Am: So, 5. Juli 2026
Judas hatte den Verrat vorbereitet. Im Kontrast dazu sehen wir den Herrn Jesus, der für seine Jünger sorgt und das letzte Passah vorbereitet. Dann wird Judas' Verrat beim Passahmahl entlarvt und im Gegensatz dazu die Hingabe Jesu in Brot und Kelch des Gedächtnismahls deutlich.
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Wir haben beim letzten Mal gesehen, dass ab Matthäus 26 immer so zwei sich gegenüberstehende
Abschnitte vor uns kommen, die wie Kontraste sind.
Einmal in den Versen 1 und 2 die Ankündigung des Todestages und dann in den Versen 3 bis
5, was die Führer in Israel für gegensätzliche Pläne hatten, eben gerade nicht an dem Passer,
den Herrn Jesus, gefangen zu ernehmen und umzubringen.
Wir haben gesehen, dass auf der einen Seite die Hingabe dieser Frau, von der wir wissen,
dass es Maria von Bethanien war, gewesen ist, gezeigt wird in den Versen 6, 7 und 10
bis 12 und dann auf der anderen Seite diese angebliche Besorgnis für Arme, aber diese
Ich-Sucht, dieser Egoismus von Judas Iskariot hier sogar verbunden auch mit den anderen
Jüngern in den Versen 8 und 9.
Und dann sind wir beim letzten Mal schon auf die Phase 14 bis 16 eingegangen, wo wir sehen,
dass Judas Iskariot den Verrat von Christus vorbereitet hat und wir sehen jetzt in den
Versen 17 bis 19, wie umgekehrt, der Herr Jesus dafür sorgt, dass das letzte Passerfest, (00:01:04)
das was von der Hingabe des Christus und nicht von dieser Selbstsucht, Geldsucht des Judas
spricht, vorbereitet wird.
Wir lesen in Vers 17,
Am ersten Tag der ungesäuerten Brote aber traten die Jünger zu Jesus und sprachen,
Wo willst du, dass wir dir bereiten, das Passer zu essen?
Es ist das vierte Passer in der Zeit des öffentlichen Dienstes des Herrn Jesus, dieser Dienst, der
genau drei Jahre eben stattgefunden hat.
Es ist das letzte Passer vor dem Tod des Herrn Jesus.
Es ist das Passer, von dem er sagt, in Lukas 23 kann man das nachlesen, dass er mit Sehnsucht
gewartet hat darauf, dieses Passer mit ihnen zu essen, ehe er leiden würde, ehe eben in
dieser besonderen Weise diese Leiden aufhinkommen würden, nämlich die sühnenden Leiden, wo
er dieses Werk zur Verherrlichung Gottes des Vaters vollenden würde.
Wie schön, dass die Jünger fragen, wo willst du?
Und das ist die Frage für uns, sind wir auch solche, die nach seinem Willen fragen, die
nach seinem Willen fragen, wenn es um das persönliche Leben geht, die nach seinem Willen
fragen, wenn es um die Frage des Versammlungslebens, des Gemeindelebens geht, wenn es um die Frage (00:02:05)
des Brotbrechens geht, wenn es um die Frage der Teilnahme am Brotbrechen geht, dass wir
eben nicht nach eigenen, nach gefühlsorientierten Vorstellungen hier handeln, sondern nach den
Gedanken Gottes.
Er aber sprach, geht in die Stadt zu dem und dem und sprich zu ihm, der Lehrer sagt, meine
Zeit ist nah, bei dir halte ich das Passa mit meinen Jüngern.
Wunderbar, der Herr Jesus zeigt ihnen, er nennt hier keinen Namen für uns, weil für uns
dieser Name nicht von Bedeutung ist, aber dass er den Jüngern ganz genau erklärt hat,
wo er, wie er das Passa haben wollte.
Meine Zeit ist nah, ja, jetzt rückte die Zeit nah, was muss das den Herrn bewegt haben,
dass er an das Kreuz gehen würde und sterben sollte, bei dir halte ich das Passa mit meinen
Jüngern.
