Mütter und Stress - eine neue Dimension?


Transkript der Audiodatei

Hinweis: Der folgende Text ist ein computer-generiertes Transkript der Audiodatei. Vereinzelt kann die Spracherkennung fehlerhaft sein.
(00:00:00) Vor einiger Zeit wurde ich auf einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aufmerksam, der überschrieben war mit »Warum sind Mütter heute so bestresst?« Die Mutter schreibt, eines der Kinder war krank oder die Kita hatte nur Notbetreuung und ständig müsste sie sagen »Ach nee, nicht auch das noch« und da erinnerte sie sich an den Satz ihrer Mutter »Ihr Mütter heute, ihr tut mir leid, ihr habt es wirklich schwer«. Warum ist das so? Warum haben es Mütter heute so schwer? Es gibt auf der einen Seite natürlich die modernen Medien. Dadurch, dass wir nicht mehr in einem Zeitalter wie vor 100 Jahren leben, werden Mütter heute ständig permanent beurteilt. Unsere Großmütter, vielleicht auch unsere Mütter noch, waren in keiner Müttergruppe, waren vielleicht nicht auf dem Spielplatz, wo sie ständig beurteilt wurden, weil viele in den Gärten waren. Da gab es noch kein Internet, in dem jeder seine Meinung weitergeben kann und alles beurteilen kann. Man musste nicht ständig erreichbar sein. Es gab keine Doodle-Listen, auf denen man sich eintragen musste, WhatsApp-Gruppen, wo man sich ständig dann auch rechtfertigen muss oder wo man antworten muss. (00:01:04) Das alles gab es noch nicht. Die Frage ist, ob das der Hauptgrund ist. Ja, von Müttern wird heute sozusagen, wie es in einer Zwischenüberschrift bei diesem Artikel heißt, »maximales Multitasking« verlangt. Aber ist das wirklich das Problem? Wie kann es sein, dass wir in 2. Timotheus 1 über eine Mutter, weil sie alleinerziehend geworden ist, und ihre Mutter, die Großmutter lesen, 2. Timotheus 1 Vers 5, dass Paulus über die Mutter und Großmutter von Timotheus sagen kann, »indem ich den ungeheuchelten Glauben in dir in Erinnerung habe, der zuerst in deiner Großmutter Loh ist und deiner Mutter Onike wohnte, ich bin überzeugt aber auch in dir.« Da ist nicht von irgendeiner großen Hektik die Rede. Gab es da keine Hektik? Wo Kinder sind, gibt es immer Hektik. Wo es Kinder gibt, wo es eine Familie gibt, da gibt es immer Herausforderungen. Und ja, es ist ganz normal, dass die Mutterliebe da ist, dass sie sich um ihre Kinder kümmert und dass sie mit Herzblut dabei ist. (00:02:02) Wenn Gott in Jesaja 49 Vers 15 sagen lässt, »könnte auch eine Frau ihren Säugling vergessen, dass sie sich nicht erbarmte über den Sohn ihres Leibes«, das ist eigentlich nicht denkbar. Obwohl wir natürlich heute traurig sind, dass Kinder sehr früh, manchmal nach 3 Monaten in der Kita und sonstige Tagesstätten abgegeben werden, wo man sich fragt, warum haben sie sich ein Kind von Gott schenken lassen, auch Christen, um sie sofort abzugeben. Sollte sogar diese vergessen, führt Gott hinzu, ich werde dich nicht vergessen. Also die eigentliche Unmöglichkeit, dass eine Mutter ihren Säugling aufgibt, vergisst, sagt Gott, ich aber auf keinen Fall. Aber es zeigt eben, dass das eigentlich etwas ganz, ganz Untypisches ist. Und ja, wir lesen in Titus 2 Vers 4, dass die jungen Frauen, also die Mütter, unterwiesen werden sollen, ihre Männer zu lieben, ihre Kinder zu lieben, besonnen keusch mit häuslichen Arbeiten beschäftigt zu sein, gütig zu sein. Dass sie die Aufgabe haben, den Auftrag haben, sich wirklich um ihre Familie zu kümmern. Aber wer eine Familie hat oder hatte, das heißt kleine Kinder zu Hause, der weiß, das ist (00:03:04) immer mit Hektik verbunden. Das war vor 100 Jahren so, das ist auch heute so. Der Stress mag heute größer geworden sein in mancherlei Hinsicht, aber den Stress gab es schon immer. Die alte Zeit auch nicht verklären, dass heute alles so viel schlimmer geworden ist. Schon der Prediger Sarno sagt, das ist nicht weise, ja, auf die alte Zeit zurückzuschauen und meint, das wäre alles besser gewesen. Nein, das ist es nicht. Lass uns ein paar Dinge bedenken. Erstens, ja, es ist nicht leicht. Es ist nicht leicht, heute Mutter zu sein, Eltern zu