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In Psalm 22 haben wir Christus, der von Gott verlassen wurde. Nicht, dass dort nicht auch berichtet würde, dass Er von den Menschen verachtet wurde: starke Stiere aus Basan umringten Ihn, Hunde ebenfalls, die Gemeinde der Bösen umgab Ihn. Er hat das alles gefühlt, wie niemand außer Christus es empfinden konnte. Was aber war dies angesichts der schrecklichen Realität, dass Christus unter der Hand Gottes litt? Dass Christus für die Sünde leiden musste? Es zeigt uns, wie wir waren. Zugleich offenbarte Christus, was Gott ist: Das ist Liebe, auch wenn es um unsere Sünden geht.

Was ist der Mensch? Was war Pilatus? Ein ungerechter Richter, der seine Hände in Unschuld wusch, während er denjenigen zum Tode verurteilte, den er dreimal für unschuldig erklärt hatte; und das auf Betreiben - auf Fürsprache! - der Hohenpriester und der Obersten des Volkes Gottes.

Und was und wo waren die Jünger? „Sie verließen ihn alle und flohen.“ „Petrus aber folgte ihm von fern.“ Als er in den Palast kam, fluchte und schwur und verleugnete er Jesus dreimal.

Nimm den Menschen, wo Du willst: Wenn Christus da ist, wird alles auf den Prüfstand gestellt: Nur Sünde kommt bei uns hervor. Sein Kreuz, sein Tod offenbarten den wahren Charakter von allem, besonders von uns Menschen. Die Geschichte des Menschen wurde dadurch, was moralische Fragen seines Lebens betrifft, abgeschlossen.

„Jetzt aber ist er einmal in der Vollendung der Zeitalter offenbart worden zur Abschaffung der Sünde durch sein Opfer“ (Heb 9,26). Der Mensch wurde gewogen und in jeder Hinsicht für unzulänglich befunden. „Das Fleisch nützt nichts“; es bricht das Gesetz und missbraucht die Gnade. Das Ende von allem, was ich als Mensch bin, lese ich im Kreuz. „Wo aber die Sünde überströmend geworden ist, ist die Gnade noch überreichlicher geworden“ (Röm 5,20). Denn da ist noch etwas ganz anderes. Am Kreuz hing der eine makellose, gesegnete und doch von Gott verlassene Mensch. Welch eine Tatsache vor der Welt! Kein Wunder, dass die Sonne verfinstert wurde - der zentrale und herrliche Zeuge der Herrlichkeit Gottes in der Natur -, als der treue und wahre Zeuge zu seinem Gott schrie und nicht erhört wurde.

Verlassen von Gott! was bedeutet das? Was hat der Mensch damit zu tun? Welchen Anteil habe ich am Kreuz? Einen einzigen Teil: meine Sünden. Hier ist also einer, der von Gott verlassen wurde und es laut vor allen Menschen sagte. Es gab niemanden, der Ihn sah und mitfühlte, wie das im Unterschied dazu David in Psalm 20 ausdrückte. Die Frauen, die aus Galiläa folgten, waren von weitem dabei, aber sie verstanden die Leiden Jesu nicht. Es verschlägt einem die Sprache, diese feierliche, einsame Stunde zu betrachten, die fern von allem war, was davor oder danach war. Wie leuchtet darin die Vollkommenheit Christi! ... In Christus wurde nichts hervorgebracht als nur das Vollkommene.

Wenn ich aber etwas zu Christus sagen soll, was ist mein erster Gedanke? Was bringe ich an das Kreuz? Was finde ich darin? Meine Sünden. Es gibt keine Eitelkeit, die wir Ihm nicht vorgezogen haben. Welch ein demütigender Gedanke für uns, für mich! Der Gerechte, der für die Sünde gelitten hat, rechtfertigt Gott, obwohl Er selbst tiefste Qualen erlitt, als Gott Ihn verließ, als Er, wie wir sagen können, Gott gewissermaßen am meisten brauchte. „Doch du bist heilig, der du wohnst bei den Lobgesängen Israels. Auf dich vertrauten unsere Väter; sie vertrauten, und du errettetest sie. Zu dir schrien sie und wurden errettet; sie vertrauten auf dich und wurden nicht beschämt. Ich aber bin ein Wurm und kein Mann“ usw. (Ps 22,4-7). Es war Gehorsam - Leiden - bis zum Äußersten; aber so verlassen Er auch war, spricht Christus davon, dass sein Gott heilig ist. Wir wissen jetzt, warum das so war. Es war für die Sünde, für unsere Sünden, nicht für die Gerechtigkeit. Unsere Sünden waren unser einziger Beitrag am Kreuz. Was zeigt das von uns – und was von Ihm! Gesegnete Liebe!

 

Entnommen aus: The Sufferings and the Praises of Christ   https://stempublishing.com/authors/darby/PRACTICE/16009E.html

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