Was für ein Vorrecht für diesen Mann.
Wenn wir auch einmal in Häusern zusammenkommen mussten oder dürfen, wenn die Situation eben
so ist und wir Gastfreundschaft üben dürfen, nicht nur im Blick auf die Geschwister, sondern
in dem Bewusstsein, dass der Herr Jesus selbst dann in der Mitte derer ist, die sich zu seinem (00:03:03)
Namen hin versammeln.
Dann lesen wir in Vers 19 und die Jünger taten, wie Jesus ihnen befohlen hatte und bereiteten
das Passa.
Wie schön, wenn nicht nur eine Frage da ist, manchmal hört man ja auch im seelsorgerlichen
Bereich Fragen, aber ohne die Bereitschaft, das dann zu tun.
Hier war das bei den Jüngern anders.
Sie haben das genau so getan und so wollen wir das auch tun, gerade im Blick auf das
Zusammenkommen als Gemeinde, als Versammlung, dass wir nach den Gedanken Gottes handeln
wollen, dass wir seine Maßstäbe, seine Maßgaben auch wirklich einhalten wollen.
Dann kommen wir zu den Versen 20 bis 30 und da finden wir auf der einen Seite die Entlarvung
des Pharaos Judas beim Passamal und auf der anderen Seite die Hingabe des Herrn Jesus,
die durch das Mal hier, das Mal des Herrn, das er einführt, beschrieben wird durch Brot
und Kelch.
Als es aber Abend geworden war, legte er, der Herr Jesus, sich mit den Zwölfen zu Tisch.
Die Zwölfe waren das, das heißt auch Judas Iskariot war eben hier noch zugegen.
Und während sie aßen, nämlich das Passa aßen, sprach er wahrlich, ich sage euch, (00:04:03)
einer von euch wird mich überliefern.
Lasst uns nicht vergessen, was das für den Herrn Jesus gewesen ist, dass einer, der mit
ihm zusammen gewesen ist, einer, mit dem er das Brot geteilt hat, einer, der drei Jahre
in dieser intensiven Weise mit ihm zusammen gewesen ist, dass er ihn überliefert hat.
Wie der Apostel Paulus das in 1. Korinther 11 dann sagt, in der Nacht, in der er überliefert
wurde, auch von Judas Iskariot wurde er überliefert.
Wir denken an Stellen wie Psalm 55, wo es in Vers 13 bis 15 heißt, nicht ein Feind ist
es, der mich höhnt, sonst würde ich es ertrage, nicht mein Hasser ist es, der gegen mich groß
getan hat, sonst würde ich mich vor ihm verbergen.
Ja, natürlich hat Judas Iskariot den Herrn gehasst, aber nicht jemand, der äußerlich
sichtbar ein Feind, ein Hasser war, sondern du, ein Mensch wie ich, mein Freund und mein
Vertrauter, die wir vertrauten Umgang miteinander pflegten, ins Haus Gottes gingen mit der Menge.
Ja, wie furchtbar muss das für den Herrn Jesus gewesen sein, einen Mann hier neben (00:05:01)
sich zu haben, einen Mann neben sich zu haben, der ihn gehasst hat, dem er gedient hat, den
er genauso behandelt hat wie die anderen und der trotzdem ein Teufel war, der trotzdem
ihn so gehasst hat, dass er ihn überliefert hat.
Dann lesen wir in Vers 22, und sie wurden sehr betrübt und fingen an, ein jeder zu
ihm zu sagen, ich bin es doch nicht, Herr.
Ja, das finde ich so erstaunlich, dass die Jünger nicht gesagt haben, ich habe damit
nichts zu tun, sondern jeder hat sich in dieses Licht stellen lassen.
Und so wollen auch wir das tun, wenn einmal das Wort Gottes gepredigt wird und sehr ernst
gesprochen wird.
Dann wollen wir nicht sagen, damit habe ich nichts zu tun, ich bin ja nicht auf einem
sündigen Weg.