sein. Es ist nicht leicht, heute den Anforderungen und den Herausforderungen gerecht zu werden. Es ist und bleibt eine große Herausforderung, das war es schon immer und das wird es auch heute bleiben. Vielleicht hat man damals nicht so viel geklagt, vielleicht hat man damals nicht so viel mitgeteilt, vielleicht hat man damals nicht so viel geteilt auf sozialen Medien, wie schrecklich und wie schwierig und wie herausfordernd und wie belastend das alles ist. Das mag schon sein, aber das heißt nicht, dass es damals und früher nicht auch belastend war. Als das erste Kind kam, man völlig überfordert war, wie soll ich damit umgehen, was soll (00:04:04) ich mit dem Schreien machen, soll ich sofort reagieren, soll ich nicht sofort reagieren, wo lege ich das Kind hin, sollen sie ins Schlafzimmer kommen, habe ich dann überhaupt keinen Schlaf mehr als Eltern, habe ich überhaupt keine Zeit mehr mit meinem Ehepartner allein. Und diese ganzen Fragen, diese Herausforderungen, die haben sich immer gestellt und da war man immer unsicher. Und da gab es zu jeder Generation das neue Lernen dessen, wie man sich sozusagen darauf einstellt, dass jetzt Kinder sind. Dann das zweite Kind, vielleicht war es tatsächlich eher früher so, dass man mehr Kinder bekommen hat und dadurch natürlich mehr Stress hatte. Heute ist das oft eine Frage der Ausbildung, die Frau möchte die Ausbildung fertig machen, da ist auch nichts grundsätzlich dagegen zu sagen, dadurch sind Frauen älter, wenn sie Kinder werden. Das ist natürlich dann auch anstrengender, Gott hat ja nicht von ungefähr jungen Frauen die Kraft gegeben, auch die Fähigkeit gegeben, Kinder zu bekommen. Und je älter man wird, umso anstrengender wird es, umso weniger Kinder kann man noch bekommen und das ist eigentlich dann ja eher entlastender, als wenn man mit einem großen Haushalt, wie das früher üblicher war als heute, dann umgehen musste. (00:05:04) Aber es bleibt, es sind Herausforderungen, das ist auch ein zweites Kind, ein drittes Kind. Man kann eben nicht mehr so ohne weiteres über seine Zeit verfügen. Vielleicht war das früher vor einigen Generationen noch so, dass dann auch die Mütter, Großmütter in einem Haus wohnten und sich gegenseitig helfen konnten. Heute ist man durch berufliche Situationen dann irgendwo anders, das mag sein, aber die Herausforderungen, die sind nicht grundsätzlich anders als die von unseren Eltern, Voreltern. Es liegt daran, was ich für eine Einstellung habe, was ich meine, perfektionistisch sein zu müssen. Ja, es gibt zweitens eine Zeit, die es noch nie, jedenfalls nicht, dass ich das übersehen kann, gegeben hat, wo die Ehemänner und die Väter so viel mitmachen. Es wird zwar viel geklagt, dass das immer noch nicht eben Gleichberechtigung und so weiter ist in unserer Gesellschaft, mag ja auch sein, aber ich habe noch nie eine Zeit gesehen, wo ich so viel erlebt habe, dass Männer und Väter sich um die Kinder gekümmert haben. Deshalb, ich bin so gestresst, ich kann nicht mehr, ja, unsere Verfassung ist eine andere (00:06:05) als vor 100 Jahren. Wir sind vielleicht sensibler, wir sind nicht mehr so belastungsfähig, aber es gab noch nie eine Zeit, wo sich die Männer und Väter so sehr um die Kinder gekümmert haben, für meine Begriffe sogar in einem Übermaß, das nicht mehr gesund ist. Ich sehe an Konferenzen, wie Väter ständig mit den Kindern rausgehen und umhergehen. Ist das nicht die eine Aufgabe der Mutter? Nicht nur, mag schon sein, aber diese Aufgabe hat Gott euch als Müttern gegeben. Und dass jetzt die Väter alles da übernehmen, das Wickeln und ich weiß nicht was, damit die Frauen dann zu den Zusammenkünften gehen können und die Männer dort immer weniger zu sehen sind, weil sie sich in einem Übermaß um ihre Kinder kümmern, nicht mehr zu Konferenzen gehen können, immer weniger in die Zusammenkünfte kommen, weil sie sich anstelle der Mütter ständig um die Kinder kümmern, das ist unnormal, das ist auch unnatürlich. Also, Männer sollen helfen, aber da ist sogar eine größere Entlastung für Frauen, die zwar nicht in dem Maß stattfindet, wie