Bauen am Haus Gottes – Grundsätze bleiben

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© 3500 Jahre alte Zedern vom Libanon

Das Material: Zedernholz vom Libanon

Ein lehrreiches Beispiel dafür finden wir im Alten Testament. In Esra 3,7 heißt es: „Und sie gaben den Steinhauern und den Zimmerleuten Geld, und Speise und Trank und Öl den Sidoniern und den Tyrern, damit sie Zedernholz vom Libanon auf dem Meer nach Japho brächten, entsprechend der Vollmacht Kores’, des Königs von Persien, an sie“ (Esra 3,7).

Nachdem der jüdische Überrest aus der 70-jährigen babylonischen Gefangenschaft nach Jerusalem zurückgekehrt war, wurde zunächst der Altar wieder an seiner ursprünglichen Stätte errichtet. Anschließend begannen die Vorbereitungen für den Wiederaufbau des Tempels, der durch Nebukadnezar zerstört worden war. Dazu gehörte auch das Herbeischaffen von Baumaterial – insbesondere das Zedernholz vom Libanon, das auf dem Seeweg nach Japho transportiert wurde, um damit am Haus Gottes zu bauen.

Das Material bleibt dasselbe

Die Vorgehensweise war keineswegs neu. Bereits beim Bau des Tempels unter König Salomo wurde dieses Baumaterial verwendet. In 1. Könige 5,20 lesen wir: „Und nun gebiete, dass man mir Zedern vom Libanon haue…“.

Ob beim Tempelbau unter Salomo oder Jahrhunderte später unter Serubbabel und Jeschua – in beiden Fällen griff man auf Zedernholz vom Libanon zurück1. Dieses Detail ist von Bedeutung, denn es zeigt, dass sich trotz des zeitlichen Abstands und der veränderten äußeren Umstände nichts an den Grundsätzen des Bauens am Haus Gottes geändert hatte. Das Material blieb dasselbe.

Unverändertes Material - dieselben Grundsätze

Der Gebrauch desselben Materials im Bau des Hauses Gottes hat auch für uns eine geistliche Bedeutung. Sie macht deutlich, dass auch wir beim Bauen am Haus Gottes – der Versammlung – heute mit keinem anderen Material bauen, wie zur Zeit der Apostel vor etwa 2000 Jahren. Das bedeutet für uns, dass Grundsätze keiner Veränderung oder Anpassung an einer moderneren Zeit unterliegen. Es ist heute noch dieselbe Wahrheit, wie Gott sie zu Anfang gegeben hat.

Am Haus Gottes bauen bedeutet konkret:

  • Evangeliums-Verkündigung: Bei der Verkündigung des Evangeliums dürfen keine Abstriche gemacht werden. Es muss von Christus als dem Gekreuzigten, Begrabenen und Auferstandenen gesprochen werden (1. Kor 15,3.4). Ebenso muss der Mensch als verlorener und schuldbeladener Sünder vor Gott erkannt und gepredigt werden – eine Wahrheit, die heute ebenso gültig ist wie damals (Röm 3,12).
  • Hirtendienst: Auch der Dienst der Seelsorge ist ein wesentlicher Bestandteil, am Haus Gottes zu bauen. So bekommt die Herde Gottes Führung, Schutz und Fürsorge.2
  • Lehrdienst: Auch die Lehre muss in der Form weitergegeben werden, wie Gott sie zu Anfang gegeben hat.
  1. Dazu gehört, an der Wahrheit über Christus festzuhalten: Seine ewige Sohnschaft sowie seine vollkommene Menschwerdung sind ebenso zu betonen wie sein Erlösungswerk auf Golgatha, seine Auferstehung und Himmelfahrt, sein Sitzen zur Rechten Gottes – und seine Wiederkunft.
  2. Es ist auch wichtig, Gläubigen die herrliche Stellung in den himmlischen Örtern bewusst zu machen, die sie in Christus bereits heute besitzen (Eph 2,5.6; Kol 1,28).
  3. Auch die Belehrung über den Platz des Zusammenkommens zum Namen des Herrn Jesus hin ist ein wichtiger Baustein in der Arbeit am Haus Gottes (Mt 18,20; 2. Tim 2,20-22).
  4. Untrennbar damit verbunden sind die Belehrungen über die Ordnung in der Versammlung aus 1. Timotheus 3. Dort lesen wir, dass Timotheus wissen sollte, wie man sich zu verhalten habe im Haus Gottes, welches Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit ist. Es gibt im Haus Gottes eine Hausordnung. Diese hat der Eigentümer des Hauses geschrieben. Diese gilt es in Treue zu bewahren und umzusetzen.
  • Hilfsdienst: Auch praktische Dienste unter Gläubigen zählen zu der Arbeit am Haus Gottes, die es nicht zu übersehen gilt.

Nicht nur das Bauen selbst, sondern der richtige Materialeinsatz entscheidet

Halten wir fest: Nur wenn das richtige „Material“ eingesetzt wird, wird Gott geehrt und verherrlicht. Jegliches Bauen mit fremdem Material, wie einem verwässerten Evangelium oder falscher Lehre, die die Wahrheit über Christus, die Stellung des Gläubigen oder Grundsätze des Platzes des Zusammenkommens berührt, die schließlich zur Vermischung und Aufgabe der biblischen Absonderung führen […], wird vor Gott keinen Bestand haben.

Eine Frage an Herz und Gewissen

Gott schenke uns Gnade, beim Bauen an seinem Haus treu zu bleiben – in Abhängigkeit von Ihm, mit dem „Material“, das Er selbst vorgesehen hat. Das kostet Kraft und Mut. Doch Er ruft uns zu: „Sei stark“ und „fürchtet euch nicht“ (Hag 2,4.5).

Fragen wir uns: Bauen wir noch mit dem „Holz vom Libanon“ – halten wir an den Grundsätzen des Wortes Gottes, der unveränderlichen Wahrheit wie Gott sie am Anfang gegeben hat, heute noch fest? Daran wird Gott Wohlgefallen haben (vgl. Hag 1,8).

Fußnoten

  • 1 Das Holz selbst weist auf Christus als Mensch hin, während der Libanon von Gnade spricht. Im übertragenen Sinn muss der Dienst am Haus Gottes von Christus selbst und seiner offenbarten Gnade geprägt sein und letztlich zu Ihm hinführen. Ein solcher Dienst kann jedoch nur dann glaubhaft von Christus und seiner Gnade zeugen, wenn er zugleich in Übereinstimmung mit der offenbarten Wahrheit geschieht.
  • 2 In der Ausübung des Hirtendienstes gibt es durchaus Überschneidungen mit dem Dienst eines Lehrers und umgekehrt.
© 3500 Jahre alte Zedern vom Libanon
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