Der Psalmist fordert die Juden auf, Jerusalem zu umgehen und dabei seine Schönheit genau anzuschauen: Seine Türme zu zählen, seine Wälle genau zu betrachten und seine Paläste zu mustern (V. 13.14). Sie sollen ein detailliertes Bild der „Stadt des großen Königs“ gewinnen, um es dem künftigen Geschlecht erzählen zu können (V. 14; Ps 71,18 und Ps 78,4). Gott möchte, dass auch die nachfolgenden Generationen von der Schönheit Jerusalems erfahren.
Das Wohnen Gottes auf der Erde
Im Tausendjährigen Reich wird Gott wieder in Jerusalem in der Mitte seines irdischen Volkes wohnen (Hes 43,7; Sach 8,3). Wenn unsere Beziehung zu Gott als solche, die zur Versammlung gehören, auch viel inniger und herrlicher ist, so ist das Wohnen Gottes inmitten seines irdischen Volkes nichtsdestotrotz ein Ausdruck seiner großen Liebe und Gnade diesem Volk gegenüber.
Da wo Gott wohnt, offenbart Er sich. Seine Herrlichkeiten werden sichtbar. Dies wird ganz besonders in den Anordnungen bezüglich des Tempels und der Stiftshütte deutlich, wo in allem der Heiligkeit und Herrlichkeit Gottes Rechnung getragen werden musste.
Von dieser Herrlichkeit Gottes sollen die Juden, die in Psalm 48 angesprochen werden, einen tiefen Eindruck bekommen. Zunächst für sich selbst, doch dann auch, um davon weiterzugeben.
Ein Auftrag auch für uns
Das, was damals den Juden galt, gilt auch uns heute: Es ist der Wunsch des Herrn und die Absicht des Heiligen Geistes, dass wir das weitergeben, was wir gesehen haben. Nicht nur in Bezug auf das Wohnen Gottes auf der Erde (in der Versammlung), sondern in Bezug auf alle Teile der Wahrheit des Wortes Gottes. Wir sollen sie uns genau ansehen, um sie unseren Mitmenschen (und Kindern) erzählen zu können.
Durch die regelmäßige Beschäftigung mit Gottes Wort gewinnen wir ein „Bild gesunder Worte“ (2. Tim 1,13), das wir unseren Kindern (und Enkelkindern) „zeigen“ können. Aber das ist noch nicht alles. Der Heilige Geist möchte, dass wir in den Schriften vor allem die Person des Herrn Jesus selbst suchen, denn davon zeugt er (Joh 5,39).
Wir werden aufgefordert, (immer wieder) seine Herrlichkeit anzuschauen, um nach demselben Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit verwandelt zu werden, als durch den Herrn, den Geist (s. 2. Kor 3,18). Dann werden seine Wesenszüge immer deutlicher in unserem Leben sichtbar werden, so dass wir seine Vortrefflichkeiten und Schönheiten nicht nur durch unsere Worte, sondern durch unser ganzes Leben verkünden (Apg 4,13).
Eine notwendige Voraussetzung
Wie wir gesehen haben, ist dazu unbedingt erforderlich, dass wir zuerst mit der Person des Herrn Jesus selbst beschäftigt sind: Wir sollen Ihn (in den Schriften) anschauen und genau „mustern". Je mehr wir das tun, desto mehr werden wir von seiner Herrlichkeit und Größe erfüllt werden.
Dies wiederum hat zur Folge, dass sich unser Mund „wie von selbst“ öffnet, „denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund“ (Mt 12,34). Normalerweise reden wir am liebsten über das, womit wir gerade (im Herzen) beschäftigt sind. Wenn unser Herz von Christus erfüllt ist, dann werden wir auch über Christus reden.
So wie Mose auf dem Berg ein genaues Muster der Wohnung Gottes in der Wüste gesehen hatte, das er seinem Volk mitteilte, so sollen auch wir ein klares Bild der verschiedenen Herrlichkeiten von Christus und seiner Versammlung vor Augen haben, das wir anderen mitteilen dürfen (2. Mo 25,9.40; 26,30).
Quelle: bibelpraxis.de/a9284.html