Am: Di, 30. September 2025
Am 8. Mai 2025 jährte sich das Kriegsende zum 80. Mal. In einem Kommentar las ich, dass dies kein Grund zu feiern sei. Und tatsächlich, wenn man an eine solche Zeit denkt, könnte uns Angst und Bange werden: Denn wir wissen, dass so etwas in der Drangsalszeit wiederkommen wird. Wir werden in den Himmel entrückt sein. Aber Menschen werden das auf der Erde erleben. Und auch vorher können solche Zustände wiederkommen. Was denken wir nach "Abschluss" von solchen Zeiten? Anlass, einmal innezuhalten!
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Vor einiger Zeit las ich einen Kommentar in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über das 80-jährige Kriegsende,
nämlich den 8. Mai, und da schrieb der Autor, dass dieser Tag kein Tag zum Feiern wäre.
Reinhard Müller weist darauf hin, dass man in den ersten Jahren und Jahrzehnten nach dem Kriegsende
weniger den Blick zurückgeworfen hätte, die Beschäftigung mit der eigenen Schuld nicht besonders ausgeprägt war
und dass das eigentlich nicht verwundern konnte. Man richtete den Blick nach vorne,
man wollte das hinter sich lassen und wollte sich damit nicht immer wieder beschäftigen.
Und später konnte man oder wollte es vielleicht auch gar nicht erst wahrhaben,
woran man in diesen zwölf Jahren Anteil hatte. Denn es gab ja kaum jemanden,
wirklich kaum jemanden, der nicht irgendwie doch auch ein Stück weit mitgemacht hatte.
Man darf auch nicht übersehen, schreibt Müller, dass die Sieger Deutschland nicht befreien wollten,
sondern sie wollten ihren Feind besiegen. Es ging ihnen nicht darum,
irgendwie eine Befreiung hier von dem Nationalsozialismus zu bewirken.
Jedes Land hatte seine besonderen Tücken, sondern man wollte den Feind besiegen. (00:01:03)
Ja, der Tag des Kriegsendes war natürlich, so der Autor, auch ein Tag der Befreiung
von dem barbarischen NS-Regime. Aber das war eigentlich kein Tag zum Feiern,
auch bis heute nicht für Deutsche. Stattdessen ist aber heute ständig im Blick darauf
von dieser Parole die Rede nie wieder. Aber sie ist eben, wie Müller schreibt,
zu einer Art Lehrformel geraten. Damit lässt sich nämlich leicht und pauschal
alles mögliche unterfüttern, alles mögliche begründen, wie er schreibt,
von Brandmauern bis zur Staatsräson. Aber man darf nicht übersehen,
dass in vergleichsweise liberalen Zeiten Menschen aufgewachsen waren,
nämlich ausgebildete Juristen, Mediziner, Theologen, und diese vielfach
zu willfährigen Dienern totalitärer Herrschaft wurden. Und man fragt sich,
wann und wie und wo ist das eigentlich dahin gekommen, wo ist das gekippt?
Und jetzt müssen wir reflektieren auf unser eigenes Verhalten heute. (00:02:02)
Ist das nicht vielleicht doch ähnlicher dem, als man sich eingestehen möchte?
Inwiefern wird die Aussicht auf Karriere, so schreibt Müller, und Macht dazu führen,
dass vermeintliche Werte vergessen werden? Wie ist das heute zum Beispiel,
sage ich jetzt, beim Gendern? Wie ist das bei solchen Woken-Themen?
Ist man noch bereit, sich in den Wind zu stellen, oder nimmt man Rücksicht
auf Karriere und Macht? Das sehen wir auch in der Politik.
Da mag man bestimmte Dinge, was die Bibel ganz klar sagt, was Homosexualität betrifft,
was eben diesen Genderwahn betrifft, was die Gleichstellung, Gleichsetzung
von Mann und Frau betrifft. Da nehmen viele Rücksicht drauf, um ihre Karriere,
um ihr Ansehen und so weiter nicht zu beschädigen. Und das ist der Anfang davon,
dass man nicht mehr wirklich seine Meinung sagt.
Nun, wenn wir an dieses Kriegsende denken, Tag der Befreiung, war das ein Tag der Befreiung?
Dann lässt mich das denken an Apostelgeschichte 17. Da heißt es in Vers 30, (00:03:04)
Paulus sagt das: "Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat,
gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollen,
weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit
durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen den Beweis davon gegeben,
indem er ihn aus den Toten auferweckt hat". Das wird doch ein wunderbarer Befreiungstag sein,
oder nicht? Ja, das wird es, einerseits. Aber andererseits ist das ein Tag des Gerichtes.
