Am: Di, 28. Oktober 2025
Irgendwie liegt es im Trend, Sünden und Probleme zu psychologisieren. Das las ich vor einiger Zeit auch im Blick auf Süchte. Dort hieß es, Süchtige brauchten Hilfe statt Ausgrenzung. Was sagt Gottes Wort dazu?
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Vor einiger Zeit las ich einen Artikel über Süchte und Süchtige.
Anlaß ist, dass in Frankfurt seit einigen Tagen ein internationaler Gedenktag für verstorbene
Drogengebrauchende stattfindet.
Und die Überschrift über den Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war
»Süchtige brauchen Hilfe statt Ausgrenzung«.
Ein Thema, mit dem wir uns ja auch als Christen auseinandersetzen müssen, wie man mit Süchten,
mit Sucht umgeht.
In dem Artikel heißt es, dass die Zahl der Drogentoten in Frankfurt offenbar seit Jahren
stabil ist, zwischen 20 und 40 Opfern im Jahr.
Sind das Opfer oder sind das Täter?
Gründe für Sucht sind vielfältig, heißt der Artikel.
Manche konsumierten wegen einer Erkrankung Opioide und kommen dann eben mit dem Ausschleichen
der Schmerzmittel nicht zurecht und gehen dann eben weiter, dass sie diese Schmerzmittel
weiter nehmen.
Andere haben mit Traumata zu tun, versuchen die mit Schmerzmitteln, mit solchen Drogen
zu verarbeiten. (00:01:01)
Andere suchen im Rauschgift eine Lösung, andere haben mal auf einer Party eine, wie
es da heißt, falsche Tablette geschluckt.
Jedenfalls wollen gerade solche, die mit den Süchtigen zu tun haben, deutlich machen,
dass Abhängige mehr sind als ihre Sucht.
Sie sind, wie es in dem Artikel heißt, wahrscheinlich aus einer Pressemitteilung zitiert, Angehörige,
Nachbarn, Freunde, Väter, Mütter, Kinder, Menschen mit Hoffnungen, Menschen mit Träumen,
Menschen mit Wünschen.
Das Ganze zeigt schon eine Herausforderung, mit der wir immer wieder zu tun haben, nämlich
die Psychologisierung von allem.
Süchtige brauchen Hilfe statt Ausgrenzung.
Okay, das verstehen wir, dass Süchtige natürlich eine Hilfestellung brauchen.
Das Problem liegt in der Regel aber daran, dass die Süchtigen, solche, die ihren Süchten
nachgehen, oft eben diese Hilfestellungen gar nicht annehmen, sondern eben nicht die
Kraft haben oder nicht den Willen haben, nicht den Willen durchsetzen, wirklich eine entsprechende (00:02:05)
Therapie zu machen.
Auch die Gründe für die Süchte so vielfältig zu nennen, zum Beispiel manche haben auf einer
Party eine falsche Tablette geschluckt, mit anderen Worten, sie können gar nichts dafür.
Das ist diese Psychologisierung, die wir heute immer wieder, leider auch und vermehrt unter
Christen finden, wo man feststellt, dass alles erklärt wird, dass alles entschuldigt
wird, dass für alles ein Grund vorgelegt wird.
Da sind solche, die in sexuelle Verfehlungen kommen und das muss man doch nachvollziehen.
Sie haben ja nicht so einen starken Willen, sie sind ja verführt worden.
Ja, auch Adam und Eva, das heißt Eva ist verführt worden und wer war dafür verantwortlich?
War der Teufel dafür verantwortlich?
Natürlich war der Teufel der Verführer, aber Gott macht Eva, Gott macht Adam dafür
verantwortlich und sie müssen dafür auch gerade stehen, wenn ich das mal so platt ausdrücken
darf.
Und heute versuchen wir mit einer solchen Psychologisierung die Schuld wegzuwälzen,
der kann doch gar nichts dafür, die kann doch gar nichts dafür, was alles passiert in diesen
Süchten. (00:03:01)
Nun, erstens müssen wir also für uns mal erkennen, es gibt das Problem.
