Russland/Ukraine & Co: Wenn man die Realität nicht sehen möchte ...


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(00:00:00) Wenn man die Realität nicht mehr sehen möchte Wenn man sich den Krieg zwischen Russland und der Ukraine ansieht, bekommt man den Eindruck, dass manche die Augen vor der Realität verschließen. Immer wieder scheint es so, es müsse nur länger und mehr Geld ausgegeben werden von den pro-ukrainischen Kräften und dann könne man Russland irgendwann so zurückdrängen, dass sie akzeptieren müssten, dass die Ukraine wieder in den alten Grenzen zu akzeptieren wäre. Das aber ist letztlich Realitätsverweigerung. Natürlich kann Gott eingreifen durch ein externes Ereignis, kann er in Russland auf einmal einen anderen Präsidenten einsetzen. Natürlich sind seine Mittel unbegrenzt, er kann sogar Wladimir Putin von heute auf morgen ändern, verändern und zu Zugeständnissen bereit machen. Aber die politische Realität zeigt doch, dass trotz mancher Erfolge der ukrainischen Armee, trotz der Überraschung nach den ersten Wochen, das müssen wir doch alle zugeben, dass die Ukraine nicht nur nicht klein beigegeben hat, sondern den Einmarsch und die Aggression (00:01:01) Russlands erstaunlich verteidigen konnte, der widerstehen konnte, dass der Trend eindeutig in eine Richtung geht. Wir wissen nicht, was wirklich dran war an den angeblichen Friedensverhandlungen im Jahr 2022, die nach Aussagen des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder, der ja einen guten Draht zu Putin hatte, kurz vor dem Abschluss standen, wenn der britische Premierminister Boris Johnson nicht negativ interveniert hätte und womöglich auch aus Amerika solche negativen Signale gekommen wären. Nun, was wir wissen ist, dass Putin ein gewielfter Propagandaminister, ein Propagandameister ist, sodass man überhaupt nicht weiß in der heutigen Zeit, was nun wahr ist und was nicht wahr ist. Aber allein, dass diese Hinweise von verschiedenen Seiten gekommen sind, scheint doch deutlich zu machen, dass etwas dran war. Warum hat man sich, wenn denn irgendwie in diese Richtung etwas ging, warum hat man sich das damals nicht zunutze gemacht? (00:02:01) Warum ist man nicht zu einem Friedensschluss gekommen? Eines ist jedenfalls klar, selbst wenn die vielen, vielen Milliarden Euro, die von vielen verschiedenen Ländern in diesen Krieg gepulvert worden sind, wenn die weiter erhöht werden, kann man im besten Fall den Status Quo aufrechterhalten und der ist schlechter als 2022. Kann man überhaupt da etwas besseres noch herausholen? Wohl kaum. Wie kommt es, dass man sich in diesem Fall und in vielen anderen Fällen ebenfalls der Realität so verweigert? Dass man immer wieder meint, man könne doch Dinge ändern, massiv ändern, zum Guten wenden, zum Guten verändern, irgendwie beeinflussen, wieder zurück zum Anfang, obwohl ein nüchterner Blick, wenn man einen Schritt zurückgeht, wenn man einmal die Dinge von außen besieht, wenn man sich einmal die Zeit nimmt, mit anderen darüber in Ruhe zu diskutieren, dass es eben nicht den Weg zum Anfang zurück gibt, dass es eben nicht irgendwie so aussieht, wie es (00:03:04) vielleicht auf den ersten Blick so auszusehen scheint. Nun, das, was ich gerade besprochen habe, das ist Politik. Eigentlich haben wir mit der Politik nicht viel zu tun, aber wir leben in dieser politischen Landschaft, wir leben in den Dingen und dadurch merken wir, was tatsächlich passiert, was Realität ist und was Realitätsverweigerung ist. Aber wir haben ein Glaubensleben, wir leben in dieser Zeit, wir leben inmitten dieser Menschen und wir sind als Menschen, als Gläubige davon betroffen. Und deshalb müssen wir doch wohl zugeben, dass es auch in unserem