sich das modern-gesellschaftlich ausgerichtete Frauen vorstellen, aber das kann man ja wohl nicht übersehen, dass das ganz anders ist als noch vor 20, 30, 40 Jahren. Und ja, drittens, es gibt elektronische Medien, wo man sich ständig meint, vergleichen zu (00:07:03) können, zu müssen, wo man ständig auch gefordert ist, aber das liegt ja an dir. Du musst diese elektronischen Medien nicht ständig nutzen, du musst nicht auf jede WhatsApp sofort reagieren, du musst nicht meinen, dass das, was da geschrieben wird, auch alles praktisch Wirklichkeit ist in allen Elternhäusern. Das ist ja eine Scheinwelt, die in diesen sozialen, in diesen digitalen Medien aufgebaut wird und da muss man sich nicht unter Druck setzen lassen. Da kann man auch selbstbewusst in einem guten biblischen Selbstbewusstsein sagen, das will ich nicht, das kann ich nicht und das brauche ich auch nicht. Ja, es gibt auch diese Helikoptermütter, die meinen, alles machen zu müssen, alles vorsorgen zu müssen. Ein Kind darf auch gar nicht schreien, ein Kind muss sofort behandelt werden, ein Kind muss sich so wohlfühlen, dass es die ganze Zeit im Elternschlafzimmer wohnt, das macht die Dinge nur heftiger, das macht sie nur stressiger. Das wurde eben früher nicht so getan, da hatte man gar nicht die Zeit, weil dann das zweite Kind kam, das dritte Kind kam, relativ rasch, da hatte man gar keine Zeit, sich um (00:08:01) jedes einzelne Kind in dieser Dimension zu kümmern. Vielleicht sagst du, ja, aber es ist doch wichtig, dass ich mich um das einzelne Kind Zeit gebe. Ist auch wichtig und ist auch gut, aber wir stellen das Kind in den Mittelpunkt, statt den Herrn in den Mittelpunkt und dadurch verändern sich dann auch Maßstäbe und wir lassen sie verändern und wir sehen gar nicht, dass das gar nicht nach Gottes Gedanken immer ist, dass der Mensch derart in den Mittelpunkt gestellt wird. Ein Kind braucht nicht eine ständige Überwachung, eine ständige Betreuung, wir müssen unsere Kinder nicht ständig bespaßen. Das sind eben diese modernen Erziehungsratgeber, die uns dahin führen und klar, dann ist man auch als Mutter, als Vater, ist man gestresst. Und da kommt fünftens noch hinzu, dass wir aus einer Gesellschaft kommen, wo man meint, die weibliche Arbeitskraft ist so nötig. Ich habe schon gehört, du hast doch die Ausbildung vom Staat genossen, bezahlt bekommen, also musst du dann auch dem Staat was zurückgeben, wir müssen gar nichts. Wenn wir eine Ausbildung machen, ist schon recht, wir wissen nicht, ob wir heiraten können, das wird ja auch da eben, die jungen Leute werden immer älter, bevor sie heiraten, ist (00:09:01) schon recht, eine Ausbildung gemacht zu haben, aber wenn du heiratest, warum musst du denn dann auch weiter arbeiten? Ist das Finanzielle so wichtig? Ich sage nicht, dass es nicht Situationen gibt, wo es vielleicht tatsächlich unausweichlich ist, aber mal ein Jahr nicht gestresst zu sein, Ruhe zu haben, bevor man als Mutter ein Leben lang dann arbeiten muss. Selbst in den Ferien ist es ja dann oft so, dass die Mütter das Essen machen und so weiter, was auch richtig ist, was auch absolut angemessen ist. Aber deshalb macht ihr euch es selber schwer, wenn ihr meint, wir müssen arbeiten bis zum letzten Tag, bis dann das Kind da ist, dann bist du natürlich nicht entspannt, dann kommst du aus einer Stressphase in die nächste Stressphase, wo du mit Dingen zu tun hast, die du nicht kennst, die dich auch irgendwie überfordern können, ja dann brauchst du dich nicht zu wundern, wenn der Stress zum Stress und der Stress zum Stress hoch Stress wird und das dann natürlich auch irgendwie keine Ruhe einkehrt, die sowieso schwierig ist bei dem ersten Kind, was dann schwierig ist, was vielleicht schreit und so weiter, wo man dann überfordert ist. Wenn du dir eine Ruhezeit gönnst am Anfang der Ehezeit und auch bevor das Kind (00:10:03) dann kommt, ja, da musst du vielleicht auf ein bisschen Geld verzichten. Und ja, ich sage, ich gebe zu, dass nicht jede Familie, nicht jedes Ehepaar auf Rosen gebettet ist, was die Finanzen betrifft, aber ist