Ich habe auch gar nicht vor, irgendwie einen sündigen Weg, einen unmoralischen Weg zu
bestreiten, sondern wir wollen uns in dieses Licht stellen lassen, wie die Jünger, ich
bin es doch nicht, Herr.
Womöglich hat auch Judas Iskariot eben in dieser Weise gesprochen, wie wir das auch
in einem anderen Evangelium finden.
Ich doch nicht, hat er Herr gesagt, für ihn war der Herr Jesus nicht der Herr.
Er hat ihn abgelehnt, er hat sich in Rebellion gegen ihn gestellt, was muss er für ein furchtbares (00:06:04)
Teil in der Hölle haben, jetzt schon ist er im Hades.
Er, Christus, aber antwortete und sprach, der mit mir die Hand in die Schüssel eintaucht,
der wird mich überliefern.
Das zeigt, dass es ein Vertrauter, ein Enger mit ihm Verbundener gewesen ist, der offensichtlich
nah bei ihm gewesen ist, so wie Johannes auf der einen Seite, vielleicht Judas auf der
anderen Seite.
Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie über ihn geschrieben steht, ja im Alten Testament
ist vorhergesagt worden, der Herr Jesus hat das seinen Jüngern auch immer wieder angekündigt,
was mit ihm geschehen würde.
Wehe aber jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen überliefert wird, es wäre besser
für jenen Menschen, wenn er nicht geboren wäre.
Das zeigt, was für ein Teil, was für ein Gericht diesen Mann erwartete.
Es wäre ihm besser gewesen, nicht geboren zu werden, dann hätte er zwar kein glückseliges
Teil haben können, aber dann wäre er nicht in das ewige Gericht der Gottesferne, in die
Hölle gekommen, wo er ewig unter dem Gericht Gottes stehen wird, nie wieder irgendeinen
Segen eine Freude erleben wird.
Judas, hier sehen wir das, aber der ihn überlieferte, antwortet und sprach, ich bin es doch nicht, (00:07:04)
Rabbi.
Hier sehen wir, dass von ihm nicht gesagt wird, dass er Herr sagt, das haben die elf
gesagt offenbar, sondern Rabbi, Lehrer.
Für ihn war das ein interessanter Lehrer, aber eben keiner, mit dem eine Herzensverbindung
bestand.
Im Gegenteil, wie muss das erschütternd gewesen sein, nach drei Jahren nur so einen Rabbi
in dem Herrn Jesus zu sehen.
Ich doch nicht.
Er hatte doch schon längst sich das Geld organisieren lassen, um den Herrn Jesus zu
überliefern.
Ich bin es doch nicht.
Was für eine Heuchelei, die diesen Mann betrieben hat.
Vielleicht finden wir auch heute Menschen, die sagen, wir sind Christen, die in Wirklichkeit
aber mit Christus nichts zu tun haben wollen.
Was für eine pure Heuchelei.
Bei Judas Iskariot war das einzigartig und vielleicht können auch wir die Liebe zu dem
Herrn Jesus heucheln.
Dann mögen wir gläubig sein, mögen wir bekehrte Menschen sein, das Heil werden wir nicht verlieren.
Aber diese Heuchelei, wie ist das ein ekelhafter Zug.
Er, Christus, spricht zu ihm, du hast es gesagt.
Die Jünger haben das immer noch nicht verstanden, aber der Jesus hat ganz offenbar gemacht,
dass dieser Mann genau das tun würde.
Und jetzt im Gegensatz dazu die Hingabe des Herrn Jesus. (00:08:03)
Während sie aber aßen, nahm Jesus Brot, segnete, brach und gab es den Jüngern und
sprach, nehmt es, dies ist mein Leib.
Der Jesus führt jetzt das Gedächtnis mal ein, wenn wir nur Matthäus und Markus hätten,
wüssten wir nicht, dass auch die Jünger und dann auch wir dieses Mal weiterführen
sollten.
