Am: Sa, 12. Juli 2025
Diese Woche hat uns vor Augen gemalt, wie Politik funktioniert, was sie charakterisiert. Solches Versagen darf uns niemals dazu führen, der Obrigkeit ungehorsam zu werden. Das müssen wir uns merken. Wir müssen sogar Personen, die so handeln, ehren. Aber wir sollten zugleich klar sehen und uns dadurch erst recht davor bewahren lassen, mit Politik etwas zu tun haben zu wollen - durch wählen oder gewählt werden ...
PS: Für diejenigen, die sich den "Podcast" angehört haben ... Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass der Freitag (die Aufnahme stammt von Mittwoch) die im Podcast getätigte These bestätigen, ja vertiefen könnte. Genau das ist geschehen. Statt sich auf das eigentliche Problem vieler Abgeordneter zu beziehen, wurde ein Stellvertreter-Argument für die Absage vorgeschoben. Warum hat man in der Politik nicht das "Standing", die Lebenswürde eines ungeborenen Menschen vornan zu stellen? Weil man in die rechte Eckte gestellt wird - und anscheinend ist die Angst davor größer als das Bekenntnis zur Wahrheit, obwohl es vermutlich um nichts anderes eigentlich ging. Das nennt Gottes Wort "Heuchelei". Statt zuzugeben dass man selbst eine Frau für eine Spitzenposition "abgesägt" hat, schimpft eine linke Partei, hier ginge es um einen Kampf gegen Frauen. Das nennt Gottes ´Wort "Heuchelei". Statt zuzugeben, dass man selbst gegen einen Kandidaten der "anderen" votiert hatte, schimpft eine Partei gegen einen andere, mit der man eigentlich koaliert. Das nennt Gottes Wort "Heuchelei". Im Plenum wurde sogar verboten, "Lüge" noch "Lüge" zu nennen, auch wenn diese offensichtlich ist - das erinnert an Jesaja 5,20: "Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse; die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis; die Bitteres zu Süßem machen und Süßes zu Bitterem!"
Bei dem allen sind etliche, die für sich in Anspruch nehmen, Christen zu sein oder christliche Werte bzw. christliche Parteien zu vertreten: DAS ist Politik (auch) im 21. Jahrhundert. Ein "Arbeitsfeld" und Aktionsfeld für Christen?
Transkript der Audiodatei
Hinweis: Der folgende Text ist ein computer-generiertes Transkript der Audiodatei. Vereinzelt kann die Spracherkennung fehlerhaft sein.
(00:00:00)
Das war wirklich ein Lehrstück deutscher Politik, was diese Woche gewesen ist.
Wir konnten miterleben, wie Politik funktioniert.
Wenn man sich in der Öffentlichkeit darüber äußert, was für eine Position Christen einnehmen
sollten zu der Frage, soll sich ein Christ in der Politik engagieren, durch Wahl, durch
gewählt werden, durch Einbringen und so weiter, hat sich das Bild in den letzten Jahrzehnten
echt geändert.
Vor 30 Jahren hätte noch ein großer Teil gesagt, nein, ein Christ hat damit nichts
zu tun.
Begründungen waren immer gewesen, das kann man schon in Artikeln im 19.
Jahrhundert nachlesen, stellen wir Philipper 3 Vers 20, denn unser Bürgertum ist in den
Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Heiland erwarten und so weiter.
Wir gehören zum Himmel, wir haben mit der Erde nur insoweit etwas zu tun, als wir auf
der Erde leben.
Aber wir sind nicht Teil der Welt.
Johannes 17, wir sind in der Welt, aber wir sind nicht von der Welt. (00:01:02)
Johannes 16 zeigt in den Versen 8 bis 11, und wenn er gekommen ist, nämlich der Heilige
Geist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht.
Von Sünde, weil sie nicht an mich glauben, von Gerechtigkeit aber, weil ich zu dem Vater
hingehe und ihr mich nicht mehr seht.
Von Gericht aber, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
Mit anderen Worten, diese Welt steht schon unter dem Gerichtsurteil Gottes.
