Lehren aus der "Coldplay"-Affäre ziehen ...


Transkript der Audiodatei

Hinweis: Der folgende Text ist ein computer-generiertes Transkript der Audiodatei. Vereinzelt kann die Spracherkennung fehlerhaft sein.
(00:00:00) Vielleicht hat dir der Name vorher auch nichts gesagt oder doch Coldplay. Jedenfalls ist dieser Name, diese Band in aller Munde gekommen, nachdem eine Affäre an einem ihrer Konzerte in die Öffentlichkeit geraten ist. Aus einer privaten Angelegenheit wurde sozusagen eine digitale Hinrichtung. Da gab es ein, ja wie man so sagt, heimliches Liebespaar, beide wohl verheiratet, jedenfalls beide mit Partnern, er CEO, sie Personalchefin eines gut funktionierenden erfolgreichen IT-Unternehmens. Und bei einem Konzert wurden die beiden, die offensichtlich eine Art Affäre miteinander hatten, heimliche Affäre miteinander gehabt haben, durch eine Kamera, eine sogenannte Kiss-Cam, die auf das Paar schwenkte, weltbekannt geworden. Das Publikum in dem Sportstadion, wo dieses Konzert stattfand, konnte mit ansehen, wie sich das Paar, das es offiziell, ja natürlich gar nicht gab bis zu diesem Zeitpunkt, selber verriet, weil sie natürlich, als sie das gesehen haben, (00:01:03) dass sie da auf die Kamera kamen, versucht haben, irgendwie wegzuducken. Jetzt las ich einen Artikel darüber, es gab ja eine Menge Artikel, wo es heißt, das geht eigentlich niemanden etwas an, was die beiden machen. Aber natürlich war das, als das Video dann auf die Leinwand kam und als dann auch noch eine Privatperson von diesem Konzert das Video online gestellt hat, ging das dann viral. Und es begann eine Hetzjagd, bei der die beiden Personen dann auch identifiziert wurden und mit Namen, egal was Persönlichkeitsrechte waren, in die Öffentlichkeit gezerrt wurden. Im Netz ergoss sich sogar eine Häme über sie, die auch noch dadurch eben intensiviert wurde, dass der Mann eben CEO war und das bei einer hochbewerteten Firma. Inzwischen musste er ja gehen oder ist er gegangen, was auch immer dann die Ausstiegskriterien und Konditionen gewesen sind. Jedenfalls konnte man feststellen, mit was für einer Freude viele das irgendwie belächelt haben und tagelang das in aller Mund gewesen ist. (00:02:03) Wie wollen wir das jetzt bewerten? Erstens wollen wir festhalten, dass das sogenannte Fremdgehen, das ist ja eine Beschönigung dessen, was das wirklich ist, dass das Sünde ist. Wenn beide tatsächlich verheiratet waren, dann ist das in Gottes Augen Sünde. Hurerei ist, wenn sie auch intim gewesen sind, wären. Das ist eine Sache, über die wir ja nichts wissen. Aber das ist eine Sünde, dass man aus einer bestehenden Ehe, aus einer bestehenden Partnerschaft herausgeht. Wir wollen das auch als das bezeichnen, was Gottes Wort das nennt. Zweitens, wenn es in dem Artikel heißt, das geht niemanden etwas an, dann ist das absolut falsch. Gott geht das etwas an? Und Gott sieht alles, was wir tun? Zweitens, die jeweiligen Partner, die jeweiligen Ehepartner geht das natürlich etwas an, denn sie werden hintergangen. Und drittens, wenn es um eben ein solches sogenanntes Fremdgehen, wenn es darum geht, dass jemand aus seiner Ehe ausschert und dann auf einmal einen neuen Partner hat, (00:03:01) ob sichtbar oder unsichtbar, ob in der Öffentlichkeit oder nicht, dann geht das natürlich die örtliche Gemeinde, dann geht das natürlich die örtliche Versammlung etwas an, absolut an. Da sagt der Apostel Paulus in 1. Korinther 5, wenn es jetzt um uns Christen geht, nun aber habe ich euch geschrieben, keinen Umgang zu haben, wenn jemand, der Bruder genannt wird, ein Hurer ist. Und das, was hier ist, wird ja früher oder später zur Hurerei, zu intimem Verkehr geführt haben. Und da hat die örtliche Gemeinde, das örtliche Zusammenkommen natürlich eine Handlung zu vollziehen. Tut den Bösen von euch selbst hinaus, sagt der Apostel Paulus in 1. Korinther 5 Vers 13. Das ist also nicht Privatsache. Das ist eine Illusion, dass wir meinen, was hinter meiner Haustür oder einer fremden Haustür oder einem Konzert passiert, das ist irgendwie Privatsache. Davon müssen wir uns verabschieden. Gottes Wort gibt das nicht her. Natürlich sind wir nicht Detektive, dürfen wir das auch nicht sein und sollten wir das auch nicht sein. Manchmal hat man den Eindruck, dass es Personen gibt, die wirklich dahinter herjagen, um sowas herauszufinden. Nein, das ist absolut nicht unsere Aufgabe. (00:04:02) Aber das, was wir tun, ist eben keine Privatsache. Der Herr sieht das und der Herr entlarvt das auch. Was hat David getan? Das hat vielleicht keiner gewusst, keiner gesehen, was er mit Bathsheba getan hat. Aber Gott hat das deutlich gemacht. Insofern müssen wir völlig klar sehen, dass das wirklich etwas ist, was eben nicht einfach nur Privatsache von mir oder von dir ist. Aber wir wollen dann drittens erkennen, dass Privates