Ist das ein Tag, der unendliches Leid über Menschen bringen wird?
Leid ist vielleicht der falsche Ausdruck. Gericht wird er über sie bringen.
Sie sind ja selber verantwortlich dafür, so wie das in der NS-Regime-Zeit auch war.
Diejenigen, die dann am Kriegsende unter die Räder gekommen sind,
natürlich viele haben dann auch noch überlebt und haben so getan,
als ob sie ja nie was damit zu tun gehabt hätten.
Aber diejenigen, die eben durch die letzten Aktionen der Alliierten
dann auch unter die Räder gekommen sind, die gestorben sind,
die dadurch unter Beschuss geraten sind, für die war das ja keine Befreiung. (00:04:02)
Im Gegenteil, ein Gericht. Und so wird das auch sein.
Für viele, viele Menschen wird das ein Tag des Gerichtes sein.
Die werden nie an irgendeinen Gedanken der Befreiung denken.
Für uns ist das natürlich der Tag, an dem vorbereitet wird,
dass Christus dann eben als Herrscher hier regieren kann.
Das ist ein wunderbarer Tag. Aber wenn wir nochmal an Offenbarung 20 Verse 11 bis 15 denken,
den großen weißen Thron, das ist ein furchtbarer Tag.
Ist das Befreiung? Ist das herrlich? Ja und nein.
Und das wollen wir bedenken. So wie der Tag damals natürlich eine Befreiung war,
aber zugleich ein Gericht. Und Deutschland muss darunter leiden.
Aber sie haben eben auch mitgemacht. Wir haben mitgemacht.
So dürfen wir das nicht übersehen, dass dieser Gerichtstag
für viele, viele Menschen, vielleicht die meisten,
mit einer ewigen Gerichtsstrafe im Feuersee in der Hölle verbunden ist.
Wenn wir jetzt an ein anderes Thema denken, zweitens,
die Zersplitterung, die in den Versammlungen entstanden sind,
wo jeder Ort, der selber macht, das was er will,
wo wir völlig im Widerspruch zu Gottes Wort handeln, (00:05:02)
wo der eine aufnimmt, der andere nicht aufnimmt.
Der eine unter der Tischkante, dass bloß keiner mitbekommt,
Geschwister aufnimmt, die nicht aufzunehmen sind.
Wo die Maßstäbe nach Gottes Wort immer mehr verschoben werden.
Dieses ganze Chaos. Sehen wir eigentlich unsere eigene Verantwortung?
Oder wollen wir nach vorne schauen und einfach nur gucken,
dass wir, entschuldige mal den Ausdruck, den Laden irgendwie zusammenhalten?
Haben wir eigene Verantwortung? Esra und Nehemia und Daniel haben das gesehen.
Sie haben sich darunter gebeugt, sie haben zurückgeschaut
und haben ihre eigene Schuld bekannt, obwohl sie persönlich gar keine Schuld besaßen.
Sie nicht. Aber das können wir im Blick auf uns heute nicht sagen,
auf die vergangenen Jahre, Jahrzehnte.
Da müssen wir doch zugeben, dass wir eigene Verantwortung tragen.
Haben wir einen Blick dafür oder schauen wir einfach nur nach vorne,
um diese Dinge nicht irgendwie in unsere Herzen zu lassen,
um nicht zu einem echten Bekenntnis, zu einer echten Buße zu kommen?
Drittens, diese Parole "nie wieder".
Wir wissen, dass das Unfug ist, dass das einfach verkehrt ist,
dass das Torheit ist, zu denken, nie wieder.
Offenbarung 13 und andere Stellen der Prophetie machen deutlich, (00:06:03)
dass genau das, was wir in der Zeit, bevor die Nazi-Herrschaft kam
und dann in der Nazi-Herrschaft, wo alle mitgemacht haben,
genau so wird es wiederkommen.
Das Tier, das erste Tier, Offenbarung 13 und das zweite Tier, Offenbarung 13,
also der römische Kaiser und der Antichrist, sie werden dafür sorgen,
dass nur wer ein Mahlzeichen auf der Stirn hat, wie auch immer das aussehen wird,
kaufen und verkaufen kann. Und sie werden alle mitmachen.
Sie werden alle mitmachen. Die wenigen, die gläubig sind,
die wenigen, die glauben, die bereit, sich dagegenzustellen,
die werden das mit ihrem Leben bezahlen müssen.
Sie werden alle mitmachen. Nie wieder.
Das ist die Hybris des Menschen, der meint, nie wieder.
