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(00:00:00) In Matthäus 24 wechselt der Herr Jesus jetzt in dieser großen prophetischen Rede die Art der Darstellung, die Art der Rede. Zwar hatte er auch schon am Ende des vorherigen Abschnittes, dieses ersten großen Abschnittes, wo es um den jüdischen Bereich geht, eindeutig viele jüdische Elemente wie Synagoge, wie Tempel und so weiter, Sabbat, die enthalten sind, hatte er so eine Art Gleichnis gesprochen vom Feigenbaum. Er hat das nicht als Gleichnis gesprochen, sondern das war mehr in einem Vergleich, den der Herr Jesus benutzt hat. Jetzt aber ab Kapitel 24 Vers 45 bis Kapitel 25 Vers 30 finden wir drei regelrechte Gleichnisse. Und das macht deutlich, dass der Herr Jesus eine andere Zielgruppe vor Augen hat, dass der Herr Jesus jetzt das Thema verändert. Er hat bisher davon gesprochen, was im jüdischen Bereich passieren würde, und zwar was in der Zukunft passieren wird, was Prophetie noch ist, was, wie wir heute sagen können, das macht der Vergleich des Alten und Neuen Testamentes deutlich, was nach der Entrückung geschehen wird. Jetzt aber geht der Herr Jesus in den christlichen Bereich, der war damals auch noch zukünftig, das war damals auch Prophetie. (00:01:04) Für uns ist das heute Gegenwart. Und der Herr Jesus spricht in drei Gleichnissen über das, was die christliche Zeit ausmacht. Er zeigt in dem ersten Gleichnis von dem treuen und klugen Knecht, der zu einem bösen Knecht wird, was die grundsätzliche Veränderung im christlichen Bereich ist. Da gab es zuerst Treue und der grundsätzliche Charakter wird zur Untreue und zur Bosheit führen. Das ist das Allgemeine. Dann finden wir als zweites Gleichnis, das Gleichnis des Reiches der Himmel, das zehnte übrigens, von zehn Jungfrauen. Es ist also das letzte davon. Und dieses Gleichnis zeigt, dass es zu jeder Zeit in dem christlichen Bereich zwei verschiedene Gruppen von Christen gibt. Solche, die klug sind, solche, die töricht sind. Das heißt, es gab von Anfang an wahre Christen und nicht wahre Christen. Von Anfang an heißt nicht von dem ersten Augenblick an. Wir können sagen, ab dem Zeitpunkt, wo Simon der Zauberer nach Apostelgeschichte 8 dabei war, (00:02:03) finden wir jedenfalls das erste Mal erwähnt, dass da ein falscher 50er, ein falscher Zeuge, ein falscher Christ dabei war. Und das ist ab diesem Zeitpunkt bis zum Ende so der Fall. Das heißt, es gibt nicht nur eine allgemeine Entwicklung zum Bösen, sondern es gibt zu jeder Zeit solche, die wahre Christen sind und solche, die nur Scheinkristen sind. Mit anderen Worten, nur Namenschristen. Und dann finden wir in dem dritten Gleichnis, ab Vers 14, Kapitel 25 bis Vers 30, dass es immer eine persönliche Sache ist. Dass jeder persönlich verantwortlich ist. Ich kann mich nicht entschuldigen damit, dass der allgemeine Zustand schlecht wird. Ich kann nicht sagen, naja, es gibt ja auch noch andere unkluge, törichte Jungfrauen, falsche Bekenner. Sondern jeder ist ganz persönlich gefordert und jeder steht persönlich in seiner Beziehung vor dem Herrn. Ich kann mich also nicht mit anderen entschuldigen, wenn ich etwas verkehrtes, wenn ich etwas Böses tue. Gehen wir auf das erste Gleichnis ein. Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr über sein Gesinde gesetzt hat, ihnen die Nahrung zu geben zur rechten Zeit? (00:03:01) Das ist die Aufgabe der Diener in dem Reich, in dem Königreich, in dem Bereich, der heute zu Christus gehört, in dem christlichen Bereich. Das ist, der Herr hat jedem von uns einen Dienst gegeben. Da kann also keiner sagen, ich bin ja ausgeschlossen, ich habe ja damit nichts zu tun. Es gibt verschiedene Stellen im Neuen Testament, die das deutlich machen. Vielleicht die einfachste, 1. Petrus 4 Vers 10. Da steht nicht, je nachdem ob jemand eine Gnadengabe empfangen hat, je nachdem wenn jemand, dann, sondern je nachdem jeder. Jeder hat eine Gnadengabe empfangen. Die, die du bekommen hast, ich, die, die ich bekommen habe und damit sollen wir zur Ehre des Herrn handeln. Und das heißt, du bist hier angesprochen. Wenn du treu bist, wenn du klug bist, wenn du jemand bist, der dem Herrn gehorsam sein möchte, der weise ist und deshalb den Herrn in alles mit einbezieht, dann bist du jemand, der über die Habe