öffentlich zu machen nicht nach Gottes Gedanken ist. Natürlich kann man Böses und soll man Böses nicht einfach unter der Decke halten. Soll man vor allen Dingen nicht meinen, einfach zu decken und dann ist Böses wieder gut. Nein, das ist nicht richtig. Trotzdem möchte Gott, dass Sünde im möglichst kleinen Kreis behandelt wird. Wenn es um einen solchen sündigen Zustand wie 1. Korinther 5 geht, ist das nicht möglich. Dann muss das von der Versammlung behandelt werden. Aber alles andere soll in dem möglichst kleinsten Kreis bleiben. (00:05:03) Denn Sünde, auch die Beschäftigung mit Sünde, befleckt uns immer, weil wir das Fleisch an uns haben und das eben bei uns dann auch einen Anknüpfungspunkt findet. Und leider sind wir solche, die sich gerade über die Sünden anderer ergehen können, stundenlang darüber unterhalten können. Hast du schon gehört? Hast du mitbekommen? Und das ist etwas ganz Grundverkehrtes. Das ist genauso eine Sünde in den Augen Gottes wie die Sünde selbst. Und deshalb wollen wir uns davor schützen, wollen wir uns davor bewahren lassen, dass wir diese Erzähler sind, die auch, hast du schon gehört? Hast du mitbekommen? Das ist ja ganz furchtbar. Und natürlich werden wir das auf eine geistliche Art und Weise dann tun, die aber im Grunde genommen nichts anderes ist als ein Deckmantel für unser fleischliches Begierdenverhalten, dass auch wir jetzt wieder etwas weitergeben können von etwas Bösem. Viertens, lasst uns nicht übersehen, Schadenfreude, die hier eine große Rolle spielte, dass man sich gefreut hat, dass da jemand entlarvt worden ist, ist eine schlimme Sünde. In dem Propheten Obadja finden wir, dass Esau, Edom, die Nachkommen Esaus, dass sie unter anderem gerade deswegen gebranntmarkt werden. (00:06:03) Da heißt es in Vers 12, und du solltest nicht auf den Tag deines Bruders sehen am Tag seines Missgeschicks und dich nicht freuen über die Kinder Jude am Tag ihres Untergangs. Ja, da war Schadenfreude über das Unglück eines anderen da. Kennst du das auch? Man freut sich über das Missgeschick eines anderen, dass es ihn jetzt erwischt hat. Sonst war er ja noch so geistlich oder hat er noch so ein hohes Ansehen, aber jetzt hat es auch ihn erwischt. Das ist Schadenfreude, das ist schlimmer als die Sünde selbst, die begangen worden ist. Sünde ist immer schlimm, ist immer böse, aber sich darüber zu freuen, dass da ein anderer gefallen ist, dass da ein anderer in Sünde gekommen ist, das ist etwas ganz Böses in den Augen Gottes. Und deshalb sollten wir fünftens nicht Folgendes vergessen. Halt dir bitte mal deinen Spiegel vor deine eigenen Augen. Wie oft wäre es für dich aber sehr beschämend gewesen, wenn auf einmal etwas an die Öffentlichkeit geraten wäre, was du getan hast. Und das gleiche gilt mir. Es gibt genug Punkte, wo wir uns selber schämen können über unser eigenes Leben. So ein kleiner Punkt ist ja, wenn man auf einmal in einer falschen WhatsApp-Gruppe etwas schreibt, (00:07:06) wo man zum Beispiel über jemanden etwas schreibt und dummerweise gerade demjenigen das schreibt, wie man sich über ihn lustig macht oder wie man etwas über ihn schreibt, weil man gerade mit ihm Kontakt hatte. Und das ist hochnotpeinlich. Und davon gibt es sicher mehr Dinge und Gott hat uns bisher immer wieder bewahrt davor, geschützt davor, dass das öfter vorgekommen ist. Aber lasst uns das nicht vergessen, wie oft wären wir im Boden versunken, wenn unsere eigenen Gedanken, unsere Worte, die wir jemandem gegenüber ausgedrückt haben, an die Öffentlichkeit geraten wären. Wenn Dinge, die wir getan haben, sichtbar geworden wären. Das wäre vielleicht nicht so eine Affäre gewesen, wie das hier bei diesem Coldplay-Konzert gewesen ist. Aber wir haben genug damit zu tun, vor unsere eigene Haustür zu kehren, als dass wir uns lustig machen und ergötzen daran, dass das andere getroffen hat. Insofern hat diese Geschichte auch eine Botschaft an uns selbst. Denn im Kleinen kennen wir alle diese Sünden, dieses Böse (00:08:04) und sind nur bisher davor bewahrt geblieben, dass da etwas sichtbar geworden ist. Wer weiß, wie viele andere bei diesem Konzert in exakt der gleichen Situation waren. Aber sie hat es nicht getroffen. Nicht, weil sie nicht so böse sind, sondern weil in diesem Fall Gott zugelassen hat, dass dieses eine Paar in die Öffentlichkeit kam. Also lasst uns vor unserer eigenen Haustür kehren. Lasst uns bei uns anfangen, wo Sünde beginnt. Und lasst uns diese Sünden bekennen, statt das eben so weit kommen zu lassen, dass dann eben über einen Weg, wo Gott eine Tür öffnet, unser Böses in die Öffentlichkeit kommt. Aber lasst uns Sünde da lassen, wo Gott sie haben möchte, in dem möglichst kleinsten Bereich. Und lasst uns nicht mit Sünde spielen. Das wird immer zu unserem Schaden sein.
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