In Wirklichkeit sehen wir ja, wie in gewisser Hinsicht,
heute das schon wieder anfängt, wie man sich verschanzt hinter einer Mehrheit
und die politischen Wahlen zeigen, dass es diese Mehrheit gar nicht gibt,
sondern dass die Partei, die man da ächtet, die AfD,
überhaupt kein positives Wort über diese Partei,
da ist nicht viel Positives zu sagen,
viel Blindheit auch von Christen, dass sie meinen, sie könnten sich mit dieser Partei eins machen. (00:07:01)
Aber wie die dagegen vorgegangen ist,
zeigt, dass nie wieder hat längst schon wieder angefangen.
Und viertens wollen wir nicht übersehen,
im kleinen, oder vielleicht manchmal doch nicht so kleinen,
haben wir in den vergangenen Jahren nicht auch mitgemacht,
haben wir nicht auch ausgegrenzt,
haben wir uns nicht auch hinter einer Mehrheit verschanzt,
in bestimmten Ereignissen, in bestimmten Dingen, mit denen wir zu tun hatten,
in unserer Gesellschaft und haben letztlich auch als Gläubige mitgemacht.
Wissen unsere Arbeitskollegen,
wissen unsere Nachbarn wirklich,
dass wir einen klaren moralischen Kompass nach der Schrift haben,
oder geht es uns da auch um Machterhalt,
oder geht es uns um unsere Arbeitsstelle.
Ja, wir müssen arbeiten und wir müssen auch sorgen dafür, dass wir unsere Familien ernähren können.
Aber verschanzen wir uns da nicht auch hinter einer Mehrheit
und haben keine klare Haltung?
Es ist doch überaus beschämend, dass im Dritten Reich
viele, die vorher ein großes Bekenntnis abgelegt haben,
auch im Blick auf das Zusammenkommen, (00:08:01)
auf einmal von heute auf morgen eingeknickt sind, in den Bund eingetreten sind
und verkehrte Dinge getan haben.
Das müssen wir doch zugeben, und das müssen wir doch sehen,
dass wir heute kein Stück besser sind. Unser geistlicher Zustand ist doch nicht besser.
Und wir müssen doch zugeben, dass wir genauso wieder handeln würden, oder nicht?
Haben wir das nicht getan?
Haben wir nicht auch, nachdem wir ganz klar gesehen haben,
dass man sich niemals in einen Bund anschließen kann,
dass der Staat bestimmen kann, wer zusammenkommt, wann zusammenkommt,
dass wir uns beim Staat gemeldet haben und Listen eingereicht haben
und genau das wieder gemacht haben,
dass wir dem Staat erlaubt haben, Zusammenkünfte zu genehmigen?
Haben wir da nicht mitgemacht?
Und dann fünftens darf man seine Gedanken noch offen äußern,
auch wenn sie nicht die meinen sind,
wenn sie womöglich nicht der allgemeinen Linie entsprechen.
Ist heute eine Atmosphäre da,
wo man, selbst wenn es verkehrte Gedanken sind,
aber dass man sie äußern kann, dass eine Atmosphäre ist,
wo man nicht damit rechnen muss, direkt irgendwie überfahren zu werden? (00:09:01)
Es ist ja aus meiner Sicht ein ganz, ganz schwieriges Wort
in 2. Timotheus 2 Vers 24:
"Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten,
sondern gegen alle milde sein, lehrfähig, duldsam,
der in Sanftmut die Widersacher zurechtweist,
ob ihnen Gott nicht etwa Buße gebe zur Erkenntnis der Wahrheit
und sie wieder nüchtern werden aus dem Fallstrick des Teufels,
die von ihm gefangen sind für seinen Willen".
Das waren also schwerwiegende Fehler,
Sünden, die diese Menschen begangen haben.
Und trotzdem wird Timotheus aufgefordert,
sanftmütig zu sein, milde zu sein, nicht streitsüchtig zu sein.
Und was für eine Atmosphäre schaffen wir heute in unserem Umfeld,
dass gläubige Menschen auch dann noch ihre Gedanken äußern können
oder müssen sie dann Angst haben, wirklich niedergemacht zu werden?
Nicht, dass wir falsches Gut heißen,
nicht, dass wir Falsches irgendwie akzeptieren können,
aber dass wir eine Atmosphäre haben,
wo man seine Gedanken auch äußern kann
und wo eben in Sanftmut, in einer gewissen Milde auch, (00:10:02)
miteinander umgegangen wird.
Ich meine, das sind so ein paar Gedanken, die mich beschäftigt haben,
als ich diesen Artikel über 80 Jahre Kriegsende gelesen habe
und die auch in unser Leben, auch in unser Versammlungsleben,
in unser Zusammenkommen, in das Leben unserer Zusammenkünfte hineinspielen
und die mich persönlich, die dich persönlich auch betreffen
und die wir einmal bedenken sollten.