Und weil sie unter dem Gerichtsurteil Gottes steht, ist nur noch die Frage der Zeit offen,
nicht die Frage der Sache an sich.
Und damit ist völlig klar, dass diese Welt gerichtet wird, dass diese Welt nicht verbesserungsfähig
ist, dass ein Christ, ob er wählt oder ob er gewählt werden möchte, diese Welt in
keiner Weise irgendwie noch verändern könnte.
Das aber hat sich total geändert, grundlegend geändert.
Die Verhältnisse sind so traurig in dieser Welt.
Viele meinen, wir können sie doch, wir müssen sie doch verbessern. (00:02:01)
Wir können doch nicht zusehen, dass zum Beispiel Abtreibungen weiter gefördert [nicht!: sanktioniert] werden, dass
es weiter so in dieser oder jener Weise um sich greift, was an Bösem ist.
Nun, diese Woche hat sich gezeigt, wie Politik wirklich funktioniert.
Es geht jetzt keineswegs darum, einen Bundeskanzler herabzuwürdigen oder in seiner Autorität
infrage zu stellen.
Wir sollen der Obrigkeit gehorsam sein.
Römer 13 bleibt eben auch dann für uns bestehen, wenn die Obrigkeit in einer Weise handelt,
die man nur als beschämend bezeichnen kann.
Wenn jemand, wie der ehemalige Oppositionsführer Friedrich Merz vor der Wahl darauf besteht,
jemand seriös sei, nur ein Handeln ohne Schulden und der bestehenden Regierung vorwirft, sie
tue das Gegenteil, nach der Wahl aber macht er exakt dasselbe, ja Schulden in einem kaum
zuvor dagewesenen Maß nimmt er auf, sogar in einer Weise, dass man angesichts der Machtverhältnisse
dazu noch den alten Bundestag, der im Prinzip abgewählt ist, benutzt, soll man sagen, missbraucht, (00:03:05)
offenbart das die Moral derer, die sich als CDU noch immer mit dem christlichen C schmücken.
Nochmal, das nimmt der Obrigkeit, der Autorität in juristischer Weise für uns Christen nicht
irgendetwas weg, das nimmt ihr nicht die faktische Autorität weg und wir sollen uns
unterordnen, denn diese Unterordnung, diese Autorität ist nicht abhängig von den tatsächlich
handelnden Personen, die regieren, aber moralisch gibt es dadurch natürlich keine Unterstützung
mehr, wo man früher noch gesagt hat, ja das kann man nachvollziehen, sehen wir heute,
dass die Moral dazu schlichtweg fehlt.
Dann stellte sich ja heraus, in was für einer Weise in der Corona-Zeit von dem damaligen
Gesundheitsminister Jens Spahn, der sich als bekennender Christ bezeichnet, zugleich auch
bekennend homosexuell lebt und sagt, das passt wunderbar zusammen, wie er damals gehandelt (00:04:02)
hat als Gesundheitsminister.
Damals war jedenfalls ihm der Stand der Wissenschaft durch die internen Quelle des RKI, also des
Robert-Koch-Institutes, genau bekannt.
Jetzt ist der Fraktionsvorsitzende der CDU immer noch mit dem C vorne dran.
Ein Untersuchungsausschuss zu dem damaligen Vorgehen ist im Gange, das heißt, ob man
einen solchen Untersuchungsausschuss eben beschließen kann, den kann die Opposition
nicht allein durchsetzen, wenn sie sich an die sogenannte Brandmauer halten möchte,
nämlich nichts mit der AfD zusammen tun möchte.
Das heißt, die Opposition braucht eine Partei aus der Regierung, zum Beispiel die SPD, um
den Untersuchungsausschuss einrichten zu können.
Nun ist just in dieser Woche die Wahl der neuen Richter am Bundesverfassungsgericht
im Gange.
Reine Koinzidenz, möchte man sagen.
Von der SPD wird unter anderem Frauke Brosius-Gerstoff vorgeschlagen.