gesetzt ist. Nicht über die Gläubigen gesetzt ist, nicht über die Christen gesetzt ist, sondern über den Besitz, den der Herr Jesus hat über sein Gesinde, (00:04:01) der eine Aufgabe hat eben an denen, die zu diesem Bereich des christlichen Zeugnisses gehören. Und was ist unsere Aufgabe? Die Nahrung zu geben zur rechten Zeit. Das heißt, wir sollen den Gläubigen das geben, was sie nötig haben. Das ist immer verbunden mit dem Wort Gottes. Nahrung gibt es nur durch das Wort Gottes. Das ist immer verbunden mit der Person des Herrn Jesus. Wahre Nahrung gibt es nur in Verbindung mit Christus. Dass er groß gemacht wird. Nicht wir uns groß machen, sondern er groß gemacht wird. Dass wir Christus vorstellen, dass wir zu ihm weisen. Und dann durch das Wort Gottes direkt, durch Gemeinschaft, die wir pflegen, durch Trost, die wir geben, durch Ermutigung, die wir aussprechen, den Gläubigen gute Nahrung zu geben. Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, damit beschäftigt finden wird. Das ist ein weiteres wichtiges Thema, das wir in allen drei Gleichnissen finden, die von der christlichen Zeit sprechen, dass der Jesus kommt, dass er wiederkommt. Immer wird das Kommen des Herrn Jesus vorgestellt. Nicht zur Entrückung, diese Unterscheidung macht der Jesus hier nicht. Sondern dass er kommt, dass er abrechnen wird, dass er uns in Verantwortung stellt bis zu seinem Kommen. Und dann wird er belohnen oder es wird eben keinen Lohn geben. Er wird kommen und wohl denen, die mit der Aufgabe beschäftigt sind, (00:05:04) nicht damit sich zu streiten, nicht damit ihre eigenen Rechte zu suchen, nicht sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, sondern die damit beschäftigt sind zum Segen für die anderen zu sein. Wahrlich, ich sage euch, er, Christus, der Herr, er wird ihn über seine ganze Habe setzen. Wunderbar, dieser Vers 47, dass der Herr, wenn wir in geringem treu sind, uns viel mehr geben wird, uns Großes anvertrauen wird, dann eben im tausendjährigen Reich, wenn dieser Lohn ausgezahlt wird. Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen sagt, das ist bemerkenswert, jener, hatte er nicht gerade von dem guten Knecht gesprochen? Und da sehen wir, der Charakter dieses Knechtes hat sich leider sehr schnell verändert. Wir müssen sagen, schon am Ende des ersten Jahrhunderts, am Anfang des zweiten Jahrhunderts, ist der allgemeine Zustand so schlecht geworden, wir finden das ja in dem Brief an La Odyssee in Offenbarung 3 vorgestellt, das ist ja eine Versammlung gewesen, eine Gemeinde gewesen, die zur Zeit des Apostels Johannes schon existiert hat. Und so ist der Charakter des christlichen Bekenntnisses sehr schnell ganz schlecht geworden. (00:06:02) Wenn jener böse Knecht, und das ist bis heute der Fall, der allgemeine Zustand ist, dass wir als Christen böse sind, nicht die Christen, wir sind selbst Christen, wir müssen uns selbst darunter stellen, wir müssen uns selbst unter dieses Urteil stellen. Böse Knecht in seinem Herzen sagt, mein Herr bleibt noch aus. Wenn man eben nicht mehr das Kommen des Herrn erwartet, wenn man nicht mehr, wir würden sagen neutestamentlich, seine himmlische Stellung vor Augen hat, sondern wenn man ein Leben hier auf dieser Erde führt, wie die Korinther herrschen möchte, wenn man sich selbst in den Mittelpunkt stellt, wenn man sagt, ach, ist ja gar nicht so schlimm, lass mal machen, lass mal gucken, lass mal tun. Nein, dann sind wir eben nicht mehr Wartender auf den Herrn, indem wir unserer Verantwortung gerecht werden, sondern indem wir uns hinreißen lassen, die Mitknechte zu schlagen. Wenn eben er seine Mitknechte schlägt und isst und trinkt mit den Betrunkenen, so wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tag, an dem er ihn nicht erwartet, an dem er es nicht erwartet und in einer Stunde, in der er es nicht weiß. Der Herr kommt. Und wenn wir nicht treu sind, wenn wir unsere Mitknechte schlagen, wenn wir Herrschaft über sie ausüben, und das ist das Tragische, (00:07:03) das finden wir in einer frühchristlichen, der ersten, soweit wir kennen, außerbiblischen Schrift der Lehre der Apostel, finden wir, dass da jemand sagt, der wahrscheinlich sogar ein Freund von Johannes war, man muss den Bischöfen, man muss einer Gruppe von Leuten, die Gott