Christus - ein Fluch (Gal 3,13)


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(00:00:00) Der Galaterbrief ist schon ein einzigartiges Dokument. Der Apostel Paulus hat keinen schärferen Brief geschrieben, nicht einmal den ersten Korintherbrief, wo so viel Chaos war in Korinth, wo so viel Böses war, so viel Unmoral. Aber der Galaterbrief ist nicht nur von Unmoral der Galater geprägt, sondern nicht einmal so sehr. Ganz im Gegenteil, es geht um ein lehrmäßiges Problem, wo sie das Gesetz eingeführt haben, wo sie das getan haben, was in der Christenheit heute weit verbreitet ist, dass man sagt, das Gesetz oder ein besseres Gesetz wie die Bergpredigt, das ist die Lebensregel des Menschen, das ist das, was der Mensch tun muss. Und wenn er das ausführt, dann ist er ein guter Christ, dann ist er jemand, den Gott annehmen kann. Und Gottes Wort sagt, nichts davon, es war im Gegenteil. Wir müssen solche sein, die die Gnade im Glauben erfassen, die verstehen, dass sie nichts dazu beitragen können, auch nicht als Gläubige, dass Gott jetzt mit mehr Wohlgefallen auf sie schaut. Nein, alles hat der Jesus vollbracht und nur er und nur auf der Basis seines Werkes (00:01:02) sind wir vor Gott in Christus, sind wir wohlannehmlich für ihn. Und selbst wenn wir heute das ganze Gesetz täten, würden wir nicht besser sein, abgesehen davon, dass wir es nicht tun können. Es waren eben diese falschen Lehrer, diese judaisierenden Lehrer, die damals schon böse, verkehrte Dinge eingebracht haben, indem sie zu vermitteln suchten, dass wenn man nur genug täte, dann Gott eben uns umso mehr annehmen würde. Nichts davon ist der Fall. In Christus sind wir angenommen, ohne Christus sind wir nicht angenommen. Und wenn wir meinen, wir könnten etwas tun, sagen wir damit letztlich nur das, was der Apostel Paulus in Galater 2 den Galatern vorstellen muss. Denn wenn Gerechtigkeit durch Gesetz kommt, dann ist Christus umsonst gestorben. Wer meint, durch eigene Werke irgendetwas tun zu können, irgendwie Gott gefallen zu können, seien es äußere Werke, innere Werke, der ist nicht nur auf dem Holzweg, der ist auf einem bösen Weg, weil er damit letztlich deutlich macht, Christus ist umsonst gestorben. Und in diesem Zuge stellt der Apostel Paulus immer wieder auch die Herrlichkeit (00:02:01) des Werkes des Herrn Jesus und seiner Person vor. Und wir bleiben jetzt einmal in Galater 3, wo Paulus schreibt, Christus, in Vers 13, Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist, denn es steht geschrieben, verflucht ist jeder, der am Holz hängt. Ja, Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes. Wir sind natürlich als solche, die aus den Nationen stammen, nie direkt unter diesem Fluch des Gesetzes gewesen. Aber unter dem Fluch insofern, als er der Fluch der Sünde ist. Gott hat dem Volk Israel einen Weg gezeigt, wie sie durch das Halten des Gesetzes Gott wohlannehmlich stimmen könnten. Warum hat Gott das gegeben? Nicht damit das Volk Israel das wirklich zu tun in der Lage wäre, denn Gott wusste besser als jeder andere, dass sie dazu nicht in der Lage sind, überhaupt niemand. Aber er wollte ihnen deutlich machen, dass er moralische Anforderungen, Mindestanforderungen an den Menschen hat, auf denen er bestehen muss, damit Menschen irgendwie zu ihm kommen könnten. (00:03:05) Und er wollte den Menschen damit deutlich machen, was auch immer er versucht, selbst mit den besten Regeln, und die Regeln, die Gott gibt, sind die guten Regeln, sind die besten Regeln, ist der Mensch nicht dazu in der Lage. Und warum ist das ein Fluch? Weil wenn der Mensch meint, dass er das Gesetz doch irgendwie tun könnte, er feststellen muss, er ist dazu nicht in der Lage und muss deshalb die Folgen des Gesetzes, die Gott auch genannt hat, wenn du diese Dinge nicht tust, musst du sterben, kommst du unter das Gericht. Nun, wer ist in der Lage gewesen, dieses Gesetz zu tun? Nicht ein einziger Mensch. Christus ist die Ausnahme. Christus ist aber eben auch nicht ein Mensch wie wir. Er ist eben ein sündloser Mensch gewesen und ist er heute noch. Er ist jemand, der eben ohne Sünde ist, der ohne Sünde in diese Welt gekommen ist, der eine heilige Natur hat, die wir gar nicht von Natur aus haben. Die hat er immer gehabt, unausweichlich, ungefälscht, ungemildert, war das absolut heilig und war das vollkommen. (00:04:01) Und deshalb war er in der Lage, das Gesetz zu tun. Und er hat es vollbracht. Wenn wir uns unter das Gesetz stellen, dann stellen wir uns unter den Fluch des Gesetzes, weil kein Mensch in der Lage ist, das Gesetz zu halten und damit unter dem Fluch, du wirst sterben, du kommst unter das Gericht, kommt. Und das haben die Judaisierenden, die Lehrer, natürlich überhaupt nicht gesagt. Sie haben gesagt, naja, ihr müsst das auf jeden Fall versuchen und irgendwie