Glaubensleben so genau ablaufen kann, wie wir das jetzt in der Politik sehen. Wie ist das möglich? Ich möchte ein paar Beispiele nennen. Warum verweigern sich manche Männer und Meinen, die Ehe sei doch nicht so schlecht? Es gebe zwar immer wieder Streit, aber irgendwie könne man doch über die Runden kommen, statt einzusehen und zuzugeben, dass die Ehe in einem enorm schwierigen Zustand ist und dass nur ein Funken nötig ist, das Ganze so zu eskalieren, dass alles am Ende ist, dass die (00:04:05) ganze Sache sich auflöst und zwar nicht in Wohlgefallen. Zweitens, warum verweigern sich Frauen in Ehen und Meinen, wenn der Ehemann anders wäre, wenn er sich verändern würde, wenn er dies oder jenes täte, würde die Ehe ganz anders aussehen, da würde sie viel besser werden, was vermutlich nicht ganz falsch ist. Aber sie erkennen nicht oder wollen nicht erkennen, dass sie mindestens genauso viel Anteil an dem Desaster haben. Drittens, warum verweigern sich Eltern, die die Ehe ihrer Kinder in großen Schwierigkeiten sehen, indem sie meinen, ihre Intervention würde die Ehe retten, statt dass sie erkennten, dass sie selbst Partei sind und das Ganze dadurch nur noch schlimmer wird, dass sie selber gar nicht in der Lage sind, gar nicht die richtigen Personen sind, um zu helfen, sondern dass es von außen eine Hilfe bedarf oder jedenfalls einer, die von beiden Seiten gleich positiv oder gleich kritisch meinetwegen auch gesehen wird. (00:05:05) Viertens, warum verweigern sich Ehepaare der Realität und meinen, die katastrophalen Verhältnisse würden nach außen gar nicht registriert, wenn man nicht darüber redete. Die Kinder würden das schon irgendwie unter die Füße bekommen, wobei die Kinder doch diejenigen sind, die am meisten leidtragende sind durch unser Fehlverhalten als Eltern. Und man könnte das Ganze irgendwie mit Bordmitteln schaffen, wobei gerade durch diese Haltung der Zeitpunkt verspielt wird, wo die Ehe noch halbwegs ohne massive Verluste zu retten wäre. Warum verweigern sich Männer, fünftens, und Brüder der Wirklichkeit, dass sie durch ihr Verhalten am Arbeitsplatz nicht nur ein schlechtes Zeugnis für ihren Glauben sind, sondern dass es zu Ende geht. Eigentlich könnten sie es, könnten wir es merken und uns nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen, aber wir warten, bis die Kündigung hereinflattert und dann, wenn man Familie hat, was dann? Sechstens, warum verweigern sich Frauen und Mütter der Realität, dass es für ihre Kinder, (00:06:05) jedenfalls für die allermeisten, viel besser ist, wenn sie, solange wie das in Deutschland jedenfalls möglich ist, zu Hause von den Kindern, von ihren Müttern betreut und versorgt werden. Nicht von sogenannt professioneller Seite wie Kita und Kindergarten? Ist das nicht der Auftrag von Gott und zeigt uns Gott in seinem Wort nicht, dass gerade wir als Eltern und jetzt besonders ihr als Mütter darin die beste Hand habt, das beste Herz habt? Warum verweigern wir uns dieser Realität? Siebtens, warum verweigern wir uns der Realität, dass Gott es für uns Männer von Adam an vorgesehen hat, dass wir einer geregelten, wir würden heute sagen bezahlten Arbeit nachgehen. Ja, es gibt die wenigen Ausnahmen, die der Herr nach Epheser 4 Vers 11 als Gaben überörtlich gegeben hat, aber das bezieht sich doch auf die allerwenigsten von uns. Und auch nachdem wir vielleicht einen Dienst in einem bestimmten Bereich getan haben, wäre es nicht Realitätsverweigerung zu meinen, dass Gott dann uns wieder in unseren Beruf (00:07:07) zurückbringt? Machen wir uns da nicht leicht etwas vor? Achtens, warum verweigern wir uns als Brüder eines örtlichen Zusammenkommens der Realität, dass der Streit in unserer Mitte nicht