Es gibt das Problem von Süchtigen und wer nicht nur in Frankfurt unterwegs ist, sondern
auch in anderen Städten, der wird feststellen, dass es in der Tat ein Problem ist und dass
wir mit diesem Problem umgehen müssen.
Wir müssen zweitens erkennen, dass auch Christen diese Probleme haben können.
Manche entwerten eigentlich das Problem der Süchte, indem sie alles dann auf eine Suchtebene
heben, ja auch Kaffeesucht zum Beispiel.
Natürlich ist es so, dass manche Menschen gewissermaßen abhängig sind von Kaffee, aber
wir alle wissen, dass diese sogenannte Sucht bei weitem nicht vergleichbar ist mit Medikamentenabhängigkeit,
mit Alkoholabhängigkeit, mit Rauchabhängigkeit, mit Rauchsucht oder mit Drogen.
Das ist schon tragisch, denn wir dürfen nicht anfangen zu entschuldigen.
Man sieht, manche Raucher, die müssen nach jedem Essen irgendwo hingehen, um zu rauchen.
Das zeigt, was das für eine Sucht, was das für eine Echtabhängigkeit ist und lasst
uns drittens deshalb nicht übersehen, jede Sucht ist Sünde.
Jede Abhängigkeit, die Nichtabhängigkeit von Gott ist, das ist Sünde. (00:04:02)
Jede Sklaverei ist eine Sklaverei der Sünde und ist mit dieser Erde verbunden.
Viertens macht aber Gottes Wort durchaus Unterschiede.
Jetzt bin ich gedanklich und nicht nur gedanklich in 1. Korinther 5.
Da sagt der Apostel Paulus, ich habe euch, Vers 9, in dem Brief geschrieben, nicht mit
Hurern Umgang zu haben, nicht durchaus mit den Hurern dieser Welt oder den Habsüchtigen
und Räubern und Götzendienern, sonst müsstet ihr ja aus der Welt hinausgehen.
Nun aber habe ich euch geschrieben, keinen Umgang zu haben, wenn jemand, der Bruder genannt
wird, ein Hurer ist und ein Habsüchtiger oder ein Götzendiener oder ein Schmäher
oder ein Trunkenbold oder ein Räuber mit einem solchen nicht einmal zu essen.
Süchtige brauchen Hilfe statt Ausgrenzung, war die Überschrift über dem Artikel.
Und Gottes Wort macht klar, wenn es um eine Sünde geht und das ist diesen Sünden in
1. Korinther 5 allen gemein, die eine, die böse ist, die eine Sünde ist und die eine
gewisse, eine Charakterisierung einer Person ist, da ist nicht von Hurerei gesprochen, (00:05:01)
sondern von Hurern.
Nicht, dass wir sagen müssen, man muss fünfmal in Hurerei gekommen sein, dass man ein Hurer
wird.
Und es ist gerade in Vers 3 deutlich, jemand, der dieses so verübt hat, das kann einmal
sein.
Und das muss einfach nur ein Zustand, was heißt nur, das ist, wenn das ein Zustand
ist und ein Zustand ist dadurch gegeben, dass es einen Weg dahin gibt und das ist bei Hurerei
fast immer der Fall.
Und das ist eben auch der Fall, wenn es um Süchte geht.
Man hat eben nicht einfach einmal eine falsche Tablette geschluckt, wenn man das erkennt,
dann gibt es Mechanismen, dann gibt es Möglichkeiten, trotz dieser Entzugserscheinungen, die auch
bei einer Tablette, bei bestimmten Drogen tatsächlich der Fall sein können, doch sich Hilfe zu
suchen.
Wer das möchte, der kann das.
Das hat man ja auch bei der Rauchsucht erlebt.
Leute, die immer wieder rauchen, die aber erkannt haben, das ist schädlich, das ist schädlich
für meine Gesundheit, das ist eine Sucht, das ist eine Sünde, die dann einen Weg heraus
aus dieser Sucht gefunden haben.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Nicht, dass wir mit dem Eigenwillen, dass wir einen Willen haben, der stark genug ist,
jede Sucht irgendwie zu überwinden. (00:06:01)
Wir brauchen dafür die Hilfe des Herrn.