gar nicht so eingerichtet hat. Gott hat von Ältesten und von Aufsehern gesprochen, die waren aber auf den Ort bezogen und da wurden dann schon sehr früh offenbar Bischöfe regional gemacht, was heute in der katholischen Kirche und auch in der evangelischen Kirche eben gang und gäbe ist, was absolut unbiblisch ist. Und die Herrschten, da hat dieser ehemalige Freund sozusagen von Johannes sicherlich ein Gläubiger, der auch als Märtyrer gestorben ist, gesagt, man muss den Bischöfen gehorchen wie Gott. Was für eine Lästerung, das Einzige, wem man gehorchen muss, ist Gott. Nein, nicht der Einzige, wir sollen auch unseren Eltern gehorchen, wir sollen auch der Oberigkeit gehorchen. Aber Autorität in der Versammlung Gottes ist immer gebunden an Gottes Wort. Das heißt, Gottes Wort ist letztlich ausschlaggebend für den Gehorsam. Und hier hat man die Mitknechte geschlagen, hat man Herrschaft ausgeübt. Man isst und trinkt mit den Betrunkenen, man macht sich eins mit der Welt. (00:08:02) Man hat die Kirche gesucht, man hat sie in der Welt gefunden, man hat die Welt gesucht, man hat sie in der Kirche gefunden. Das hat ein Kirchenvater wohl schon sehr früh gesagt. Und das ist, die Gläubigen haben gemeinsame Sachen mit Ungläubigen gemacht. Was sagt der Apostel Paulus in 2. Korinther 6? Was für eine Gemeinschaft hat der Gläubige mit den Ungläubigen? Ja, dann wird das Folgen haben. Der Herr jenes Knechtes wird kommen an einem Tag, an dem er es nicht erwartet, einer Stunde, in der er es nicht weiß, und er wird ihn entzweischneiden und ihm sein Teil geben mit den Heuchlern. Dort wird das Weinen und das Zähneknäschen sein. Ein furchtbares Gericht. Das ist letztlich die Hölle. Das ist letztlich der Feuersee. Das ist das, was wir in Offenbarung 20 dann wiederfinden. Es wird Gericht geübt. Denn dieser Knecht durch die Gemeinschaft mit der Welt offenbart dadurch, dass er gar nicht gläubig ist. Das heißt nicht, dass jeder Knecht heute, jeder Diener des Herrn, der Falsches tut, ungläubig ist. Natürlich nicht. Aber der Charakter ist eben in der heutigen Zeit, und das hat sehr früh angefangen, dass man herrscht und dass man damit offenbart, dass sein Herz überhaupt keine Verbindung mit Christus hat, dass man letztendlich verloren ist. Das Tragische ist, dass wir auch als Gläubige in dieser Weise handeln können, (00:09:03) dass wir einen solchen Charakter einnehmen können, annehmen können, dass man gar nicht mehr erkennen kann, dass wir gläubig sind, dass wir gar nicht Christus entsprechen, dass wir nicht Christus offenbaren, sondern das Böse, das Eigene handeln. Das ist die christliche Zeit. Der Jesus hat das vorher gesagt. Dass es am Anfang Treue ist und das jetzt am Ende in der letzten Zeit, dass das eben nicht mit Treue ist, sondern das Gegenteil davon, dass man eben so handelt wie die Welt. Wir wollen uns fragen, nicht ob das der allgemeine Charakter der Christenheit ist, das ist er, sondern ob das mein Charakter ist, zu herrschen, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, mit der Welt gemeinsame Sache zu machen, in der Welt aufzugehen, die weltlichen Interessen zu vertreten, dann stehen wir unter diesem Urteil. Nicht, dass ein Gläubiger wieder verloren gehen kann, Gottes Wort ist da völlig klar, aber wir verlieren unseren Lohn. Und lasst uns den Ernst nicht übersehen, den der Herr hier damit verbindet, dass wir ihn zweischneiden, da wo das Weinen oder das Zähneknirschen ist, wo ewige Trauer ist. Das ist der Weg, den ich gehe, wenn ich dem Herrn nicht treu bin, selbst wenn ich bekehrt bin, dann ist das der Weg. Und der Herr zeigt uns, was das eigentliche Los dieser Menschen ist und wir dann nur wie durchs Feuer erst unter drei gerettet werden. (00:10:02) Lasst uns umkehren, lasst uns erkennen, wo wir versagen und lasst uns da nach seinen Gedanken handeln. Das ist, was der Herr vorstellt, das ist die Entwicklung der christlichen Zeit und genau so ist es eingetroffen, genau das sehen wir heute. Es zeigt sich, wie der Herr immer die Wahrheit gesprochen hat, wie das, was in Gottes Wort steht, immer wahr ist.
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Artikelreihe: Durch die Bibel gehen (Matthäus): ein Überblick über Gottes Gedanken

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