Zur Verfügung stehen heißt, bereit zu sein für das, was Gott uns vor die Füße legt. In der Bibel finden wir einige nachahmenswerte Beispiele von Menschen mit dieser Haltung der Bereitschaft.
Abraham
„Es geschah nach diesen Dingen, dass Gott Abraham prüfte; und er sprach zu ihm: Abraham! Und er sprach: Hier bin ich!“ (1. Mo 22,1).
Im Leben Abrahams gab es einen Zeitpunkt, an dem Gott den Glauben des Patriarchen einer schweren Prüfung unterzog. Da glänzte Abraham nicht durch Abwesenheit oder mangelnde Bereitschaft, sondern durch Gehorsam und Hingabe. Gott musste ihn nicht suchen oder auf ihn warten. Nein, er war zur Stelle, als Gott ihn rief.
Als Gott Abraham dann den Inhalt der Prüfung vorstellte, hören wir von ihm keine Fragen, Zweifel oder Vorwürfe. Wir lesen nur, dass er frühmorgens aufstand, seine Vorbereitungen traf und sich mit Isaak auf den Weg machte (V. 3). Er war bereit für die Prüfung, die Gott ihm auferlegte. Er enthielt seinem Gott nichts vor – nicht einmal seinen einzigen Sohn, den er von Herzen liebte und auf dem alle Verheißungen ruhten (V. 12.16). Er handelte im Glauben und urteilte, dass Gott auch aus den Toten aufzuerwecken vermag, von woher er Isaak auch im Gleichnis empfing (Heb 11,19).
Fragen wir uns: Sind wir zur Stelle, wenn Gott uns ruft? Nehmen wir Prüfungen, die Er uns schickt, aus seiner Hand an oder lehnen wir uns dagegen auf? Enthalten wir Gott etwas vor, zum Beispiel unsere Zeit, unsere Kraft oder unsere Fähigkeiten? Oder stellen wir Ihm alles zur Verfügung?
Joseph
„Israel sprach zu Joseph: Weiden nicht deine Brüder bei Sichem? Komm, dass ich dich zu ihnen sende! Und er sprach zu ihm: Hier bin ich“ (1. Mo 37,13).
Jakob liebte Joseph mehr als seine übrigen Söhne (V. 3). Weil der Vater dies offen zeigte, wurde Joseph von seinen Brüdern beneidet und gehasst (V. 4). Als Joseph den Brüdern von seinen Träumen erzählte, die auf seine zukünftige Vorrangstellung unter ihnen hinwiesen, hassten sie ihn noch mehr (V. 5-8).
Als Joseph schließlich von seinem Vater den Auftrag erhielt, zu seinen Brüdern zu gehen und nach ihrem Wohlergehen zu sehen, war er sofort dazu bereit. Obwohl Joseph seine Brüder kannte und wusste, dass sie ihn hassten, ließ er sich bereitwillig von seinem Vater zu ihnen senden. Wir finden von ihm kein Wort der Widerrede. Gehorsam machte er sich auf den Weg. Als er seine Brüder in Sichem nirgends fand, kehrte er nicht um, sondern ging ihnen so lange nach, bis er sie ausfindig machen konnte.
Fragen wir uns: Suchen wir uns nur angenehme Dienste aus oder sind wir auch bereit, unangenehme Aufträge für den Herrn zu erfüllen? Wie sieht es aus, wenn sich uns unerwartet Hindernisse in den Weg stellen? Geben wir unseren Dienst dann leichtfertig auf oder setzen wir ihn mit Ausdauer und Eifer fort?
Jakob
„Gott redete zu Israel in den Gesichten der Nacht und sprach: Jakob! Jakob! Und er sprach: Hier bin ich“ (1. Mo 46,2).
Nachdem Jakob gehört hatte, dass sein tot geglaubter Sohn Joseph noch lebte, wollte er ihn sehen. Darum machte er sich sofort auf den Weg nach Ägypten. Als er nach Beerseba an die Südgrenze des Landes Kanaan kam, machte er plötzlich Halt, um nach dem Willen Gottes zu fragen. Gott erschien ihm in der Nacht und ermutigte ihn, nach Ägypten weiterzuziehen. Er versprach Jakob, mit ihm zu sein und ihn dort zu einer großen Nation zu machen.
Jakob wollte nicht ohne die Zustimmung Gottes das verheißene Land verlassen und nach Ägypten ziehen. Ihm lag in diesem Fall sehr daran, den Willen Gottes in dieser Sache zu erfahren. Darum unterbrach er seine Reise. Als Gott ihm dann seine Pläne mit ihm kundtat, war er bereit weiterzuziehen.
Fragen wir uns: Ist es uns wichtig, den Willen Gottes in einer bestimmten Sache zu erfahren? Lesen wir dazu sein Wort und fragen wir Ihn im Gebet? Warten wir so lange, bis wir seine Gedanken erfahren haben oder handeln wir nach eigenem Gutdünken? Wenn Gott uns seinen Willen gezeigt hat, sind wir dann auch bereit, ihn zu tun?
Mose
„Als der Herr sah, dass er herzutrat, um zu sehen, da rief Gott ihm mitten aus dem Dornbusch zu und sprach: Mose! Mose! Und er sprach: Hier bin ich“ (2. Mo 3,4).
Die ersten 40 Jahre seines Lebens verbrachte Mose in Ägypten, wo er auferzogen und in aller Weisheit der Ägypter unterwiesen wurde. Die folgenden 40 Jahre lebte er in Midian „hinter der Wüste“, wo er Schafe hütete. Die Jahre als Hirte machten ihn zu einem demütigen und zurückhaltenden Mann. Nun konnte Gott ihn gebrauchen, um sein Volk aus der Knechtschaft Ägyptens zu befreien und durch die Wüste zu führen.
Als Mose sich gegen Ende der 40 einsamen Wüstenjahre als Hirte am Berg Horeb aufhielt, sah er eines Tages einen Dornbusch, der in Flammen stand, aber nicht verbrannte. Als er näher hinzutrat, rief Gott ihm zweimal aus dem Dornbusch zu. Zunächst reagierte Mose sogleich positiv und hörte auf das, was der Herr ihm sagte. Danach war er leider nicht sofort bereit, den Auftrag auszuführen, den Gott ihm gab. Er äußerte manche Einwände und Bedenken, denen Gott in Geduld begegnete.
Fragen wir uns: Kennen wir in unserem Leben auch „Wüstenzeiten“, in denen Gott uns erzieht und zu unserem Herzen spricht (Hos 2,16)? Und wie sieht es aus, wenn Gott uns einen Auftrag gibt? Nehmen wir ihn bereitwillig aus seiner Hand an oder bringen wir alle möglichen Einwände und Bedenken vor?
Quelle: bibelpraxis.de/a9343.html