Aber hier geht es um solche Dinge, die zu einem Charakterzug werden und, und das ist
der Unterschied zu Römer 7, die auch alle einen Außenbezug haben.
Bei Hurerei ist immer eine andere Person betroffen.
Bei Trunkensucht, bei einem Trunkenbold geht es immer darum, dass ich in der, hier bei
der Sünde, die Paulus in 1. Korinther 5 nennt, dass eben ich in der Öffentlichkeit als solche
erscheine.
Bei Habsucht habe ich jemandem etwas weggenommen, was mir nicht zusteht.
Ich will etwas haben, was mir nicht gehört, was mir nicht zusteht und ich beschaffe mir
das auf unrechtmäßige Weise.
Es geht also hier nicht um Herzensprobleme, da fängt die Sünde natürlich unbedingt an,
sondern es geht um Süchte, die auch in der Öffentlichkeit dann eine Widerspiegelung
haben, die also im Kontakt mit anderen sich widerspiegeln und das ist natürlich bei Drogen
der Fall.
Du kannst deine Drogen in aller Regel nicht im Garten züchten, ja, gibt es heute auch
mit Cannabis, sondern du brauchst einen Dealer, du brauchst einen Händler, um dem nachkommen
zu können und damit bist du in der Öffentlichkeit.
Und was ist da, Süchtige brauchen Hilfe?
Natürlich brauchen sie Hilfe. (00:07:01)
Diese Hilfe wissen sie aber genau, wo sie die bekommen können.
Das ist ja nicht das Problem, sondern das Problem ist, dass sie nicht bereit sind, wirklich
aktiv diese Hilfe zu nehmen oder dass sie immer wieder zurückfallen, weil sie aus einem
Milieu kommen und aus dem Milieu nicht rausgehen.
Aber auch das, da werden wir ja hoffentlich als Christen eine Hilfestellung geben und
ihnen deutlich machen, wenn du hier die ganze Zeit in Frankfurt bist, dann musst du raus
aus dieser Umgebung, musst woanders hin und werden einen Weg ermöglichen, der eben ihr
Leben dann nicht weiter in Frankfurt macht.
Sie brauchen keine Ausgrenzung.
Hier sehen wir in 1. Korinther 5, dass wenn jemand in einen solchen sündigen Zustand
gekommen ist, dass es keinen anderen Weg gibt, als sich von ihm absolut zurückzuziehen.
Natürlich wird man, bevor man das tut, einem solchen sagen, hier und da gibt es eine Klinik,
hier und da gibt es eine medizinische Hilfe, die kannst du in Anspruch nehmen und wenn
du das tust, dann zeigst du damit, dass du diese Sünde hinter dir lassen möchtest,
wenn du darüber Buße tust und dann ändert sich natürlich auch der Zustand, ich meine
damit, dass jemand nicht mehr als Hurer, als Habsüchtiger, als Drogensüchtiger und so (00:08:01)
weiter zu bezeichnen, anzusehen ist.
Dann kommt aber fünftens hinzu und davon habe ich schon gesprochen, dass wir immer
mehr erleben, leider vermehrt inzwischen auch unter Christen, dass Sünden psychologisiert
werden, dass es psychische Erklärungen gibt, dass man die sucht für eine Sünde und damit
letztlich die Sünde relativiert.
Damit wird Sünde und ein sündiger Zustand auf einmal eben gar nicht mehr so sündig,
was soll der denn machen, der ist ja verführt worden, was soll der denn machen, der ist
ja ausgenutzt worden, der hat ein Charakterprofil, wo man gar nichts mehr tun kann und damit
führen wir genau den Weg, dass wir Sünde nicht mehr Sünde nennen, dass Böses nicht
mehr als Böses gebranntmarkt wird, sondern dass das erklärt wird und was kann der arme
Kerl denn dazu, der ist ja auch überfordert worden und dem dürfen wir nicht hinterher
laufen, das dürfen wir nicht zulassen in der Gemeinschaft der Gläubigen.
Dabei wollen wir nicht einzelne Sünden über andere stellen.