es das wert, diesen Stress dann nachher zu haben, der das Leben noch komplizierter macht, statt eben auf ein bisschen zu verzichten, aber dafür eben weniger Stress zu haben, wenn Gott dann auch Kinder schenkt oder dann sofort wieder in den Beruf einzusteigen, wenn das Kind gerade geboren ist oder wenn es gerade ein Jahr ist oder drei Jahre oder wenn man es in die Kita gibt, in den Kindergarten gibt, statt es selber zu betreuen, das führt zu noch mehr Stress. Das ist ja eine Vorgaukelung, die der Teufel der Gesellschaft macht. Du kannst dich dann selbst verwirklichen, du kannst dann das tun, was du willst, ist in der Regel gar nicht, die Berufe sind ja nicht so großartig, die wir dann ausüben können und dann hast du noch mehr Stress und das Geld gibst du dann für andere Dinge wieder aus, für die Betreuung und was weiß ich und am Ende hast du gar nicht so viel davon, dass du dann schon wieder arbeitest und dann noch mehr gestresst bist, den Haushalt (00:11:03) dann noch in der engeren Zeit machen musst und das führt nicht zu Entspannung, das führt nicht zu Segen. Gott hat Eltern geschenkt, damit sie sich um die Kinder kümmern. Wir haben dieses wunderbare Vorrecht, die Geschenke, die Gott uns macht, in den Kindern eben für ihn zu erziehen, das wollen wir auch tun, das wollen wir auch in Gottesfeucht tun, das wollen wir auch mit Hingabe tun, aber wir wollen es uns nicht extra schwierig machen und deshalb ein paar Gedanken zu diesem Thema, die vielleicht helfen, auch die richtigen Rahmenbedingungen zu stellen, auch die richtigen Maßstäbe zu haben und nach Gottes Gedanken auch hier vorzugehen und sich nicht unnötig Stress zu machen. Stress kommt bei Kindern, Stress kommt in Familien, das ist immer so, da brauchst du dich auch nicht zu wundern, das ist normal, da brauchst du nicht zu denken, du bist ein Einzelfall, aber wir brauchen nicht den Stress zu potenzieren und da kann uns auch das Wort Gottes, wie wir uns als Ehefrauen, als Ehemänner, als Eltern richtig verhalten, eine wunderbare Hilfe sein, dass das Leben eben zur Ehre des Herrn ist und uns nicht einen ständigen (00:12:05) Stressherd bereitet.
Beitrag teilen

Verwandte Artikel

Und trotzdem bin ich eine gute Mutter!? Manuel Seibel Mütter haben es schwer! Wie vielen verschiedenen, fast gegensätzlichen Anforderungen müssen sie gerecht werden. Jetzt las ich eine Kolumne über eine Frau und Mutter, die beruflich äußerst erfolgreich war. Dazu fuhr sie von Montag bis ... Podcast anhören
La Le Lu - lass die Kita zu ... Manuel Seibel Fehlender Fachkräftemangel sei zum Risikofaktor für die frühkindliche Bildung geworden, las ich vor einiger Zeit. Mag ja sein. Sollte uns das dazu bringen, auch als Christen unsere Kinder (noch mehr) in Kitas usw. zu senden? Ein Wort an uns, die ... Podcast anhören
Als Ehefrau und Mutter zurück in archaische Zeiten? Manuel Seibel Auch unter Gläubigen müssen sich junge Ehefrauen und Mütter heute oft verteidigen, wenn sie ihre Mutterrolle und ihre Aufgabe als Ehefrau zu Hause sehen, für den Ehepartner, für die Familie, für den Haushalt. Dabei hat eine solche ... Podcast anhören
Anstieg erwerbstätiger Mütter Manuel Seibel In den letzten Jahren hat der Anteil der erwerbstätigen Mütter stark zugenommen. Für die Gesellschaft ist das ein gutes Zeichen, weil damit das Bruttosozialprodukt steigt. Und für die Kinder? Und was ist im Blick auf Gottes Wort dazu zu sagen? Podcast anhören
Moderne oder biblische Mutter sein? Manuel Seibel Mütter sind überfordert. Das ist nichts Neues, führt aber in unserer Gesellschaft anscheinend zu neuem Erstaunen. Und zu Überlegungen, die nicht überdenkenswert sind, denen wir als Christen aber etwas entgegenzusetzen haben. Leider zieht der ... Podcast anhören
„Mutter Gottes“ oder gewöhnliche Frau? – Die biblische Maria im Fokus Michael Hardt Am 15. August feiern viele Christen das Fest „Mariä Himmelfahrt“. Doch was sagt die Bibel wirklich über Maria? War sie tatsächlich die „Mutter Gottes“, eine besondere Mittlerin, oder doch einfach nur eine gewöhnliche, gläubige Frau? In ... Video ansehen