kommt ihr dann doch in die Herrlichkeit, denn es gibt ja auch noch das Werk Jesu. Nein, sagt Paulus, wenn du das Gesetz anwendest, dann musst du es gesetzmäßig anwenden und dann bist du verloren, dann stehst du unter dem Fluch. Das heißt, jeder Mensch steht unter dem Fluch des Gesetzes. Und deshalb war einer nötig, der freiwillig, ohne unter diesem Fluch zu stehen, diesen Fluch auf sich genommen hat. Und das hat Christus getan. Er hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist. Überlegen wir uns, derjenige, der immer das ganze Wohlgefallen Gottes des Vaters hatte, der Gott nur verherrlicht hat, der sein Leben geführt hat zur Freude des Vaters, vom ersten Augenblick bis zum letzten, frühmorgens aufstehend für die Verherrlichung des Vaters, (00:05:03) sorgend, tagsüber das tun, bis abends, bis in die Nacht hinein, immer nur zur Herrlichkeit Gottes, zur Freude Gottes, wo Gott nur sagen konnte, das ist großartig, das ist groß, das ist etwas, was mich erfreut. Derjenige war bereit, für uns ein Fluch zu werden. Und wodurch wird das sichtbar? Weil Gott in dem Gesetz gesagt hat, verflucht ist jeder, der am Holz hängt. Und das ist das, was wir in 5. Mose 21 finden, wo der Geist Gottes, wo im Gesetz gesagt hat, wenn an einem Mann eine todeswürdige Sünde ist und er wird getötet und du hängst ihn an ein Holz, so soll sein Leichnam nicht über Nacht an dem Holz bleiben, sondern du sollst ihn jedenfalls an demselben Tag begraben. Denn ein Fluch Gottes ist ein Gehängter. Und du sollst dein Land nicht verunreinigen, dass der Herr, dein Gott, dir als Erbteil gibt. Das heißt, dadurch, dass jemand Böses getan hat, so etwas Böses getan hat, (00:06:01) dass man ihn an Holz gehängt hat, das war ja ein absoluter Übeltäter. Dann sagte Gott, dass ausdrücklich sichergestellt werden sollte, dass er nicht über Nacht dort hängt, sondern dass er an demselben Tag begraben wird, weil sonst das Land verunreinigt würde. An ein Holzgehängter. Das war ein Gestorbener, der an das Holz gehängt wurde. Da wurde dokumentiert, im Blick auf diesen Gestorbenen, das heißt, Gesteinigten oder wie auch immer, Getöteten, das ist ein Böser, der ist so böse, dass wir ihn an ein Holz sichtbar hängen als Zeugnis seiner Bosheit. Und der wurde zu einem, das war ein Fluch an einem Holzgehängter. Was war mit dem Herrn Jesus? Der Herr Jesus ist nicht gestorben und dann an ein Holz gehängt worden. Der Herr Jesus wurde an ein Holz genagelt, an ein Kreuz genagelt, als jemand, der lebte, der nicht nach seinem Tod dieses Dokument bekam, sondern lebend und an diesem Holz gestorben ist. Das ist also eine viel größere Tragweite. Das geht viel weiter, als einen Gestorbenen daran zu hängen. Der Jesus musste miterleben, wie das Volk genau das in ihm gesehen hat. (00:07:04) Einen Fluch, einen Verfluchten, einen unter Gottes Fluch stehenden, der am Holz hängt. Und das, wenn ich das in Ehrfurcht sagen darf, bei lebendigem Leibe hat er das erlebt. Und so hat er uns von diesem Fluch losgekauft, losgelöst. Verflucht ist jeder, der am Holz hängt. Und so sind wir durch Christus losgekauft worden von dem Fluch des Gesetzes. Wollen wir da an diesem ersten Tag der Woche noch einmal neu daran denken, was das für den Herrn Jesus gewesen ist, als ein Fluch dort an dem Holz zu hängen. Und dass man ausdrücklich nach der Vorschrift ihn vorher abhängen musste, dafür hat Gott natürlich gesorgt. Aber das ging im Blick auf die Unreinheit. Hätte der Herr Jesus das Land verunreinigt, der, der der Verherrlichte Gottes ist, der zur Verherrlichung Gottes ist, der nur die Freude Gottes war? Ja, im Sinne der Vorschrift, die Gott gegeben hat, wäre das so gewesen. So furchtbar ist das Gericht gewesen, in das der Jesus gegangen ist. Ich sage nochmal, er freiwillig, weil bei ihm überhaupt nichts Todeswürdiges gewesen ist. (00:08:04) Im Gegenteil, nur das, was Gott verherrlicht hat. Aber in dieser Hinsicht, in diesem Hinblick, wäre das so gewesen. Und deshalb musste diese Vorschrift erfüllt werden. Wir denken daran, dass er ein Fluch geworden ist. Was muss das für den Herrn Jesus gewesen sein, an dem Holz zu hängen? Das betrifft jetzt nicht nur die drei Stunden der Finsternis, sondern an einem Holz gehängt, hängend, an die, an ein Holz gehängten. Die waren ein solcher Fluch. Das heißt, diese sechs Stunden, die der Jesus hing, in dieser Hinsicht, war ein Fluch. Aber getragen, im Sinne von eben loskaufen, war natürlich nötig, dass er in dieses Gericht Gottes ging. Und auch da denken wir voller Ehrfurcht, voller Dankbarkeit, voller Anbetung, voller Weihe an das, was der Jesus erduldet hat. Ihm sei die Ehre, heute und in Ewigkeit.
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Artikelreihe: Christus im Neuen Testament (Bibelbücher)

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