Natürlich brandmarkt Gottes Wort bestimmte Dinge in besonderer Weise, aber mir ist gerade
aufgefallen, als ich mal nach Sucht und Süchten gesucht habe in Gottes Wort, dass es doch (00:09:03)
Dinge gibt, die man vielleicht auf den ersten Blick gar nicht damit verbinden würde.
Es ist zum Beispiel in Jeremia 6 Vers 13 davon die Rede, denn von ihrem Kleinsten bis
zu ihrem Größten sind sie allesamt der Gewinnsucht ergeben und das wird auch in Kapitel 8, Vers
10 nochmal wiederholt.
Gewinnsucht, auch das ist eine Sucht, das ist keine Drogensucht, aber es ist eine Sucht,
das ist eine Sünde und gerade in einem Wohlstandsbereich, in dem wir leben in Deutschland, wollen wir
nicht übersehen, dass auch wir dieser Sucht, dieser Sünde anheimfallen können.
In Kolosser
3, Vers 5 gibt es bekanntermaßen mehrere Sünden, die genannt werden.
Tötet nun eure Glieder, die auf der Erde sind, Hurerei, Unreinheit, Leidenschaft, böse
Luft und die Habsucht, die Götzendienst ist.
Diese Gier, das ist eine Sucht, Habsucht, etwas haben zu wollen, was mir nicht zusteht
und es mir zu beschaffen und das Götzendienst, das ist etwas zu einem Götzen zu machen,
der mir so wichtig ist, dass ich ihn auf unrechtmäßige Art und Weise mir beschaffe.
Das ist eine böse Sache.
Dann gibt es sogar in Hesekiel 25 Vers 12 und 15 die Rachsucht, so spricht der Herr (00:10:07)
JHWH, weil Edom mit Rachsucht gegen das Haus Juda gehandelt hat und sie sich sehr
schuldig gemacht haben, indem sie sich an ihnen richten.
Ich kann auch so eine Rachsucht, eine Sucht haben, immer wieder, wenn mir jemand aus meiner
Sicht Unrechtmäßiges tut, das eben rächen zu wollen, eine ganz böse Sache.
Und dann spricht Jakobus in Jakobus 3 Vers 14 und 16 von bitterem Neid und Streitsucht.
Ich kann auch einer Streitsucht frönen und das ist genauso etwas Böses.
Also lasst uns nicht auf bestimmte Süchte allein sehen, sondern lasst uns in unser
eigenes Herz schauen und lasst uns ehrlich sein im Blick auf solche Süchte, im Blick
auf solches Böses und lasst uns das wirklich beseitigen, lasst uns da konsequent sein.
Aber lasst uns nicht durch Psychologisierung bestimmte Süchte irgendwie kleinreden.
Ja, ich habe halt eine falsche Tablette geschluckt, was soll ich denn tun, ja, jetzt bin ich da (00:11:03)
drin.
Lasst uns auch nicht diese Unterscheidung machen, die ich in Gottes Wort nicht finde,
dass Gott zwischen Sünder und Sünder unterscheidet.
Das ist für meine Begriffe eine fehlgeleitete Interpretation, denn ein Hurer ist jemand,
der Hurerei betreibt und da macht Gott eben gerade nicht diesen Unterschied, sondern er
sagt, das ist das Böse und damit ist er geprägt und so müssen wir ihn auch behandeln.
Also lasst uns auf der einen Seite da, wo es möglich ist, solchen Leuten einen Weg
aufzeigen, aber wenn sie eben nicht danach handeln, dann müssen wir uns zurückziehen
und dann müssen wir Nein sagen, dann können wir eine Gemeinschaft mit ihnen nicht einmal
den Umgang mit ihnen pflegen.
Vielleicht wirkt das ein bisschen hart, aber das ist der einzige Weg, auf dem solche Personen
zur Einsicht, zur Umkehr wirklich geführt werden, das ist der heilsame Weg und der führt
zum Segen nicht, wenn man sich gegen Gottes Wort verhält und damit letztlich Gemeinschaft
mit der Sünde betreibt.