Der Ausgangspunkt
Ein weiterer Grundsatz lässt sich erkennen: Wer von den Juden viel von Jerusalem sehen würde, würde auch viel an andere weitererzählen können. Wer dagegen nur wenig zu Gesicht bekommen würde, würde auch nur wenig weiterzugeben haben.
Auch uns gilt: Wir werden die christlichen Wahrheit nur genießen und an andere weitergeben können, wenn wir sie kennen. Und wir werden anderen nur so viel von Christus und seinen Herrlichkeiten erzählen können, wie wir selbst an Ihm gesehen haben. Wir können anderen Christus nur so groß und wertvoll machen, wie Er uns selbst ist. Das ist ein Ansporn für uns, uns so viel wie möglich mit Gottes Wort zu beschäftigen.
Aus dem Herzen reden
Aber vielleicht meinen wir im Vergleich zu anderen nur wenig zu erzählen zu haben. Sollen wir dann entmutigt schweigen? Nein, Gott möchte, dass wir das, was Er uns aus seinem Wort zeigen konnte, an andere weitergeben. Egal, ob es in unseren Augen viel oder wenig sein mag: Das, was wir gesehen haben und was uns groß und wichtig geworden ist, sollen wir dem zukünftigen Geschlecht, unseren Kindern und Kindeskindern erzählen (1. Mo 45,13).
Abraham war jemand, der das, was er von Gott gesehen, gehört und gelernt hatte, seinen Kindern und seinem Haus nach ihm gebot, um sie dadurch anzuleiten, den Weg des Herrn zu bewahren und Gerechtigkeit und Recht auszuüben (1. Mo 18,19).
Ein immer wiederkehrender Auftrag
Gott wies die Israeliten immer wieder an, ihren Kindern und Enkelkindern von Ihm und seinem Handeln zu erzählen. Er gebot ihnen, ihren Kindern die erfahrene Bewahrung vor dem Gericht Gottes und die Rettung aus der Knechtschaft Pharaos einzuschärfen, indem sie immer wieder davon sprechen sollten, was Er für sie getan hatte (2. Mo 12,26.27; 5. Mo 6,20-25; 11,18-21). Denn ihre Augen hatten ja das ganze große Werk gesehen, das Er für sie getan hatte (5. Mo 11,7).
Auch der Apostel Paulus empfand wie kein anderer die Verantwortung, das ihm von Gott anvertraute Gut an andere weiterzugeben. In seinem letzten Brief fordert er Timotheus auf, das, was er von ihm in Gegenwart vieler Zeugen gehört hatte, treuen Leuten anzuvertrauen, die ihrerseits tüchtig sein würden, auch andere zu lehren (2. Tim 2,2).
Und wir?
Fragen wir uns einmal, wie es in dieser Hinsicht bei uns aussieht:
- Tragen wir Sorge dafür, an die nachfolgende Generation weiterzugeben, was der Herr uns in seiner Gnade anvertrauen konnte?
- Ist die Person des Herrn Jesus und sein Erlösungswerk wichtige Themen in unseren Familien?
- Ist es uns ein Herzensanliegen, unseren Kindern und Enkelkindern die Glaubenswahrheiten seines Wortes groß zu machen?
- Geben wir die Erfahrungen, die wir mit dem Herrn machen durften, an die jüngere Generation weiter?
- Erklären wir unseren Kindern, wie wir uns zum Namen des Herrn versammeln? Und warum so und nicht anders?
- Sehen unsere Kinder an uns, dass wir die Zusammenkünfte wertschätzen und sie nicht leichtfertig versäumen (Heb 10,25)?
Gelingen wird uns dies in dem Maß, wie unsere eigenen Herzen von Christus und seinem Wort erfüllt sind (Mt 12,34). Je mehr uns der Herr Jesus persönlich bedeutet, desto größer wird auch der Wunsch in uns werden, an andere weiterzuerzählen, woran wir uns selbst erfreuen dürfen.
Darüber hinaus darf uns das Bewusstsein, dass wir Verwalter dessen sind, was der Herr uns aus seinem Wort zeigen konnte, zusätzlich Mut machen, anderen vorzustellen, was uns selbst wertvoll geworden ist (1. Kor 4,2).
Lassen wir uns durch die Worte des Psalmisten erneut anspornen, der nachfolgenden Generation weiterzuerzählen, was wir selbst im Wort Gottes sehen und lernen durften: „Umgeht Zion und umkreist es, zählt seine Türme, betrachtet genau seine Wälle, mustert seine Paläste, damit ihr es dem künftigen Geschlecht erzählen könnt!“ (Ps 48,13.14).
Quelle: bibelpraxis.de/a9285.html