Hier wirkt das erstmal wie ein einmaliges Mal, nehmt es, dies ist mein Leib.
Der Jesus zeigt ihnen, dass dieses Brot, das ein ungesäuerter Fladen damals gewesen ist,
das wird uns nicht gesagt, dass wir ungesäuerte Brote nehmen sollen, aber damals war das so,
dass Teil des Passas eigentlich gewesen wäre und der Jesus nimmt das in seine Hände, um
so deutlich zu machen, dass es etwas anderes jetzt ist, dass es eben nichts damit zu tun
hat, dass es einfach nur Brot wäre oder Passabrot.
Nein, der Jesus macht ganz deutlich, dass dieses Brot jetzt eine Bedeutung hat, mein
Leib, der nämlich in den Tod gegeben würde, er würde sterben.
Und er nahm den Kelch und dankte und gab ihnen diesen und sagte, trinkt alle daraus, denn
dies ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung
der Sünden. (00:09:01)
Trinkt alle daraus.
Er möchte, dass wir als Gläubige wirklich alle, die wir an den Herrn Jesus glauben, dieses
Mal des Herrn auch einnehmen, dass wir uns seinem Willen unterordnen, dass das Voraussetzungen
hat, das finden wir dann in 1. Korinther 10, 1. Korinther 11 natürlich deutlich gezeigt,
Aber hier geht es um die Bereitschaft, sind wir bereit, wirklich dem Wunsch, dem Willen,
dem Testament des Herrn zu folgen, trinkt alle daraus, nämlich aus dem einen Kelch.
Hier ist nie von Kelchen die Rede, das wollen wir auch bedenken.
Dies ist mein Blut, das des neuen Bundes.
Ja, oh, sogar an das Volk Israel dachte der Jesus, dass sie einmal auf der Grundlage dieses
Werkes zurechtfinden werden und Vergebung ihrer Sünden bekommen werden.
Ich sage euch aber, ich werde von jetzt an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks
trinken, bis an jenem Tag, wenn ich es neu mit euch trinke in dem Reich meines Vaters.
Ja, der Herr Jesus würde jetzt das Werk vollbringen, er würde in den Himmel auffahren,
er würde nicht mehr auf der Erde sein und deshalb kann er nicht mehr von dem Gewächs
des Weinstocks trinken, aber er wird wiederkommen in dem Reich seines Vaters. (00:10:03)
Er wird hier ein Reich gründen, dass das Reich seines Vaters ist.
Wir müssen hier nicht daran denken, dass es irgendwie einen himmlischen, einen irdischen
Teil hat, obwohl es wahr ist, sondern dass dieses Reich grundsätzlich in seinen Augen,
in seinem Herzen das Reich des Vaters ist, denn ihn wollte er verherrlichen, ihn hat
er hier auf der Erde verherrlicht und ihn sieht er auch als den Vater über sich, der
er der Mensch gewordene Sohn Gottes ist, der als Mensch hier auf dieser Erde diente, der
als Mensch auch dieses Reich antreten wird.
Es ist das Reich seines Vaters, in das er auch uns einführen wird.
Und dann, zu Herzen gehend, Vers 30.
Und als sie ein Loblied gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.
Was muss denn Herrn Jesus hier innerlich bewogen haben?
Ein Loblied angesichts seiner Leiden, die jetzt auf ihn kommen würden, in einem Ausmaß,
in einer Intensität, wie das nie zuvor gewesen ist und auch nie nachher wiederkommen wird?
Er hat Loblieder, das sind Psalmen sicherlich gewesen, haben sie zusammen gesungen und er
hat Gott gelobt, angesichts dessen, was er in tiefen Leiden jetzt vollbringen würde.
Ja, wir wollen gerade an den ersten Tag der Woche an den Herrn Jesus denken und daran (00:11:03)
denken, was das für ihn gewesen ist, was das ihn gekostet hat, wie sehr er leiden
musste und fallen in unseren Herzen vor ihm nieder.