit dem Vater da gewesen ist.
Wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber,
doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst.
Zuvor hat er ihnen einen Kelch gegeben, einen Kelch, für den sie Dank sagten.
Und er hat davon gesprochen, dass das das Blut des neuen Bundes ist,
dass das von dem Tod spricht.
Und jetzt finden wir diesen Kelch in Gethsemane,
wo er eigentlich zeigt, was dieser Kelch wirklich für ihn bedeutete.
Schwere, tiefste, furchtbare Leiden. (00:08:02)
Dieser Kelch, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber.
Muss ich diesen Kelch nicht trinken?
Muss ich nicht in dieses furchtbare Gericht gehen?
Wie konnte der Jesus wünschen, von Gott zur Sünde gemacht zu werden,
von Gott verlassen zu werden? Undenkbar, das darf, das kann ein Mensch nicht wünschen.
Und der Jesus auch nicht.
Aber er fügt hinzu, doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst.
Er hatte keinen Eigenwillen, wie wir den oft zeigen,
sondern er hatte einen eigenen Willen, der unterschieden wird von dem Willen des Vaters,
der aber in jeder Hinsicht sich dem Willen des Vaters unterstellte,
auch wenn es hier um solche furchtbaren Leiden ging,
die er bereit war, auf sich zu nehmen.
Und er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend.
Die Jünger haben nicht gewacht.
Während er dort im ringenden Kampf war, wie Lukas das ausdrückt,
während er dort dieses Gebet vor dem Vater mit innerer Anteilnahme,
mit innerer Erschütterung, mit Beängstigung und Betrübnis da gebetet hat,
finden wir, dass die Jünger hier zeigen,
Petrus zeigt, dass er überhaupt nicht in der Lage ist, dem Herrn zu folgen.
Nein, ganz im Gegenteil.
Und er spricht zu Petrus. (00:09:01)
Also nicht eine Stunde vermochtet ihr, mit mir zu wachen?
Du willst mit mir sterben.
Alle werden weglaufen. Ich nicht.
Aber du bist nicht mal in der Lage, eine Stunde mit mir zu wachen?
Wir auch nicht.
Wenn wir wenigstens im Nachhinein diese Empfindungen mal eine Stunde
auf unseren Herzen haben, mit ihm auch bewegen können.
Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt.
Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach.
Der Jesus hält ihnen zugute, dass sie eigentlich wollten im Geist,
dass aber durch ihre körperliche Situation, dass es so spät am Abend ist,
dass sie nicht in der Lage waren, mit ihm zu wachen.
Schwach sind, dass sie schwach werden.
Umso wichtiger wäre das Wachen und das Beten,
um eben nicht von dem Feind dann weggezogen zu werden,
von dem Feind überlistet zu werden.
Wiederum zum zweiten Mal ging er hin und betete und sprach.
Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht vorüber gehen kann,
ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille.
Der Jesus geht hier einen Schritt weiter.
Er sagt, wenn das nicht möglich ist, dann geschehe dein Wille.
Er wollte sich in jeder Hinsicht, vollkommen wie er war, (00:10:01)
vollkommen zur Freude des Vaters, vollkommen zu seiner Verherrlichung,
ihm unterstellen und bereit sein.
Auch wenn es sein Leben kostete,
auch wenn es diese drei Stunden des Gerichtes,
der Ewigkeit über unsere Sünden kostete,
war er bereit, das zu tun, um den Willen des Vaters auszuführen.
Und als er kam, fand er sie wieder schlafend,
den ihre Augenwahn beschwert.
Er spricht sie nicht mehr an.
Er wusste, dass es in ihrem Leben,
dass es nicht in ihrer Kraft war, bei ihm zu sein.
Er hatte das Erlösungswerk noch nicht vollendet.
Sie waren nicht in der Lage, ihm zu folgen.
Sie würden Anstoß nehmen, auch Petrus der Erste.
Und er ließ sie wieder und ging hin und betete zum dritten Mal
und sprach wieder dasselbe Wort.
Wenn wir lesen, nicht eine Stunde vormochtet ihr mit mir zu wachen,
ob der Jesus dieses erste Gebet eine Stunde lang
vor dem Vater gesprochen hat,
ob er eine Stunde dort vor dem Vater war.
Wir können das nicht mit Bestimmtheit sagen,
einen längeren Zeitraum.
Und wenn das zweite oder das dritte jeweils das gleiche war,
es war jedenfalls über eine längere Zeit,
dass der Herr in diesem Gebet war,
diese vorempfindenden Leiden hatte.
Er wusste genau, was auf Golgatha auf ihn zukommen würde, (00:11:02)
was dort geschehen würde,
in diesen menschlich furchtbarsten Umständen,
gekreuzigt mit diesem Martha-Leiden,
des Martha-Kreuzes.
Das muss furchtbar gewesen sein,
aber erst recht, was dann von Seiten Gottes auf ihn zukam.
Aber er war bereit, das zu erdulden.
Dann kommt er zu den Jüngern und spricht zu ihnen,
so schlaft denn weiter und ruht euch aus.
Ja, auf der Grundlage des Werkes würden sie sich ausruhen können,
aber sie waren nicht wachsam, und deshalb würde der Feind kommen.
Siehe, die Stunde ist nahegekommen,
dass der Sohn des Menschen in die Hände von Sündern überliefert wird.
Ja, er würde jetzt in die Hände von Sündern überliefert werden.
Er würde von Sündern an das Kreuz gebracht werden.
Und dazu war er bereit,
von besudelten Sünderhänden dort kreuzigen zu lassen.
Steht auf, lasst uns gehen.
Siehe, nahe ist gekommen, der mich überliefert, Judas Iskariot.
Jetzt würde er kommen.
Jetzt würde das alles seinen Lauf nehmen,
und der Jesus würde gekreuzigt werden.
Was für eine Hingabe, was für eine Liebe,
was für eine Unterordnung dessen, (00:12:02)
der selber der ewige Sohn Gottes ist.
Wir können nur wirklich ihn anbeten
und in unseren Herzen vor ihm niederfallen.