Sie soll Richterin, ursprünglich sogar stellvertretende Vorsitzende, Richterin des Bundesverfassungsgerichts (00:05:06)
werden.
Jetzt wird sie natürlich von der SPD der Regierung vorgeschlagen.
Damit haben SPD und Union sie als Richterin für das höchste deutsche Gericht nominiert.
Problem?
Für sie gilt, wie man in diesen Tagen mehrfach hörte, schützenswürdiges Leben anscheinend
erst mit der Geburt.
Vor der Geburt nicht?
Für Brosius-Gerstoff sind Menschenwürde und Lebensschutz rechtlich entkoppelt, kann
man lesen.
Man kann nachlesen, dass sie offenbar als Juristin für eine Impfpflicht war und dafür
AfD-Wählern die Grundrechte zu entziehen.
Jetzt stellte am Mittwoch eine prominente AfD-Politikerin dem Bundeskanzler die Frage,
manche sagen, lockten den Bundeskanzler Merz in die Falle, ob er eine solche Frau für
die, ich sage jetzt mal persönlich, sehr provokativ ausgedrückt, jemand, der zwei Minuten (00:06:06)
vor der Geburt stünde, noch keine Menschenwürde besitze, für das höchste Richteramt in Deutschland
am Bundesverfassungsgericht vorschlagen wolle.
Also ob Friedrich Merz als Bundeskanzler, als Chef der CDU, als Chef der Regierung mit
dazu beitragen wolle, dass eine solche Person mit einer solchen Meinung zur Menschenwürde,
dass er eine solche Person wirklich in das Bundesverfassungsgericht bringen wolle.
Seine ganz einfache Antwort auf die gestellte Frage sei, ja, so Merz, das ist Politik.
Um des Machterhalts des Willen, zum Beispiel dadurch einen Untersuchungsausschuss vermeiden
zu können, wird das, was jahrzehntelang Markenkern der CDU war, der Schutz des ungeborenen Lebens,
anscheinend komplett aufgegeben.
Während die SPD einen CDU-Kandidaten ablehnte, wie man lesen konnte, scheint sich der Kanzler (00:07:06)
das umgekehrt nicht zu trauen.
Warum eigentlich nicht?
Obwohl er weiß, dass etliche in seiner Fraktion und erst recht in seiner Wählerschaft ein
riesiges Problem mit dieser Wahl haben.
Dass das gerade im Widerspruch zu dem konservativen Markenkern steht, den er doch, so hieß es
jedenfalls ursprünglich, wiederbeleben wollte, im Gegensatz zu einer seiner langjährigen
Vorgängerin.
Aber das ist Politik.
Da geht es nicht nur um Kompromissbereitschaft, sondern oft um faule Kompromisse.
Da geht es nicht um Wahrheit, nach der Pilatus fragte, sondern um Machterhalt, um Stärke,
um das am längeren Hebel sitzen.
Kräftige Worte vor der Wahl, womöglich das Gegenteil nach der Wahl.
Nebenbei.
Interessant, wie Medien mit diesem Thema umgegangen sind.
Beispielsweise kann man in dem früher als konservativ bezeichneten Blatt der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung, der FAZ, nur die verkürzte Frage an Merz lesen, und da heißt es wörtlich (00:08:03)
Auf die Frage der AfD-Bundestagsabgeordneten Beatrix von Storch, ob er es vor seinem Gewissen
verantworten könne, Brosius Gerstorff zu wählen, sagte Merz ja.
Was sie genau gefragt hat, wird nicht mehr behandelt und den Lesern vorenthalten.
Alles in allem, wenn wir zur Frage der Politik zurückkehren, das führt nicht dazu, dass
man die AfD jetzt wählen könnte, von der die Frage stammte.
Abgesehen von unappetitlichen Inhalten dieser Partei, bis hin zu Fragen, wie weit die Nähe
zum Nationalsozialismus geht, geht es in dieser Partei nicht anders zu.
Da ist genauso Macht und Machterhalt, wie man in den vergangenen Jahren sehen konnte,
das Prinzip.