nur zur Unehre des Herrn ist, was schon das Schlimmste ist, sondern die ganze Herde auseinander treibt? Dass früher oder später alle weggehen, entweder direkt oder junge Leute nach einer Eheschließung einen anderen Ort suchen oder einen Arbeitsplatz woanders suchen oder die Mitte zwischen zwei zusammenkommen dafür benutzen, um an einen anderen Ort zu gehen? In der VWL, in den sogenannten Finanzwissenschaften, nennt man das Abstimmung mit den Füßen. Merken wir das eigentlich gar nicht? Verweigern wir uns dieser Realität? Neuntens, warum verweigern wir uns der Realität, dass das Weggehen von Geschwistern am Ort nicht nur heißt, dass sie auf einem verkehrten Weg sind, sondern dass wir uns selbst fragen sollten, ob wir durch unsere Art, durch unsere Lehre, durch unsere Gesinnung, durch unser (00:08:06) Miteinander, durch unseren Eigenwillen zu meinen, wir und nur wir hätten Recht in einer Diskussion und in den verschiedenen Beziehungen, dass wir dadurch die Herde davon treiben? Vielleicht auch durch unseren Hochmut eine solche Zucht Gottes auslösen? Zehntens, warum verweigern wir uns der Realität, dass wir meinen, wir könnten Beurteilungen und Entscheidungen, die in einem anderen Land oder in einem anderen Erdteil gefällt werden, besser beurteilen als die Brüder vor Ort in dieser Region? Gottes Wort zeigt, dass eine solche Haltung der Unabhängigkeit das Gegenteil von der Bewahrung der Einheit des Geistes ist. Das hat verheerende Folgen. Haben wir das nicht in den 90er Jahren erlebt? Elftens, warum verweigern wir uns der Realität, dass Dienstgemeinschaft, Einsmachung mit denen bedeutet, mit denen wir zusammen einen Dienst für den Herrn tun? Und damit auch mit ihrem Weg, mit ihren Entscheidungen, mit dem, was sie in der Öffentlichkeit tun? (00:09:01) Zwölftens, warum verweigern wir uns der Tatsache, dass wir als ältere Vorbilder für die Jüngeren sind, sowohl in dem, was wir tun, als auch in dem, was wir nicht tun und dass es da nicht nur einmal angebracht ist, ein Bekenntnis abzulegen, zuzugeben, dass wir keine guten Vorbilder waren? Wir sind Vorbilder und das verweigern wir in unserer Wahrnehmung vielleicht, sowohl in dem, was wir klar sagen, als auch in dem, wo wir lavieren und meinen, damit Zugang zu allen Seiten bewahren zu können. Und wenn wir meinen, wir würden klar sprechen, dann kann das sein, dass das hart oder auch in einer verkehrten Gesinnung, einer verkehrten Art ist. Nur diese Liste könnte man nahezu, naja, unendlich lange fortführen. Jeder muss sich selbst fragen, ich muss mich selbst fragen, wofür verweigere ich mich der Realität und lebe in einer Blase, die irgendwann, das jedenfalls ist sicher, früher oder später platzen wird und dann, dann ist es oft zu spät, zu spät um zu retten, was (00:10:02) vorher zu retten gewesen wäre. Um nicht falsch verstanden zu werden, in allen Bereichen könnte man und müsste man, wenn man Gottes Wort ernst nimmt, etwas retten können. In der Ehe, in den örtlichen Zusammenkommen, im Blick auf die Einheit der Versammlung. Aber leider zeigt sich in der Praxis, dass viele nicht mehr bereit sind, sich dann noch unter Gottes Wort und die Grundsätze dieses Wortes zu beugen. Im persönlichen Bereich, in der Ehe, in der Familie, in den örtlichen Zusammenkommen. Lasst uns die Ermahnung, lasst uns diese Ermahnung des Apostels nicht vergessen und alles, was immer er tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, danksagend Gott, dem Vater, durch ihn, das steht in Kolosser 3 Vers 17. Dann werden wir die Realität sehen, dann werden wir erkennen, was wirklich ist und dann können wir uns auch korrigieren, wo wir uns korrigieren müssen.
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