Und wollen Christen wirklich eine Partei wählen oder sich in ihr engagieren, die von einer
bekennend homosexuell lebenden Person geführt wird, in Partei und Parteiamt, Parlament?
Sie ist für Christen, AfD, genauso unwählbar wie alles andere, denn sie maximiert diese
Politikmerkmale, wie die anderen auch, auf ihre Weise, in ihrem Feld. (00:09:04)
Das zeigt, so geht Politik.
Wird das den einen oder anderen doch noch zum Nachdenken bringen, wenn ihnen schon nicht
die grundlegenden Hinweise in Gottes Wort, dass wir nicht zu dieser Welt, nicht zu dem
Bereich hier gehören, sondern dass unser Bürgertum in den Himmeln ist, dass sie wenigstens erkennen,
was für Maximen hier in der Politik herrschen.
Und das fängt in der kleinen Politik am Ort an und geht über die Regionen, über die
Bundesländer bis zur Bundespolitik, bis zu Europa.
Und das, was man weltweit sieht, bestätigt das erst recht.
Von daher wollen wir wirklich in der Politik mitmachen.
Aber wir Christen können wir nicht genauso handeln.
Das ist das, was wir neben der schlichten Konsequenz, dass wir mit der Politik nichts
zu tun haben wollen, was wir als Konsequenz für uns ziehen wollen.
Wie leicht reden wir vorher, ganz anders als nachher.
Wie leicht lassen wir uns beeinflussen durch Geld, Macht, Einfluss, Gefühle und so weiter, (00:10:06)
statt durch Gottes Wort, in Entscheidungen, in Gesprächen, in Runden, wo auch mehrere
dabei sind.
Wie viel ist uns die Wahrheit wert?
Wie viel unser Wort, unser Einfluss, unsere Stellung, unser Image.
Wie verteidigen wir etwas, weil wir es einmal gesagt haben, oder machen das Gegenteil, wenn
wir es für opportun halten, wenn es uns irgendeinen Vorteil bringt?
Wie viel ist uns die Wahrheit wert?
Wie viel unser Wort, unser Einfluss, unsere Stellung, unser Image?
Wie gehen wir selbst mit unseren eigenen Fehlern um?
Aufrichtiges Bekenntnis oder Erklärungen, wie die damalige Situation gewesen sein solle,
wo man ja gar nicht anders gekonnt habe und so weiter, das Herunterspielen von eigener
Schuld, statt ein aufrichtiges, rückhaltloses Bekenntnis persönlich oder auch gemeinschaftlich,
wo das nötig ist?
Oder was ist uns das Leben wert? (00:11:04)
Das ist ja der Kern der Frage, die jetzt in der Politik behandelt worden ist.
Was ist uns das Leben wert?
Ab wann sehen wir die Menschenwürde?
Sind wir, wie David in Psalm 139 das ausdrückt, wirklich noch fest dieser Meinung?
Wir wissen, dass es auch unter Gläubigen Abtreibungen gegeben hat.
Ist ein aufrichtiges, rückhaltloses Bekenntnis vorhanden?
Ja, David konnte sagen, denn du besaßest meine Nieren, du wobst mich im Leib meiner
Mutter, mich, mich als Person.
Psalm 139 Vers 13.
Ich preise dich dafür, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht
bin.
Wunderbar sind deine Werke und meine Seele weiß es sehr wohl.
Mein Gebein war nicht vor dir verborgen, als ich gemacht wurde im Geheimen, gewirkt wie
ein Stickwerk in den untersten Örtern der Erde.
Meinen Keimen sahen deine Augen und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, (00:12:06)
die entworfen wurden, als nicht einer von ihnen war.
Wie kostbar sind mir deine Gedanken, oh Gott, wie gewaltig sind ihre Summen.
Wollte ich sie zählen, die, sie sind zahlreicher als der Sand.
Ich erwache und bin noch bei dir.
Ja, das ist das, was biblisch ist.
Wollen wir dabei bleiben?
Wollen wir das wirklich festhalten?